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	<description>Fanblog des FC Red Bull Salzburg</description>
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		<title>Wo seid ihr eigentlich alle? Warum ich die Lücken im Stadion nicht verstehe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 08:31:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Abstieg 1985, Spaltung 2005, zehn Titel und trotzdem leere Ränge. Warum die Salzburger Fanszene schrumpft und warum du zurück auf die Nord solltest.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">214 zahlende Zuschauer. So viele waren es im Frühjahr 1986 in Lehen gegen den Favoritner AC, zweite Division, Abstiegsrunde. Das bestbesuchte Heimspiel dieses Frühjahrs kam auf 524. Ich war damals 17, 18 Jahre alt und hab diese Zeit auf der Tribüne mitgemacht, in einem Stadion, in dem man jeden Zwischenruf über das ganze Feld gehört hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute stehe ich mit meiner Familie auf der Nord in Wals-Siezenheim, und immer öfter schau ich mich um und denke an Lehen. Mir fallen dabei vor allem die Gesichter ein, die fehlen. Mich beschäftigt, warum die Salzburger Fanszene schrumpft, wo meine eigene Erklärung zu kurz greift und warum du trotzdem zurückkommen solltest. Anfangen muss ich dort, wo für mich alles begonnen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lehen, zweite Division und eine dreistellige Kulisse</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Saison 1984/85 endete für die Salzburger Austria mit 18 Punkten auf Platz 15 und dem Abstieg in die zweite Division. Bitter war nicht nur der Abstieg selbst. Im selben Sommer stieg der SAK 1914 auf, und plötzlich war die Austria nicht mehr die Nummer eins in der eigenen Stadt. Wer damals in Lehen stand, wusste, wie sich Bedeutungslosigkeit anfühlt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Jahre dauerte das. Erst 1988/89 gelang mit Hans Krankl als Trainer der Wiederaufstieg. Dazwischen lagen Abende, an denen man die anderen Zuschauer fast mit Handschlag begrüßen konnte. Kalte Stehplätze, ein paar Fahnen, viel Galgenhumor. Ich erzähl das nicht aus Nostalgie. Ich erzähl das, weil diese Jahre etwas gezeigt haben, das heute gern vergessen wird: Der Salzburger Fußball hatte immer einen harten Kern, und dieser Kern war klein. Die paar Hundert von damals sind nicht gegangen, als es schlecht lief. Sie waren der Grund, warum es überhaupt weiterging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube nicht, dass die Salzburger Fanszene schrumpft, weil der Klub keine Titel mehr holt. Sie schrumpft, weil zu viele nur wegen der Titel gekommen sind, und weil die, die geblieben wären, nach Corona und mit knapper werdendem Geld den Weg zurück ins Stadion nicht mehr finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">1994: Als plötzlich jeder ein Salzburger war</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kam 1994. Erster Meistertitel der Vereinsgeschichte, im selben Jahr das UEFA-Cup-Finale gegen Inter Mailand. Innerhalb von vier Saisonen holte die Austria drei Meistertitel. Salzburg war auf einmal wer, und auf einmal war auch jeder Salzburg-Fan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hab mich damals natürlich gefreut. Wer die zweite Division mitgemacht hat, freut sich über jeden vollen Sektor. Aber ich hab auch gesehen, wer da neu dazugekommen ist. Viele, die ein paar Jahre vorher nicht gewusst hätten, wo Lehen liegt, hatten plötzlich einen Schal um den Hals und eine Meinung zur Aufstellung. Gloryhunter nennt man das heute. Damals hatten wir in der Kurve noch kein Wort dafür, das Phänomen war aber dasselbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist kein Vorwurf. Erfolg zieht an, das ist überall so. Nur sollte man sich nichts vormachen: Ein Teil der Leute, die heute fehlen, war nie wegen des Vereins da. Sie waren wegen des Erfolgs da. Wenn der Erfolg geht, gehen sie mit. Das tut weh, aber es ist ehrlicher, das auszusprechen, als jedes Jahr über ein neues Rahmenprogramm vor der Arena zu diskutieren. Auch wenn mir das tatsächlich fehlt, darüber hab ich auch <a href="https://s12.at/salzburger-baustellen-wenn-der-glanz-des-serienmeisters-verblasst/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/salzburger-baustellen-wenn-der-glanz-des-serienmeisters-verblasst/" rel="noreferrer noopener">schon geschrieben</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2005: Der Riss, der bis heute nicht verheilt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. April 2005 übernahm Red Bull den Klub. Ich sag es so, wie ich es sehe: Der Einstieg hat den Verein gerettet. Die finanzielle Lage war damals schlecht, und ohne frisches Geld wäre der Salzburger Profifußball sehr wahrscheinlich in der Versenkung verschwunden. Gleichzeitig hat dieser Einstieg die Fanszene gespalten, und zwar gründlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Name, Farben, Wappen: Violett-Weiß wurde Rot-Weiß. Die Gespräche zwischen den Traditionsfans und der neuen Führung scheiterten. Der damalige Trainer Kurt Jara meinte sinngemäß, wem das nicht passe, der solle eben seinen eigenen Verein gründen. Genau das ist passiert. Am 7. Oktober 2005 wurde der SV Austria Salzburg neu ins Vereinsregister eingetragen. Die einen gingen nach Maxglan, die anderen blieben. Ich bin geblieben, und ich hab diese Entscheidung nie bereut. Leicht war sie trotzdem nicht, weil auf der anderen Seite Leute standen, mit denen ich jahrelang in Lehen gefroren hab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über diese Zeit wurde viel geschrieben, und nicht alles davon stimmt. Was stimmt: Red Bull erklärte den Klub anfangs zu einem neuen Verein ohne Geschichte, 2005 sollte das Gründungsjahr sein. Das war unglücklich, und das ist noch freundlich formuliert. Was aber genauso stimmt: Der FC Red Bull Salzburg führt heute wieder 1933 als Gründungsjahr. Die Position von damals ist längst vom Tisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem fliegen uns Rot-Weißen diese Sätze bis heute in jeder Diskussion um die Ohren. Am Stammtisch, im Netz, im Büro. Ich wollte das erst nüchterner formulieren, aber es nervt einfach. Wer 2026 noch mit Aussagen von 2005 argumentiert, redet über einen Klub, den es in dieser Form nicht mehr gibt. Und er redet an den Leuten vorbei, die seit 21 Jahren ins Stadion gehen und mit den damaligen Funktionären ungefähr so viel zu tun haben wie mit dem Wetter in Wals.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Serienmeister, und trotzdem halbleer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zehn Meistertitel in Folge, von 2014 bis 2023. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine ganze Generation Salzburger Schulkinder kannte keinen anderen österreichischen Meister. Dann riss die Serie: 2024 und 2025 holte Sturm Graz den Teller, 2026 der LASK. Salzburg wurde in der vergangenen Saison nur Dritter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kommt der Teil, bei dem ich mir selbst widersprechen muss. Es wäre bequem zu sagen, die Leute bleiben weg, weil wir nicht mehr gewinnen. Die Zahlen geben das nur zum Teil her. Schon mitten in der Meisterserie, kurz nach dem Abgang von Jonatan Soriano, meldete Salzburg24 einen Zuschauerschnitt von 6.474. Serienmeister, Titel um Titel, und trotzdem blieb der Großteil der Arena leer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Saison 2025/26 lag der Schnitt nach zehn Liga-Heimspielen bei 8.584. Laut Salzburg24 war das der viertniedrigste Wert in 20 Jahren Klubgeschichte, das Stadion war damit nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Schlecht? Ja. Aber kein Absturz aus dem Nichts, sondern ein Problem, das schon da war, als wir noch jedes Jahr am Residenzplatz gefeiert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Die Titel haben die Lücken nur überdeckt. Wer die Meisterserie als Normalzustand erlebt hat, für den war der Stadionbesuch nie etwas Besonderes. Und was nichts Besonderes ist, lässt man irgendwann aus. Das ist für mich der eigentliche Schaden der goldenen Jahre: Sie haben uns verwöhnt, und sie haben den Stadionbesuch zu etwas gemacht, das man auch bleiben lassen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Corona, die Preise und das Kaff</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kam Corona. Geisterspiele, leere Ränge, Fußball nur mehr am Bildschirm. Viele haben in dieser Zeit andere Dinge gefunden: das Radl am Wochenende, die Enkerl, den Garten, die Couch mit dem Streaming-Abo. Gewohnheiten brechen schnell, wenn man sie lange nicht pflegt. Und eine Gewohnheit, die einmal weg ist, kommt selten von allein zurück. Ich kenne mehrere, die mir ehrlich gesagt haben, sie hätten nie beschlossen aufzuhören. Es hat sich einfach so ergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt das Geld. Billiger wurde nichts, weder die Eintrittskarte noch das Bier im Stadion. Ich rechne das als Familie jedes Mal mit. Für ein Ticket im Unterrang auf der Ost- oder Westtribüne zahlt ein Erwachsener bei einem Bundesligaspiel 45 Euro, bei einem Europa-League-Spiel 69 Euro. Für eine Familie ist das viel Geld, und da hat noch keiner etwas gegessen oder getrunken. Das Geld sitzt heute nicht mehr so locker wie vor ein paar Jahren, das merkt jeder an der Supermarktkassa. Ich versteh jeden, der da zweimal überlegt, bevor er mit Frau und Kindern nach Wals fährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann ist da noch etwas, das in Diskussionen gern untergeht. Salzburg ist, was die Einwohnerzahl betrifft, ein Kaff. Knapp 159.000 Menschen haben in der Stadt ihren Hauptwohnsitz. Wien und Graz spielen da in einer anderen Liga, was das Einzugsgebiet betrifft. Wenn bei uns ein paar Tausend wegbleiben, sieht man das sofort, weil es keinen riesigen Pool gibt, aus dem automatisch neue nachrücken. Jeder Einzelne, der fehlt, fehlt doppelt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo seid ihr eigentlich alle?