<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" >

<channel>
	<title>S12.at</title>
	<atom:link href="https://s12.at/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://s12.at</link>
	<description>Fanblog des FC Red Bull Salzburg</description>
	<lastBuildDate>Thu, 03 Sep 2026 09:11:29 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>

<image>
	<url>https://s12.at/wp-content/uploads/2025/10/S12-1.svg</url>
	<title>S12.at</title>
	<link>https://s12.at</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Neun Tore gegen Wien: Warum ich die Euphorie um den FC Red Bull Salzburg teile und trotzdem vorsichtig bleibe</title>
		<link>https://s12.at/neun-tore-gegen-wien-warum-ich-die-euphorie-um-den-fc-red-bull-salzburg-teile-und-trotzdem-vorsichtig-bleibe/</link>
					<comments>https://s12.at/neun-tore-gegen-wien-warum-ich-die-euphorie-um-den-fc-red-bull-salzburg-teile-und-trotzdem-vorsichtig-bleibe/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 09:11:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1547</guid>

					<description><![CDATA[Sonntag 4:1 gegen die Austria, Mittwoch 5:1 gegen Rapid. Neun Tore in vier Tagen gegen die beiden Wiener Großklubs, und ich hab beide Partien von meinem Sitzplatz aus gesehen. Beim 3:0 nach 21 Minuten gegen Rapid hab ich kurz überlegt, ob ich träume. Nach der Vorsaison, in der wir dreimal hintereinander 0:1 gegen die Hütteldorfer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Sonntag 4:1 gegen die Austria, Mittwoch 5:1 gegen Rapid. Neun Tore in vier Tagen gegen die beiden Wiener Großklubs, und ich hab beide Partien von meinem Sitzplatz aus gesehen. Beim 3:0 nach 21 Minuten gegen Rapid hab ich kurz überlegt, ob ich träume. Nach der Vorsaison, in der wir dreimal hintereinander 0:1 gegen die Hütteldorfer verloren haben, war das ein Gefühl, das ich fast vergessen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Salzburg ist unter Danny Röhl zum ersten Mal seit langem wieder eine Mannschaft, die ein Heimspiel ab der ersten Minute bestimmt. Was das für die Tabelle, für den Cup in St. Pölten, für Lewski Sofia und für den 20. September gegen Sturm heißt, schau ich mir jetzt der Reihe nach an. Und ich sag dir auch, wo mich die Zahlen noch nicht überzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in zwei Heimspielen gegen Austria Wien und Rapid neun Tore geschossen und ist nach zehn Pflichtspielen unter Danny Röhl ungeschlagen. Ich halte das für ein System, das greift, und nicht mehr für einen Lauf. Das Risiko sehe ich in der zweiten Halbzeit und im Chancenwucher, die Spielidee selbst stimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Austria 4:1: Das Muster zählt mehr als das Ergebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das 4:1 gegen die Austria am Sonntag vor 10.831 Zuschauern war das Ergebnis, das Muster dahinter interessiert mich mehr. Röhl hat Yorbe Vertessen ungewohnt auf den linken Flügel gestellt, und genau von dort kam die Flanke, die Lee Kang-hee in der 13. Minute ins eigene Tor verlängert hat. Sechs Minuten später der Kopfball von Haris Tabakovic nach Maßflanke von Kapitän Nikolas Veratschnig, sein erstes Bundesligator für Salzburg. Der Jubel fiel wegen seiner Austria-Vergangenheit verhalten aus, ich fand das gscheit. Dann Bartosz Mazurek in der 31. Minute nach Querpass von Abubakr Barry, in den rechten oberen Winkel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Drei Tore, drei verschiedene Wege zum Tor. Flanke von links, Flanke von rechts, Kombination durchs Zentrum. Das neue Duo Barry und Mazurek im Mittelfeld hat den Ball gehalten und dann verteilt. Genau das hat mir in der Vorsaison gefehlt, als jede Aktion über die Außen lief und im Zentrum niemand Verantwortung übernommen hat. Im <a href="https://s12.at/umbruch-komplett-der-ehrliche-kader-check-vor-dem-pflichtspiel-ernstfall/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kader-Check vor dem Saisonstart</a> war das Zentrum mein größtes Fragezeichen. Nach zwei Spielen ist es mein geringstes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt die Gegenrede, weil sie nötig ist. Die Austria stand drei Tage nach dem Conference-League-Aus gegen Braga mit einer jungen Mannschaft in Wals-Siezenheim und ist nach dieser Niederlage Tabellenletzter mit drei Punkten. Das 3:1 durch Kapitän Manfred Fischer direkt nach der Pause zeigt auch, dass Salzburg nach Wiederanpfiff kurz den Faden verloren hat. Vertessen hat das in der 55. Minute per Kopf repariert. Gegen einen besseren Gegner wird so eine Phase teurer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rapid 5:1: 3:0 nach 21 Minuten und trotzdem ein Haken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rapid ist der bessere Gegner gewesen. Vor dem Mittwoch waren die Hütteldorfer in der Liga makellos, und Salzburg war seit elf Monaten gegen sie sieg- und torlos. Dreimal 0:1. Ich hatte nach dem Austria-Spiel gehofft, dass die Mannschaft die Ruhe mitnimmt. Was dann passiert ist, hat meine Hoffnung deutlich übertroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tabakovic in der 4. Minute nach einem Haken im Strafraum, Veratschnig in der 15. nach einem Gewusel im Fünfer, Tabakovic erneut in der 21. nach Ablage von Mazurek. Drei Tore in 21 Minuten gegen den Tabellenführer. Der Schlüssel war das Gegenpressing. Beim 2:0 hat Edmund Baidoo nach links verlagert, Vertessen hat Dominik Schmid mitgenommen, und dessen Querpass in den Fünfer hat das Chaos erzeugt, aus dem Veratschnig getroffen hat. Beim 4:0 direkt nach der Pause hat Barry den Ball im Mittelfeld erobert, Mazurek abgelegt, Baidoo vollendet. Wer Rapid kennt, weiß, dass sie nach frühen Gegentoren nervös werden. Salzburg hat diese Nervosität diesmal gnadenlos genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt wird es unangenehm. Nach dem 4:1 durch Matthias Seidl in der 51. Minute hat Salzburg das Spiel verwaltet und trotzdem drei Großchancen liegen lassen. Sota Kitano an die Latte, Karim Konaté rollt Niklas Hedl den Ball nach einem hohen Ballgewinn in die Arme, Aboubacar Camara schießt freistehend drüber. Das 5:1 durch Konaté kam erst in der 90. Minute. Ich wollte das erst milder formulieren, aber die Zahlen geben es nicht her: Das Thema, das ich Anfang August im <a href="https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kommentar zum Chancenwucher</a> beschrieben hab, ist nicht verschwunden. Es fällt bei fünf Toren nur niemandem auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tabakovic steht nach dem Doppelpack bei acht Pflichtspieltoren, fünf davon in der Europacup-Qualifikation. Das ist die Zahl, die mich im Moment am meisten beruhigt. Und gleichzeitig ist es die Zahl, die mich am meisten beunruhigt, weil ich nicht weiß, was passiert, wenn er drei Wochen ausfällt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jesper Lindström: Die Wette auf einen verlorenen Torriecher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dienstag hat der Klub die <a href="https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/news/lindstrom-neuzugang" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verpflichtung von Jesper Lindström</a> bekannt gegeben. Der 26-jährige Däne kommt leihweise von der SSC Napoli, 18 Länderspiele, Europa-League-Sieger 2022 mit Eintracht Frankfurt unter Oliver Glasner. Napoli hat 2023 rund 30 Millionen Euro für ihn bezahlt. Laut Sky hat sich Salzburg eine Kaufoption gesichert, die Höhe ist nicht bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl, die mich stutzig macht, steht in fast keiner Klubmeldung: Lindström hat sein letztes Pflichtspieltor im Jänner 2023 erzielt. Seither 29 Einsätze für Napoli, 29 für Everton, 15 für Wolfsburg, kein Tor. Ein Offensivspieler, der seit dreieinhalb Jahren nicht trifft. Marcus Mann, Geschäftsführer Sport, spricht von Tempo, technischer Qualität und Variabilität. Das glaub ich ihm sogar, weil ich Lindström in Frankfurt gesehen hab. Nur ist Frankfurt lange her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin mir da nicht sicher, mein Eindruck von der Tribüne ist aber, dass die Offensive gerade keine Verstärkung um jeden Preis braucht, sondern Konstanz. Lindström kann auf dem Flügel und im offensiven Mittelfeld spielen, das sind die Positionen, auf denen gerade Kitano, Damir Redzic und Baidoo spielen. Wenn er im Salzburger Gegenpressing seinen Torriecher wiederfindet, ist die Leihe ein Geniestreich. Wenn nicht, hat der Klub ein halbes Jahr Kaderplatz für einen Namen bezahlt. Schauen wir mal, ich lasse mich gern überraschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was jetzt kommt: St. Pölten, Ried, Sofia, Sturm und Milan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blick auf die nächsten drei Wochen erklärt, warum ich bei aller Freude vorsichtig bleibe. <strong>Sonntag, 6. September, 17 Uhr, ÖFB-Cup</strong>, zweite Runde beim SKN St. Pölten in der NV Arena. Ein Zweitligist, der Ende August mit einem 1:0 gegen Austria Salzburg seinen ersten Saisonsieg geholt hat und jetzt vor dem Favoriten nichts zu verlieren hat. Ich hab zu viele Cupspiele gesehen, in denen Salzburg mit fünf Wechseln in der Startelf ins Stolpern gekommen ist. Röhl wird rotieren müssen, weil die Wien-Woche Kraft gekostet hat. Die Frage ist, wie viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freitag, 11. September, 19:30 Uhr, Bundesliga</strong> bei der SV Ried. <strong>Donnerstag, 17. September, 18:45 Uhr</strong>, erster Spieltag der Europa League bei Lewski Sofia, dem bulgarischen Meister. Und dann kommt der Tag, den du dir jetzt schon im Kalender markierst: <strong>Sonntag, 20. September, 17 Uhr</strong>, Sturm Graz in der Red Bull Arena. Der Vizemeister, gegen den Salzburg in der Vorsaison in vier Duellen keinen Sieg geholt hat, zuletzt das 1:1 im Mai mit dem Grazer Ausgleich in der Nachspielzeit. Am 15. Oktober folgt der AC Milan, ebenfalls daheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tabelle steht nach fünf Runden bei 13 Punkten, zwei hinter dem LASK, der als einziger Klub noch ohne Punktverlust ist. Rapid hält bei zwölf. Das ist eine Ausgangslage, die vor einem Monat niemand für möglich gehalten hat. Was ich dabei nicht vergesse: In der Vorsaison hat Salzburg in der Europa-League-Ligaphase zwei von acht Spielen gewonnen und ist mit sechs Niederlagen ausgeschieden. Die Form gegen Austria und Rapid sagt noch nichts darüber, wie die Mannschaft in Sofia oder Anderlecht auftritt. Genau deshalb ist der Cup am Sonntag für mich der erste echte Test: Hält das System, wenn die zweite Reihe spielt?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum du am 20. September in der Red Bull Arena sein musst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt zum Teil, der mir am wichtigsten ist. 7.654 Zuschauer beim Playoff-Rückspiel gegen Mjällby. 10.831 gegen die Austria. 12.153 gegen Rapid. Die Kurve geht nach oben, aber sie startet von einem Niveau, das ich im Jänner im <a href="https://s12.at/6-741-zuschauer-warum-die-raenge-der-red-bull-arena-immer-leerer-werden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel über die leeren Ränge</a> beschrieben hab. 6.741 gegen Basel, das war der Tiefpunkt. Wer damals nicht da war, hat jetzt eine Mannschaft, die es wert ist, dass man wiederkommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in keiner Statistik steht: Die Nordkurve hat auch in der zweiten Halbzeit gegen Rapid, als die Mannschaft nachgelassen und drei Großchancen liegen gelassen hat, das Tempo gehalten. Die beiden Vorschreier arbeiten in solchen Phasen gegen die Trägheit von 12.000 Leuten an, die sich beim 4:1 schon zurücklehnen. Das ist die Arbeit, für die niemand applaudiert. Valentin Zabransky hat es in den Salzburger Nachrichten so gesagt: Ohne die Fans wären die vielen späten Tore nicht möglich gewesen. Das 5:1 in der 90. Minute gegen Rapid war so ein spätes Tor. Ich glaub ihm das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich ist auch: 12.153 sind für ein Spitzenspiel gegen den Tabellenführer wenig. Die Kurve hat ihren Teil geliefert, der Rest des Stadions kann nachziehen. Wenn du das nächste Mal überlegst, ob du fährst, dann fang bei der <a href="https://s12.at/die-ppp-wenn-die-party-vor-dem-stadion-startet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Parkplatzparty</a> am Shuttleparkplatz Ost an. Da triffst du Leute, die seit Jahren vor jedem Heimspiel dort stehen, und du merkst schnell, dass Zugehörigkeit nichts mit Dauerkarte zu tun hat. <a href="https://www.redbullsalzburg.at/de/tickets" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tickets für Sturm</a> gibt es beim Klub, und wenn du dir ein Spiel in diesem Herbst aussuchst, dann dieses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Wiener Klubs in vier Tagen aus der Arena geschossen, ein Neuzugang mit großem Namen, Sturm und Milan vor der Tür. Ich bin seit 1974 Salzburg-Fan und hab seither gelernt, dass die guten Phasen kürzer sind als die schlechten. Umso wichtiger, dass man sie nicht vom Sofa aus erlebt.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/neun-tore-gegen-wien-warum-ich-die-euphorie-um-den-fc-red-bull-salzburg-teile-und-trotzdem-vorsichtig-bleibe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Acht Wochen, acht Gegner: Warum der Europa-League-Herbst der Salzburger diesmal wirklich zählt</title>
		<link>https://s12.at/acht-wochen-acht-gegner-warum-der-europa-league-herbst-der-salzburger-diesmal-wirklich-zaehlt/</link>
					<comments>https://s12.at/acht-wochen-acht-gegner-warum-der-europa-league-herbst-der-salzburger-diesmal-wirklich-zaehlt/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 05:36:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1533</guid>

					<description><![CDATA[Acht Gegner, acht Termine: alle Fakten zu Salzburgs Europa-League-Ligaphase 2026/27, plus das neue Matchcenter auf s12.at.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag, 17. September, 18.45 Uhr, Georgi-Asparuhov-Stadion in Sofia. Dort steigt für den FC Salzburg der Auftakt in die Ligaphase der Europa League, gegen Lewski Sofia, den bulgarischen Traditionsverein. Ich sitz seit der Auslosung am vergangenen Freitag über dem Spielplan und merk, wie selten sich das in den letzten Jahren so angefühlt hat: Diese Ziehung riecht nach einer echten Chance, nicht nach einer Pflichtübung zwischen zwei Bundesliga-Runden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Mit vier machbaren und vier richtig schweren Losen haben Trainer Danny Röhl und sein Team ein Tableau bekommen, das die K.-o.-Phase realistisch macht, wenn die individuelle Qualität in den entscheidenden Momenten abgerufen wird. Nach diesem Text kennst du alle acht Gegner, weißt, wann welches Spiel steigt, und findest auf s12.at ab sofort ein neues Werkzeug, mit dem du selbst mitfiebern kannst. Der Reihe nach, denn die Auslosung selbst war schon eine Geschichte für sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Salzburg überhaupt in Topf zwei gelost wurde, ist Ergebnis von zwei Qualifikationsrunden, die man leicht vergisst, sobald die großen Namen der Ligaphase im Kalender stehen. Erst setzte sich die Mannschaft gegen Pafos FC durch, 1:0 daheim, 3:3 auswärts auf Zypern, danach gegen Mjällby AIF aus Schweden, 1:0 auswärts und 3:0 im Rückspiel in der Red Bull Arena. Zwei Duelle, die zeigen, dass diese Truppe im Frühsommer schon Europacup-Härte gezeigt hat, bevor überhaupt ein einziges Punktspiel der Ligaphase angepfiffen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte dieses Tableau für das beste, das Salzburg seit der Umstellung auf die neue Ligaphase bekommen hat. Nicht weil es leicht wird, sondern weil vier der acht Gegner schlagbar sind und die Heimspiele gegen AC Milan und Crystal Palace planbare Highlights sind, keine automatischen Niederlagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fahrplan: von Sofia bis zur BayArena</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Terminkalender steht seit der Auslosung fest, offiziell bestätigt über den Spielplan auf redbullsalzburg.at. Acht Runden zwischen 17. September und 28. Jänner, im Wechsel zwischen Donnerstagabend um 18.45 Uhr und um 21 Uhr, je nachdem wie stark der Gegner europäisch unterwegs ist. Auffällig, und das erklär ich dir gleich, weil es beim ersten Lesen der Kaderliste irritiert: International tritt die Mannschaft nicht als FC Red Bull Salzburg an, sondern als FC Salzburg. Die UEFA lässt in ihren Bewerben keine Namenssponsoren im Vereinsnamen zu, das war schon in den Vorjahren so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier das komplette Tableau, damit du es dir eintragen kannst:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Runde, 17.09.2026, 18.45 Uhr: Lewski Sofia vs. FC Salzburg, Georgi-Asparuhov-Stadion, Sofia</li>



<li>Runde, 15.10.2026, 18.45 Uhr: FC Salzburg vs. AC Milan, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 22.10.2026, 21.00 Uhr: NK Celje vs. FC Salzburg, Stadion Z&#8217;dežele</li>



<li>Runde, 05.11.2026, 18.45 Uhr: RSC Anderlecht vs. FC Salzburg, Lotto Park, Brüssel</li>



<li>Runde, 26.11.2026, 18.45 Uhr: FC Salzburg vs. Ararat-Armenia, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 10.12.2026, 21.00 Uhr: FC Salzburg vs. Sparta Prag, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 21.01.2027, 21.00 Uhr: Bayer 04 Leverkusen vs. FC Salzburg, BayArena, Leverkusen</li>