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kenne wirklich sehr viele Leute rund um den Salzburger Fußball. Und von genau diesen Leuten sind viele einfach nicht mehr da. Nicht in meinem Fanclub, nicht in den anderen, das sehe ich bei jedem Heimspiel deutlich. Die Fanclubs kämpfen um jedes Mitglied. Auch die Fans ohne Fanclub, die früher einfach mit einem Bier in der Hand auf der Nord gestanden sind, werden weniger. Der Verein versucht viel, das will ich ihm gar nicht absprechen. Es gelingt nur wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal treffe ich einen von früher zufällig in der Stadt, beim Einkaufen oder auf einem Geburtstagsfest. Das Gespräch läuft fast immer gleich. Zuerst fragt er, wie es dem Verein geht, und er weiß erstaunlich genau Bescheid, über den Trainer, über die letzten Ergebnisse, über die Transfers im Sommer. Dann frag ich, wann er das letzte Mal im Stadion war. Und dann wird es still. Das Interesse ist also nicht weg. Es ist nur aus der Kurve auf das Handy gewandert, und dort schaut es halt keiner mehr gemeinsam mit anderen an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz versteh ich das nicht. Fußball ist kein Auto, das man wechselt, wenn es Mucken macht. Man bringt es in die Werkstatt, man flucht, man zahlt die Rechnung, und man fährt weiter damit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei uns daheim läuft das so: Wir sind regelmäßig im Stadion, die ganze Familie. Auswärts fahr ich nur mehr selten, das möge man mir mit 58 Jahren verzeihen. Wenn wir auf Urlaub sind, läuft am Macbook die Liveübertragung, wir verpassen nur extrem selten ein Spiel. Und wir sind gut drauf, wenn wir gewonnen haben, und angefressen, wenn es wieder einmal in die Hose gegangen ist. Aber wir sind und bleiben Salzburg-Fans. Daran ändert kein dritter Platz etwas, und auch kein vierter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Komm wieder auf die Nord</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und jetzt rede ich direkt mit dir. </strong>Mit dir, den ich seit Jahren nicht mehr auf der Parkplatzparty bzw. im Stadion gesehen hab. Mit dir, der früher drei Reihen hinter mir gestanden ist und jeden Schiedsrichterpfiff kommentiert hat. Mit dir, der nach Corona einfach nicht mehr gekommen ist, ohne dass es je eine bewusste Entscheidung war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du musst nicht jede Woche kommen. Du musst keine Dauerkarte kaufen und auch nicht nach Sofia fliegen. Komm einfach zu einem Spiel. Nimm die Kinder mit, oder den Nachbarn, der seit Jahren sagt, er wollte schon lange einmal mitfahren. Ruf die Leute von damals an und mach euch einen Treffpunkt am Parkplatz aus, wie früher. Schau dir an, was die Mannschaft unter Danny Röhl gerade versucht. Das 5:1 gegen Rapid Anfang September war so ein Abend, an dem ich mir gedacht hab: Schade um jeden, der das nur in der Zusammenfassung gesehen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fußball ist ein Ventil. Nach einer Arbeitswoche mit Terminen, Mails und Druck gibt es wenige Orte, an denen du 90 Minuten lang laut sein darfst, ohne dass dich jemand schief anschaut. Wo du dich über einen Fehlpass ärgern kannst statt über deinen Chef. Wo du einem Wildfremden um den Hals fällst, weil in der Nachspielzeit einer die Ruhe gehabt hat. Und wo du danach mit Leuten, die du nur vom Stadion kennst, beim Bier stehst und das Spiel noch einmal durchgehst. Das gibt dir kein Streaming-Dienst und kein Sofa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und schau dir die Nordkurve an, bevor du sagst, da ist eh nichts mehr los. Da stehen Leute, die bei jedem Wetter da sind, bei Regen im Februar genauso wie an lauen Abenden im August. Die zwei Vorschreier, die 90 Minuten lang mit dem Rücken zum Spiel stehen und versuchen, aus ein paar Tausend Stimmen eine zu machen. Die Fahnen, die irgendwer in seiner Freizeit gemalt hat. Die Choreos, für die andere bis in die Nacht Folien schneiden und Stangen schleppen. Diese Leute verdienen mehr als die halbleeren Blöcke rundherum. Sie verdienen dich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Salzburger Fußball hat Lehen mit 214 Zahlenden überlebt. Er hat die Spaltung 2005 überlebt. Er wird auch das hier überleben. Aber er überlebt es besser, wenn du wieder dabei bist. Ich halt dir einen Platz auf der Nord frei.</p>
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		<title>Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 05:14:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Salzburg führt in Celje 2:0 und spielt nur 2:2. Wo die Partie gekippt ist, wer gehalten hat und was das für Sonntag beim LASK bedeutet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Neunzigste Minute in Celje, Freistoß für Salzburg in der eigenen Hälfte. Statt den Ball lang nach vorne zu schlagen, spielt ihn die Mannschaft kurz, verliert ihn, und der eingewechselte Armandas Kučys trifft über die Innenstange zum 2:2. Vor dem Spiel hab ich geschrieben, Celje wird die <a href="https://s12.at/altach-war-die-richtige-antwort-celje-wird-die-pruefung-fuer-salzburgs-box/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/altach-war-die-richtige-antwort-celje-wird-die-pruefung-fuer-salzburgs-box/" rel="noreferrer noopener">Prüfung für Salzburgs Box</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zeugnis liegt jetzt am Tisch, und schön ist es nicht. Ich gebe ein Genügend, und auch das nur wegen der ersten Viertelstunde und der Minuten direkt nach der Pause. Nach dem 2:0 hat Salzburg aufgehört, Fußball zu spielen, fast so wie in der vergangenen Saison. Unten steht, wo die Partie gekippt ist, wer gehalten hat und warum dieses Remis am Sonntag in Linz schwerer wiegt als in der Tabelle. Zuerst zu dem, was funktioniert hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die erste Viertelstunde war genau das, was Röhl wollte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl, Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg, hat drei Tage vor dem Auswärtsspiel in Linz rotiert. Tim Drexler spielte in der Innenverteidigung, Umut Tohumcu neben Abubakr Barry im Zentrum, auf den Flügeln Damir Redžić und Yorbe Vertessen. Edmund Baidoo fehlte, er hatte das Abschlusstraining abbrechen müssen. Das macht Sinn. Wer im Herbst in drei Bewerben spielt, kann nicht jede Woche dieselben elf aufstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Plan ging zunächst auf. In der neunten Minute eroberte Leandro Morgalla den Ball, Redžić legte auf, und Sota Kitano schob überlegt zum 1:0 ein. Genau so wollte Röhl die Slowenen haben: früh unter Druck, Ballgewinn, schnelles Umschalten, Tor. Celje, der slowenische Meister unter Trainer Zoran Zeljković, hatte in dieser Ligaphase bis dahin kein einziges Tor erzielt und liegt auch daheim in der Liga außerhalb der ersten fünf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kamen die ersten Warnsignale. In der 23. Minute bekam Kapitän Haris Tabakovic nach einem Vorstoß von Redžić den Ball aus wenigen Metern und jagte ihn über die Latte. Vier Minuten später verlor Barry in der gegnerischen Hälfte einen Ball, Drexler rückte zu überhastet heraus, Blaž Kramer war plötzlich durch, und sein Querpass fand Veton Tusha, der nur die Innenstange traf. Ab da kam Celje auf. Kurz vor der Pause brachte Kevin Boma an der Strafraumgrenze Benjamin Verbič zu Fall, der Pfiff blieb aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte die erste Halbzeit erst als gute Halbzeit verbuchen. Aber zwischen der 27. Minute und dem Pausenpfiff war Celje die bessere Mannschaft, und dass es mit 1:0 in die Kabine ging, hatte mit einer Stange und einer Szene an der Strafraumlinie zu tun.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo die Partie gekippt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl reagierte zur Pause mit einem Doppeltausch: Bartosz Mazurek kam für Tohumcu, Jesper Lindström für Vertessen. Der Däne, von Napoli ausgeliehen, brauchte keine halbe Minute. Ballmitnahme, Antritt an der Abwehr vorbei, Abschluss ins lange Eck, wieder nach Vorarbeit von Redžić. Sein zweites Tor in Serie nach dem Freistoß gegen Altach. 2:0 auswärts, gegen einen Gegner ohne Punkt und ohne Tor in diesem Bewerb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Minuten später stand es 1:2. Ein einziger weiter Ball reichte, die Abstimmung in der Kette passte nicht, und Dominik Schmid stand als letzter Mann allein gegen Kramer. Der ließ ihn stehen und schoss wuchtig ein. Röhl sagte nachher sinngemäß, beim 1:2 habe die Abstimmung nicht gestimmt, das könne passieren. Da bin ich bei ihm. Was danach kam, kann nicht passieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in Celje nach dem 2:0 das Spiel nicht mehr gestaltet, sondern auf den Schlusspfiff gewartet. Dieses Remis hat mit Pech wenig zu tun. Es zeigt ein Reifeproblem, das ich aus der vergangenen Saison zu gut kenne: Die Mannschaft führt, und dann weiß sie nicht, wie man eine Partie zumacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partie wurde hektisch, Salzburg gab das Heft aus der Hand. Celje war dem 2:2 näher als Salzburg dem 3:1. Christian Zawieschitzky musste gegen Verbič retten und kurz behandelt werden, spielte aber weiter. Auf der anderen Seite stand Tabakovic in der Schlussphase noch zweimal frei, einmal scheiterte er an Celjes Torhüter Žan-Luk Leban. Und dann diese 90. Minute: kurz gespielter Freistoß, Ballverlust, Konter, die Abseitsfalle greift nicht, Kučys trifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl war danach deutlicher, als er es sonst ist: „Wie das 2:2 zustande kommt, ist zu einfach.“ Morgalla hat es noch schärfer formuliert: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wir waren in den letzten Minuten teilweise zu kindlich. Wenn du 2:1 führst, musst du nichts mehr beweisen, sondern das Ding über die Bühne bringen.“ </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Drexler meinte sinngemäß, man hätte den Freistoß einfach lang zu Tabakovic schlagen müssen, statt flach herauszuspielen. Zwei Spieler und der Trainer sagen dasselbe. Das ist ehrlich, und es ist genau der Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer gehalten hat und wer nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der beste Mann am Platz war Redžić. Zwei Vorlagen, gewonnene Dribblings, Tempo über rechts, mit dem Celjes Abwehr vor allem in der ersten Hälfte nicht zurechtkam. Lindström hat mit einer Aktion das Spiel verändert, danach aber nicht mehr viel bewegt. Kitano traf und blieb gefährlich, bis er nach gut einer Stunde für Gaoussou Diakité Platz machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinten war es ein Abend mit Licht und viel Schatten. Zawieschitzky, 19 Jahre alt, hat gehalten, was zu halten war, bei beiden Toren war er machtlos. Morgalla leitete das 1:0 ein und zeigte eine couragierte Partie, beim 2:2 hob er aber gemeinsam mit Boma das Abseits auf. Boma war über weite Strecken der stabilste Verteidiger, hatte bei der Szene gegen Verbič aber Glück. Drexler wirkte von Beginn an nervös und war an beiden Gegentoren beteiligt. Schmid sah beim 1:2 schlecht aus und hatte im zweiten Durchgang mit dem eingewechselten Dukuly große Probleme. Das 2:2 fiel über seine Seite, auch wenn er dort nicht der Hauptschuldige war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Tabakovic? Viel Arbeit, wichtige Zweikämpfe nach hinten, aber drei Chancen, von denen er mindestens eine machen muss. Von einem Kapitän, der in dieser Saison die meisten Salzburger Tore schießt, erwarte ich das. Mazurek, zuletzt so stark, hat das Spiel nach der Pause nicht beruhigt. Genau das hätte ich mir von ihm gewünscht. Diakité brachte nach seiner Einwechslung frische Dribblings, die letzte Entscheidung fehlte aber jedes Mal. Frans Krätzig war nur ein paar Minuten am Platz, hat in dieser Zeit aber einen der besten Pässe des Abends gespielt, auf Tabakovic. Dass auch diese Chance nicht im Tor landete, passt zum Abend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist das schon wieder die Mannschaft der vergangenen Saison?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Teilweise. Und ich will fair bleiben, weil einiges gegen meine These spricht. Eine Mannschaft, die wirklich aufgehört hat, Fußball zu spielen, kommt nach dem 1:2 nicht noch zweimal frei vors Tor. Röhl hat rotiert, Tohumcu bestritt seinen ersten Europacup-Einsatz dieser Saison, und der Gegner war daheim mutiger, als ich es erwartet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Muster ist das Problem. Das 1:2 fällt vier Minuten nach dem 2:0 aus einem einzigen langen Ball. Das 2:2 fällt in der 90. Minute aus einem eigenen Freistoß. Das sind keine Zufälle, das sind Entscheidungen. Letzte Saison ist Salzburg in der Ligaphase als 31. vorzeitig ausgeschieden, und mir kam gestern genau dieses Gefühl wieder hoch: eine Mannschaft, die das Spiel in der Hand hat und nicht weiß, wie man es zumacht. Ich hab mich ziemlich geärgert, und ich glaube, das ging nicht nur mir so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl hat nachher sinngemäß gesagt, in diesem Bewerb müsse man fehlerfrei spielen, weil jede Mannschaft die Qualität habe, Fehler zu bestrafen, und früher sei seine Elf da schon cleverer gewesen. Er hat recht. Mit vier Punkten nach drei Spielen liegt Salzburg auf Rang 21, die ersten 24 kommen weiter. Am 5. November geht es auswärts gegen Anderlecht. Nach meiner Rechnung braucht es aus den fünf restlichen Partien noch mindestens fünf, eher mehr Punkte. Das ist machbar. Aber nicht so.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der LASK hat Sporting geschlagen, und das heißt was</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während Salzburg in Celje zwei Punkte liegen ließ, hat der LASK am Mittwoch in Lissabon Geschichte geschrieben. 3:2 bei Sporting, der erste Sieg in der Champions League überhaupt für die Linzer. Und zwar nach Rückstand: Luis Suárez traf in der fünften Minute per Elfmeter, Christoph Lang glich aus, Saša Kalajdžić und Krystof Daněk drehten die Partie, Suárez verkürzte spät. Wer bei Sporting nach einem frühen Elfmeter-Rückstand ruhig bleibt und das Spiel umdreht, der hat etwas, das Salzburg gestern gefehlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sag das ohne Neid. Der LASK unter Didi Kühbauer ist amtierender Meister und Cupsieger, und er spielt so. In der Liga hält er nach neun Runden bei 19 Punkten aus sechs Siegen, Salzburg ist mit sechs Siegen und drei Remis ungeschlagen und hat 21. In der Meistergruppe der vergangenen Saison hat der LASK beide Duelle gewonnen, 3:2 in Wals-Siezenheim und 2:1 in Linz. Wer glaubt, der Meister sei nach einer Champions-League-Nacht müde, verwechselt Müdigkeit mit Selbstvertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechnung für Sonntag ist einfach. Gewinnt Salzburg, sind es fünf Punkte Vorsprung auf den LASK. Bei einem Remis bleiben es zwei. Verliert Salzburg, zieht der LASK mit 22 zu 21 vorbei. Dazu kommt der Kalender: Der LASK hat am Mittwoch gespielt, Salzburg erst am Donnerstag um 21 Uhr. Ein Tag weniger Erholung, und dann noch die Heimfahrt aus Slowenien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was aus Celje mit nach Linz muss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit muss die erste Viertelstunde. Ballgewinne weit vorne, Redžić mit Tempo über rechts, Lindström als Waffe gegen eine Abwehr, die nicht aufpasst. Das hat funktioniert, und das wird auch gegen den LASK funktionieren, wenn die Mannschaft es 90 Minuten durchzieht und nicht nur 45.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daheim bleiben muss der kurze Freistoß in der eigenen Hälfte in der Schlussminute. Konkret heißt das: Wenn Salzburg in Linz führt, dann kommt der Ball lang zu Tabakovic, dann bleibt der Außenverteidiger nicht allein als letzter Mann, dann wird gefoult, bevor der Konter läuft. Morgalla nennt es erwachsen, ich nenne es gscheit. Am Sonntag um 17 Uhr in der Raiffeisen Arena wird sich zeigen, ob die Lektion angekommen ist. Schauen wir mal, ich bin zuversichtlicher, als dieser Text klingt. Die Qualität ist da, das hat man in Celje zweimal gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben die rund 300, die am Donnerstagabend nach Celje gefahren sind. In ein Stadion mit über 13.000 Plätzen, in dem gerade einmal rund 4.000 Menschen saßen, zu einem Anpfiff um 21 Uhr, mit einem Arbeitstag am Freitag. Sie haben zwei Tore bejubelt und in der 90. Minute zugeschaut, wie aus dem Sieg ein Punkt wurde. Daheim waren viele von ihnen wohl erst lange nach Mitternacht. Am Sonntag stehen sie wieder, diesmal in Linz, und die Vorschreier werden wieder versuchen, eine Kurve zu tragen, die gerade wenig Grund zum Jubeln hat. Dass sie es trotzdem tun, ist das Einzige an dieser Woche, das ich mit Sehr gut benote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Mannschaft will ich am Sonntag keine Reaktion sehen. Ich will 90 Minuten sehen. Vollgas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ungeschlagene Zweite fährt am Sonntag um 17 Uhr zum Meister nach Linz, zwischen Salzburg und dem LASK liegen gerade einmal zwei Punkte. Dazu kommt: Die Linzer haben die letzten beiden Duelle gewonnen, und gegen den amtierenden Meister wartet Salzburg seit sechs Partien auf einen Sieg.</p>


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class="s12v-eye">Vorschau · Bundesliga · 10. Spieltag</span><span class="s12v-eye s12v-cd" data-ko="1792944000"></span></div><div class="s12v-board"><div class="s12v-team"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6465.png" alt="6465" width="92" height="92" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 1"><b>LASK</b><span>3. Platz · 19 Pkt</span></div><div class="s12v-vs">VS</div><div class="s12v-team"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6428.png" alt="6428" width="92" height="92" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 2"><b>Salzburg</b><span>2. Platz · 21 Pkt</span></div></div><div class="s12v-meta"><span class="s12v-eye"><b>So. 25. Oktober</b> · 17:00</span><span class="s12v-eye">Raiffeisen Arena</span></div></section><h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Die Ausgangslage</h2><div class="s12v s12v-duel"><div class="s12v-dh"><span><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6465.png" alt="6465" width="28" height="28" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 3">LASK</span><span></span><span>Salzburg<img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6428.png" alt="6428" width="28" height="28" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 4"></span></div><div class="s12v-row"><span class="s12v-l">3.</span><span class="s12v-m s12v-eye">Tabelle</span><span class="s12v-r s12v-win">2.</span></div><div class="s12v-row"><span class="s12v-l">19</span><span class="s12v-m s12v-eye">Punkte</span><span class="s12v-r s12v-win">21</span></div><div class="s12v-row"><span class="s12v-l"><span class="s12v-pills"><i class="s12v-pS">S</i><i class="s12v-pN">N</i><i class="s12v-pU">U</i><i class="s12v-pN">N</i><i class="s12v-pS">S</i></span></span><span class="s12v-m s12v-eye">Form</span><span class="s12v-r"><span class="s12v-pills"><i class="s12v-pS">S</i><i class="s12v-pU">U</i><i class="s12v-pS">S</i><i class="s12v-pU">U</i><i class="s12v-pS">S</i></span></span></div></div>




<div class="wp-block-group s12v-sec is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Wer fehlt</h2>


<div class="s12v s12v-abs"><div class="s12v-abs-c s12v-abs-c--us"><span class="s12v-eye"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6428.png" alt="6428" width="22" height="22" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 5">Salzburg</span><ul><li><b>Anrie Chase</b></li><li><b>Nikolas Veratschnig</b></li><li><b>Enrique Aguilar</b></li><li><b>Justin Omoregie</b></li></ul></div><div class="s12v-abs-c"><span class="s12v-eye"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6465.png" alt="6465" width="22" height="22" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 6">LASK</span><ul><li><b>Ramiz Harakaté</b></li><li><b>George Bello</b></li></ul></div></div>

</div>



<div class="wp-block-group s12v-sec is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Worauf es ankommt</h2>



<div class="wp-block-group s12v-key is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Die Salzburg-Serie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hält Salzburgs Serie ohne Niederlage auch gegen den einzigen Gegner, der zuletzt zweimal hintereinander ein Rezept gegen die Mozartstädter gefunden hat? Wenn ja, ist die Partie mehr als drei Punkte: Sie zeigt, ob diese Mannschaft auch nach dem glücklosen Unentschieden bei Celje gegen einen Titelkonkurrenten mithalten kann..</p>
</div>




</div>



<div class="wp-block-group s12v-sec is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Der Tipp</h2>


<div class="s12v s12v-tips"><div class="s12v-tip"><div class="s12v-who"><span class="s12v-eye">Karli</span><a class="s12v-eye s12v-ai" href="https://s12.at/ki-transparenz/">KI-Prognose</a></div><div class="s12v-sc">1<s>:</s>1</div><div class="s12v-bar"><i style="width:35%"></i><i style="width:30%"></i><i style="width:35%"></i></div><div class="s12v-sub">Sieg 35 · Remis 30 · Niederlage 35</div></div><div class="s12v-tip s12v-tip--me"><div class="s12v-who"><span class="s12v-eye">Mein Tipp</span></div><div class="s12v-sc">1<s>:</s>2</div><div class="s12v-sub">Alex Januschewsky</div></div></div><div class="s12v s12v-quote">„Na servas, des is a gscheids Spiel, wo ma aufpassen muaß! Auswärts in Linz is hoid immer a Hetz, des wiss ma jo. Da LASK spuit grad recht guad auf, des siecht ma an da Form. Mia Soizburger san zwar ungeschlogn, aber auswärts schaut des oft a weng anders aus. I glaub, des wird a enger Kampf, wo&#039;s um jeden Ball geht. Mei Tipp is a Punkteteilung, weil beide Teams wos mitnahman woin.“<span class="s12v-eye">Karli · KI-generiert am 19.10.2026 01:00 · <a href="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/">Karlis Bilanz</a></span></div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich setz auf ein 1:2, aber <a href="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/" target="_blank" data-type="page" data-id="711" rel="noreferrer noopener">Karlis</a> 1:1 ist wohl die ehrlichere Prognose: Salzburg hat in neun Runden zwar nicht verloren, aber schon dreimal Unentschieden gespielt, und gegen einen LASK, der die letzten zwei Duelle gewonnen hat, wird ein Punkt in Linz eher das realistische Ergebnis sein als der Auswärtssieg.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte nur eine Bitte an die Mannschaft: Wenn es in der 90. Minute 1:1 steht, dann bitte keinen kurzen Freistoß in der eigenen Hälfte.</p>
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		<title>Altach war die richtige Antwort, Celje wird die Prüfung für Salzburgs Box</title>