<li>Runde, 28.01.2027, 21.00 Uhr: FC Salzburg vs. Crystal Palace, Red Bull Arena</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Heimspiele, vier Auswärtsfahrten, ein Terminplan, der von der bulgarischen Hauptstadt bis ins Rheinland reicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Schwergewichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>AC Milan</strong> empfängt Salzburg am 15. Oktober in der Red Bull Arena. Der italienische Rekordmeister ist die prominenteste Nennung im ganzen Tableau, siebenfacher Europacupsieger, aktuell wieder in der Champions-League-Qualifikationszone der Serie A unterwegs. Für Salzburg ist es das erste Ligaphasen-Heimspiel gegen einen Klub dieser Kategorie seit Jahren, und für mich das Spiel, bei dem ich mir schon jetzt den Kalender freihalte, allein wegen der Stimmung, die so ein Name im Stadion auslöst. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bayer 04 Leverkusen</strong> ist das schwierigste Auswärtslos. Am 21. Jänner geht es in die BayArena, zum deutschen Bundesligisten, der in den letzten Jahren konstant Champions-League-Niveau gespielt hat. Eine englische Woche im Jänner, bei der Kälte und Anreise zusammenkommen, das wird läuferisch das anstrengendste Spiel der Ligaphase. Ob und wie sich diese Auswärtsfahrt für die Kurve organisieren lässt, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Crystal Palace</strong> kommt am 28. Jänner zum Abschluss der Ligaphase in die Red Bull Arena. Der englische Klub hat sich zuletzt im europäischen Cupgeschäft etabliert, unter anderem mit Trainer Oliver Glasner, der bei Salzburg-Fans noch aus seiner Zeit im österreichischen Fußball ein Begriff ist. Ein Duell, bei dem ich mir eine gscheite Kulisse wünsche, weil das Restprogramm im Jänner erfahrungsgemäß eher leise Ränge produziert, gerade wenn die K.-o.-Chancen zu diesem Zeitpunkt schon feststehen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sparta Prag</strong> rundet das Quartett ab, am 10. Dezember daheim. Der tschechische Traditionsklub gehört zu den sogenannten offenen Begegnungen der Auslosung, weder Absteiger noch Übermannschaft, aber ein Gegner mit europäischer Erfahrung und einer Fanszene, die auswärts nicht viel anbrennen lässt. Genau solche Spiele sind es erfahrungsgemäß, an denen Ligaphasen kippen, weil die Konzentration nach zwei Kracherspielen gegen Milan und vor der Winterpause leicht nachlässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Lose zum Zugreifen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RSC Anderlecht</strong> wartet am 5. November im Lotto Park in Brüssel. Der belgische Rekordmeister ist das zweite offene Los der Auslosung, eine Mannschaft im Umbruch, die in der eigenen Liga seit Jahren nicht mehr an die alte Dominanz anschließen konnte. Machbar, aber sicher kein Selbstläufer, denn gerade Klubs im Umbruch entwickeln in solchen Bewerben oft eine Trotzigkeit, die auf dem Papier nicht abzulesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NK Celje</strong> aus Slowenien empfängt Salzburg am 22. Oktober, Anstoß erst um 21 Uhr. Der slowenische Meister der Vorsaison ist europäisch eine unbekannte Größe für die meisten, aber genau deshalb ein Spiel, bei dem Unterschätzen teuer werden kann. Für alle, die noch ein neues Auswärtsziel in der Sammlung suchen, dürfte das Stadion Z&#8217;dežele in Celje interessant werden, sobald feststeht, ob dafür eine organisierte Reise angeboten wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ararat-Armenia</strong> kommt am 26. November in die Red Bull Arena, als amtierender armenischer Meister. Der 2017 gegründete Klub aus Jerewan ist internationales Neuland für die meisten Fans, spielt seine Europacup-Auftritte aber inzwischen mit einer gewissen Routine, seit 2019 mehrfach in Gruppen- und Ligaphasen dabei. Ein Heimspiel, bei dem ich mir vor allem wünsche, dass es keine übermütige Pflichtübung wird, wie sie gegen vermeintlich kleinere Gegner schon öfter danebengegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lewski Sofia</strong> eröffnet die Ligaphase am 17. September, wie eingangs erwähnt. Der bulgarische Traditionsverein aus der Hauptstadt ist das erste echte Prüfsteinspiel der Saison, ein Auswärtsspiel unter der Woche in einer Stadt, die für die meisten Auswärtsfahrer komplettes Neuland ist. Genau deshalb find ich diesen Auftakt spannend: kein eingespieltes Reiseziel, keine Routine, sondern echte Entdeckung, sportlich wie logistisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Vorfreude und Terminstress: die Stimmung in der Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin seit 1974 <a href="https://s12.at/ueber-mich/" target="_blank" data-type="page" data-id="1483" rel="noreferrer noopener">Fan dieses Vereins</a>, und ich hab selten erlebt, dass eine Auslosung so viel Gesprächsstoff produziert wie diese. Zu den einzelnen Auswärtsfahrten halt ich mich an dieser Stelle bewusst zurück. Ob der Verein selbst wieder Fanbusse und Charterflüge organisiert oder ob <a href="https://www.soizburgfansontour.at/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.soizburgfansontour.at/" rel="noreferrer noopener">SOIZBURG FANS ON TOUR</a> für die eine oder andere Reise ein eigenes Programm aufstellt, ist im September noch offen. Sobald dazu etwas Konkretes feststeht, greif ich das im Matchcenter und in eigenen Artikeln auf, jetzt wäre jede Spekulation verfrüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an der Diskussion in der Fanszene mehr beschäftigt als die Logistik, ist die Terminverdichtung. Acht Europa-League-Runden zwischen September und Jänner, dazu Bundesliga, dazu der ÖFB-Cup, das ist ein Programm, das die Kaderbreite ernsthaft testet. Ich wollte das eigentlich optimistischer formulieren, aber wenn ich mir die englischen Wochen im Kalender anschau, wird mir schon jetzt mulmig, wie viele Spieler im Jänner an der Belastungsgrenze laufen werden. Das ist keine Kritik an der Kaderplanung im Voraus, aber es ist der Punkt, an dem ich die Euphorie der ersten Tage nach der Auslosung etwas bremsen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem, und das überwiegt: Ein Heimspiel gegen AC Milan im Oktober ist etwas, das man in der Red Bull Arena selten erlebt. Ich erwarte eine bessere Auslastung als bei den letzten Ligaphasenspielen gegen weniger bekannte Namen, und genau das braucht dieser Verein europäisch auch, volle Ränge statt der Operetten-Kulisse, die ich an manchen Abenden zuletzt beklagt hab. Schauen wir mal, ob sich das auch bei Celje und Ararat-Armenia bestätigt, wo die Anziehungskraft des Gegnernamens fehlt und die eigene Kurve das Stadion tragen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neu auf s12.at: das Europa-League-Matchcenter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle acht Runden hab ich ein eigenes Matchcenter gebaut, das ab sofort auf der Startseite von s12.at zu finden ist. Dort stehen alle Termine, Anstoßzeiten und Austragungsorte auf einen Blick, dazu die Gruppentabelle, die sich sobald der erste Spieltag gespielt ist, automatisch mitaktualisiert. Kein Rumscrollen durch acht einzelne Artikel, sondern eine Übersicht, die während der ganzen Saison aktuell bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich pfleg das Matchcenter selbst, Spiel für Spiel, und ergänz es um kurze Einordnungen, sobald ein Ergebnis feststeht. Wer die Ligaphase über die Startseite verfolgen will, findet dort ab dem 17. September alles, was er braucht, ohne durch fremde Portale klicken zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebaut hab ich das Ganze im Vibe Coding mit Claude. Wen interessiert, wie so etwas technisch entsteht, der findet mehr dazu auf <a href="https://vibecraft.rocks" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vibecraft.rocks</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was jetzt zählt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Spiele, vier machbare, vier schwere, und ein Terminplan, der bis Ende Jänner keine Verschnaufpause lässt. Ich hab mir das Tableau dreimal angeschaut, und meine Einschätzung bleibt: Wenn Salzburg die vier machbaren Lose konsequent gewinnt und in mindestens zwei der vier Schwergewichte-Spiele punktet, ist die K.-o.-Phase drinnen. Das ist keine Utopie, das ist eine realistische Rechnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich der Nordkurve für diese Saison wünsch, ist genau das, was sie in den letzten Jahren immer wieder geliefert hat: volle Blöcke bei den kleinen Losen, nicht nur bei Milan und Leverkusen. Die Vorschreier haben in der Vorsaison schon bei nüchternen Bundesliga-Abenden für Stimmung gesorgt, wenn sie das auch bei Celje und Ararat-Armenia schaffen, dann hat dieser Verein europäisch eine Heimstärke, die kein Gegner gern sieht. Am 17. September in Sofia geht es los. Ich bin dabei, zumindest vorm Fernseher, und ich freu mich drauf wie schon lang nicht mehr.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/acht-wochen-acht-gegner-warum-der-europa-league-herbst-der-salzburger-diesmal-wirklich-zaehlt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>16 Prozent Liebe, (k)ein Viertel im Stadion: Warum Salzburgs Beliebtheit nicht in der Red Bull Arena ankommt</title>
		<link>https://s12.at/16-prozent-liebe-kein-viertel-im-stadion-warum-salzburgs-beliebtheit-nicht-in-der-red-bull-arena-ankommt/</link>
					<comments>https://s12.at/16-prozent-liebe-kein-viertel-im-stadion-warum-salzburgs-beliebtheit-nicht-in-der-red-bull-arena-ankommt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 04:53:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1496</guid>