		<link>https://s12.at/altach-war-die-richtige-antwort-celje-wird-die-pruefung-fuer-salzburgs-box/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 04:57:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Europa League bei NK Celje: Gegnercheck, die Lehren aus dem 3:0 gegen Altach und die Frage, ob Salzburgs Abwehr nach dem 0:4 gegen Milan hält.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nach sechs Minuten stand es gegen Altach 1:0, und trotzdem war es Arbeit. So hat Danny Röhl, Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg, den 3:0-Sieg vom Sonntag sinngemäß beschrieben. Ich finde, in diesem Satz steckt alles, was du vor dem Europa-League-Spiel bei NK Celje wissen musst, das am Donnerstag um 21.00 Uhr angepfiffen wird. Der Sieg gegen den Vorletzten war nach dem 0:4 gegen Milan nötig und richtig. Ob Salzburg die Fehler in der eigenen Box abgestellt hat, beweist er aber nicht. Unten steht, was aus Altach nach Slowenien mitfährt und was ich zu Hause lasse. Zuerst zum Gegner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist NK Celje, und warum hat der Meister noch keinen Punkt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Celje liegt in Slowenien, der Klub wurde 1919 gegründet und trägt den Spitznamen Grofje, zu Deutsch die Grafen. Gespielt wird im Stadion Z&#8217;dežele mit 13.059 Plätzen. Die Grafen sind amtierender Meister, den Titel holten sie 2025/26, davor 2023/24 und 2019/20. Celje und Maribor sind die beiden Vereine, die seit der Unabhängigkeit 1991 ununterbrochen in der obersten Liga spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europa League ist für Celje Neuland. Im Playoff zur Champions League scheiterte der Klub an Slovan Bratislava und landete so erstmals in der Ligaphase. Dann kam der Bruch: Zwei Tage vor dem ersten Spiel trennte sich Celje von Vitor Campelos, dem Trainer des jüngsten Meistertitels. Sein Nachfolger Zoran Zeljković kam vom Ligakonkurrenten Koper, und ausgerechnet gegen dessen Mannschaft hatte Celje zuletzt 0:1 verloren. Davor war das 1:2 gegen Bravo gekommen, der Meister stand nur auf Rang sieben. Zeljković, ein ehemaliger Mittelfeldspieler und Nationalspieler, hat selbst in Zypern, Ungarn und Österreich gespielt und 2017 und 2018 schon als Assistent in Celje gearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Debüt unter Zeljković endete in Leverkusen 0:2, Torhüter Žan-Luk Leban fiel dabei mit mehreren Paraden auf. Am 15. Oktober folgte daheim ein 0:3 gegen Omonia Nikosia. Macht null Punkte und 0:5 Tore. Daheim war Celje in der Conference-League-Ligaphase der Vorsaison allerdings ungeschlagen, zwei Siege, ein Remis, auswärts gingen dort alle fünf Spiele verloren. Der Heimplatz ist also die Stärke dieses Klubs, und genau dorthin fährt Salzburg. Im Kader stehen Routiniers wie Mario Kvesić, 34, und Benjamin Verbič, 32. Wie Celje unter dem neuen Trainer spielen will, kann ich nach zwei Niederlagen nicht belastbar sagen. Ich bin mir da nicht sicher, die Datenlage ist dünn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat nach dem 0:4 gegen Milan nur einen Platz in der Startelf getauscht und Altach 3:0 geschlagen. Ich halte das für die richtige Reaktion, aber nicht für den Beweis, dass die Box hält, denn Altach kam kaum gefährlich vors Tor. Celje hat in zwei Europa-League-Partien kein Tor erzielt. Das Risiko am Donnerstag liegt deshalb weniger in Celjes Offensive als in Salzburgs eigenen Fehlern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was gegen Altach wirklich passiert ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Erinnerung, warum Altach überhaupt eine Reaktion sein musste: Gegen Milan stand es zur Pause 0:2, Alphadjo Cisse hatte da schon zweimal getroffen und legte nach dem Wechsel noch einmal nach, später machte Gonçalo Ramos das 4:0. Salzburg beendete die Partie in Überzahl, weil Milans eingewechselter Pietro Terracciano nach einem Foul an Dominik Schmid wegen Torraubs Rot sah, ein Ehrentreffer blieb trotzdem aus. Nur viermal hat Salzburg im Europacup höher verloren. Röhl sagte danach sinngemäß, die erste Hälfte sei gut gewesen, aber der Abschluss nicht zielstrebig genug, und beim Verteidigen der eigenen Box sei die Mannschaft vor allem bei den ersten Gegentoren nicht wach genug gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl änderte gegen Altach die Startelf nur an einer Stelle: Gaoussou Diakité spielte für Sota Kitano. Der Pole Mazurek stand wieder drin, obwohl ihm gegen Milan der Ballverlust vor dem 0:4 unterlaufen war. Das macht Sinn. Wer nach einer Niederlage einen Spieler für seinen Fehler aus der Mannschaft nimmt, schickt dem Rest eine Botschaft, die in der Europa League nicht hilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 1:0 fiel nach dem ersten gefährlichen Angriff. Jesper Lindström zirkelte den Ball mit dem Außenrist in den Strafraum, Kapitän Haris Tabakovic musste nur den Fuß hinhalten. Nach der Pause köpfte Tabakovic ein zweites Mal ein, Schiedsrichter Alain Sadikovski erkannte das Tor wegen Foulspiels ab. Die Vorentscheidung fiel erst in der 73. Minute: Lindström traf einen direkten Freistoß, sein erstes Bundesliga-Tor, der Däne ist von Napoli ausgeliehen. Kurz vor Schluss machte der eingewechselte Damir Redzic nach einem sehenswerten Angriff den Endstand, sein erstes Saisontor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl räumte nachher sinngemäß ein, dass Altach die Räume zugestellt hatte, dass die Entscheidungen nicht immer gut waren und dass Salzburg einige Konter zugelassen hat. Altach selbst blieb im Angriff harmlos und prüfte Torhüter Christian Zawieschitzky kaum. Das Team von Ognjen Zaric hat sechs Punkte und ist Vorletzter, es hatte in der Runde davor den WAC 3:0 geschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg ist damit seit neun Bundesliga-Spielen ungeschlagen, sechs Siege, drei Remis, 21 Punkte, drei weniger als Rapid und zwei mehr als der LASK. Ich wollte das 3:0 erst als Beleg für die Reaktion der Mannschaft feiern. Aber 67 Minuten Ein-Tore-Führung gegen den Vorletzten, der sich kaum Chancen erarbeitet, lassen das nicht zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was aus Altach nach Celje mitfährt und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit fährt die Achse. Röhl vertraut seinen Spielern auch nach dem 0:4, und die Elf, die Altach geschlagen hat, hat Milan schon gekannt. Mit fährt auch der Standard: Lindströms Freistoß ist eine Waffe gegen Gegner, die tief stehen und selten Fehler erzwingen. Celje hat in zwei Spielen fünf Gegentore kassiert, wie viele aus ruhenden Bällen fielen, hab ich nicht gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Hause bleibt die Gewissheit, dass Salzburg ein Spiel kontrolliert, weil es das gegen Altach getan hat. Ein Heimteam ohne Punkt und ohne Tor wird Risiko gehen müssen, das schauen wir mal an. Das gibt Salzburg Räume, die es am Sonntag nicht hatte. Es gibt Celje aber auch Ballgewinne, und Milan hat in Salzburg genau zwei Dinge bestraft: einen allein gelassenen Stürmer nach einer Flanke und einen Ballverlust vor dem eigenen Strafraum. Röhl nannte Milan nach der Partie mindestens einen Kopf größer als sein Team, und er hat nach meinem Verständnis auch davor gewarnt, in der Europa League von Pflichtsiegen zu reden. Ich schließe mich an. Konkret wünsche ich mir in Celje ein Spiel, in dem Tabakovic und Lindström weiter früh Druck machen, hinten aber niemand allein den Ball vor dem eigenen Sechzehner verteidigt, und in dem die Sechser Mazurek und Barry den Raum vor der Abwehr dichthalten, statt jedem Ball hinterherzulaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann die Rechnung. Salzburg hat drei Punkte aus zwei Spielen, 1:0 in Sofia und 0:4 gegen Milan, und liegt auf Rang 21. Gewinnt die Mannschaft in Celje, hat sie sechs Punkte nach drei Spielen. Sechs Punkte waren im Vorjahr die gesamte Ausbeute aus den acht Spielen der Ligaphase, und die reichten nicht: Salzburg schied aus. Verliert sie, bleiben drei Punkte vor fünf Partien, darunter Anderlecht und Leverkusen auswärts. Die Plätze eins bis acht gehen direkt ins Achtelfinale, die Plätze neun bis 24 in die Playoffs, darunter ist Schluss. Auch eine Zahl, die ich merkwürdig finde: Beide Teams haben in dieser Ligaphase zusammen genau ein Tor geschossen, Salzburg das 1:0 in Sofia, Celje keines.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntag wartet der LASK, der Meister. Daran zu denken, bevor Celje gespielt ist, wäre der erste Fehler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt ein Punkt, den ich in der Aufregung um die Box nicht untergehen lassen will: die Offensive. Salzburg hat in der Europa League bisher ein Tor erzielt, in zwei Spielen. Gegen Altach waren es drei, aber zwei davon fielen aus einer Standardsituation und aus einem Angriff in der Schlussphase, als der Gegner müde war. Wer in Celje auf ein Tor aus dem Spiel heraus hofft, sollte wissen, dass Altach das nicht zuverlässig gezeigt hat. Ein Gegner, der tief steht und kontert, wird auch Celje nicht zwingend sein, aber nach zwei Niederlagen ohne eigenes Tor ist ein früher Treffer für die Slowenen Gold wert. Je länger es 0:0 steht, desto nervöser wird das Stadion, und das kann beiden Seiten helfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Donnerstag in Celje: Anreise, Stadion und die Nordkurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Stadion Z&#8217;dežele wurde ab 1999 in Etappen gebaut, die Osttribüne kam 2003, die Nordtribüne als letzte. Etwa die Hälfte der 13.059 Sitzplätze ist überdacht.  Anstoß ist um 21.00 Uhr, der Schlusspfiff fällt gegen 23.00 Uhr, und am Freitag ist Arbeitstag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Milan waren 22.503 Zuschauer in Wals-Siezenheim und sahen eine Lehrstunde. Wer nach so einem Abend am Donnerstag trotzdem ins Auto steigt, um in einem fremden Stadion zu stehen, zeigt mir, wo Fankultur anfängt. Ein Spiel gegen einen Gegner ohne Punkt und ohne Tor lockt kaum jemanden. Dieser Klub braucht auch in der Ligaphase der Europa League Leute, die laut sind, wenn es schlecht läuft, und die Nordkurve ist dafür die Adresse. Falls die Vorschreier mitfahren, haben sie in Celje die schwierigere Aufgabe als daheim: Sie müssen die Stimmung in Gang bringen, wo ihnen kein Heimvorteil den Raum gibt. Der Nordkurve gebührt dafür ein ehrliches Danke, auch von mir, der dieses Mal nicht dabei ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Tipp ist ein Maßstab. Hält die Box, gewinnt Salzburg in Celje. Hält sie nicht, hilft auch das 3:0 gegen Altach nicht, und dann war es eine gscheite Partie für die Kritiker.</p>