					<description><![CDATA[Salzburg ist laut Studie beliebtester Klub des Landes, beim 3:0 gegen Mjällby war die Arena aber nur zu einem Viertel voll. Ich zeig dir, woran das liegt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>16 Prozent. </strong>So viele fußballinteressierte Menschen in Österreich nennen den FC Red Bull Salzburg als ihren liebsten Klub, hauchdünn vor Rapid Wien. Am Donnerstagabend, keine 12 Stunden bevor ich diesen Artikel schreibe, saß ich selbst in der Red Bull Arena, während Salzburg Mjällby AIF mit 3:0 aus dem Stadion schoss und sich souverän für die Ligaphase der Europa League qualifizierte. 7.654 Menschen waren gekommen, in einer Arena mit über 30.000 Plätzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Sympathie und Stadionbindung sind zwei verschiedene Währungen, und Salzburg hat gerade sehr viel von der einen und viel zu wenig von der anderen. Ich zeig dir, was die neue Bundesliga-Studie wirklich hergibt, welche zwei Ursachen ich für das Auseinanderdriften sehe, und was der Klub aus beiden Zahlen lernen müsste. Fangen wir bei der Studie selbst an, weil die ersten Meldungen dazu einiges wegließen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Zahlen, ordentlich eingeordnet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Market Institut hat zwischen 5. und 17. Mai 2.300 fußballinteressierte Menschen zwischen 16 und 69 Jahren befragt, ligenübergreifend über Bundesliga und 2. Liga. Ergebnis: Salzburg liegt mit 16 Prozent an erster Stelle, knapp vor Rapid. Dahinter folgen Sturm Graz mit 12 Prozent, Austria Wien und LASK mit je 10 Prozent, Blau-Weiß Linz mit 9 Prozent, und am Ende, gleichauf mit dem GAK, Altach mit je 4 Prozent.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub.webp"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="2400" height="1350" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub.webp" alt="praeferierter klub" class="wp-image-1498" title="16 Prozent Liebe, (k)ein Viertel im Stadion: Warum Salzburgs Beliebtheit nicht in der Red Bull Arena ankommt 1" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub.webp 2400w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub-300x169.webp 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub-768x432.webp 768w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub-1024x576.webp 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub-1536x864.webp 1536w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/praeferierter-klub-2048x1152.webp 2048w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen teilen sich Salzburg und Blau-Weiß Linz sogar Platz eins, mit jeweils 17 Prozent, deutlich vor LASK mit 14 Prozent, Rapid mit 8 Prozent und Austria Wien mit 7 Prozent.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit.webp"><img decoding="async" width="2400" height="1350" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit.webp" alt="bliebtheit" class="wp-image-1499" title="16 Prozent Liebe, (k)ein Viertel im Stadion: Warum Salzburgs Beliebtheit nicht in der Red Bull Arena ankommt 2" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit.webp 2400w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit-300x169.webp 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit-768x432.webp 768w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit-1024x576.webp 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit-1536x864.webp 1536w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/bliebtheit-2048x1152.webp 2048w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Eine eigene Presseaussendung der Bundesliga zu dieser Erhebung finde ich nicht, weder in den aktuellen Mediainfos noch auf der Nachrichtenseite. Was ich aber finde: Auf der eigenen <a href="https://www.oefbl.at/de/business" data-type="link" data-id="https://www.oefbl.at/de/business" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sponsoring-Seite</a> führt die Liga den Fußball Monitor als Beleg für ihre Reichweite an, wenn sie um Partnerschaften wirbt. Die Zahlen werden also nicht groß kommuniziert, aber intern fürs Geschäft genutzt, als Argument gegenüber Sponsoren, nicht als Schlagzeile für Fans. Das ist kein Vorwurf, das ist einfach der eigentliche Zweck solcher Studien, und genau deshalb lohnt es sich, sie mit etwas mehr Distanz zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das ist der Punkt, an dem ich ziemlich sicher anderer Meinung bin als der Verein selbst, der diese Umfrage intern sicherlich als Erfolgsmeldung gefeiert hat. <a href="https://www.heute.at/s/rapid-nicht-mehr-der-beliebteste-verein-in-oesterreich-120230303" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.heute.at/s/rapid-nicht-mehr-der-beliebteste-verein-in-oesterreich-120230303" rel="noreferrer noopener">16 Prozent Sympathiewert</a> sagen etwas über das Image eines Klubs. Sie sagen nichts darüber, ob diese Menschen jemals ein Ticket kaufen, geschweige denn eine Dauerkarte. Ein Klub kann der beliebteste des Landes sein und trotzdem an einem Donnerstagabend eine halbleere Arena haben, und genau das passiert Salzburg gerade, Saison für Saison ein Stück mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Detail aus der Studie macht das noch deutlicher. Bei den Männern liegt tatsächlich Rapid mit 17 Prozent knapp vor Salzburg mit 16 Prozent, während bei den Frauen umgekehrt Salzburg mit 15 Prozent vorne liegt. Das Gesamtergebnis ist also kein einheitliches Bild, sondern ein Mittelwert aus zwei ziemlich unterschiedlichen Gruppen, die aus verschiedenen Gründen für Salzburg stimmen. Genau diese Uneinheitlichkeit geht in einer einzigen Balkengrafik komplett unter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ursache eins, das Operetten-Publikum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hab mir die Zuschauerzahlen dreimal angeschaut, weil ich es selbst kaum glauben wollte. Gegen Ferencváros kamen 8.342 Menschen, gegen Go Ahead Eagles 10.852, beides Auslastungen zwischen 30 und 35 Prozent in einer Arena, die für über 30.000 gebaut ist. Gegen den FC Basel waren es 6.741, an einem Europaabend, nicht irgendeinem Ligaspiel gegen den Tabellenletzten. Zum Vergleich: Beim Testspiel gegen Bayern München, nur zwei Wochen vor dem Basel-Spiel, waren über 29.000 Menschen da, bei einem Spiel, das sportlich gar nicht zählte. Und dann gestern: 7.654 Menschen in einem Play-off gegen den schwedischen Doublesieger. Das braucht keinen Kommentar, das spricht für sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kälte als Erklärung hab ich in einem <a href="https://s12.at/6-741-zuschauer-warum-die-raenge-der-red-bull-arena-immer-leerer-werden/" data-type="post" data-id="991" target="_blank" rel="noreferrer noopener">früheren Artikel</a> schon ausführlich entkräftet, das zieht hier genauso wenig. Gestern war Sommer und Regen gab es auch keinen. Was tatsächlich zählt, ist der Name auf dem gegnerischen Trikot. Salzburg hat sich über Jahre an ein erfolgs- und gegnerorientiertes Publikum gewöhnt, weil der Klub selbst so lange Champions-League-Nächte geliefert hat, dass &#8222;groß&#8220; und &#8222;besonders&#8220; für viele zur Erwartungshaltung wurden. In der Champions-League-Saison 2024/25 lag der Zuschauerschnitt bei starken 23.176. Sobald der Gegner in der aktuellen Europa-League-Saison keinen großen Namen trägt, bleibt ein Teil dieses Publikums einfach daheim, und der Unterschied zwischen 23.000 und 7.654 ist kein kleiner Ausreißer, das ist ein Muster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die unangenehme Kehrseite der 16 Prozent aus der Studie. Sympathie, die vor allem an Erfolg und an prominente Gegner gebunden ist, ist keine Bindung an den Verein, sondern an das Ereignis. Ein Operetten-Publikum kommt zur Premiere und bleibt der Nebenvorstellung fern. Wenn Salzburg in einer Saison spielt, in der es sportlich weniger glänzt, und der Europacup-Gegner klein ist, zeigt sich sofort, wie dünn diese Bindung in Wahrheit ist. Und das Tückische daran: Die Studie selbst kann diesen Unterschied gar nicht messen, weil sie nach Sympathie fragt, nicht nach Verhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer selbst regelmäßig auf der Nord steht, kennt diesen Unterschied aus erster Hand. Ich hab mittlerweile ein ziemlich verlässliches Gefühl dafür entwickelt, welche Gegner die Arena füllen und welche nicht, noch bevor die Vorverkaufszahlen draußen sind. Und dieses Gefühl deckt sich fast immer mit dem, was am Ende auf der Anzeigetafel steht. Das ist keine Wissenschaft, das ist einfach jahrelange Beobachtung von der Tribüne aus, aber sie trifft erschreckend selten daneben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Mjällby-Spiel am Donnerstag liefert dafür gerade das deutlichste Beispiel der ganzen Saison. Salzburg war über weite Strecken spielbestimmend, drückte die Schweden tief in die eigene Hälfte, und Karim Konate erledigte die Sache mit einem Doppelpack praktisch im Alleingang. Sportlich war das ein souveräner Abend, und trotzdem kamen mit 7.654 sogar etwas weniger Menschen als beim Pafos-Spiel zwei Wochen zuvor, das 7.704 Zuschauer zählte. Attraktiv anzuschauen war die Partie ehrlich gesagt auch nicht, viel Ballbesitz gegen einen tief stehenden Gegner, wenig Tempo, und genau das hat man auch gemerkt: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst die VIP-Tribüne war an diesem Abend auffallend leer. Wenn nicht mal ein dominanter, erfolgreicher Auftritt mit drei Toren die Kurve nach oben zeigt, dann liegt das Problem eindeutig nicht am sportlichen Ergebnis, sondern genau an dem, was ich hier beschreibe.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister.jpg"><img decoding="async" width="2000" height="1125" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister.jpg" alt="VIP gegen den schwedischen Meister" class="wp-image-1508" title="16 Prozent Liebe, (k)ein Viertel im Stadion: Warum Salzburgs Beliebtheit nicht in der Red Bull Arena ankommt 3" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister.jpg 2000w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister-300x169.jpg 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister-768x432.jpg 768w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister-1024x576.jpg 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/VIP-gegen-den-schwedischen-Meister-1536x864.jpg 1536w" sizes="(max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die roten Sesseln der sonst gut gefüllten VIP-Tribüne waren gestern ziemlich leer.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ursache zwei, wenn die Bindung fehlt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die zweite Ursache liegt tiefer, und die trifft den Klub selbst deutlich stärker als das Publikum. Salzburg hatte früher regelmäßige Berührungspunkte zwischen Verein, Mannschaft und Fans, die nicht an einen Spieltag gekettet waren. Einen Tag der offenen Tür, an dem Kinder auf dem echten Rasen stehen durften. Bauernherbst-Auftritte, bei denen Spieler und Fans sich außerhalb jeder Pressekonferenz begegnet sind. Ein Christkindlmarkt-Format vor der Arena, mit Glühwein und echten Gesprächen statt Sponsorenwand im Hintergrund. Das hatten wir alles, das gibt es heute nicht mehr, zumindest nicht in einer Form, die ich als Dauerkartenbesitzer auf &#8222;Normalplätzen&#8220; noch wahrnehme. Gut, die &#8222;VIPs&#8220; werden gestreichelt. Ist auch durchwegs verständlich, die zahlen ja auch weit mehr, wie &#8222;Otto-Normal-Fan&#8220;. Nur sind die halt nicht so treu oder nicht immer so verbunden, wie der Fan auf der Nord. Siehe das letzte Spiel gegen Mjällby.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Formate klingen erst mal nach Folklore, sind aber der Kitt, der aus reinen Ticketkäufern echte Fans macht. Ein Kind, das beim Tag der offenen Tür einmal auf dem Rasen stehen durfte, kommt mit 20 nicht wegen des Gegners ins Stadion, sondern weil das sein Verein ist, mit dem es eine eigene Geschichte verbindet. Wenn diese Formate über Jahre wegfallen, fehlt genau die Schicht an Bindung, die über sportlich schwächere Phasen hinweg trägt, wenn der Rasen einmal nicht glänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich merke die Folgen auch ganz konkret auf der Nord. Die <a href="https://s12.at/der-schleichende-tod-einer-aera-warum-die-leere-in-der-red-bull-arena-uns-alle-wachruetteln-muss/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/der-schleichende-tod-einer-aera-warum-die-leere-in-der-red-bull-arena-uns-alle-wachruetteln-muss/" rel="noreferrer noopener">organisierte Fanszene wird dünner</a>, bei mehreren Fanclubs gehen die Mitgliederzahlen zurück, und bei internationalen Spielen ist die Fankurve inzwischen die Tribüne mit den meisten freien Plätzen im ganzen Stadion. Früher musste man sich eine Dauerkarte auf der Nord fast erkämpfen, weil die Nachfrage größer war als die Plätze. Heute nicht mehr. Das ist kein Randthema für ein paar Ultras, das ist der Pulsschlag, der fehlt, wenn am Rasen nicht alles glänzt, und genau dieser Pulsschlag hat in der Vergangenheit auch schwache Phasen überbrückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier schließt sich der Kreis zur Studie. Die 17 Prozent bei den 16- bis 29-Jährigen zeigen mir, dass die junge Generation den Klub durchaus mag, sogar gleichauf mit dem sportlich viel kleineren Blau-Weiß Linz. Aber Sympathie mit 17 wird nicht automatisch zur Dauerkarte mit 25, wenn in der Zwischenzeit kein einziges Format mehr existiert, das diese jungen Menschen näher an den Verein bindet als ein gut gemachtes Social-Media-Posting.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gegenrede</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte diesen Abschnitt eigentlich kürzer halten, aber die Gegenargumente verdienen ihren Platz, weil meine These sonst zu glatt klingt und das genau die Art von Kommunikation wäre, die ich dem Klub vorwerfe. Erstens, Salzburg ist mit sinkenden Zuschauerzahlen bei kleineren Europacup-Gegnern nicht allein. Das ist ein Muster, das seit der neuen Ligaphase viele Klubs in Europa trifft, weil schlicht mehr Spiele gegen unbekannte Namen stattfinden als früher, wo eine klassische Gruppenphase mit vier großen Losen üblich war. Zweitens, Ticketpreise spielen mit, besonders an internationalen Abenden, wo eine vierköpfige Familie inklusive Anfahrt und Kioskpreisen schnell einen dreistelligen Betrag ausgibt, für ein Spiel gegen einen Gegner, den kaum jemand kennt. Drittens, viele Spiele finden unter der Woche statt, und nicht jeder kann sich Donnerstagabend spontan freinehmen, gerade wenn am nächsten Morgen die Arbeit ruft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das relativiert meine These, widerlegt sie aber nicht, find ich. Wie stark der Preiseffekt allein wiegt, kann ich ehrlich gesagt nicht sauber von den anderen Faktoren trennen, dafür fehlen mir belastbare Zahlen zur Preissensibilität der Salzburger Fanbasis im Speziellen. Was ich aber sagen kann: Selbst wenn man Preise, Wochentag und Liga-Trend abzieht, bleibt die Kernbeobachtung stehen. Ein Klub mit 16 Prozent nationaler Sympathie und der wertvollsten Mannschaften des Landes sollte an einem normalen Europacup-Abend nicht bei einem Viertel Auslastung landen. Andere Klubs mit deutlich weniger Sympathiewert und kleinerem Stadion füllen ihre Ränge bei vergleichbaren Gegnern zuverlässiger, weil dort die Erwartung nicht an den Namen des Gegners gekoppelt ist, sondern an den eigenen Verein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was der Klub jetzt tun müsste</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg sitzt gerade auf einem Kapital, das viele Vereine im Land sich wünschen würden, nämlich auf der höchsten Sympathie im ganzen Land und einer jungen Generation, die noch nicht endgültig festgelegt ist. Genau dieses Fenster ist aber begrenzt und schließt sich schneller, als man glaubt. Wer mit 17 Sympathie für einen Klub empfindet, aber nie eingeladen wird, näher heranzurücken, sucht sich mit 25 woanders seine Fußballheimat, oder gar keine mehr, und schaut Fußball dann nur noch am Fernseher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt, lässt sich an der eigenen Vereinsgeschichte ablesen, und genau das macht mich wütend, wenn ich mir die letzten Jahre anschaue. Der Tag der offenen Tür brachte 2014 bei der Akademie-Eröffnung an einem einzigen Nachmittag über 10.000 Besucher, wurde noch 2018 direkt in der Red Bull Arena veranstaltet, mit Autogrammstunde und offenem Training. Die Spieler und der Staff waren greifbar. Mein eigener Fanclub machte damals ein &#8222;Choreo-Malen für Kids&#8220; und betreute mit anderen Fanclubs einen Essensstand, dessen Reinerlös an bedürftige Kinder gespendet wurde. In dieser Form findet er seit Jahren nicht mehr statt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bauernherbst-Gastspiel, mit Trachtenmusikkapelle Obertrum, Prangerschützen und echten Schmankerln, war zwischen 2014 und 2016 ein fixer Programmpunkt in der Arena, danach verschwand es kommentarlos aus dem Kalender. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und selbst die Fanclub-Weihnachtsfeier, über Jahre ein verlässlicher Fixpunkt mit hunderten Fans und Autogrammen, wurde erst auf Druck der Fans (ja, mich eingeschlossen) wieder eingeführt. Und für alle &#8222;Hater&#8220; &#8211; die ist nicht komplett gratis, jeder Teilnehmer zahlt einen Beitrag. Das ärgert mich, weil genau das die Punkte waren, die früher wichtig genommen wurden und die tatsächlich gut besucht waren, und die man jetzt Stück für Stück eingestellt oder verwässert hat, offenbar ohne dass irgendjemand im Klub das als echten Verlust behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was dabei genauso verloren gegangen ist, ist die Bindung der Spieler an die Fans selbst. Einen Jonatan Soriano, einen Andreas Ulmer, einen Eddie Gustafsson und wie sie alle noch hießen, kannte man. Sie waren präsent, man traf sie bei genau diesen Formaten, und sie scheuten nie den Kontakt zu den Fans, das war einfach normal. Gustafsson wird bis heute als &#8222;Publikumsliebling&#8220; beschrieben, gerade wegen seiner Art, nicht nur wegen seiner Leistung im Tor. Heute erkennt man viele Spieler eher an der Rückennummer als an einem persönlichen Erlebnis, und das ist kein Zufall, sondern die direkte Folge davon, dass genau die Gelegenheiten fehlen, bei denen aus einem Namen auf dem Trikot ein Mensch wird, den man kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso wichtig wären kleine, wiederkehrende Rituale rund um den Spieltag selbst. Ein Spieler, der nach jedem Heimspiel in die Nord geht, egal wie das Ergebnis ausgefallen ist, nicht nur nach Siegen, sich ein Megafon schnappt und zwei, drei Sätze an die Fans richtet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles kostet keine Millionen, das kostet nur die Bereitschaft, regelmäßig ansprechbar zu sein, und genau daran hapert es gerade am meisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Nordkurve trägt trotzdem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei allem, was ich hier kritisiere, bleibt eine Sache unverändert. Die Fans, die trotz dünnerer Kurve jede Woche da sind, die bei der <a href="https://s12.at/die-ppp-wenn-die-party-vor-dem-stadion-startet/" data-type="link" data-id="https://s12.at/die-ppp-wenn-die-party-vor-dem-stadion-startet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Parkplatzparty</a> vor dem Stadion aufbauen, die auch an einem 7.654er-Abend gegen Mjällby ihre Stimme erheben, sind der Grund, warum ich diesen Verein seit Jahren beobachte und warum ich mir überhaupt die Mühe mache, so genau hinzuschauen. Die zwei Vorschreier, die auch bei dünn besetzter Nord versuchen, 90 Minuten lang Druck aufzubauen, verdienen Rückendeckung. Vom Klub, von den Fans.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat mit dieser Studie gerade den Beweis in der Hand, dass die Sympathie im Land tatsächlich da ist, größer sogar als bei jedem anderen Klub des Landes. Ob daraus wieder eine volle Arena wird, hängt aber nicht von der nächsten Umfrage ab, sondern einzig davon, ob der Klub bereit ist, diese Sympathie in echte, spürbare Nähe zu übersetzen, bevor die nächste Generation längst anderswo Fuß gefasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schauen wir mal, was in den nächsten Monaten passiert. Ich hoffe, dass ich diesen Artikel in einem Jahr nicht noch einmal schreiben muss, mit denselben Zahlen und derselben Kluft zwischen Sympathiewert und Zuschauerschnitt. Bis dahin bleib ich dort stehen, wo ich immer stehe, auf der Nord, egal ob gegen Basel oder gegen Bayern.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/16-prozent-liebe-kein-viertel-im-stadion-warum-salzburgs-beliebtheit-nicht-in-der-red-bull-arena-ankommt/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum ein Lucky Punch in Hällevik mehr wert ist als ein Sieg in der Conference League</title>
		<link>https://s12.at/warum-ein-lucky-punch-in-haellevik-mehr-wert-ist-als-ein-sieg-in-der-conference-league/</link>
					<comments>https://s12.at/warum-ein-lucky-punch-in-haellevik-mehr-wert-ist-als-ein-sieg-in-der-conference-league/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 05:39:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1476</guid>

					<description><![CDATA[91. Minute in Hällevik, Karim Konaté zieht links an, flache Hereingabe in die Mitte, und Tom Pettersson bugsiert den Ball ins eigene Tor. 0:1 für den FC Red Bull Salzburg, ein Lucky Punch nach einer Partie, in der über weite Strecken der schwedische Meister die gefährlicheren Aktionen hatte. Meine These: Dieses Play-off entscheidet mehr als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>91. Minute in Hällevik, Karim Konaté zieht links an, flache Hereingabe in die Mitte, und Tom Pettersson bugsiert den Ball ins eigene Tor. 0:1 für den FC Red Bull Salzburg, ein Lucky Punch nach einer Partie, in der über weite Strecken der schwedische Meister die gefährlicheren Aktionen hatte. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Dieses Play-off entscheidet mehr als eine bloße Zwischenrunde. Es entscheidet über einen deutlich höheren Anteil an der UEFA-Ausschüttung und über die Qualität der Gegner, denen Salzburg in den nächsten Monaten begegnet. Am Ende dieses Textes weißt du, warum die Differenz zwischen Europa League und Conference League größer ist, als der Name vermuten lässt, und warum die Gegnerwahl direkt in die Red Bull Arena hineinwirkt. Erst mal zum Hinspiel, denn dort hat sich diese Ausgangslage entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte fest, was ich für die eigentliche Nachricht dieses Play-offs halte: Ein Sieg im Rückspiel bedeutet den Verbleib in der Europa-League-Ligaphase mit ihren höheren Antrittsgeldern und ihrem höheren sportlichen Gewicht, eine Niederlage bedeutet nicht das Ende Europas, sondern den Umstieg in die Conference League. Das ist kein Beinbruch, aber ein spürbarer Abstieg in der Wertigkeit, und genau deshalb ist morgen mehr los als &#8222;nur&#8220; ein Play-off-Rückspiel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Hinspiel: schwach, glücklich, trotzdem gewonnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gespielt wurde nicht in einem Stadion, wie es der Titel des amtierenden Meisters vermuten lässt, sondern in Hällevik, einem Küstendorf mit rund 1.500 Einwohnern, auf einem Platz neben Freibad und Campingplatz. 3.000 Zuschauer waren da, bis auf den Gästesektor war die Anlage randvoll. Genau diese Kulisse gehört zur Geschichte dieses Duells dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Hälfte gehörte optisch Salzburg, ohne dass daraus zwingende Chancen entstanden. Damir Redzic legte in der 26. Minute quer auf Dominik Schmid, dessen Schuss aus zehn Metern parierte Robin Wallinder, kurz darauf war der Tormann bei einem zweiten Versuch des Linksverteidigers erneut zur Stelle. Christian Zawieschitzky im Salzburger Tor erlebte im ersten Abschnitt keine einzige brenzlige Situation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Pause kippte die Partie. Salzburg startete schläfrig, und in der 51. Minute stand die Null nur mit Glück, nach drei dicken Chancen der Schweden. Danny Röhl reagierte in der 60. Minute mit einem Doppelwechsel und brachte Karim Konaté und Maurits Kjærgaard. Prompt fehlte nach einem Corner die Zuordnung: Tom Pettersson köpfelte ohne Gegnerdruck an die Latte, den Abpraller setzte Abdullah Iqbal drüber. Gefährlicher blieben über weite Strecken die Gastgeber, immerhin nur Elfter der schwedischen Liga.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tor fiel in der 91. Minute und war ein Lucky Punch: Konaté zog links an und fand mit einer flachen Hereingabe in der Mitte ausgerechnet Pettersson, der den Ball unglücklich über die eigene Linie bugsierte. Der Verteidiger, der vorher schon Lattenpech hatte, wurde so zur tragischen Figur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl selbst hat danach keine Schönfärberei betrieben. Er sprach von einer kritischen Stimmung in der Kabine, davon, dass das Ergebnis passe, die Performance aber verbessert werden müsse, und dass zu viele Konter zugelassen wurden. Kapitän Nikolas Veratschnig ergänzte, man sei glücklich über das Tor, müsse aber über die Leistung noch reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Rückspiel morgen heißt das: Ein 0:1 ist ein Polster, aber ein dünnes. Eine Auswärtstorregel gibt es seit 2021 nicht mehr, ein 1:0 für Mjällby würde also in die Verlängerung führen, alles darüber hinaus wäre das Aus. Chancenwucher darf sich Salzburg diesmal keinen leisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist dieser Doublesieger überhaupt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die Mjällby bislang nur aus der Auslosungskugel kennen: Der Klub von der schwedischen Südküste hat am 20. Oktober 2025 seinen allerersten Meistertitel geholt. Wenige Tage später, am 25. Oktober, stellte die Mannschaft zusätzlich einen neuen Punkterekord auf und übertraf damit die bisherige Bestmarke von AIK und Malmö FF. Im Mai 2026 kam der Svenska Cupen dazu, das erste Double der Vereinsgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem wäre es falsch, morgen einen Überflieger zu erwarten. In der laufenden Allsvenskan steht Mjällby aktuell nur auf Rang elf, die Titelverteidigung läuft also alles andere als rund. Genau darin liegt die Tücke: Eine Mannschaft, die in der Liga hinterherhinkt, im Europacup aber gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner antritt, hat nichts zu verlieren. Das war im Hinspiel in der zweiten Hälfte deutlich zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg selbst kommt keineswegs unbeschadet in dieses Play-off. In der vorigen Qualifikationsrunde ging es gegen Pafos FC, mit einem 1:0 daheim und einem 3:3 auswärts, macht in Summe ein knappes 4:3 über zwei Spiele. Auf Zypern hatte Haris Tabakovic mit einem Hattrick die Mannschaft praktisch im Alleingang weitergeschossen. In Hällevik war der Sturmtank dann kein Faktor mehr und wurde in der 74. Minute für Sota Kitano ausgewechselt. Wer also glaubt, Salzburg würde locker durch diese Vorrunden marschieren, verkennt, wie eng auch die eigenen Auftritte zuletzt ausgefallen sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Europa League oder Conference League: der sportliche Unterschied</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt zur Kernfrage, die mich seit der Auslosung beschäftigt. Beide Wettbewerbe heißen &#8222;League&#8220;, beide haben eine Ligaphase, ein Achtelfinale und ein Finale, und trotzdem ist der Abstand größer, als das ähnliche Format glauben macht. Schon in der reinen UEFA-Koeffizientenrechnung zeigt sich das deutlich: Für den ersten Platz in der Ligaphase gibt es in der Europa League sechs Bonuspunkte für den Vereinskoeffizienten, in der Conference League nur vier, und diese Differenz zieht sich durch sämtliche Tabellenplätze der jeweiligen Regularien. Der Koeffizient wiederum entscheidet über Setzlisten in künftigen Saisonen und damit über die Qualität der Gegner, denen ein Klub überhaupt erst begegnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt die Gegnerqualität selbst. Salzburg ist in der vergangenen Europa-League-Ligaphase unter anderem auf Lyon, auf Aston Villa, den späteren Titelträger, und auf Basel getroffen, alles Namen mit europäischer Kaderqualität und internationaler Strahlkraft. Die Conference League zieht traditionell mehr Klubs aus kleineren Ligen und zweiten Reihen großer Ligen an. Das ist keine Abwertung dieser Vereine, aber es ist ein anderes Niveau, und wer sich als Klub mit europäischem Anspruch versteht, will genau in diesem höheren Niveau bestehen, nicht daran vorbeispielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und finanziell? Auch da klafft eine Lücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Saison 2025/26 hat die UEFA insgesamt rund 565 Millionen Euro an die Europa-League-Klubs verteilt, an die Conference-League-Klubs dagegen nur rund 285 Millionen Euro, also weniger als die Hälfte. Der Unterschied zieht sich durch die gesamte Wettbewerbssaison, von der fixen Antrittszahlung über die Sieg- und Remisprämien bis zu den Ausschüttungen nach Tabellenplatz. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Zuschauerzahl auch vom Gegner abhängt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird es persönlich, weil ich das selbst schon oft genug beobachtet hab. Als Basel im Jänner in der Red Bull Arena zu Gast war, ein Klub mit ordentlichem Namen und Schweizer Meistertradition, kamen 6.741 Zuschauer in ein Stadion mit rund 29.500 Plätzen in UEFA-Konfiguration. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster, das sich durch etliche Ligaphase-Partien gegen Klubs ohne große mediale Präsenz in Österreich zieht. Ein Gegner wie Mjällby, der hierzulande bestenfalls Vielfliegern und Statistiknerds ein Begriff ist, wird diese Zurückhaltung eher verstärken als aufbrechen, ganz unabhängig davon, dass der Verein amtierender schwedischer Meister ist. Namen wie Lyon oder Aston Villa ziehen, weil sie auch in der heimischen Fußballberichterstattung präsent sind, ein Klub aus der Blekinge-Region eben nicht in diesem Ausmaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das ist für mich die eigentliche Pointe der Diskussion um Europa League gegen Conference League. Wer sportlich und finanziell in der besseren Liga bleiben will, muss sich auch gegen Gegner behaupten, die auf dem Papier weniger Strahlkraft haben, und braucht dafür ein Publikum, das trotzdem kommt. Kleinere Zuschauerzahlen bei kleineren Namen sind menschlich nachvollziehbar, sie verändern aber nichts an der sportlichen Bedeutung des Spiels.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stimmung vor dem Rückspiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Fanszene war die Reaktion auf das Hinspielergebnis erwartungsgemäß gemischt zwischen Erleichterung über den späten Treffer und der nüchternen Feststellung, dass ein knappes 0:1 nach so einer zweiten Hälfte kein Ruhekissen ist. Wer die Nordkurve in den letzten Wochen verfolgt hat, hat gemerkt, dass ein kleiner harter Kern von knapp 20 Auswärtsfahrern es trotzdem nach Hällevik geschafft hat. Für ein Play-off unter der Woche gegen einen Klub, den kaum wer kannte, ist das keine große Zahl, aber die Anreise war entsprechend zäh: kein Flughafen in der Nähe, lange Bus- und Zugstrecken durch Südschweden, und das an einem Wochentag mit Arbeit am nächsten Morgen. Diese Handvoll Leute, die sich das trotzdem angetan hat, sagt für mich mehr über die Fankultur aus als eine große, bequem organisierte Auswärtsfahrt zu einem prominenten Gegner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das morgige Rückspiel erwarte ich eine Red Bull Arena, die trotz des unbekannten Gegners spürbar voller sein wird als beim Basel-Spiel im Jänner, schlicht weil ein Play-off mit direktem Ligaphasen-Ticket eine andere emotionale Dringlichkeit hat als eine Partie mitten in einer laufenden Ligaphase. Ob das reicht, um die Ränge wirklich zu füllen, wird sich erst morgen Abend zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Egal, ob du auf der Haupttribüne, im Gästeblock woanders oder eben in der Nordkurve stehst: Die Vorschreier haben in den letzten Wochen genug Vorarbeit geleistet, dass sich knapp 20 Leute die zähe Anreise nach Südschweden angetan haben, ohne Flughafen in der Nähe und mitten unter der Woche. Diese Konsequenz verdient morgen ein volles Haus, nicht nur einen Vorentscheid auf dem Papier. Komm hin, egal auf welcher Tribüne, denn ein Team, das seinen Vorsprung gegen einen Doublesieger verteidigen muss, braucht Lautstärke von der ersten Minute an, nicht erst, wenn es eng wird.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/warum-ein-lucky-punch-in-haellevik-mehr-wert-ist-als-ein-sieg-in-der-conference-league/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Es glänzt schon ordentlich, Gold ist es noch keines: Warum am 27. August alles auf zwei Donnerstage zuläuft</title>
		<link>https://s12.at/es-glaenzt-schon-ordentlich-gold-ist-es-noch-keines-warum-am-27-august-alles-auf-zwei-donnerstage-zulaeuft/</link>
					<comments>https://s12.at/es-glaenzt-schon-ordentlich-gold-ist-es-noch-keines-warum-am-27-august-alles-auf-zwei-donnerstage-zulaeuft/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 06:13:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1462</guid>