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		<title>Das 0:4 gegen Milan war zu verkraften. Der Abend auf den Stiegen nicht.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2026 04:36:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Das 0:4 gegen Milan war verkraftbar. Kiosk-Chaos bei foodaffairs und blockierte Fluchtwege auf der Nord nicht. Meine Kritik nach dem Heimspiel.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich bin gestern aus der Red Bull Arena gegangen und hab mich kaum über das 0:4 geärgert. Gegen den AC Milan darf man verlieren, auch so deutlich. Geärgert hab ich mich über alles, was abseits des Rasens passiert ist: über Kioske, an den überhaupt nichts weiterging, und über Stiegen auf der Nord, auf denen es kein Durchkommen mehr gab. Die Niederlage ist in ein paar Tagen abgehakt. Die Abläufe im Stadion nicht, weil sie beim nächsten Heimspiel wieder auf uns warten. Ich schreib hier auf, was ich gestern erlebt hab, wer dafür die Verantwortung trägt, und warum ausgerechnet die Fans am Ostparkplatz zeigen, wie es gscheit geht. Zuerst aber zur Partie, weil die eine ehrliche Einordnung verdient.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum war Milan eine Nummer zu groß?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der FC Salzburg hat gestern in der Europa League gegen den AC Milan mit 0:4 verloren. Es war die erste Niederlage im 16. Pflichtspiel dieser Saison. Fünfzehn Partien ohne Niederlage unter Trainer Danny Röhl, und dann kommt ein Serie-A-Klub, der mit einer stark rotierten Mannschaft anreist und trotzdem 90 Minuten lang das Tempo bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mann des Abends hieß Alphadjo Cissè. Der 19-jährige Italiener köpfelte nach einer Viertelstunde eine Flanke von Omari Hutchinson zum 0:1 ein, legte in der 32. Minute nach und machte in der 49. Minute mit seinem dritten Treffer alles klar. Ein Triplepack in Wals-Siezenheim. Der eingewechselte Gonçalo Ramos setzte in der 72. Minute den Schlusspunkt, nachdem Ardon Jashari dem Salzburger Bartosz Mazurek im Spielaufbau den Ball abgenommen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Salzburg? Zwei Schüsse aufs Tor in 90 Minuten. Das ist die Zahl, die mir mehr zu denken gibt als das Ergebnis. Der Jubel in der 23. Minute, als Haris Tabakovic eine Hereingabe von Leandro Morgalla über die Linie drückte, hielt nur Sekunden: Der Ball war vorher im Aus. Die beste echte Chance hatte Edmund Baidoo in der 53. Minute, Mike Maignan war vor seinem Strafraum schneller. Danach kamen Yorbe Vertessen und Gaoussou Diakité, der Druck wurde etwas größer, gefährlich wurde es kaum. Dass Filippo Terracciano in der 83. Minute nach einem Foul an Dominik Schmid Rot sah, war für die Statistik ein Detail.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte das erst härter formulieren, aber die Gegenrede gehört dazu. Fünfzehn Spiele ungeschlagen sind kein Zufall, und ein Abend gegen einen der größten Namen Europas ändert daran wenig. Milan war in jeder Phase handlungsschneller, im Zweikampf robuster und im Abschluss eiskalt. Das ist Klassenunterschied, kein Systemversagen. Schauen wir mal, wie die Mannschaft am Wochenende reagiert. Wenn sie es tut wie in den vergangenen Wochen, ist dieses 0:4 bald eine Fußnote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 0:4 gegen Milan halte ich für einen Klassenunterschied an einem einzelnen Abend, nicht für eine Krise. Was mich wirklich ärgert, ist der Rahmen: Seit Saisonbeginn funktioniert die Versorgung der Zuschauer in der Red Bull Arena nicht, und gestern hat auf der Nord zusätzlich die Ordnung auf den Stiegen versagt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie lange darf sich ein Caterer eingewöhnen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1. Juli betreibt <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260505_OTS0070/neuer-partner-fuer-das-public-catering-in-der-red-bull-arena-salzburg-foodaffairs-uebernimmt-ab-juli-alle-stadionkioske" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260505_OTS0070/neuer-partner-fuer-das-public-catering-in-der-red-bull-arena-salzburg-foodaffairs-uebernimmt-ab-juli-alle-stadionkioske" rel="noreferrer noopener">foodaffairs</a>, eine Catering-Linie von Eurest Österreich, sämtliche 39 öffentlichen Kioske in der Red Bull Arena. Bei der Präsentation im Mai hat Geschäftsführer Georg Hirsch-Stronstorff den Fans unter anderem „schnelleren Service&#8220; versprochen. Stephan Reiter, CEO des FC Red Bull Salzburg, sprach damals davon, dass das Feedback der Fans ein wichtiger Impuls für den Wechsel gewesen sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Feedback gibt es jetzt wieder. Nur anders, als sich das beide Seiten vorgestellt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang der Saison hieß es in der Kurve noch: Die müssen sich halt eingewöhnen. Neues Personal, neue Abläufe, neue Kassensysteme, das versteh ich. Nur ist diese Schonfrist mittlerweile vorbei. Es ist Mitte Oktober, die Mannschaft hat zu Hause schon einige Partien hinter sich, und am Kiosk läuft es nicht besser, sondern gestern so schlecht wie nie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Ich hab gestern ein Tor verpasst und das nächste nur ganz knapp nicht, weil an meinem Kiosk schlicht nichts weiterging. Die Schlange bewegte sich minutenlang keinen Meter. Rund um mich wurden die Leute immer ungehaltener, und das waren keine Hitzköpfe, sondern ganz normale Stadionbesucher, die ein Bier und eine Wurst wollten. In den Gesprächen danach war schnell klar, dass das kein Problem der Nord allein war. Aus anderen Sektoren kamen dieselben Geschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lage war offenbar so deutlich, dass der Verein noch am Abend reagiert hat. Im <a href="https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/news/statement-kiosk-situation-15102026" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Statement zur Kiosk-Situation</a> räumt der FC Red Bull Salzburg ein, dass die Abläufe an den Kiosken beim Heimspiel nicht den Ansprüchen entsprochen haben. Das rechne ich dem Klub an. Schnell, ohne Ausreden, öffentlich. So soll das sein.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-16-060518.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="972" height="1042" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-16-060518.png" alt="Screenshot 2026 10 16 060518" class="wp-image-1641" title="Das 0:4 gegen Milan war zu verkraften. Der Abend auf den Stiegen nicht. 7" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-16-060518.png 972w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-16-060518-280x300.png 280w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-16-060518-768x823.png 768w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-16-060518-955x1024.png 955w" sizes="(max-width: 972px) 100vw, 972px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt wird es unangenehm, aber nicht für den Verein. Die Qualität von foodaffairs ist nämlich gar nicht das Problem. Das Bier ist frisch. Wenn man eines bekommt. Der weiße Spritzer ist kühl und prickelnd. Wenn er nicht gerade aus ist. Die Würstel schmecken. Und man bekommt sie sogar mit dem richtigen Senf, wenn man der jungen Mitarbeiterin hinter der Theke vorher erklärt, dass süßer Senf und Estragonsenf nicht dasselbe sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitarbeiterin kann dafür am wenigsten. Wer Leute ohne Einschulung hinter eine Stadiontheke stellt, an der in der Halbzeitpause Hunderte gleichzeitig bedient werden wollen, hat ein Planungsproblem, kein Personalproblem. Zu wenig Personal, zu wenig Vorrat bei den gängigen Getränken, Abläufe, die erkennbar nicht auf ein volles Haus ausgelegt sind: Das sind Entscheidungen, die im Büro eines Caterers fallen, nicht am Kiosk. Ein Unternehmen, das sich mit Erfahrung aus dem Allianz Stadion und der Steffl Arena beworben hat, muss wissen, was an einem internationalen Fußballabend auf es zukommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo war gestern der Fluchtweg auf der Nord?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Punkt wiegt für mich schwerer als ein verpasstes Tor. Auf der Nord gab es gestern keinen freien Fluchtweg. Alle Auf- und Abgänge waren mit Menschen vollgestanden, so dicht, dass ich nach der Warterei am Kiosk fast mit Gewalt wieder auf meinen Platz zurückmusste. Ich übertreib da nicht. Ich hab mich mit Ellbogen durch Leute schieben müssen, die selbst nicht wussten, wohin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hab dann einen Ordner darauf angesprochen. Seine Antwort war ein Schulterzucken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Punkt, an dem mir der Humor ausgeht. Freie Stiegen sind auf einer vollen Tribüne eine Frage der Sicherheit. Wenn auf einer vollen Tribüne etwas passiert, eine Panik, ein medizinischer Notfall, ein Pyro-Zwischenfall, dann sind diese Wege das Einzige, was zwischen einem Schreck und einer Katastrophe steht. Genau dafür steht ein Ordnungsdienst im Stadion: nicht um Tickets zu scannen und dann zuzuschauen, sondern um diese Wege freizuhalten. Und wenn er das allein nicht schafft, dann holt er Verstärkung. Schulterzucken ist keine Option.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritik richtet sich gegen die Firma, die mit dem Ordnungsdienst beauftragt ist, und gegen die Einsatzplanung, die gestern offensichtlich zu dünn war. Der einzelne Ordner auf den Stufen ist oft schlecht bezahlt, schlecht eingewiesen und allein auf weiter Flur. Das entschuldigt das Schulterzucken nicht, aber es erklärt es. Verantwortlich ist, wer ihn so hingestellt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich geh seit Jahrzehnten in dieses Stadion. Es war schon einmal professioneller. Am Feld, bei den Ordnern und am Kiosk. Das Feld lass ich gestern gelten, gegen Milan. Die anderen beiden nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Fans am Ostparkplatz besser können</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hat der Abend gut angefangen. Vor dem Spiel war ich bei der <a href="https://s12.at/die-ppp-wenn-die-party-vor-dem-stadion-startet/" target="_blank" data-type="post" data-id="744" rel="noreferrer noopener">Parkplatzparty</a> am Ostparkplatz, und dort hab ich gesehen, wie es geht. Fans stellen ihre Stände auf, grillen, schenken aus, organisieren alles selbst. Unentgeltlich, gegen eine freiwillige Spende. Ich bin mir ziemlich sicher, dass manche von ihnen am Ende des Abends draufzahlen. Sie machen es trotzdem, nicht zum ersten Mal, mit einer Leidenschaft, die man nicht kaufen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Leute wie Ilona, Toni, Manuela, Yvonne und wie sie nicht alle heißen wissen, was sie leisten können, und sie leisten es. Niemand verspricht dort schnelleren Service oder eine neue Stufe der Stadionkulinarik. Es wird einfach gemacht. Wer dort ansteht, bekommt sein Bier, und meistens noch einen Schmäh dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Leidenschaft fehlt manchen in ihrem bezahlten Job im Stadion. Das ist kein Vorwurf an jede einzelne Person am Kiosk oder auf den Stufen, sondern an die Firmen, die ihnen weder die Mittel noch die Einschulung geben, um ihren Job gscheit zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und eh klar, wer die Parkplatzparty trägt: Das sind dieselben Menschen, die danach in der Nordkurve stehen und die Mannschaft auch bei einem 0:4 nicht im Stich lassen. Die Nordkurve trägt diesen Verein seit Jahren durch Abende wie den gestrigen. Sie hat sich verdient, dass sie auf ihrer eigenen Tribüne wieder auf ihren Platz kommt, ohne sich durchkämpfen zu müssen, und dass sie in der Halbzeit ein Bier bekommt, ohne die zweite Hälfte zu versäumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Wunsch an foodaffairs und an die Ordnerfirma ist simpel: Schaut euch beim nächsten Heimspiel gegen Altach an, wie es am Ostparkplatz läuft. Dort lernt man in einer Stunde mehr über Fanversorgung als in jeder Präsentation. Und mein Wunsch an den Verein: Bleibt mit eurem Statement nicht stehen. Ihr habt die Partner ausgesucht, ihr habt die Hebel, sie in die Pflicht zu nehmen. Wir Fans werden genau hinschauen, ob sich bis zum nächsten Heimspiel etwas ändert.</p>
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		<title>Dreimal Latte, null Gegentore: Warum das 0:0 beim GAK genau zur richtigen Zeit kommt</title>
		<link>https://s12.at/dreimal-latte-null-gegentore-warum-das-00-beim-gak-genau-zur-richtigen-zeit-kommt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 10:14:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Dreimal Latte in Graz, sieben Ausfälle, trotzdem ungeschlagen. Warum das 0:0 beim GAK ein Geschenk ist und Milan am Donnerstag angreifbar.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>46. Minute, Kopfball Yannick Oberleitner, Latte. Vier Minuten später Anderson aus kürzester Distanz, wieder Latte. In der 76. Minute knallt Jacob Italiano einen Weitschuss ans Aluminium. Dreimal hat das Gehäuse in Graz für den FC Red Bull Salzburg gerettet, und nach dieser zweiten Halbzeit war das 0:0 kein verlorener Sieg, sondern ein gefundener Punkt. Meine These: Genau dieses Remis ist das Beste, was der Mannschaft vor dem Europa-League-Heimspiel gegen den AC Milan am Donnerstag passieren konnte. Es legt die Fehler offen, ohne etwas zu kosten. Ich zeig dir, was in Liebenau schiefgelaufen ist, warum die Ausfallliste das Ergebnis in ein anderes Licht rückt und warum Milan gerade angreifbarer ist, als der große Name vermuten lässt. Zuerst zur Partie selbst.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ist in Graz eigentlich schiefgelaufen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl, Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg, hat im Vergleich zum 3:0 gegen Sturm Graz vor der Länderspielpause sieben Positionen getauscht. Nur Kevin Boma, Dominik Schmid, Abubakr Barry und Karim Konaté blieben in der Startelf. Christian Früchtl stand erstmals in einem Ligaspiel für Salzburg im Tor, weil Christian Zawieschitzky mit Adduktorenproblemen fehlte. Stefan Lainer übernahm die rechte Seite, Tim Drexler rückte in die Innenverteidigung, Frans Krätzig spielte zentral neben Barry. Davor Jesper Lindström, Sota Kitano und Yorbe Vertessen hinter Konaté.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Halbzeit war gar nicht so schlecht, wie das Ergebnis vermuten lässt. Lindström zwang Cican Stankovic, den ehemaligen Salzburger im GAK-Tor, in der 7. Minute per Freistoß zu einer Glanzparade. In der 32. Minute schoss Vertessen auf das verlassene Tor, Michael Sollbauer klärte in höchster Not. Sechs Minuten später traf Konaté die Stange. Drei Situationen, in denen eine Mannschaft mit Titelanspruch in Führung gehen muss. Kurz vor der Pause hatten dann aber schon die Grazer über Oberleitner und Christian Lichtenberger die gefährlicheren Szenen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt wird es unangenehm. Nach dem Wiederanpfiff war der GAK die bessere Mannschaft, und zwar deutlich. Die drei Lattentreffer sind nur die sichtbarste Zahl. Dazu kam ein Kopfball von Alexander Hofleitner knapp vorbei in der 57. Minute, wieder nach einem Standard. Das ist der Teil, der mich wirklich beschäftigt: Salzburg war bei ruhenden Bällen anfällig, der Anderson-Kopfball an die Latte entstand nach einer Ecke, bei der die Abwehr ordentlich geschwommen ist. Röhl hat in der 54. Minute dreifach gewechselt, Haris Tabakovic, Edmund Baidoo und Aboubacar Camara kamen für Vertessen, Kitano und Lindström. Gegriffen hat das erst in der Schlussphase, als der eingewechselte Gaoussou Diakité kurz vor Schluss und Tabakovic in der 95. Minute jeweils an Stankovic scheiterten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl hat danach nichts schöngeredet. <em>„Im Endeffekt waren wir nicht gut genug&#8220;</em>, sagte er, und er wurde konkret:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Gerade in den letzten 20 Minuten, wo man merkt, das Spiel geht auf, muss man bessere Entscheidungen treffen.&#8220; </em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Das find ich gscheit, weil es genau das Bild trifft, das die Partie hinterlassen hat. Ein Pass zu früh, ein Dribbling zu spät, und schon ist die Überzahl im letzten Drittel wieder weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in Graz nach der Pause dreimal Glück am Aluminium gehabt und vorne die eigenen Großchancen liegen lassen. Ich halte das 0:0 trotzdem für einen Gewinn, weil es die zwei Baustellen vor Milan klar benennt: Standards verteidigen und im letzten Drittel schneller entscheiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ist der Punkt trotzdem ein Geschenk?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte das erst schärfer formulieren, aber die Ausfallliste gibt es nicht her. Diese Länderspielpause hat Salzburg härter getroffen als jeden anderen Klub der Admiral Bundesliga. Kapitän Nikolas Veratschnig hat sich bei seinem Debüt im A-Team gegen den Kosovo eine Bänderverletzung im rechten Knie zugezogen und fällt mehrere Wochen aus. Zawieschitzky, im selben Spiel ebenfalls Debütant, ist mit der Adduktorenverletzung von der U21 zurückgekommen. Damir Redzic fehlt wochenlang, Enrique Aguilar und Justin Omoregie stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Das ist nicht die zweite Reihe, das sind Stammkräfte und Ergänzungsspieler auf einen Schlag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt die Dauer der Pause. Drei Wochen, in denen ein Großteil des Kaders bei Nationalteams war. Röhl hat nach dem Spiel darauf hingewiesen: <em>„Der GAK konnte hingegen relativ voll trainieren.&#8220;</em> Wer die Abstimmung in der Salzburger Restverteidigung bei den Grazer Eckbällen gesehen hat, versteht, was er meint. Automatismen entstehen auf dem Trainingsplatz, nicht im Flieger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt die Gegenrede, weil sie nötig ist. Röhl selbst lässt das nicht als Ausrede gelten. Sinngemäß sagte er, die Qualität auf dem Platz hätte zum Sieg gereicht, man müsse dafür aber bei hundert Prozent sein. Da hat er recht. Sieben Wechsel sind auch eine Entscheidung, und wer so viel rotiert, nimmt in Kauf, dass die Abläufe holpern. Gegen einen GAK, der unter Gerald Scheiblehner in fünf Pflichtspielen ungeschlagen ist und daheim seit elf Ligapartien nicht mehr verloren hat, war das Risiko absehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Salzburg ist nach diesem Remis seit 15 Pflichtspielen unter Röhl ungeschlagen. Rapid hat am Sonntag mit dem 2:0 beim LASK die Tabellenführung zurückgeholt und liegt drei Punkte vorne, 21 zu 18. Das ist ärgerlich, aber kein Drama nach acht Runden. Ein Punkt in Graz mit einer halben Notelf ist im Oktober mehr wert als ein Punkt im März, weil er die Serie hält und die Mannschaft mit einem klaren Arbeitsauftrag in die Woche schickt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie gefährlich ist dieser AC Milan wirklich?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Donnerstag steht wieder die Euopa League am Programm. Der <strong>AC Milan</strong> in der Salzburger Arena. Der Name klingt nach Champions-League-Finale, nach San Siro, nach sieben Henkelpötten. Die Gegenwart klingt anders. Milan hat den Europa-League-Auftakt am 16. September daheim gegen Benfica mit 0:2 verloren, Dodi Lukébakio und Jakub Kaminski trafen, die eigenen Fans pfiffen ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff aus. Gestern folgte in der Serie A ein 1:1 bei Sassuolo. Adrien Rabiot brachte Milan in Führung, fünf Minuten später glich Cas Odenthal nach einem Eckball aus. Die großen italienischen Sportzeitungen gaben Trainer Ruben Amorim durchwegs Noten zwischen 5 und 5,5.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Detail aus diesem Sassuolo-Spiel hab ich mir notiert: Auch Milan hat ein Problem mit Standards. Das Gegentor fiel nach einer Ecke, und Amorim stellte das System in der Pause um, weil es nicht funktioniert hat. Eine Mannschaft, die drei Wochen nach der Benfica-Pleite noch nach ihrer Grundordnung sucht, ist eine Mannschaft, die man unter Druck setzen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterschätzen darf man sie trotzdem nicht. Mike Maignan hat in Sassuolo mehrfach gerettet, Christian Pulisic, Rabiot und Luka Modric haben eine Qualität, die in der Admiral Bundesliga niemand hat. In der Serie A ist Milan noch ungeschlagen. Ich bin mir da nicht sicher, mein Eindruck aus den Berichten ist aber, dass dieser Kader auf dem Papier viel zu gut für seine aktuellen Ergebnisse ist, und genau solche Mannschaften explodieren irgendwann. Die Frage ist, ob am Donnerstag oder später.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ausgangslage in der Ligaphase spricht für Salzburg. Nach dem 1:0 bei Lewski Sofia durch das Tor von Tabakovic in der 39. Minute stehen drei Punkte am Konto, Milan hat null. Der Druck liegt bei den Italienern. Röhl hat das Duell nach dem Graz-Spiel so angekündigt: <em>„Die nächste schwere Aufgabe gegen eine gute Mannschaft, das nehmen wir gerne an und werden versuchen, zu Hause wieder ein Topspiel zu machen.&#8220; </em>Das „wieder&#8220; steht da nicht zufällig. Gegen Sturm, Austria und Rapid hat diese Mannschaft daheim gezeigt, wie sie Spiele von der ersten Minute an bestimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was es dafür braucht, hat Graz ziemlich genau aufgeschrieben. Erstens die Eckbälle: Wer gegen den GAK bei drei Standards nur mit Glück davonkommt, wird gegen Rabiot und die Kopfballspieler aus Mailand nicht jedes Mal das Aluminium auf seiner Seite haben. Zweitens das letzte Drittel: Gegen Milan wird es nicht zehn klare Chancen geben, sondern vielleicht drei. In Sofia hat eine davon gereicht, weil Tabakovic sie genutzt hat. Drittens die erste Viertelstunde. Eine Mannschaft, die nach einer Heimpleite gegen Benfica und einem verspielten Vorsprung in Sassuolo anreist, ist verunsichert. Wenn Salzburg früh presst und die Nord von Beginn an Druck macht, kann diese Unsicherheit kippen. Wunschdenken ist das keines: Genau so hat Röhl daheim Sturm, Austria und Rapid bespielt, mit 12:2 Toren in drei Partien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was lehrt uns die Rechnung von 2022?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hab den 6. September 2022 noch genau im Kopf. Champions League, erster Spieltag, Milan als frischgebackener italienischer Meister in Wals-Siezenheim. In der 28. Minute schob Noah Okafor den Ball erst Pierre Kalulu und dann Maignan durch die Beine. Alexis Saelemaekers glich vor der Pause aus, am Ende stand ein 1:1, das sich wie ein Sieg angefühlt hat. Maignan steht übrigens immer noch im Milan-Tor. Er wird sich an diesen Doppel-Tunnel erinnern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Monate später der Gegenentwurf. Am 2. November 2022 verlor Salzburg in San Siro mit 0:4, Olivier Giroud traf zweimal, Milan zog ins Achtelfinale ein und Salzburg musste in die Europa League. Beide Ergebnisse gehören zur Geschichte, und beide sagen etwas aus. Daheim, vor der eigenen Kurve, kann diese Mannschaft mit Milan mithalten. Auswärts, unter Druck und ohne Rückhalt von den Rängen, wird es schnell bitter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Donnerstag beginnt um 15.45 Uhr</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anpfiff ist am Donnerstag, 15. Oktober, um 18.45 Uhr in der Red Bull Arena. Der eigentliche Spieltag beginnt aber drei Stunden früher, um 15.45 Uhr am Shuttleparkplatz auf der Ostseite. Dort steigt die <a href="https://s12.at/die-ppp-wenn-die-party-vor-dem-stadion-startet/" target="_blank" data-type="post" data-id="744" data-schema-attribute="about" rel="noreferrer noopener">Parkplatzparty</a>, getragen von den Fanclubs der Salzburger Szene, mit Grill, Getränken und dem Prinzip, das sie seit Jahren ausmacht: Du gibst, was du kannst. Kein Ticket, keine Anmeldung, keine Preisliste. Wer sich nach diesem Grazer Nachmittag fragt, ob er Donnerstag nach der Arbeit wirklich rausfahren soll, dem sag ich: Fang dort an. Nach einer Stunde am Shuttleparkplatz stellt sich die Frage nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann gehört die Arena der Nordkurve. Ich hab in den letzten Monaten oft darüber geschrieben, wie dünn die Ränge an manchen Europacup-Abenden waren. Umso mehr Respekt verdienen die, die trotzdem jedes Mal da waren. Die beiden Vorschreier haben an Abenden mit halbleerer Arena 90 Minuten lang gegen die Stille angearbeitet, ohne dass irgendwer dafür applaudiert hat. Am Donnerstag kommt Milan mit eigenem Anhang, und genau dann muss die Nord zeigen, warum sie in solchen Nächten den Unterschied macht. Nicht erst nach dem ersten Tor, sondern ab der ersten Minute, auch wenn es zäh wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mannschaft hat in Graz gezeigt, wo sie nach dieser Pause steht: angeschlagen, nicht eingespielt, aber ungeschlagen. Genau so eine Mannschaft braucht am Donnerstag keine Zuschauer, sondern (hoffentlich) an die 30.000 Mitspieler. Schauen wir mal, was daraus wird. Ich steh um 15.45 Uhr am Parkplatz.</p>