					<description><![CDATA[Mjällby AIF gegen FC Salzburg im EL-Playoff: Ich hab beide Kader analysiert, den Gegner eingeordnet und erkläre, worauf es am 27. August ankommt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">37. Minute im Alphamega Stadium, Freistoß, Kopfball, 0:2. Ich hab in dem Moment auf meinem Handy die Hochrechnung durchgespielt, was ein Ausscheiden gegen Pafos für diese Saison bedeutet hätte. Dann hat Haris Tabakovic in 45 Minuten drei Tore gemacht und die Rechnung war hinfällig. Meine These: Was der FC Red Bull Salzburg gerade abliefert, ist noch nicht die Mannschaft, die sie im Frühjahr sein will, aber es ist zum ersten Mal seit langem eine mit erkennbarem Plan. Du weißt nach diesem Text, warum ich das Playoff gegen Mjällby AIF für gewinnbar halte, wo genau die Risiken liegen und wie du beide Spiele auf S12 mitverfolgen kannst. Fangen wir bei den Zahlen an, die seit dem 25. Juli zusammengekommen sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sieben Punkte, ein Gesamtscore und eine Mannschaft, die nicht mehr wegbricht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die nackte Bilanz nach drei Ligarunden liest sich unspektakulär und ist es nicht. Ein 1:0 gegen den TSV Egger Glas Hartberg zum Auftakt, ein 1:1 beim RZ Pellets WAC, ein 3:0 bei der WSG Tirol. Sieben Punkte, ungeschlagen, gleichauf mit Sturm Graz. Interessanter als die Punkte ist, wie sie zustande kamen. Gegen Hartberg fiel der Siegtreffer durch Karim Konaté in der 89. Minute, per Kopf, beim 36. Abschluss der Partie. Vor 7.735 Zuschauern in der Red Bull Arena hat es also 89 Minuten gedauert, bis aus Dominanz ein Tor wurde. Am Tivoli waren es dann 17 Minuten bis zum 2:0, Konaté in der 15., Frans Krätzig in der 17., Sota Kitano in der 70. zum Endstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazwischen liegt die Europa-League-Qualifikation, und dort ist das Muster noch deutlicher. Das 1:0 im Hinspiel gegen Pafos FC fiel spät durch Tabakovic. In Limassol lag Salzburg nach 37 Minuten 0:2 hinten, drehte die Partie durch drei Tore desselben Mannes auf 3:2 und ließ in der 84. Minute noch das 3:3 zu. Gesamtscore 4:3. Vier Tore in zwei Spielen, alle von einem Spieler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in fünf Pflichtspielen unter Danny Röhl kein einziges verloren, aber in drei davon erst spät oder gar nicht die Effizienz gefunden, die zur Überlegenheit gepasst hätte. Ich halte das nicht für Pech und auch nicht für eine Krise. Ich halte es für den normalen Zustand einer Mannschaft, die im Sommer fast komplett umgebaut wurde und deren Automatismen im Strafraum schlicht noch fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil das gerne untergeht: Salzburg spielt dieses Playoff überhaupt nur, weil der LASK im Mai das Double geholt hat. Als Meister und Cupsieger konnte der LASK den Europa-League-Startplatz des Cupsiegers nicht doppelt besetzen, also ging er an den Tabellendritten weiter. Rang drei mit 29 Punkten und zehn Niederlagen war sportlich das schwächste Abschneiden der Red-Bull-Ära. Das Ticket für die dritte Quali-Runde war ein Geschenk der Umstände, kein Verdienst. Genau deshalb finde ich es bemerkenswert, wie ernst diese Mannschaft die Chance nimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kader, den Röhl in acht Wochen zusammengesetzt hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl ist am 17. Juni übernommen worden, 37 Jahre alt, und hat einen Kader vorgefunden, der im Zentrum praktisch leer war. Mamady Diambou und Mads Bidstrup sind weg, Aleksa Terzic hat den Verein Richtung Italien verlassen. Was Röhl aufgebaut hat, sieht in den ersten Wochen so aus: Nikolas Veratschnig als Kapitän, Kevin Boma und Dominik Schmid als Neuzugänge in der Kette, dazu mit Valentin Zabransky ein 19-jähriger Innenverteidiger, der am ersten Spieltag debütiert hat und drei Runden später beim 3:0 in Innsbruck durchgespielt hat. Das ist keine Notlösung mehr, das ist eine Entscheidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Tivoli hat Röhl gezeigt, wie er die Doppelbelastung managen will. Nach der Schlacht auf Zypern rotierte er auf sechs Positionen, brachte Morgalla, Drexler und Krätzig in der Abwehr, Maurits Kjaergaard im Sechserraum, Edmund Baidoo statt Kitano und Konaté statt Tabakovic. Das Ergebnis war ein 3:0 ohne Gegentor gegen eine Mannschaft, die seit Ende März in der Liga ungeschlagen war. Für mich ist das die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Saison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. August kam mit Umut Tohumcu der letzte fehlende Baustein. Der 22-jährige Deutsch-Türke kommt leihweise von der TSG 1899 Hoffenheim, Salzburg hat sich eine Kaufoption gesichert. Tohumcu hat 56 Pflichtspiele für Hoffenheim in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League absolviert und die Rückrunde 2025/26 bei Holstein Kiel verbracht, wo er in 13 Zweitligaspielen ein Tor und zwei Assists beisteuerte. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann hat ihn als Spieler beschrieben, der im Zentrum sowohl den defensiven als auch den offensiven Part übernehmen kann. Genau das braucht diese Mannschaft, weil Kjaergaard gegen die WSG zwar viele Abschlüsse hatte, aber kaum platzierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt wird es kurz unangenehm. Ich wollte den Umbruch zuerst milder beurteilen, aber die Zahlen geben es nicht her: Salzburg hat in fünf Pflichtspielen 36 Schüsse allein gegen Hartberg gebraucht, um ein Tor zu machen, und in Limassol innerhalb einer Halbzeit zweimal nach Standards kassiert. Wenn Tabakovic ausfällt oder einen schlechten Abend hat, ist die Frage offen, wer die Kiste zumacht. Das ist kein Untergangsszenario, aber es ist der Punkt, an dem die Partie in Schweden kippen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Dorf mit weniger als tausend Einwohnern und einem Meisterteller</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt zum Gegner, den in Österreich fast niemand kennt. Mjällby AIF kommt aus Hällevik, einem Fischerdorf in der Gemeinde Sölvesborg an der schwedischen Südküste, mit weniger als tausend Einwohnern. Der Klub wurde 1939 gegründet und hat im Oktober 2025 zum ersten Mal in seiner Geschichte die Allsvenskan gewonnen, drei Runden vor Schluss und mit einem neuen Punkterekord für die Liga. Im Mai 2026 kam der schwedische Cupsieg dazu. Das ist keine Eintagsfliege, das ist ein Klub, der zwei Titel in sieben Monaten geholt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespielt wird im Strandvallen, einem Stadion mit rund 7.000 Plätzen, Naturrasen, direkt an der Küste. Wer schon einmal in einem solchen Stadion war, weiß, dass die Akustik dort anders funktioniert als in einer Schüssel für 30.000 Leute. Es ist eng, es ist laut, und der Wind von der Ostsee ist kein Detail, sondern ein taktischer Faktor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Bank sitzt seit dieser Saison Karl Marius Aksum, 36, Norweger, vorher Co-Trainer unter Anders Torstensson, der inzwischen technischer Direktor des Klubs ist. Aksum hat einen Doktortitel in visueller Wahrnehmung im Spitzenfußball und forscht seit Jahren darüber, wie oft und wie gut Spieler vor der Ballannahme über die Schulter schauen. Das klingt nach Elfenbeinturm, ist aber genau das Gegenteil: Seine Mannschaft presst hoch, verteidigt mit einer aggressiven letzten Linie und sucht den dritten Mann statt des Querpasses. Ein Trainer, der aus der Wissenschaft kommt und eine Dorfmannschaft zum Meistertitel führt, ist mir persönlich deutlich sympathischer als die zehnte Retortenkarriere. Am Donnerstag ist er trotzdem der Gegner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo dieses Duell wirklich entschieden wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Marktwert des gesamten Mjällby-Kaders liegt laut Fussballdaten bei etwa 9,4 Millionen Euro. Das ist ungefähr das, was Salzburg für einen einzigen Spieler ausgibt, wenn es gut läuft. Trotzdem wäre es ein Fehler, die Schweden über diese Zahl einzuordnen, und zwar aus drei Gründen, die alle in ihrer eigenen Saison stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens: Mjällby ist in der laufenden Allsvenskan nur Zehnter, mit 20 Punkten aus 16 Spielen und einem Torverhältnis von 24:23. Der Meister hat also einen klaren Leistungsabfall. Zweitens: Genau diese Mannschaft hat am 15. August vor 4.478 Zuschauern im Strandvallen den Tabellenführer IK Sirius mit 4:3 geschlagen. Zu Hause, in einem Spiel mit sieben Toren, direkt vor dem Playoff. Drittens: In der Champions-League-Qualifikation hat Mjällby zuerst Lincoln Red Imps ausgeschaltet und ist dann an Slovan Bratislava gescheitert, 1:2 daheim und 0:2 auswärts. Beide Gegentore im Heimspiel fielen nach der 78. Minute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Personell ist der Kader schmal und erstaunlich stabil besetzt. Im Heimspiel gegen Slovan Bratislava begann Mjällby in einem 3-4-2-1 mit Robin Wallinder im Tor, dem erfahrenen Tom Pettersson in der Dreierkette und Abdullah Iqbal davor. Vorne führt Elliot Stroud die Mannschaft an, der gegen Slovan das 1:0 per Elfmeter erzielt hat, dahinter agieren der Däne Jeppe Kjær und der Färinger Áki Samuelsen. Insgesamt stehen 27 Spieler im Kader, Altersschnitt knapp 24 Jahre, zehn davon Legionäre. Das ist eine junge Mannschaft mit wenig internationaler Routine, aber mit einer Achse, die seit dem Meisterjahr zusammensteht. Wer glaubt, das sei einfach zu bespielen, soll sich anschauen, wie IK Sirius am 15. August trotz drei eigener Tore verloren hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist für mich der entscheidende Hinweis. Mjällby verteidigt gut, führt oft, und verliert die Spiele spät. Salzburg hat in dieser Saison bisher das Gegenteil gemacht und die Tore spät erzielt. Wenn diese beiden Muster aufeinandertreffen, entscheidet die letzte halbe Stunde, und dort hat Röhl mit Tabakovic, Konaté, Kitano und Tohumcu die deutlich besseren Karten von der Bank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Ich erwarte im Hinspiel keine Gala. Ich erwarte ein zähes Spiel auf einem engen Platz gegen eine tief stehende Mannschaft, die bei Standards gefährlich wird. Und genau da liegt das Salzburger Problem der letzten Wochen. Ein Unentschieden mit einem Auswärtstor wäre eine gute Ausgangslage, eine knappe Führung eine sehr gute.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Donnerstage, zwei Bewerbe, ein Abend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Modus ist heuer erfreulich einfach: Wer dieses Playoff gewinnt, spielt Europa League. Wer verliert, rutscht in die Ligaphase der Conference League. Europäisch überwintern wir also so oder so, und das ist nach den letzten beiden Sommern eine Nachricht, die ich gerne aufschreibe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hinspiel steigt am Donnerstag, 20. August, um 18:00 Uhr im Strandvallen. Das Rückspiel am Donnerstag, 27. August, um 19:00 Uhr in der Red Bull Arena. Rechne selbst nach: 45 Minuten, 15 Minuten Pause, 45 Minuten plus Nachspielzeit. Um etwa 20:45 Uhr wissen wir, in welchem Bewerb wir im Herbst spielen. Bei Gleichstand nach Gesamtscore geht es in die Verlängerung und notfalls ins Elfmeterschießen, dann wird es eher 22 Uhr. Nimm dir den Abend also lieber ganz frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftlich ist der Unterschied zwischen den beiden Bewerben beträchtlich, sportlich ist er es aus meiner Sicht noch mehr. Die Europa League bringt Gegner, an denen sich ein junger Kader messen kann, die Conference League bringt Reisen, die vor allem Kraft kosten. Für eine Mannschaft, die gerade dabei ist, sich selbst zu finden, ist der Unterschied zwischen diesen beiden Ligaphasen ungefähr der zwischen einem Trainingslager und einer Prüfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die nach Schweden fahren: Hällevik liegt gut zwei Autostunden östlich von Malmö, die nächste größere Anbindung ist Kopenhagen. Das ist kein Wochenendtrip, das ist eine Reise. Wer daheim bleibt, hat am 27. August die schönere Variante, weil das Rückspiel unter Flutlicht in Wals-Siezenheim stattfindet und die Kurve bei solchen Abenden ihre besten Momente hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neu auf S12: Europacup-Termine und Parkplatzpartys auf einen Blick</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In eigener Sache und deswegen ganz zum Schluss: Ich hab die Seite in den letzten Stunden umgebaut. Bisher liefen bei mir nur die Ligaspiele sauber durch, die UEFA-Bewerbe waren vernachlässigt. Das ist erledigt. Ab sofort findest du auf S12 alle Spiele der UEFA-Bewerbe mit Datum, Anstoßzeit und Spielstätte, und darunter die passende Parkplatzparty. Für das Rückspiel gegen Mjällby ist der Eintrag bereits drin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund dafür ist simpel. Ich hab in den letzten Jahren zu oft erlebt, dass Leute erst am Spieltag mitbekommen haben, dass sich vorher was zusammenstellt. Die Parkplatzparty ist für mich kein Beiwerk zum Spiel, sondern die Hälfte davon. Sie ist der Ort, an dem aus einzelnen Fans wieder eine Kurve wird, und sie funktioniert nur, wenn genug Leute rechtzeitig davon wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Womit ich beim eigentlichen Punkt bin. Was diese Mannschaft in Limassol nach dem 0:2 gezeigt hat, war stark. Was die Nordkurve in derselben Phase gemacht hat, war stärker. Die beiden Vorschreier haben nach dem zweiten Gegentor nicht auf den nächsten Torjubel gewartet, sondern die Lautstärke genau dann hochgezogen, als sie sportlich am wenigsten verdient war. Das ist der Unterschied zwischen Publikum und Kurve, und den kann kein Trainer und kein Transfer ersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. August um 19:00 Uhr geht es los. Komm früher, geh auf den Parkplatz, sei um 20:45 heiser. Der Rest ergibt sich.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/es-glaenzt-schon-ordentlich-gold-ist-es-noch-keines-warum-am-27-august-alles-auf-zwei-donnerstage-zulaeuft/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pafos gegen Salzburg: Ein Rückblick auf ein Spiel, das ich am liebsten vergessen würde, wenn da nicht Tabakovic gewesen wäre</title>
		<link>https://s12.at/pafos-gegen-salzburg-ein-rueckblick-auf-ein-spiel-das-ich-am-liebsten-vergessen-wuerde-wenn-da-nicht-tabakovic-gewesen-waere/</link>
					<comments>https://s12.at/pafos-gegen-salzburg-ein-rueckblick-auf-ein-spiel-das-ich-am-liebsten-vergessen-wuerde-wenn-da-nicht-tabakovic-gewesen-waere/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 04:34:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1445</guid>