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		<title>Salzburg beim GAK: Ein echter Ausfall und ein offener Tormann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 06:20:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Vier Verletzte vor dem GAK-Spiel: Ich rechne durch, welcher Ausfall bei Salzburg wirklich zählt und wie Danny Röhl reagieren sollte.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Wer heute früh auf die Tabelle schaut, sieht Salzburg mit 17 Punkten auf Platz zwei, einen Zähler hinter Rapid, bei 18:4 Toren. Diese Bilanz geht mir nicht aus dem Kopf, wenn ich die Verletztenliste vor der Auswärtspartie beim GAK lese. Von den vier Ausfällen schmerzt am Samstag einer wirklich. Im Tor bleibt eine Frage offen, die der Gegner allerdings entschärft. Ich rechne durch, wo Trainer Danny Röhl umbauen muss, wo er einfach nachrücken lassen kann und warum ich beim Tormann gelassen bleibe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer fehlt, und wen spürt man wirklich?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nikolas Veratschnig</strong> hat sich bei seinem Debüt im österreichischen A-Nationalteam gegen den Kosovo nach einem Foul eine Bänderverletzung im rechten Knie zugezogen. Der 23-Jährige fällt mehrere Wochen aus. <strong>Damir Redzic</strong> erwischte es im Nations-League-Spiel Ungarns gegen die Ukraine, Bänderverletzung im rechten Knöchel, ebenfalls mehrere Wochen. <strong>Justin Omoregie</strong> wurde nach einer schweren Knöchelverletzung im Testspiel von Liefering gegen die WSG Tirol bereits operiert, für ihn ist die Herbstmeisterschaft vorbei. Der junge Schweizer <strong>Enrique Aguilar</strong> kam mit einer Oberschenkelblessur von einem U20-Länderspiel gegen Tschechien zurück, weitere Untersuchungen folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in sieben Ligaspielen 18 Tore erzielt und vier kassiert. Dieses Fundament trägt auch ohne vier Spieler. Den einzigen echten Verlust sehe ich in Veratschnig, weil er alle sieben Ligapartien bestritten und zwei Tore erzielt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den anderen drei fällt die Rechnung kleiner aus. Aguilar kommt auf zwei Ligaeinsätze, Omoregie taucht in der Einsatzliste der Liga gar nicht auf, und Redzic hat in sechs Einsätzen noch nicht getroffen. Ich wollte erst schreiben, die Ausfälle seien verkraftbar. Das Wort ist zu glatt: Redzic und Veratschnig fehlen für mehrere Ligaspiele, das merkt auch ein starker Kader.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie gleicht Röhl das aus?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wie Röhl aufstellt, und ich tue nicht so. Ich kann nur sagen, was die Zahlen hergeben. Die Statistik führt Veratschnig als Verteidiger, gleichzeitig hat er sieben Schüsse aufs Tor und vier große Chancen, so viele wie sonst nur Sota Kitano. Welche Rolle er im System genau hat, bin ich mir nicht sicher. Mein Eindruck aus den Zahlen ist aber klar: Wer ihn ersetzt, muss Läufe in den Strafraum liefern und darf nicht bloß eine Position besetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorne hat Röhl Auswahl. Karim Konaté hat vier Tore, Haris Tabakovic drei, Yorbe Vertessen zwei, dazu kommen Edmund Baidoo und Camara mit je einem. Redzics Platz lässt sich dadurch gscheit füllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl ist 37, kam im Sommer von den Glasgow Rangers und unterschrieb für drei Jahre. Die erste Verletztenwelle seiner Amtszeit ist das nicht: Schon im August musste er vor dem Pafos-Rückspiel auf mehrere Spieler verzichten und sagte sinngemäß, man wolle nicht jammern. Ob er das diesmal wieder so hält, wird sich in den Aussagen vor dem Spiel zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dagegen spricht die Dichte. Fallen vier Spieler gleichzeitig aus und ist der Tormann angeschlagen, wird die Bank dünn, und Röhl hat bei Wechseln weniger Spielraum als sonst. Das ernst zu nehmen verändert meine Einschätzung für den Oktober. Für Samstag bleibe ich dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Rat an Röhl lautet deshalb: nichts Neues erfinden. Eine Mannschaft, die in sieben Partien vier Gegentore bekommen hat und zuletzt Sturm Graz 3:0 schlug, dreht man wegen einer Ausfallmeldung nicht auf links. Ersetzen, wie gelernt, und die Struktur lassen. Wer jetzt das System umbaut, riskiert mehr, als er gewinnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tormann und der Gegner</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Zawieschitzky</strong>, 19, stand in allen sieben Ligaspielen von Beginn an im Tor. Er reiste mit einer Adduktorenverletzung vorzeitig von der österreichischen U21 ab. Laut Berichten ist er am Montag mit individuellen Einheiten und ganz leichten Übungen ins Training zurückgekehrt, ein Einsatz am Samstag gilt als möglich. Die Salzburger wollen kein unnötiges Risiko eingehen. Fällt er aus, könnte <strong>Christian Früchtl </strong>in der Liga zu seinem ersten Einsatz im Salzburger Dress kommen. Der 26-Jährige kam im August vom italienischen Klub US Lecce und unterschrieb für drei Jahre. Die Bundesliga kennt er: Von 2022 bis 2024 hat er für die Wiener Austria gespielt, ein Neuling im Land ist er also nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356.jpg"><img decoding="async" width="1949" height="876" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356.jpg" alt="Meine KI &quot;Karli&quot; tippt auf einen knappen Auswärtssieg beim GAK in Runde 8" class="wp-image-1579" title="Salzburg beim GAK: Ein echter Ausfall und ein offener Tormann 8" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356.jpg 1949w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-300x135.jpg 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-768x345.jpg 768w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-1024x460.jpg 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-1536x690.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1949px) 100vw, 1949px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Meine <a href="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/" rel="noreferrer noopener">KI &#8222;Karli&#8220;</a> tippt auf einen knappen Auswärtssieg.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt der Gegner: Der GAK steht auf Platz acht, mit 8 Punkten, 6:16 Toren und einer Tordifferenz von minus zehn. Fünf Mannschaften haben je acht Punkte, der GAK hat davon die schwächste Tordifferenz. Er hat in vier von sieben Spielen nicht getroffen, darunter ein 0:8 bei Rapid. Ganz ungefährlich ist der Gegner trotzdem nicht: Zuletzt gewann der GAK 2:1 in Altach und spielte 2:2 gegen die Austria. Ein Tormann, der noch keine Ligapartie in Salzburger Farben hatte, bekommt also eine Offensive, die in sieben Spielen sechs Tore erzielt hat. Das beruhigt mich mehr, als jede Fitnessmeldung es könnte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927.png"><img decoding="async" width="1897" height="945" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927.png" alt="Die aktuelle Tabelle vor Runde 8" class="wp-image-1576" title="Salzburg beim GAK: Ein echter Ausfall und ein offener Tormann 9" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927.png 1897w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-300x149.png 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-767x382.png 767w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-1536x765.png 1536w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-1024x510.png 1024w" sizes="(max-width: 1897px) 100vw, 1897px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die aktuelle Tabelle vor Runde 8</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sieg brächte Salzburg auf 20 Punkte, Rapid steht aktuell bei 18. Im Februar kam Salzburg beim GAK als Tabellenführer nicht über ein 1:1 hinaus, und Karim Konaté scheiterte in der 16. Minute am GAK-Tormann Franz Stolz. Das ist der Prüfstein am Samstag: Ohne Veratschnig muss die Chancenverwertung stimmen, sonst bleibt die Partie zu lange offen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kurve trägt auch die Ersatzleute</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rechne damit, dass nach dem Abpfiff wieder die Debatte um Kaderbreite losgeht, egal wie es ausgeht. Verständlich, aber sie kommt zu früh. Wer in dieser Woche fährt, fährt zu einer Aufstellung, die niemand kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dafür gehört der Nordkurve mein Dank. Die Vorschreier haben in Partien wie dieser die schwierigste Aufgabe, weil sie eine Mannschaft tragen, deren Elf erst kurz vor dem Anpfiff feststeht. Wenn ein junger Ersatzmann seinen ersten Fehlpass macht, braucht er Stimmen im Rücken und keinen Pfiff. Wer nach Graz fährt, obwohl die Elf noch nicht feststeht, macht aus einem Pflichttermin eine Heimpartie auf fremdem Boden.</p>