					<description><![CDATA[Taktischer Rückblick auf Pafos gegen Red Bull Salzburg: schwacher Spielaufbau in Hälfte eins, Tabakovic-Hattrick, 3:3-Zittersieg und Vorschau auf Play-off-Gegner Mjällby AIF.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mir das Rückspiel in Limassol angeschaut und musste zwischenzeitlich zweimal tief durchatmen. Nicht wegen der Hitze, die den Spielern zugesetzt hat, sondern wegen dem, was meine Mannschaft in der ersten Hälfte auf den Rasen gebracht hat. Was folgte, war einer der verrücktesten Fußballabende der letzten Jahre. Am Ende steht ein 3:3, ein Aufstieg ins Play-off der Europa League und ein Spieler, der das Spiel im Alleingang gedreht hat. Der Reihe nach, aber weniger als Nacherzählung, mehr als Frage nach dem Warum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine erste Halbzeit, bei der Tipp-Kick mehr Zug zum Tor hatte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage es, wie es war. Die ersten 45 Minuten von Red Bull Salzburg gegen Pafos waren fußballerisch ein Offenbarungseid. Da war weniger Struktur im Spiel als bei einer Partie Tipp-Kick auf dem Wohnzimmertisch. Bei Tipp-Kick bewegt sich wenigstens die Figur, wenn man draufdrückt. Bei meiner Mannschaft ist in den ersten 45 Minuten fast nichts passiert, außer dass der Ball ständig den Besitzer gewechselt hat, meistens zugunsten der Gastgeber.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1376" height="768" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick.jpg" alt="Pafos gegen &quot;Tipp Kick&quot; Salzburger. So fühlte sich die erste Hälfte an. Dass das Bild KI-generiert ist, muss ich wohl nicht erwähnen :)" class="wp-image-1447" title="Pafos gegen Salzburg: Ein Rückblick auf ein Spiel, das ich am liebsten vergessen würde, wenn da nicht Tabakovic gewesen wäre 4" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick.jpg 1376w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick-300x167.jpg 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick-1024x572.jpg 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick-768x429.jpg 768w" sizes="(max-width: 1376px) 100vw, 1376px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pafos gegen &#8222;Tipp Kick&#8220; Salzburger. So fühlte sich die erste Hälfte an. Dass das Bild KI-generiert ist, muss ich wohl nicht erwähnen <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" consent-required="514" consent-by="services" consent-id="515"/></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl hatte gegenüber dem Hinspiel drei Änderungen vorgenommen. Bartosz Mazurek, Sota Kitano und Haris Tabakovic rückten für die verletzten Soumaila Diabate und Gaoussou Diakite sowie den zuletzt ebenfalls angeschlagenen Edmund Baidoo in die Startelf. Diese Rotation war der Personalnot geschuldet, das nehme ich Röhl nicht übel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meinem Eindruck war Pafos in Hälfte eins schlicht die giftigere, präsentere Mannschaft im Zweikampf, offizielle Lauf- oder Zweikampfdaten zum Spiel liegen mir nicht vor, das ist meine Einschätzung als Beobachter. Objektiv festhalten lässt sich, dass Salzburg in dieser Phase kaum eigene Torgefahr entwickelte und zwei strukturell unterschiedliche Gegentore kassierte: das 1:0 durch einen Kopfball von Lele nach einem Wechselpass und einer Flanke des früheren LASK-Profis Bruno Felipe (15.), das 2:0 durch einen direkten Freistoß von Biel aus halblinker Position (37.). Zwei Gegentore aus zwei völlig unterschiedlichen Situationen, ruhender Ball und offenes Spiel, das deutet für mich darauf hin, dass es kein einzelner Ausrutscher war, sondern ein grundsätzliches Problem mit der Konzentration über die gesamte erste Halbzeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Bruch nach der Pause: Wie Tabakovic ein totes Spiel wiederbelebte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Direkt nach dem Seitenwechsel ließ Sunjic einen Fehlpass von Barry unbestraft und scheiterte an Torhüter Zawieschitzky, kurz darauf verzog Vertessen nach einer Ablage von Baidoo knapp. Beide Szenen zeigen, dass Salzburg von der ersten Minute der zweiten Hälfte an präsenter im gegnerischen Strafraum war als noch in Halbzeit eins. Dann schlug die Stunde von Haris Tabakovic: 54. Minute vom Fünfmeterraum ins rechte Eck, 58. Minute per Foulelfmeter nach Handspiel von Goldar bei einer Flanke von Kapitän Veratschnig, 70. Minute nach einem abgeblockten Schuss von Baidoo zum Hattrick abgestaubt. Drei Treffer in sechzehn Minuten gegen einen Gegner, der bis dahin über weite Strecken die präsentere Mannschaft war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will an dieser Stelle nicht übertreiben und aus einer Einzelaktion eine ganze Systemänderung herbeireden. Aber was Tabakovic in dieser Phase gezeigt hat, war kaltschnäuziger Instinkt im Strafraum, genau die Chancenverwertung, die diesem Team seit Saisonbeginn gefehlt hat. Wo andere zögern oder den Ball verstolpern, war der Neuzugang zur Stelle. Das ist keine Kleinigkeit, das ist der Unterschied zwischen einem Ausscheiden und dem Aufstieg ins Play-off.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Pafos in der Schlussphase nochmals zum 3:3 durch Mammadov kam, nachdem sich die Salzburger Defensive bei einer kurz gespielten Ecke überraschen ließ, zeigt, dass die Konzentration auch in der besseren zweiten Hälfte nicht durchgängig da war. Aber der Gesamtscore von 4:3 über beide Spiele hat gereicht, und das ist am Ende das, was zählt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pafos verdient Respekt, auch wenn der Name hierzulande wenig sagt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Pafos nur als weitgehend unbekannten Klub aus Zypern abtut, macht es sich zu einfach. Der Verein wurde erst 2014 gegründet, ist aber in den letzten Jahren extrem schnell gewachsen. In der vergangenen Saison hat Pafos als zypriotischer Meister zum ersten Mal überhaupt in der Champions League gespielt, und zwar nicht als Fußballmacht, sondern in der Ligaphase des neuen Formats gegen Namen wie Bayern München, Villarreal, Monaco, Juventus und Chelsea. Gegen Villarreal hat Pafos sogar gewonnen, gegen Bayern gab es zwar eine deutliche Niederlage, aber insgesamt war das für einen Debütanten eine überraschend robuste Vorstellung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kader mit Spielern wie dem ehemaligen Champions-League-Sieger David Luiz in der Innenverteidigung zeigt, dass hier mit Ambition und Geld gearbeitet wird. Dass diese Mannschaft uns in der ersten Halbzeit läuferisch und körperlich vorgeführt hat, ist also keine Blamage im luftleeren Raum, sondern das Resultat eines Gegners, der aktuell mehr investiert als wir in den ersten 45 Minuten abgerufen haben. Genau deshalb wiegt die Aufholjagd am Ende noch schwerer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bleibt von Limassol</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich ehrlich bin, überwiegt bei mir trotz des Aufstiegs ein flaues Gefühl, wenn ich an die erste Hälfte denke. Diese Mannschaft hat <a href="https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/" rel="noreferrer noopener">in den letzten Wochen ein Muster</a> gezeigt, das sich fortsetzt: viel Ballbesitz, viele Abschlüsse, aber zu selten die nötige Konsequenz im letzten Drittel, dazu Phasen, in denen die Organisation gegen den Ball komplett fehlt. Gegen Hartberg hat es knapp gereicht, beim Remis in Wolfsberg hat es nicht gereicht, und jetzt gegen Pafos hätte es beinahe nicht gereicht, wenn nicht ein einzelner Spieler die Mannschaft getragen hätte. Nach meinem Eindruck reduziert sich dieses Muster nicht auf die Chancenverwertung allein, auch die erste Halbzeit gegen Pafos wirkte über weite Strecken zu passiv gegen den Ball. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das darf so auf Dauer nicht das Erfolgsrezept bleiben, dafür ist die Qualität im Kader eigentlich zu hoch. Karim Konaté, der nach seiner Verletzung noch immer nicht in alte Form gefunden hat, war in Limassol erneut kein Faktor, das muss man an dieser Stelle festhalten, auch wenn es unangenehm ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der nächste Gegner: das schwedische Fußballmärchen Mjällby AIF</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Play-off wartet nun eine der schönsten Geschichten, die der europäische Fußball aktuell zu bieten hat. Mjällby AIF kommt aus Hällevik, einem Fischerort in der südschwedischen Provinz Blekinge mit gerade einmal rund 800 Einwohnern, und hat im Oktober 2025 völlig überraschend den ersten schwedischen Meistertitel der Vereinsgeschichte geholt, mit einem Kader, der größtenteils aus Spielern aus der eigenen Region besteht. In diesem Sommer hat der Klub das Double perfekt gemacht und zusätzlich den schwedischen Landespokal gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer diese Geschichte verfolgt hat, weiß, dass es sich hier nicht um irgendeinen x-beliebigen Aufsteiger handelt, sondern um eines der bemerkenswertesten Underdog-Märchen der letzten Jahre im europäischen Fußball. In der Champions-League-Qualifikation ist Mjällby als schwedischer Meister direkt in die zweite Qualifikationsrunde eingestiegen und hat dort gegen Lincoln Red Imps aus Gibraltar mit einem 3:0-Heimsieg und einem 0:0-Remis im Rückspiel den Sprung in die dritte Runde geschafft. Dort war jedoch gegen Slovan Bratislava Endstation. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel in Schweden hat sich der slowakische Meister im Rückspiel mit einem 2:0 durchgesetzt, macht in Summe ein 1:4 aus schwedischer Sicht. Damit ist Mjällby aus der Champions-League-Qualifikation in die Play-off-Runde der Europa League durchgereicht worden, wo nun wir als Gegner warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sportlich sollte man diese Aufgabe nicht unterschätzen, auch wenn Mjällby auf dem Papier der krasse Außenseiter ist. Ein Team, das eine ganze nationale Liga dominiert und zusätzlich den Pokal gewinnt, hat eine funktionierende Idee und Selbstvertrauen im Übermaß, unabhängig vom individuellen Renommee der Spieler. Unter dem neuen Trainer Karl Marius Aksum, der nach dem Titelgewinn die Nachfolge von Anders Torstensson angetreten hat, bleibt der eingespielte Kern der Meistermannschaft zusammen. Ich erwarte ein sehr diszipliniertes, kollektives Team ohne große Namen, aber mit viel Laufbereitschaft, das ist eine Einschätzung basierend auf dem bisherigen Auftreten, keine belegte Spielanalyse. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Zuordnung und Zweikampfbereitschaft im Kollektiv hat uns in der ersten Halbzeit gegen Pafos gefehlt. Für Salzburg bedeutet das: Der Spielaufbau muss von der ersten Minute an sauberer stehen, die Halbräume müssen konsequent besetzt werden, und im Gegenpressing braucht es die Aggressivität, die zuletzt erst nach dem Seitenwechsel kam. Die Hinspiele im Play-off werden am 20. August ausgetragen, die Rückspiele eine Woche später am 27. August. Wenn Red Bull Salzburg diese Aufgabe seriös angeht und die strukturellen Fehler aus Zypern nicht wiederholt, sollte der Einzug in die Ligaphase der Europa League machbar sein. Aber seriös angehen heißt, von Anfang an präsent zu sein, und nicht erst nach einem Rückstand aufzuwachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort zum Schluss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So kritisch ich die erste Halbzeit auf Zypern sehe, so sehr überwiegt am Ende die Freude über den Aufstieg. Ein Team, das nach einem 0:2-Rückstand gegen einen Champions-League-erprobten Gegner nicht den Kopf verliert, sondern durch bessere Struktur und einen überragenden Tabakovic zurückkommt, zeigt trotz allem eine mentale Stärke, die man nicht kleinreden sollte. Die Nordkurve wird diesen Aufstieg zu schätzen wissen, so wie sie es immer tut, egal wie holprig der Weg dorthin war. Jetzt heißt es Kräfte sammeln für Mjällby, und hoffentlich eine erste Halbzeit sehen, die diesen Namen auch verdient.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/pafos-gegen-salzburg-ein-rueckblick-auf-ein-spiel-das-ich-am-liebsten-vergessen-wuerde-wenn-da-nicht-tabakovic-gewesen-waere/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neue Saison, altes Muster: Warum Salzburgs Chancenwucher zum echten Thema wird</title>
		<link>https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/</link>
					<comments>https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 04:30:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1442</guid>

					<description><![CDATA[Hartberg, Pafos, WAC: Red Bull Salzburg dominiert, aber die Chancenverwertung bleibt das Problem. Analyse vor dem Pafos-Rückspiel am Donnerstag in Limassol.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Drei Pflichtspiele, drei Mal dasselbe Bild. Der FC Red Bull Salzburg dominiert, erspielt sich reihenweise Chancen und tut sich trotzdem schwer, die Gegner niederzuringen. Gegen Hartberg brauchte es ein Tor in der 89. Minute, gegen Pafos eines in der 88., beim WAC reichte es am Ende trotz klarem Chancenplus nur zu einem Remis. Unter Danny Röhl ist der neue Trainer da, die Achillesferse der vergangenen Jahre aber offenbar noch nicht verschwunden. Zeit für eine ehrliche Einordnung, drei Spiele und ein Blick auf das, was am Donnerstag in Limassol ansteht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Auftakt: Zittersieg gegen tief stehende Hartberger</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Saisonstart hätte symbolischer nicht ausfallen können. Röhls erstes Pflichtspiel als Bullen-Trainer, ein Heimspiel gegen den TSV Hartberg, der die Mozartstädter in der eigenen Arena seit Dezember 2024 nicht mehr verloren hatte. Das Muster war schnell erkennbar: Salzburg übernahm sofort das Kommando, erspielte sich elf Eckbälle allein bis zur Pause und ließ Hartberg kaum Luft zum Atmen. Nur beim Toreschießen fehlte lange die letzte Konsequenz. Hartbergs Debüt-Torhüter Armin Pecsi wuchs über sich hinaus und hielt sein Team mit mehreren starken Paraden im Spiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst der eingewechselte Karim Konate brachte in der 89. Minute die Erlösung. Nach einer Flanke von Dominik Schmid stieg er hoch und köpfelte platziert zum 1:0-Endstand ein, sein zweiter Kopfballversuch nach einem knapp verzogenen ersten. Am Ende standen 36 Torschüsse zu Buche, eine Zahl, die für sich spricht. Der Sieg war absolut verdient, aber er zeigte bereits, worauf sich die Saison zubewegen könnte: Dominanz allein reicht nicht, wenn die Chancenverwertung hakt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pafos-Hinspiel: Ein später Treffer, teuer erkauft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Tage später ging es weiter, europäisch diesmal. Zum Einstieg in die Qualifikation zur UEFA Europa League empfing Salzburg den zyprischen Cupsieger FC Pafos, immerhin Champions-League-Teilnehmer der vergangenen Saison. Die Partie geriet zu einem denkwürdigen Abend. Sintflutartiger Regen verwandelte die Red Bull Arena zeitweise in ein Schwimmbecken und sorgte für eine fast zweistündige Unterbrechung. Sportlich bot sich erneut ein bekanntes Bild: Salzburg war spielbestimmend, ohne früh den entscheidenden Treffer zu setzen. Pafos hielt dagegen, kam durch Lele nach einem Ballverlust von Dominik Schmid sogar zu einer gefährlichen Einzelaktion, die Christian Zawieschitzky mit einer starken Rettungstat entschärfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lösung kam erneut von der Bank. Haris Tabakovic, im Sommer verpflichtet und mit seinen 32 Jahren ein bewusster Bruch mit der sonst so jugendorientierten Transferpolitik der Mozartstädter, traf in der 88. Minute zu seinem Premierentor im Bullen-Dress. Ein knapper, aber wichtiger 1:0-Vorteil vor dem Rückspiel. Getrübt wurde der Abend durch eine schwere Verletzung von Enrique Aguilar, der sich am Handgelenk verletzte und seither außer Gefecht ist. Trainer Röhl bezeichnete den Erfolg deshalb selbst als teuer erkauft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das WAC-Remis: Überlegen, aber ohne Lohn</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum drei Tage nach der Europacup-Strapaze folgte die Auswärtsfahrt zum WAC, und dort setzte sich die Geschichte praktisch identisch fort, nur ohne das erlösende späte Tor. Die Bullen übernahmen früh die Kontrolle, kamen bereits vor der Pause auf fünf Schüsse aufs Tor und erspielten sich klare Chancen durch Aboubacar Camara und Haris Tabakovic. Auf der Gegenseite stand mit Nikolas Polster ein Torhüter im Kasten, der an diesem Nachmittag schlicht nicht zu überwinden war. Er hielt gegen Camara, gleich zweimal gegen Tabakovic, gegen Karim Konate und gegen Frans Krätzig, seine Parade nach einer knappen Stunde gegen einen Doppelabschluss von Konate war der bisherige Höhepunkt seiner starken Saison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kam die Szene, die dem Spiel seine bittere Note gab. Nach einem abgewiesenen Elfmeterappell der Salzburger wegen eines Zweikampfs zwischen Tabakovic und WAC-Verteidiger Cheick Diabate schlugen die Kärntner aus dem Nichts zu. Fabian Wohlmuth leitete den Ballgewinn ein, Giacomo Vrioni verwertete zentral zum 1:0 (67.). Salzburg drängte in der Folge auf den Ausgleich und wurde durch Yorbe Vertessen belohnt, der nach einer Freistoßflanke von Krätzig und einer Kopfballverlängerung von Kevin Boma in der 79. Minute zum 1:1 traf. Mehr war trotz aller Bemühungen in der Schlussphase nicht mehr drin. Trainer Röhl brachte es nach der Partie auf den Punkt: Das Spiel hätte man gewinnen müssen, das Manko sei die Chancenverwertung, man habe zwei Punkte liegen gelassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster: Wo genau liegt das Problem</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Spiele, drei Mal Chancenplus, nur ein Vollerfolg mit später Erlösung, ein knapper Europacup-Vorteil und ein Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlt. Wer genauer hinschaut, erkennt zwei Ebenen des Problems. Zum einen die individuelle Chancenverwertung: Gegen Hartberg brauchte es 36 Abschlüsse für ein Tor, gegen den WAC blieb es bei einem Chancenplus ohne Lohn. Namen wie Konate, Tabakovic und Camara zeigen zwar ihre Präsenz im letzten Drittel, doch die Effizienz fehlt noch. Zum anderen spielt der Faktor Gegner-Torhüter eine Rolle, die man nicht kleinreden sollte. Sowohl Pecsi bei Hartberg als auch Polster beim WAC lieferten Sahnetage ab, wie sie in der Bundesliga nicht jede Woche vorkommen. Das relativiert die Kritik an der eigenen Offensive ein Stück weit, ändert aber nichts am Punktverlust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt die neue Achse in der Innenverteidigung und im Sturm, die sich erst finden muss. Mit Valentin Zabransky, Kevin Boma und Dominik Schmid stehen gleich mehrere Spieler neu in der Defensive, während mit Haris Tabakovic erstmals seit Jahren wieder ein gestandener Mittelstürmer jenseits der klassischen Nachwuchsphilosophie im Kader steht. Solche Umbrüche brauchen Zeit, keine Frage. Die Frage ist nur, wie viel Zeit man dieser Mannschaft in einer Liga geben kann, in der der WAC nach zwei Spieltagen bereits vier Punkte hat und selbstbewusst auftritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessant ist auch der Blick auf die Rolle der Einwechselspieler. Sowohl gegen Hartberg als auch gegen den WAC kam der entscheidende Impuls von der Bank. Konate brachte gegen Hartberg den Unterschied, Tabakovic gegen Pafos, und beim WAC waren es wiederum Wechselspieler, die für Belebung sorgten, ohne dass am Ende ein weiteres Tor dabei herausgesprungen wäre. Röhl selbst sprach nach dem Pafos-Spiel davon, im richtigen Moment ein Joker-Tor erzielt zu haben, was für die Qualität der Bank spreche. Das stimmt zweifellos, wirft aber gleichzeitig die Frage auf, warum die Startformation in den entscheidenden Phasen so oft ins Stocken gerät. Eine Mannschaft, die sich in den ersten 60 bis 70 Minuten regelmäßig auf ihre Auswechselspieler verlassen muss, um den nötigen Punch zu entwickeln, hat strukturell noch Luft nach oben, so viel Ehrlichkeit muss an dieser Stelle erlaubt sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Standardsituationen verdienen einen zweiten Blick. Sowohl beim WAC als auch bei Hartberg entstanden die Gegentreffer beziehungsweise die gefährlichsten Szenen der Gegner aus ruhenden Bällen oder schnellen Umschaltmomenten, während die eigenen Chancen überwiegend aus dem Spiel heraus entstanden. Das ist grundsätzlich kein schlechtes Zeichen, weil es von spielerischer Überlegenheit zeugt. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass die Defensivarbeit bei ruhenden Bällen und in Umschaltsituationen noch nicht die nötige Stabilität hat, um die eigene Dominanz auch konsequent in Punkte umzumünzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Fandebatte: Geduld oder Alarmstufe Rot</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Genau an diesem Punkt trennen sich gerade die Meinungen unter den Anhängern, und das durchaus lautstark. Der eine Teil der Fanszene argumentiert nachvollziehbar mit dem Umbruch. Ein neuer Trainer, ein neuer Sportdirektor in Marcus Mann, mehrere neue Abwehrspieler und mit Tabakovic ein Transfer, der so gar nicht ins gewohnte Bild passt. Wer hier schon nach drei Spielen Alarm schlägt, ignoriert die Realität eines Umbruchsommers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der andere Teil, und der meldet sich in den sozialen Medien deutlich vernehmbarer, sieht das anders. Drei Pflichtspiele, drei Mal ein Sieg oder Punktgewinn erst in letzter Sekunde oder gar keiner, das sei kein Zufall mehr, sondern ein strukturelles Problem, das schon in den vergangenen Spielzeiten sichtbar war. Die Chancenverwertung war schon unter den Vorgängertrainern ein wiederkehrendes Thema, und wer glaubt, ein Trainerwechsel allein löse das automatisch, der irrt womöglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Seiten haben einen validen Punkt, und genau das macht die Debatte so interessant. Fakt ist: Die Ergebnisse stimmen bislang noch halbwegs, die Art und Weise lässt aber Zweifel offen. Vier Punkte aus zwei Ligaspielen und ein knapper Europacup-Vorteil sind kein Beinbruch, aber auch kein Grund zur Entspannung. Wer als sportliche Führung den Titel ausgegeben hat, muss sich früher oder später an genau diesen Nuancen messen lassen. Die Geduld der Fanszene ist ein wertvolles Gut. Sie sollte nicht überstrapaziert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bemerkenswert ist zudem, wie unterschiedlich die Kritik in den einzelnen Kanälen ausfällt. Auf den einschlägigen Foren und in den Kommentarspalten der Sportportale dominiert inzwischen ein deutlich schärferer Ton als noch vor wenigen Wochen, als der Trainerwechsel und die Verpflichtung von Tabakovic noch als mutiger Neuanfang gefeiert wurden. Innerhalb der Kurve selbst ist die Stimmung differenzierter. Dort wird zwischen dem Prozess, den man der neuen sportlichen Führung durchaus zubilligt, und dem konkreten Ergebnis auf dem Platz unterschieden. Diese Trennschärfe fehlt in der Debatte im Netz oft, wo ein einzelnes Spiel schon zur grundsätzlichen Bestandsaufnahme hochstilisiert wird. Für die Einordnung lohnt sich ein Blick auf die Tabelle nach zwei Runden: Der WAC liegt mit vier Punkten gleichauf mit den Bullen, punktgleich, aber mit dem besseren Spielverlauf. Das ist eine Momentaufnahme, keine Diagnose, aber sie zeigt, dass der Vorsprung an Substanz, den sich Salzburg in den vergangenen Jahren erarbeitet hat, kein Selbstläufer mehr ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausblick: Das Rückspiel gegen Pafos am Donnerstag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am kommenden Donnerstag, dem 13. August, steht um 19 Uhr das Rückspiel gegen Pafos in Limassol an, live übertragen von ServusTV. Der knappe 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel ist ein Polster, aber kein Ruhekissen. Pafos zeigte in Salzburg phasenweise, dass die Mannschaft von Ricardo Sá Pinto giftig kontern und mit erfahrenen Legionären wie dem 39-jährigen Kapitän David Luiz durchaus für Nadelstiche sorgen kann. Schon im Hinspiel hatte Christian Zawieschitzky bei einer Großchance von Lele sein Können unter Beweis stellen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Salzburg bedeutet das Rückspiel vor allem eines: den eigenen Matchplan konsequenter zu Ende zu spielen. Ein früher Treffer würde die Partie beruhigen und Pafos zwingen, mehr zu riskieren, was wiederum Räume für die schnellen Offensivkräfte der Bullen öffnen würde. Bleibt es dagegen bei der bisherigen Chancenverwertung, könnte ein einzelner Nadelstich der Zyprioten reichen, um die Partie in die Verlängerung oder sogar ins Elfmeterschießen zu zwingen. Der Ausfall von Enrique Aguilar wiegt dabei zusätzlich schwer, gerade in einer Offensive, die ohnehin noch nach ihrer besten Besetzung sucht. Trainer Röhl selbst erwartet einen heißen Tanz, betonte aber, man habe die nötigen Werkzeuge, um weiterzukommen. Genau darauf wird es am Donnerstag ankommen: nicht nur auf Werkzeuge, sondern auf deren konsequente Anwendung im entscheidenden Moment vor dem gegnerischen Tor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Personell dürfte Röhl im Angriff wieder auf Tabakovic setzen, der sich mit seinem Premierentreffer für einen Startelfeinsatz empfohlen hat, auch wenn seine Zweikampfstärke im Zentrum eher für lange Bälle und zweite Bälle taugt als für schnelle Umschaltmomente. Karim Konate bringt die nötige Torgefahr aus dem Rückraum mit, während Kitano und Redzic für Tempo auf den Flügeln sorgen können, um genau jene Räume zu bespielen, die sich bei einem mutig anlaufenden Pafos öffnen sollten. Defensiv wird es entscheidend sein, wie die noch junge Innenverteidigung um Zabransky und Boma mit der Erfahrung von Spielern wie David Luiz umgeht, der trotz seines Alters immer noch ein gefährlicher Passgeber aus der eigenen Hälfte ist. Ein sauberer Spielaufbau gegen das druckvolle Anlaufen der Zyprioten wird mitentscheidend dafür sein, ob Salzburg seine spielerische Überlegenheit auch in Limassol auf den Platz bringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus taktischer Sicht spricht vieles dafür, dass Röhl auf ein hohes Pressing setzen wird, um Pafos gar nicht erst ins eigene Spiel kommen zu lassen. Die Zyprioten leben von schnellen Kontern über ihre technisch versierten Außenspieler, und genau diese Automatismen gilt es frühzeitig zu unterbinden. Gelingt das, dürfte sich das Spiel ähnlich entwickeln wie das Hinspiel vor der Regenpause: viel Ballbesitz für Salzburg, viele Abschlüsse, und die Hoffnung, dass diesmal nicht erst die 88. Minute für die Entscheidung sorgen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was auch immer am Donnerstag passiert, eines hat sich in den ersten drei Pflichtspielen bereits gezeigt. Diese Mannschaft hat die Substanz, um Spiele zu dominieren. Ob daraus auch wieder regelmäßig Siege werden, entscheidet sich nicht in der Spielanlage, sondern im letzten Meter vor dem Tor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wort noch zur Nordkurve, die auch beim schwierigen Auswärtsspiel in Wolfsberg wieder lautstark hinter der Mannschaft stand und den beiden Vorschreiern folgte, egal wie das Spiel gerade stand. Diese Unterstützung, bedingungslos und laut, ist und bleibt das Fundament, auf dem dieser Klub steht. Danke dafür.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Super Cup und Limassol: Was das Pafos-Duell über den FC Red Bull Salzburg wirklich verrät</title>
		<link>https://s12.at/zwischen-super-cup-und-limassol-was-das-pafos-duell-ueber-den-fc-red-bull-salzburg-wirklich-verraet/</link>
					<comments>https://s12.at/zwischen-super-cup-und-limassol-was-das-pafos-duell-ueber-den-fc-red-bull-salzburg-wirklich-verraet/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 10:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1436</guid>

					<description><![CDATA[Der FC Red Bull Salzburg empfängt Pafos FC in der Europa-League-Quali. Analyse zu Röhls Kaderumbau, dem Hartberg-Auftakt und einem unterschätzten Gegner.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 12. August um 21 Uhr spielen Paris Saint-Germain und Aston Villa in der Red Bull Arena um den UEFA Super Cup. In der Stadt läuft seit Ende Juli die Trophy Experience, am Residenzplatz baut die UEFA zwei Tage lang ein Fan Festival auf, jede der beiden Mannschaften bekommt 7.500 Karten. Es ist das größte Fußballspiel, das in Wals-Siezenheim jemals angepfiffen wurde. Und mein Verein ist dabei Gastgeberin, Zuschauerin, Kulisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag später, am 13. August um 19 Uhr, steht der FC Red Bull Salzburg im Limassol Stadium und spielt um den Einzug ins Play-off der Europa League. Nicht um die Champions League. Um das Play-off zur zweithöchsten europäischen Klubbewerbung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fallhöhe ist der eigentliche Kontext für morgen Donnerstag, 19 Uhr, wenn Pafos FC in der Red Bull Arena antritt. Wer nur auf das Hinspiel schaut, sieht ein Qualifikationsspiel. Wer zwei Wochen weiter schaut, sieht die ehrliche Standortbestimmung eines Klubs, der Europas Elite bewirtet und sich gleichzeitig selbst hocharbeiten muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo dieser Klub gerade wirklich steht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Platz drei in der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Daniel Beichler musste Mitte Mai nach drei Monaten gehen. Seit Mitte Juni sitzt Danny Röhl auf der Bank, 37 Jahre alt, Vertrag bis 2029, geholt von den Glasgow Rangers für eine kolportierte Ablöse von rund zwei Millionen Euro. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann nannte ihn den Wunschtrainer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhls Weg passt zum Klub, das muss man anerkennen. Videoanalyst bei RB Leipzig, Co-Trainer unter Ralph Hasenhüttl in Southampton, Assistent beim FC Bayern und bei der deutschen Nationalmannschaft unter Hansi Flick, danach zwei Jahre Chefcoach bei Sheffield Wednesday und acht Monate bei den Rangers. Er kennt den Kosmos, aus dem er kommt, und er kennt den Druck, der auf einem Traditionsklub liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was er in Salzburg übernommen hat, ist trotzdem ein Baustellenkader. Die dritte Etage der europäischen Klublandschaft war für diesen Verein zwanzig Jahre lang unvorstellbar. Jetzt ist sie die Ausgangslage. Wer das schönredet, tut dem Klub keinen Gefallen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kaderumbau, den Röhl geerbt hat</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Die Abgänge finanzieren weiterhin alles</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Joane Gadou ging für 19,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Jannik Schuster wechselte für 18 Millionen zum FC Brentford. Mads Bidstrup brachte 10,5 Millionen von Olympique Lyon, Kerim-Sam Alajbegović 8 Millionen von Bayer Leverkusen. Alexander Schlager ging zu Werder Bremen, Adam Daghim inzwischen zur TSG Hoffenheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Modell funktioniert also weiterhin tadellos. Die Transferbilanz für diesen Sommer liegt deutlich im Plus. Nur wird eben jedes Jahr die Achse verkauft, die im Jahr davor mühsam zusammengespielt wurde, und irgendwann fehlt jemand, der einem 19-Jährigen in der 70. Minute eines Rückspiels erklärt, wie man ein Ergebnis über die Zeit bringt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Zugänge brechen mit einem Muster</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kévin Boma kam für 7 Millionen von Estoril Praia, Bartosz Mazurek für 6 Millionen aus Bialystok, Filip Matijašević für 4 Millionen von Čukarički, Nikolas Veratschnig für 3,5 Millionen aus Mainz, Dominik Schmid für 3 Millionen vom FC Basel und Abubakr Barry für 3 Millionen von der Austria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der interessanteste Zugang ist Haris Tabaković. 32 Jahre alt, 5 Millionen Euro Ablöse, aus Hoffenheim. Nach klassischer Salzburger Logik hätte es diesen Transfer nie gegeben. Er zeigt, dass im Klub jemand verstanden hat, dass ein Kader aus lauter 19-Jährigen keine Qualifikationsspiele gewinnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kehrseite steht daneben und ist unangenehm. Lucas Gourna-Douath, Aleksa Terzić, Zétény Jánó und Mamady Diambou trainieren nach Informationen der Salzburger Nachrichten nicht mehr mit der Kampfmannschaft. Maurits Kjaergaard und Hendry Blank gelten als Verkaufskandidaten. Edmund Baidoo flog vor dem Hartberg-Spiel aus dem Kader, weil er sich während des Interesses von Club Brügge nicht angemessen verhalten und Trainings ferngeblieben sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs bis sieben Profis, die Gehalt beziehen und sportlich keine Rolle spielen, während das Transferfenster noch bis Anfang September offen ist. Röhl geht mit einem unfertigen Kader in das wichtigste Spiel seiner bisherigen Amtszeit. Das ist keine Entschuldigung, aber es gehört zur Wahrheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was der Hartberg-Auftakt wirklich gezeigt hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1:0 gegen den TSV Hartberg. Karim Konaté per Kopf in der 89. Minute, nach einer Flanke von Dominik Schmid. Vorher: 36 Torschüsse, rund 75 Prozent Ballbesitz vor der Pause, elf Ecken allein in Halbzeit eins. Röhl schickte den 19-jährigen Valentin Zabransky überraschend in die Innenverteidigung, dazu debütierten Boma, Schmid und Gaoussou Diakité.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war der zweite Pflichtspielsieg in Serie. Eine Woche davor hatte die Mannschaft die erste Cup-Runde beim SV Oberwart mit 7:1 abgeräumt, was über die Verfassung des Kaders wenig aussagt, über die Torgefahr gegen einen unterklassigen Gegner aber immerhin etwas. Dazu die Statistik, die in Salzburg gerne zitiert wird: Seit 2016 wurde kein erstes Ligaspiel einer Saison verloren, zu Hause gab es bei einem Saisonauftakt seit dem Jahr 2000 keine Niederlage mehr. Nebenbei war das 1:0 die Revanche für das 1:3 gegen dieselben Steirer in der letzten Runde der Vorsaison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: Die Struktur stimmt. Diese Mannschaft kommt in den letzten Drittel, sie erzeugt Abschlüsse, sie verliert nach Ballverlusten nicht die Ordnung. Zabransky spielte nach Einschätzung seines Trainers nahezu fehlerfrei und lief viel. Für ein erstes Pflichtspiel unter einem neuen Coach ist das mehr, als man erwarten durfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schlechte Nachricht ist die gleiche wie in der letzten Saison. 36 Abschlüsse für ein Tor sind kein Pech, das ist ein Muster. Gegen einen tiefen Block fehlt der Mannschaft der Moment, in dem jemand die Verantwortung übernimmt und den Ball einfach reinmacht. Es fehlte auch ein zweiter Plan. Viele Hereingaben fanden keinen Abnehmer, weil im Strafraum niemand stand, der Flanken zu Toren macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau darum wird es Donnerstag gehen. Ricardo Sá Pinto wird seine Elf tief stellen, das Zentrum verdichten und auf Konter warten. Wenn Salzburg dann wieder 36 Mal schießt und einmal trifft, fährt man mit einem 1:0 nach Limassol. Und ein 1:0 ist gegen diese Mannschaft zu wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitter dazu: Gegen Pafos fehlen laut Klubangaben Hendry Blank, Anrie Chase, Stefan Lainer, Johannes Moser und Justin Omoregie. Die Abwehr bleibt also jung, neu zusammengesetzt und dünn besetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pafos FC ist kein Losglück</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Klub, den es vor zwölf Jahren noch nicht gab</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Pafos entstand 2014 aus der Fusion von AEP Paphos und AEK Kouklia. Seit 2017 steht Total Sports Investments rund um Roman Dubov dahinter, seither wurde in Trainingszentrum, Akademie und Kader investiert. Die internationalen Heimspiele trägt der Klub in Limassol aus, weil das eigene Stelios-Kyriakides-Stadion mit seinen 9.300 Plätzen die UEFA-Kriterien nicht erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer über einen zyprischen Cupsieger schmunzelt, hat die letzten beiden Jahre nicht verfolgt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Neun Punkte in der Champions League</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der Saison 2025/26 spielte Pafos in der Ligaphase der Champions League. Neun Punkte, zwei Siege, drei Unentschieden. Villarreal wurde mit 1:0 geschlagen, Slavia Prag ebenfalls bezwungen, gegen Monaco gab es ein 2:2. Für die K.-o.-Phase reichte es am Ende nicht, das entschied das Torverhältnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der heimischen Liga wurde Pafos danach nur Vierter, holte aber Ende Mai zum zweiten Mal den Cup. Deshalb steht der Klub jetzt in der Europa-League-Qualifikation und nicht in der Königsklasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie diese Mannschaft tickt, hat sie vor zwei Wochen gezeigt. Nach der 0:2-Hinspielniederlage bei Hajduk Split lag Pafos im Rückspiel bis kurz vor Schluss auf der Verliererstraße. Guga traf in der 40. Minute, Kapitän David Goldar in der 90.+1 zum Ausgleich im Gesamtscore. In der Verlängerung machten Biel und João Correia daraus ein 4:0 und einen Gesamtscore von 4:2.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die Sorte Comeback, die man nicht mit Taktik erklärt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sá Pinto und seine Routiniers</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ricardo Sá Pinto übernahm Ende April und verlängerte im Juni um ein weiteres Jahr. Der 53-jährige Portugiese hat Sporting Lissabon, Roter Stern Belgrad, Standard Lüttich, Legia Warschau, Braga und Vasco da Gama trainiert und führte APOEL zum zyprischen Meistertitel. Er kennt das Land, er kennt die Liga, und er hat den Ruf, seine Teams über Intensität und Bissigkeit zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kader besteht aus Legionären mit Kilometern in den Beinen. Der 39-jährige David Luiz ist der prominenteste Name, dazu kommen Goldar, Ivan Šunjić, Derrick Luckassen, Vlad Dragomir, Anderson Silva, Ken Sema, Mislav Oršić, Domingos Quina und João Correia, der in der Vorsaison zehn Ligatore erzielte. Röhl beziffert das Durchschnittsalter auf etwa 28 bis 29 Jahre und hat sein Team zu beiden Hajduk-Spielen vor Ort beobachten lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburgs Startelf gegen Hartberg war im Schnitt fast ein Jahrzehnt jünger. In einem Hinspiel unter Druck ist das keine Kleinigkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo dieses Duell kippen kann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Dinge entscheiden aus meiner Sicht das Hinspiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens die Chancenverwertung. Wenn Salzburg wieder dreißig Abschlüsse für ein Tor braucht, ist die Qualifikation nach 180 Minuten offen. Konaté hat gegen Hartberg gezeigt, dass er den Moment findet. Tabaković kann als Anspielstation im Strafraum genau das lösen, was gegen den tiefen Block gefehlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens die Standards. Elf Ecken in einer Halbzeit sind eine Ressource, wenn jemand im Sechzehner die Räume attackiert. Schmids Flanke zum Siegtreffer war kein Zufallsprodukt, sondern die beste Aktion eines Spielers, der vorne sonst wenig beitrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens die Umschaltmomente gegen die eigene Restverteidigung. Zabransky ist 19, Boma hat 90 Bundesliga-Minuten in Österreich, und Pafos hat gegen Villarreal bewiesen, dass ein einziger sauberer Konter reicht. Wenn Salzburg mit vier Offensivspielern gleichzeitig anläuft und den Ball verliert, wird es gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt ein Punkt, der in Vorschauen selten auftaucht: der Rhythmus. Pafos hat gegen Hajduk 120 Minuten in den Beinen und zwei enge Europacup-Abende hinter sich, während die zyprische Liga noch nicht gestartet ist. Salzburg hat gegen Oberwart und Hartberg zwei Spiele bestritten, die mit einem Qualifikationsabend unter Flutlicht wenig gemeinsam haben. Wer im internationalen Bewerb schon einmal zurücklag und zurückgekommen ist, geht anders in die Schlussphase.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhls Wechsel haben am Samstag funktioniert. Er wird sie am Donnerstag wieder brauchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was am Donnerstag tatsächlich auf dem Spiel steht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satz, dass es um alles geht, klingt gut und stimmt nicht. Wer diese Runde verliert, fällt ins Play-off der Conference League. Europa bleibt also, aber eine Etage tiefer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Worum es tatsächlich geht: um Prämiengeld, das im Budget eines Klubs mit dieser Kostenstruktur spürbar ist. Um Gegner, gegen die sich Spieler zeigen können, was direkt auf den Marktwert durchschlägt. Um Argumente in einem Transferfenster, das noch vier Wochen offen ist und in dem sechs Profis auf Angebote warten. Und um die Frage, ob der Umbruch unter Röhl als Neuanfang oder als weiterer Schritt nach unten erzählt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gewinner trifft im Play-off übrigens auf den Verlierer aus Mjällby AIF gegen Slovan Bratislava. Das ist machbar. Deshalb ist dieses Hinspiel so wichtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kurve trägt das ohnehin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">7.735 Zuschauer beim Saisonauftakt gegen Hartberg. Das ist eine Zahl, die weh tut, und sie hat viele Gründe: die Weltmeisterschaft im Sommer, die Ferienzeit, ein Gegner ohne Zugkraft, ein Klub, der viele Menschen in dieser Stadt nach wie vor auf Distanz hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an solchen Abenden trotzdem trägt, ist die Nordkurve. Die Vorschreier stehen dort am selben Fleck und geben Takt vor, wenn auf dem Rasen der Rhythmus fehlt. Sie haben Meistertitel begleitet, Trainerwechsel überstanden und jeden Sommer erlebt, in dem die halbe Mannschaft verkauft wurde. Sie fragen nicht nach Transferbilanzen. Sie sind einfach da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zabransky hat nach seinem Debüt gesagt, dass die Unterstützung bis zur letzten Sekunde spürbar war. Ein 19-Jähriger, der in seinem ersten Pflichtspiel zuerst über die Fans spricht, sagt einiges darüber, was diese Kurve leistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag muss lauter werden als Samstag. Eine junge Innenverteidigung braucht in der 80. Minute genau diese Art von Rückhalt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ich am Donnerstag trotzdem hoffnungsvoll in die Arena gehe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mannschaft ist jung, unfertig und im Abschluss unzuverlässig. Sie hat gegen Hartberg trotzdem bis zur 89. Minute weitergespielt, statt nervös zu werden. Das ist ein Anfang, mehr nicht, aber immerhin ein Anfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. August wird in unserem Stadion europäischer Spitzenfußball gespielt, während wir zuschauen. Am 13. August entscheidet sich in Limassol, ob wir in dieser Saison selbst auf dieser Bühne stattfinden. Zwischen diesen beiden Terminen liegt das Hinspiel am Donnerstag. Anpfiff 19 Uhr, Schiedsrichter Damian Sylwestrzak aus Polen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tore Vorsprung wären das Minimum, mit dem man beruhigt(er) nach Zypern fahren würde.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/zwischen-super-cup-und-limassol-was-das-pafos-duell-ueber-den-fc-red-bull-salzburg-wirklich-verraet/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Umbruch komplett? Der ehrliche Kader-Check vor dem Pflichtspiel-Ernstfall</title>
		<link>https://s12.at/umbruch-komplett-der-ehrliche-kader-check-vor-dem-pflichtspiel-ernstfall/</link>
					<comments>https://s12.at/umbruch-komplett-der-ehrliche-kader-check-vor-dem-pflichtspiel-ernstfall/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 11:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kader]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1422</guid>

					<description><![CDATA[Bidstrup weg, Schlager weg, dafür Tabakovic und Mazurek neu: Der große Check vor dem Cup-Start – ist der Salzburg-Kader für 2026/27 bereit?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Noch 12 Tage bis zum Cup-Auftakt in Oberwart, noch 19 Tage bis zum ersten Bundesliga-Pfiff gegen Hartberg – und der Sommer 2026 hat der Mozartstadt einen Umbruch beschert, wie ich ihn in dieser Deutlichkeit selten erlebt habe. Der Kapitän ist weg. Der Stammtorhüter ist weg. Das größte Offensivtalent des Kaders ist weg, kaum dass es richtig angekommen war. Gleichzeitig hat Marcus Mann fleißig nachbesetzt, ein neuer Trainer probiert gerade in Testspielen aus, was seine Prinzipien auf dem Platz bedeuten, und in dieser Woche warten laut der offiziellen Wochenvorschau des Vereins gleich „drei letzte Gradmesser“, bevor es ernst wird. Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme: Ist dieser Kader tatsächlich bereit für eine Saison, in der nach drei titellosen Jahren endlich wieder etwas zählen soll?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Aderlass: Diese Abgänge tun richtig weh</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Fangen wir mit dem an, was schmerzt. <strong>Mads Bidstrup</strong>, seit Februar 2025 Kapitän, hat den Verein nach 116 Pflichtspielen in Richtung Olympique Lyon verlassen und dort bis 2031 unterschrieben. Dass er seinen Vertrag in Salzburg erst im Oktober vorzeitig bis 2029 verlängert hatte, macht den Abgang nicht sympathischer. Für einen Spieler, der als „Mittelfeld-Staubsauger“ das Zentrum zusammenhielt und die Mannschaft nach vorne aufs Feld führte, gibt es keinen Ersatz von der Stange, und Marcus Mann weiß das auch. Sportlich verständlich, weil eine zweistellige Millionenablöse floss – menschlich bleibt es ein Verlust an Führung, die dieser Kader in den vergangenen Jahren ohnehin selten genug gezeigt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer im Trainingslager in Flachau genau hinschaute, hat außerdem gemerkt, dass gleich sieben Namen aus dem bisherigen Kader fehlten: <strong>Hendry Blank</strong>, <strong>Aleksa Terzic</strong>, <strong>Lucas Gourna-Douath</strong>, <strong>Mamady Diambou</strong>, <strong>Maurits Kjaergaard</strong>, <strong>Valentin Sulzbacher</strong> und <strong>Zeteny Jano</strong> waren nicht mit dabei. Offiziell bestätigt ist bei keinem von ihnen ein Abgang, doch dass sieben Spieler auf einmal aus dem 31-Mann-Aufgebot herausfallen, ist kein Zufall, sondern ein deutliches Signal aus dem Trainerstab. Es dürfte also, noch bevor das Transferfenster schließt, weitere Bewegung geben – und das bei einem Kader, der ohnehin schon kräftig durchgeschüttelt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast noch bitterer: <strong>Alexander Schlager</strong>, 241 Bundesliga-Einsätze, Torhüter der Saison 2023/24, Identifikationsfigur mit Salzburg-Vergangenheit bis in die eigene Jugend, wechselte ablösefrei zu Werder Bremen. Ablösefrei, wohlgemerkt, obwohl sein Vertrag noch bis 2027 gelaufen wäre. Dass ein Spieler mit dieser Ausstrahlung und dieser WM-Bühne kampflos zieht, ohne dass der Verein überhaupt eine müde Ablöse einstreicht, ist genau jene Art von Managementfrage, die man sich in der Mozartstadt stellen sollte. Nachfolger soll der 19-jährige <strong>Christian Zawieschitzky</strong> werden – ein Torwart, der bei der Klub-WM vor einem Jahr zwar Talentproben abgegeben hat, aber eben noch keine 30 Bundesliga-Partien im Rücken hat, geschweige denn die Abgeklärtheit, die Schlager sich über Jahre erarbeitet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt der Fall <strong>Kerim Alajbegovic</strong>: Der 18-jährige Bosnier, gerade erst zum WM-Fahrer gereift und mit 17 Scorerpunkten in 44 Pflichtspielen die vielleicht positivste Überraschung der Vorsaison, wurde von Bayer Leverkusen zurückgekauft. Eine Rückkaufklausel, die schneller griff, als es dem Klub lieb sein kann. Wer sich fragt, warum Salzburg trotz sportlicher Talfahrt europaweit als Ausbildungsverein respektiert wird, aber selten die eigenen Rohdiamanten langfristig hält, bekommt hier die Antwort in Reinform. Ergänzt wird die Abgangsliste durch <strong>Joane Gadou</strong>, der zum BVB wechselt, durch <strong>Moussa Yeo</strong>, der nach vier Jahren zu Swansea City in die Championship geht, sowie durch die Verteidiger <strong>Jannik Schuster</strong> und den bereits im Winter verabschiedeten Jacob Rasmussen. Auch <strong>Tim Trummer</strong> verhandelt Medienberichten zufolge seinen Abschied. Ein Sommer der Abschiede also – und einer, der die Kaderplaner vor eine echte Aufgabe stellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Antworten darauf: Wer jetzt neu in der Mozartstadt aufläuft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: Marcus Mann hat nicht stillgehalten. Sieben Neuzugänge zählte man bereits vor der Verpflichtung von <strong>Haris Tabakovic</strong>, und die Handschrift ist erkennbar. In der Abwehr kommt mit<strong> Kevin Boma</strong> ein 1,93 Meter großer togolesischer Nationalspieler von Estoril Praia, der die Lücke schließen soll, die Gadou und Schuster gemeinsam hinterlassen haben – eine Aufgabe, die für einen einzelnen Neuzugang ambitioniert ist, so stark seine Profildaten aus Portugal auch klingen. Auf den Außenbahnen wurden mit <strong>Dominik Schmid</strong> vom FC Basel und <strong>Nikolas Veratschnig</strong> von Mainz 05 gleich zwei neue Kandidaten geholt, die <strong>Stefan Lainer</strong> und den zum Innenverteidiger umfunktionierbaren <strong>Tim Drexler</strong> unter Konkurrenzdruck setzen. Das ist genau jene Art von Wettbewerbsdenken, die man sich auf jeder Position wünschen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zentrum hat sich mit <strong>Abubakr Barry</strong> ein Spieler angeschlossen, der bei Austria Wien mit sechs Toren und acht Assists in 70 Einsätzen zu den auffälligsten Legionären der Liga zählte und für rund drei Millionen Euro Ablöse kam. Der Gambier soll laut Vereinsangaben einer der neuen Achsenspieler werden – ein durchaus mutiger Griff mitten in der eigenen Liga, der zeigt, dass man in Salzburg bereit war, für sofortige Qualität auch überdurchschnittlich zu bezahlen. Ergänzt wird das Mittelfeld um <strong>Filip Matijasevic</strong> von Cukaricki, der behutsam aufgebaut werden soll, sowie um den vielleicht spannendsten Transfer des Sommers: <strong>Bartosz Mazurek</strong>, 19-jähriger polnischer U19-Nationalspieler von Jagiellonia Białystok, der für kolportierte 7,5 Millionen Euro kam und im Februar mit einem Hattrick gegen die AC Florenz für Aufsehen sorgte. Seit dem Abgang von Oscar Gloukh im vergangenen Sommer fehlte in diesem Kader ein Name, der ein Spiel im letzten Drittel allein entscheiden kann. Mazurek ist der erste ernsthafte Versuch, diese Lücke zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann, mit gehörigem Nachdruck erst am 11. Juli verkündet: <strong>Haris Tabakovic</strong>. Der 32-jährige bosnische Nationalstürmer kommt für rund fünf Millionen Euro von der TSG Hoffenheim, nachdem er auf Leihbasis bei Borussia Mönchengladbach mit 15 Toren in 35 Spielen zur Lebensversicherung geworden war. Genau jener „Knipser“, dessen Fehlen ich in der Rückschau auf die vergangene Saison schon kritisiert hatte, ist damit endlich da – mit Körpergröße, Führungsqualität und der Erfahrung aus mehreren Stationen in der heimischen Liga. Wichtig für die Erwartungshaltung: Tabakovic steigt wegen seines WM-Einsatzes erst in rund zwei Wochen ins Mannschaftstraining ein, wird also weder gegen Gamba Osaka noch gegen Basaksehir auflaufen. Ergänzt wird der Angriff durch <strong>Gaoussou Diakité</strong>, der zuletzt bei Lausanne-Sport ausgeliehen war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neuer Trainer, neue Prinzipien: Was Danny Röhl mitbringt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer über den Kader spricht, muss über den Mann sprechen, der ihn formen soll. <strong><a href="https://s12.at/danny-roehl-ist-da-endlich-aber-reicht-das/" target="_blank" data-type="post" data-id="1409" rel="noreferrer noopener">Danny Röhl</a></strong>, 37, folgte auf den im Mai entlassenen <strong>Daniel Beichler</strong> und wechselt für eine Ablöse von rund zwei Millionen Euro von den Glasgow Rangers an die Salzach, wo er einen Vertrag bis 2029 unterschrieben hat. Röhl ist kein Unbekannter im Red-Bull-Kosmos: Er hat seine Trainerlaufbahn bei RB Leipzig begonnen, war dort und später bei Southampton Co-Trainer unter Ralph Hasenhüttl, arbeitete unter Hansi Flick beim FC Bayern und in der deutschen Nationalmannschaft, ehe er sich bei Sheffield Wednesday und zuletzt in Glasgow als Cheftrainer bewährte. Fußballerisch steht er für hohes Pressing, schnelles Umschaltspiel und ein kompaktes Zentrum im Ballbesitz, wobei er auf eine Viererkette setzt und offensiv gerne Außenverteidiger einbindet, die ins Mittelfeld aufrücken. Klingt nach genau jenem intensiven, mutigen Fußball, mit dem dieser Klub einst groß geworden ist und den man sich nach drei mageren Jahren zurückwünscht. Auf die Frage nach seiner bevorzugten Formation hat sich Röhl bei seiner Antrittspressekonferenz bewusst nicht festgelegt: Ein 4-2-3-1 oder ein 4-3-3 seien beide denkbar, entscheidend sei die Grundordnung mit Viererkette, alles andere richte sich nach Gegner und Spielsituation. Das erklärt auch, warum Barry, Mazurek und Matijasevic im zentralen Mittelfeld nicht zwangsläufig Konkurrenten sind, sondern je nach System unterschiedliche Rollen ausfüllen könnten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vorbereitung im Rückspiegel: Drei Siege, aber noch offene Fragen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sportlich hat der Neustart bislang funktioniert, zumindest auf dem Papier. Zum Auftakt gab es ein 5:0 gegen Regionalligist SV Seekirchen, anschließend ein 2:1 gegen den polnischen Pokalsieger Górnik Zabrze mit Toren von Karim Konaté und Nikolas Veratschnig, und zum Abschluss des Trainingslagers in Flachau ein deutliches 4:0 gegen den ukrainischen Erstligisten FK Kharkiv, bei dem unter anderem der 20-jährige <strong>Edmund Baidoo</strong> traf. Drei Siege, null Gegentore in den letzten beiden Partien – auf den ersten Blick beruhigend. Auf den zweiten Blick muss man ehrlich bleiben: Ein Regionalligist, ein polnischer Vizemeister und ein ukrainischer Erstligist sind keine Gradmesser, an denen sich eine Mannschaft mit Meisterschaftsanspruch wirklich messen lassen muss. Röhl selbst sprach nach dem Kharkiv-Spiel davon, dass man jetzt „Kontinuität in die Abläufe“ bringen müsse – ein Satz, der zeigt, dass auch er weiß, wie viel Arbeit noch vor der Mannschaft liegt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Woche der Wahrheit: Das steht jetzt an</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die offizielle Wochenvorschau des Vereins bringt es auf den Punkt: Es folgen „drei letzte Gradmesser“, bevor der Ernst beginnt. Am kommenden Mittwoch, dem 15. Juli, wartet gleich ein Doppelpack: Um 15 Uhr empfängt man in Anif den japanischen Erstligisten Gamba Osaka, um 18:30 Uhr geht es im Sportzentrum Salzburg Mitte gegen den türkischen Spitzenklub Basaksehir FK. Zwei Gegner mit spürbar höherer läuferischer und spielerischer Qualität als die bisherigen Testspielpartner, gegen die sich zeigen dürfte, wo dieser Umbruch-Kader wirklich steht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Samstag, dem 18. Juli, folgt in Mondsee die Partie gegen die Mamelodi Sundowns aus Südafrika, ehe am 25. Juli der Ernstfall beginnt: Auswärts bei Regionalligist <strong>SV Oberwart</strong> steigt man in der ersten Runde des UNIQA ÖFB-Cups ein, ein Pflichtspiel, in dem es weniger um Fußball als um die Vermeidung einer Blamage gehen wird, wie sie kleinere Bundesligisten in solchen Runden schon oft erlebt haben. Genau eine Woche später, am 1. August, folgt dann die Bundesliga-Generalprobe für den Rest der Liga: Zum Saisonauftakt kommt <strong>TSV Hartberg </strong>in die Red Bull Arena – ausgerechnet jener Verein, gegen den man die vergangene Saison mit einem bitteren 1:3 beendet hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist der Kader wirklich komplett? Eine ehrliche Bestandsaufnahme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit zur entscheidenden Frage. Im Tor hat man mit Zawieschitzky einen Sprung ins kalte Wasser gewagt, der talentiert, aber unerfahren ist – eine Wette, kein gesichertes Fundament, gerade weil Schlager kampflos und ohne Ablöse ziehen durfte. In der Innenverteidigung bleibt trotz Boma ein Fragezeichen, weil man mit Gadou und Schuster zwei ausgebildete Kräfte verloren hat und nur eine wirklich neue ersetzt wurde; John Mellberg und Anrie Chase, die in der Vorsaison beide keine überzeugenden Antworten liefern konnten, müssen also wieder liefern, notfalls mit Drexler als Backup im Zentrum. Auf den Außenbahnen dagegen sieht es mit Schmid, Veratschnig, Lainer und Drexler so gut besetzt aus wie lange nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im zentralen Mittelfeld bleibt die eigentliche Gretchenfrage: Wer übernimmt die Rolle, die Bidstrup als Führungsspieler und Ballgewinner ausgefüllt hat? Barry bringt Zweikampfstärke und Torgefahr mit, ist aber kein klassischer Sechser, sondern eher ein box-to-box-Spieler mit offensivem Einschlag. Mit Mazurek ist die kreative Lücke seit Gloukhs Abgang endlich adressiert, doch ein 19-Jähriger direkt aus Polens Ekstraklasa braucht erfahrungsgemäß Eingewöhnungszeit, ehe er eine Bundesliga im Alleingang prägt. Im Sturm schließlich ist die Ausgangslage zwiespältig: Auf dem Papier ist die größte Baustelle der vergangenen Saison mit Tabakovic geschlossen, ein Stürmer mit Körpergröße, Zielstrebigkeit und nachgewiesener Trefferquote. Nur steht er noch nicht auf dem Platz. Wer also am 25. Juli in Oberwart und erst recht am 1. August gegen Hartberg tatsächlich in der Spitze steht, ist offener, als es die Verpflichtung Tabakovics auf den ersten Blick suggeriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine ehrliche Meinung nach diesem Rundumblick: Der Kader ist deutlich besser aufgestellt als noch vor sechs Wochen, und Marcus Mann hat mit Barry, Mazurek und Tabakovic drei Transfers getätigt, die exakt die Schwächen adressieren, die diese Mannschaft zuletzt zur Nummer drei degradiert haben. Komplett ist dieser Umbruch aber noch nicht – weder in der Innenverteidigung noch im Tor, und die entscheidenden Antworten auf die Bidstrup-Frage muss die Mannschaft erst noch selbst auf dem Platz geben. Hoffnung ist erlaubt, blinder Optimismus wäre nach drei titellosen Jahren aber fahrlässig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort an die Nordkurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich trotz aller offenen Fragen zuversichtlich stimmt, ist etwas, das sich nicht in Ablösesummen messen lässt: die Nordkurve war auch in den mageren Jahren nie leiser. Wer die Vorschreier in den vergangenen Saisons erlebt hat, weiß, dass diese Fankultur nicht an Titeln hängt, sondern an der Mannschaft, die für dieses Trikot läuft. Genau diese Unterstützung wird es brauchen, wenn Zawieschitzky seine ersten schwierigen Bundesliga-Minuten übersteht oder wenn Mazurek nach einem verlorenen Ball den Kopf hängen lässt. Ich freue mich auf die Saison, auf die neuen Gesichter und darauf, gemeinsam mit euch zu sehen, ob dieser Umbruch am Ende der richtige war.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/umbruch-komplett-der-ehrliche-kader-check-vor-dem-pflichtspiel-ernstfall/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Danny Röhl ist da. Endlich. Aber reicht das?</title>
		<link>https://s12.at/danny-roehl-ist-da-endlich-aber-reicht-das/</link>
					<comments>https://s12.at/danny-roehl-ist-da-endlich-aber-reicht-das/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 10:27:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://s12.at/?p=1409</guid>

					<description><![CDATA[Danny Röhl übernimmt als Headcoach beim FC Red Bull Salzburg. Vom Sextuple mit Bayern über Sheffield Wednesday bis Glasgow Rangers – ein ausführliches Porträt und eine kritische Kader-Analyse vor dem Trainingsstart 2026.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Der Warten hat ein Ende</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage es so, wie ich es empfinde: Die letzten Wochen waren zermürbend. Kein Trainer, kein Plan, dafür jeden Tag neue Gerüchte – und das kurz vor dem Trainingsauftakt, während Marcus Mann in den Pressemeldungen die ruhige Hand spielte, als wäre das alles völlig normal so. Ist es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber jetzt ist es fix. Danny Röhl übernimmt als Headcoach beim FC Red Bull Salzburg. Jürgen Klopp hat seinen Wunschkandidaten durchgesetzt, eine Millionenablöse locker gemacht, und nun steht der 37-Jährige zum ersten Mal auf dem Trainingsplatz in Taxham. Dieser Verein hat wieder einen Trainer. Einen, der nicht irgendwer ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit beginnt die eigentlich spannende Frage: Was bringt Röhl mit – und was bekommt er vorgesetzt?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Kreuzbandriss zur Trainerkarriere</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Danny Röhl verstehen will, muss ganz am Anfang beginnen. Als Spieler war er nie mehr als Amateur. Nach seiner Juniorenzeit beim FSV Zwickau und kurzen Stationen in den unteren deutschen Ligen musste er seine Spielerlaufbahn nach einem Kreuzbandriss mit 20 Jahren beenden. Für viele Menschen in dieser Branche wäre das das Ende der Geschichte. Für Röhl war es der Beginn einer anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er studierte Sportwissenschaften in Leipzig, schloss 2013 mit dem Bachelor ab, begann parallel dazu einen Master im Bereich Spielanalyse an der Deutschen Sporthochschule Köln und beendete auch diesen erfolgreich. Master in Spielanalyse. Das ist kein Trainer, der auf Bauchgefühl setzt. Das ist jemand, der Fußball denkt, strukturiert, dekonstruiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im November 2010 – er war 21 Jahre alt – wurde er Leiter Spielanalyse Nachwuchs beim damals frisch gegründeten Regionalligisten RB Leipzig. Das Datum ist entscheidend: Röhl war von Beginn an dabei, als das gesamte Red-Bull-System noch in den Kinderschuhen steckte. Er hat die Spielphilosophie, das Pressing-Konzept, die gesamte Kultur dieses Fußballunternehmens nicht von außen kennengelernt – er hat sie mitentwickelt. Rangnick, Zorniger, Hasenhüttl: Er war dabei, er hat zugeschaut, mitgemacht, gelernt, hinterfragt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Schule des Pressing-Fußballs</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl selbst hat seinen Stil einmal präzise auf den Punkt gebracht: geprägt vom Red-Bull-Fußball mit viel Pressing in der Kombination mit Ballbesitzphasen, in denen Lösungen gefunden werden – so wie es beim FC Bayern unter Flick praktiziert wurde. Das ist die Essenz seiner Spielidee in einem Satz. Kein blindes Gegenpressing um des Gegenpressings willen, sondern Intelligenz. Pressing als Mittel, nicht als Selbstzweck. Und wenn der Ball einmal sitzt, dann nicht einfach nach vorne hauen, sondern Struktur, Geduld, Lösungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Saison 2017/18 wurde er unter Hasenhüttl zum Co-Trainer bei RB Leipzig befördert. Als Hasenhüttl Leipzig verließ, ging Röhl mit – in die Premier League zum FC Southampton. Mit 29 Jahren. Als Co-Trainer eines englischen Erstligisten. Das ist kein Zufall, das ist Vertrauen, das man sich über Jahre erarbeitet hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Bayern, Flick und das Sextuple</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kam der Schritt, von dem die meisten Trainer in ihrer gesamten Karriere nur träumen: Zur Saison 2019/20 wechselte Röhl zum FC Bayern München als Analyse-Co-Trainer unter Niko Kovač. Als Kovač im November 2019 gehen musste und Hansi Flick das Kommando übernahm, blieb Röhl. Und erlebte eine Saison, die in die Fußballgeschichte eingegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Triple aus Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League. Dazu DFL-Supercup, UEFA Super Cup und die Klub-Weltmeisterschaft. Das Sextuple – sechs Titel in einer einzigen Saison. Danny Röhl war mittendrin. Nicht auf der Tribüne, nicht im Fernsehen – er war Teil des Trainerteams, das diesen FC Bayern zum erfolgreichsten Vereinsjahr seiner Geschichte geführt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das hängt in keinem Lebenslauf als Randnotiz. Das ist der Kern dessen, was Röhl als Trainer geprägt hat. Er weiß, wie Spitzenklub-Fußball auf höchstem Niveau funktioniert. Champions-League-Nächte, Drucksituationen, Titelrennen – er kennt das alles. Von innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Saison wechselte er mit Flick zur deutschen Nationalmannschaft als Co-Trainer. Auch dort war Klopp das Stichwort: Flick holte Röhl, weil er ihm vertraute. Zusammen erlebten sie das WM-Desaster in Katar – und wurden im September 2023 freigestellt. Das Kapitel DFB war beendet. Röhls eigentliche Geschichte als Cheftrainer begann erst danach.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sheffield Wednesday: Der Sprung ins eiskalte Wasser</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 2023 übernahm Danny Röhl als Cheftrainer beim englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday – mit 34 Jahren der jüngste Manager in der EFL, ohne einen einzigen Tag Cheftrainer-Erfahrung. Der Klub, den er übernahm, stand mit drei Punkten am Tabellenende der Championship, sieben Punkte von der Sicherheit entfernt, null Siege aus zehn Spielen. Viele fragten sich, warum jemand mit Röhls Hintergrund diesen Job annimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was folgte, war eine der bemerkenswertesten Rettungsaktionen im englischen Unterhausfußball der jüngeren Geschichte. Röhl wandelte einen Schnitt von 0,27 Punkten pro Spiel in 1,42 Punkte um. In kurzer Zeit schuf er eine Mannschaft, die presste, kämpfte, zusammenhielt – und am letzten Spieltag der Saison knapp den Klassenerhalt sicherte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der darauffolgenden Saison führte er die Owls zu einem soliden zwölften Platz. Er hatte aus einem Scherbenhaufen ein funktionierendes Team gebaut. Als Sheffield Wednesday in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geriet – Gehälter wurden nicht bezahlt, der Verein rutschte in Richtung Insolvenz – trennte er sich im Sommer 2025 einvernehmlich vom Klub. Kein Eklat, kein Drama. Ein sauberer Abgang unter unwürdigen Umständen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Glasgow: Krisenklub Nummer zwei, Erfolg Nummer zwei</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Muster wiederholt sich: Im Oktober 2025 übernahm Röhl die Glasgow Rangers, die ebenfalls in einer tiefen Krise steckten. Wieder ein Traditionsverein, wieder Druck von allen Seiten, wieder kein komfortabler Einstieg. Was passierte? Röhl gewann mit den Rangers elf der ersten vierzehn Ligaspiele, wurde im Januar 2026 erstmals als Trainer des Monats in der Scottish Premiership ausgezeichnet, und die Fans feierten ihn mit einem umgedichteten Boney-M.-Klassiker: &#8222;Danny, Danny Röhl&#8220; hallte durch das Ibrox Stadium:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=m-umY5IhSY8" title="Danny Rohl new Rangers song! 🇬🇧💙😎" width="800" height="450" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/m-umY5IhSY8?feature=oembed" consent-required="943" consent-by="services" consent-id="944" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/m-umY5IhSY8?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Selbstdarstellung, kein großes Auftreten – und trotzdem Wirkung. Röhl ist kein Trainer, der durch Medienpräsenz überzeugt. Er überzeugt durch Ergebnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Salzburg zahlt der Verein jetzt eine Ablöse von kolportierten zwei Millionen Euro an die Rangers. Das ist Geld. Aber für einen Trainer mit diesem Profil, mit dieser DNA, mit diesem Netzwerk direkt zu Klopp und Rangnick, ist es gut angelegtes Geld. Zumindest theoretisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum dieser Trainer zu Salzburg passt – und warum er es trotzdem schwer haben wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl kennt das Red-Bull-System wie seine Westentasche. Er kennt die Philosophie, die Anforderungen, den Anspruch. Er ist kein Trainer, der hier von null anfangen muss, weil er nie mit diesem Fußball in Berührung gekommen ist. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Kandidaten, die zuletzt gehandelt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Pressing-Ansatz, kombiniert mit strukturiertem Ballbesitzspiel, passt zum Profil des Vereins. Er ist methodisch, analytisch, hat die Pro-Lizenz absolviert und weiß, wie man ein Team formt, das zunächst nichts zu gewinnen scheint. Das hat er zweimal unter Beweis gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber – und hier komme ich nicht drumherum – dieser Trainer braucht das richtige Material. Und genau da wird es eng.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Monsteraufgabe für Marcus Mann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben zwei neue Verteidiger. Nikolas Veratschnig kommt von Mainz 05, ist 23 Jahre alt, bringt Tempo und Dynamik auf der rechten Seite mit. Dominik Schmid, 28, kommt vom FC Basel, 187 Einsätze in der Schweizer Super Liga, erfahren, offensiv denkender Linksverteidiger. Zwei solide Transfers, keine Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wer dirigiert das Spiel? Und wer macht die Tore?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Joane Gadou ist zu Borussia Dortmund gewechselt, Jannik Schuster zu Brentford, Kerim Alajbegovic nach Leverkusen. Dazu steht Kapitän Mads Bidstrup offenbar vor einem Wechsel zu Olympique Lyon. Wenn das stimmt, dann verlieren wir auch noch den letzten verbindenden Faden zur abgelaufenen Saison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was bleibt, sind Leih-Rückkehrer und zwei blutjunge Offensivtalente – Filip Matijasevic aus Serbien und der venezolanische Stürmer Yerwin Sulbaran, beide 18 Jahre alt, beide für den FC Liefering gedacht, nicht für die erste Mannschaft. Für die Zukunft gut. Für die nächste Saison keine Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl braucht, um seine Idee umzusetzen, mindestens einen kreativen Mittelfeldspieler – eine Zehn oder intelligente Acht, die Räume sieht, Entscheidungen trifft, das Spiel versteht. Und er braucht einen Stürmer, der nicht nur läuft und presst, sondern auch abschließt. Das ist keine Wunschliste, das ist die Mindestbedingung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Transferuhr tickt. Der Trainingsauftakt steht vor der Tür. Stephan Reiter, Marcus Mann, Jürgen Klopp – sie alle wissen, dass ein guter Trainer allein noch keinen Titel gewinnt. Röhl kann nur so gut sein wie der Kader, den man ihm hinstellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage das ohne Häme, aber mit Klarheit: Wenn der Verein in dieser Transferphase nicht mindestens zwei, drei Spieler mit echter Qualität für das Mittelfeld und den Angriff verpflichtet, dann wird auch Danny Röhl keine Wunder vollbringen. Und Wunder wären das, was wir von ihm fordern würden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich von dieser Saison erwarte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl ist eine der spannendsten Trainerpersönlichkeiten, die es derzeit im deutschsprachigen Fußball gibt. Sein Weg – vom Kreuzbandriss im Amateurbereich über zwei Master-Abschlüsse bis hin zum Sextuple mit Bayern und dem Klassenerhaltswunder in Sheffield – ist alles andere als eine normale Karriere. Er ist methodisch, ruhig, überzeugend. Und er ist hungrig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Mozartstädter ist er der richtige Mann. Das glaube ich aufrichtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Glaube allein reicht nicht. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Marcus Mann die Hausaufgaben macht, die notwendig sind, um diesem Trainer eine echte Chance zu geben. Bis dahin beobachte ich, analysiere und schreibe – so wie immer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nordkurve hat auf diesen Moment gewartet. Auf einen Trainer, hinter dem man stehen kann, der eine Idee hat, der Fußball atmet. Röhl ist dieser Mann. Jetzt liegt es am Verein, ihm das Werkzeug zu geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir schauen hin.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://s12.at/danny-roehl-ist-da-endlich-aber-reicht-das/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