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		<title>Christian Zawieschitzky: Salzburgs Mut im Tor zahlt sich doppelt aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 11:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Christian Zawieschitzky debütiert mit 19 im ÖFB-Tor. Warum ich seine Beförderung für Salzburgs beste Entscheidung des Sommers halte.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>83. Minute im Ernst-Happel-Stadion. Edon Zhegrova verwandelt den Elfmeter zum 3:1 für den Kosovo, und Christian Zawieschitzky macht das, was ihm in dem Moment am sinnvollsten erscheint: Er steckt sich den Ball unters Trikot, damit die Gäste nicht schnell anstoßen können. Ein 19-Jähriger, erstes Länderspiel, 47.000 Leute im Stadion, und der Bursche denkt an die Uhr.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schau mir Salzburger Torhüter seit 1974 an. So eine Abgeklärtheit bei einem Teenager hab ich selten gesehen. Die Entscheidung, im Sommer voll auf ihn zu setzen, halte ich für die beste Personalentscheidung von Marcus Mann, Geschäftsführer Sport, in diesem Transferfenster. Warum, zeigen drei Dinge: der Sonntag in Wien, sieben Runden Admiral Bundesliga und ein Satz von Herbert Prohaska.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christian Zawieschitzky ist mit 19 Jahren Stammtorhüter des FC Red Bull Salzburg und seit Sonntag Teamgoalie. Ich halte ihn schon jetzt für den verlässlichsten Spieler dieser jungen Salzburger Mannschaft. Seine Beförderung im Juli war ein lange vorbereiteter Plan, und dieser Plan geht auf.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was hat er gegen den Kosovo wirklich gezeigt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Teamchef Ralf Rangnick hatte vor der Partie nur verraten, dass ein Debütant im Tor steht. Zur Wahl standen Zawieschitzky und LASK-Goalie Lukas Jungwirth, der bis dahin die Nummer eins der U21 war. Rangnick nahm den Salzburger. Das Nations-League-Heimspiel gegen die Mannschaft von Ex-Teamchef Franco Foda endete 3:1, Österreich führt die Gruppe mit sechs Punkten an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Arbeit bekam er nicht, aber wenn, dann war er da. Nach sechs Minuten hätte es schon klingeln können, Vedad Muriqi setzte den Ball aus kurzer Distanz daneben. Nach dem Seitenwechsel war es wieder Muriqi, wieder aus kurzer Distanz, und diesmal hielt Zawieschitzky die Null fest. Beim Strafstoß in der 83. Minute war er machtlos, das muss man ihm nicht ankreiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr als die Parade hat mir die Ruhe über 90 Minuten gefallen. Keine Hektik, keine Show, keine Aktion, bei der ich im Wohnzimmer die Luft anhalten musste. Das kannst du von einem so jungen Keeper bei der Premiere nicht einfach erwarten. Rangnick sah es nach der Partie ähnlich und meinte, man könne „gar nicht glauben, dass er erst 19 ist“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geholfen hat sicher, dass vor ihm mit Nikolas Veratschnig ein Salzburger in der neu formierten Abwehrkette stand, der seine Art zu spielen kennt. Zawieschitzky selbst gab nach dem Schlusspfiff zu: „Ein bisschen Gänsehaut habe ich schon bekommen.“ Das nehm ich ihm ab. Wer mit 19 vor ausverkauftem Happel-Stadion in der Startelf steht und danach so nüchtern über den Abend redet, hat die Nerven für dieses Geschäft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Einsatz ist er der jüngste Torhüter, der seit Walter Zeman 1945 für Österreich debütiert hat. Erfahren hat er das erst nach dem Schlusspfiff, und seine Reaktion find ich großartig: „Irgendwie bringt es mich jetzt auch nicht weiter, glaube ich.“ So redet einer, der den nächsten Ball im Kopf hat und nicht die Statistik. Jetzt geht es für ihn zur U21, die in der EM-Qualifikation gegen Dänemark und Wales die entscheidenden Partien vor sich hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum Alexander Schlager gehen musste</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Herbert Prohaska hat in der ORF-Übertragung ein Detail ausgesprochen, das viele in Salzburg geahnt bzw. schon gewusst haben. Alexander Schlager wäre, wenn er geblieben wäre, fix die Nummer zwei hinter Zawieschitzky gewesen. Das erklärt seinen Wechsel zu Werder Bremen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte das zuerst als Enthüllung verbuchen, aber so neu ist es nicht. Die Salzburger Nachrichten schrieben schon im Juli, Zawieschitzky werde wie geplant die neue Nummer eins. Salzburg24 schrieb damals, dass ihn die Rolle als Ersatzmann nicht zufriedengestellt haben dürfte. Neu ist, dass es einer wie Prohaska live im ORF sagt, ohne Umschweife.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlager verdient Respekt. Er war bei der WM Österreichs Stammgoalie, er ist Salzburger, und er hat hier einen Kindheitstraum gelebt. Die bittere Pointe: In Bremen ist er derzeit Reservist. Das schreib ich ohne Häme, sondern weil es zeigt, wie hart der Markt für Torhüter über 30 ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung des Klubs halte ich trotzdem für richtig. Ein WM-Torhüter als Nummer zwei hinter einem Teenager, das wäre eine Dauerbaustelle geworden, für beide. Mann hat im Juli klar gesagt, der neue Ersatzmann müsse die Rolle als Nummer zwei voll annehmen. Mit Christian Früchtl kam ein 26-Jähriger aus Lecce mit Vertrag bis 2029, und der sitzt. Das ist Kaderplanung, die zu Ende gedacht ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gegenrede kenn ich aus der Kurve: Mit Schlager ging wieder ein Gesicht, mit dem sich Salzburg identifizieren konnte. Das stimmt, und das schmerzt in einem Kader, in dem solche Gesichter selten geworden sind. Nur wächst im Tor gerade das nächste heran, aus der eigenen Akademie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sieben Runden ohne Niederlage: Wie viel davon ist sein Verdienst?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Admiral Bundesliga stand Zawieschitzky in allen sieben Runden die vollen 630 Minuten im Tor. Fünf Siege, zwei Remis, keine Niederlage. Salzburg geht als erster Verfolger von Rapid in die Länderspielpause, einen Punkt hinter den Hütteldorfern. Unter Danny Röhl ist die Mannschaft in allen 14 Pflichtspielen ungeschlagen, beim 3:0 gegen Sturm Graz gab es den ersten Sieg gegen die Steirer nach sechs erfolglosen Versuchen, ohne Gegentor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt der Europacup. In der Qualifikation gegen Mjällby AIF hielt er in beiden Partien die Null, 1:0 auswärts und 3:0 in Wals-Siezenheim, und Salzburg zog in die Ligaphase der Europa League ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt wird es unangenehm, weil ich ehrlich sein muss. Die offizielle Statistik weist für ihn in sieben Ligaspielen 13 Paraden aus. Das ist wenig, und es heißt: Die Abwehr vor ihm lässt kaum etwas zu. Wie viel Prozent der Serie ich dem Torhüter gutschreibe, kann ich nicht sauber beziffern. Was ich sagen kann: Ein Goalie, der selten gefordert wird, muss in den drei Szenen pro Partie hellwach sein, und genau das kann er. Salzburg24 hat seinen Stil im Sommer mit einem Libero verglichen, und das passt zu einer Mannschaft, die hoch steht und den Raum hinter der Kette jemandem anvertrauen muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass er mit der Rückennummer 52 weiterspielt, obwohl ihm der Klub die Eins angeboten hat, passt ins Bild. Sein Vertrag läuft bis 2030. Schauen wir mal, wie lange Salzburg ihn bei solchen Auftritten halten kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Tiroler aus dem Unterland, der bleiben soll</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Angefangen hat er beim SC Kundl, über Wacker Innsbruck kam er 2020 in die Salzburger Akademie. Bei der Klub-WM in den USA hat er im Vorjahr die erste große Bühne bekommen und genutzt. Den klassischen Weg über den FC Liefering ist er gegangen, und jetzt steht er dort, wo ihn die Akademie immer hinhaben wollte. Das macht Sinn, und es ist die Geschichte, die dieser Klub öfter erzählen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 10. Oktober geht es in Graz gegen den GAK weiter. Die Auswärtsfahrer, die sich das antun, verdienen meinen größten Respekt, weil sie seit Jahren auch dann fahren, wenn es sportlich nichts zu feiern gibt. Die Nordkurve lebt davon, dass sie Spieler trägt, bevor der Rest Österreichs sie entdeckt. Bei Zawieschitzky ist der Rest Österreichs am Sonntag draufgekommen. Den beiden Vorschreiern hätte ich deshalb eine Bitte: Gebt dem Burschen ein eigenes Lied. Er hat es sich verdient, und ein 19-Jähriger, der sich – trotz &#8222;fluchenden&#8220; Kosovaren – den Ball unters Leiberl steckt, um Zeit zu gewinnen, gehört genau zu uns.</p>
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		<title>Röhl macht Salzburg schnell, gegen tief stehende Gegner bleibt es zäh</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 04:56:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Minute 84 in Ried, Karim Konate schiebt zur Führung ein, ich mach schon den Haken hinter drei Punkte. Minute 86, Ecke, Kopfball, Philipp Pomer gleicht aus. Zwei Minuten, ein ganzer Nachmittag hin. Danny Röhl hat Salzburg in seinen ersten Monaten spürbar schneller und griffiger gemacht, das Team ist bewerbsübergreifend seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Aber das [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Minute 84 in Ried, Karim Konate schiebt zur Führung ein, ich mach schon den Haken hinter drei Punkte. Minute 86, Ecke, Kopfball, Philipp Pomer gleicht aus. Zwei Minuten, ein ganzer Nachmittag hin. Danny Röhl hat Salzburg in seinen ersten Monaten spürbar schneller und griffiger gemacht, das Team ist bewerbsübergreifend seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Aber das Muster, an dem sich Salzburg seit Jahren scheitert, hat auch der neue Trainer noch nicht geknackt: gegen Mannschaften, die sich hinten reinstellen und diszipliniert verteidigen, tut sich diese Elf schwer. Ich zeig dir in diesem Text, woran das liegt, was sich taktisch wirklich verändert hat und warum ich die beiden Unentschieden gegen den WAC und gegen Ried für mehr als Ausrutscher halte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat unter Röhl in der Admiral Bundesliga nach sieben Runden fünf Siege und zwei Remis geholt, kein einziges Spiel verloren. Ich halte das trotzdem nicht für einen Beweis, dass der Umbruch schon abgeschlossen ist. Die Tordifferenz von plus vierzehn stammt zu einem guten Teil aus drei Kantersiegen gegen Mannschaften, die offen mitgespielt haben. Gegen die zwei kompaktesten Gegner der bisherigen Saison gab es nur einen Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist der Mann, der Salzburg wieder schnell macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl, geboren am 28. April 1989 in Zwickau, ist Trainer, kein Spieler mit großer Vergangenheit. Seine aktive Karriere bei FSV Zwickau und dem FC Eilenburg war schon mit zwanzig Jahren vorbei, eine Verletzung hat das beendet. Was danach kam, erklärt aber, warum Marcus Mann ihn unbedingt wollte. Röhl war Assistent bei RB Leipzig unter Ralf Rangnick, danach bei Ralph Hasenhüttl in Southampton, später auch bei Hansi Flick, sowohl beim FC Bayern als auch beim DFB-Team. Diese drei Namen erklären mehr über seinen Trainerstil als jedes Vorstellungsinterview.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein erster eigener Job war Sheffield Wednesday, von Oktober 2023 bis 2025, danach übernahm er die Glasgow Rangers und führte den schottischen Traditionsverein zum dritten Platz. Nach nur acht Monaten in Glasgow wechselte er im Sommer 2026 nach Salzburg, Ablöse rund zwei Millionen Euro, Vertrag bis 2029. Er folgte auf Daniel Beichler, der Mitte Mai &#8222;verabschiedet&#8220; wurde. Sportdirektor Marcus Mann sprach von seinem Wunschtrainer, Röhl selbst nannte die Verpflichtung ein perfektes Match. Solche Sätze sagt jeder neue Trainer bei seiner Antrittspressekonferenz, das weiß ich. Bei Röhl deckt sich die Aussage aber tatsächlich mit dem, was er seither auf den Platz bringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon im Sommer hat er angekündigt, den Kader zu verkleinern und der Mannschaft, wie er es nannte, das Gewinner-Gen zurückzugeben. Drei Jahre ohne Meistertitel haben in Salzburg für Unruhe gesorgt, Röhl sollte das beenden. Nach sieben Runden würde ich sagen: der erste Schritt ist gemacht, der zweite fehlt noch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sich im Spiel tatsächlich geändert hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl setzt auf eine Viererkette, aber die Formation ist ihm erklärtermaßen weniger wichtig als die Prinzipien dahinter. Hohes Pressing, schnelles Umschaltspiel, ein kompaktes Zentrum im Ballbesitz mit kurzem, schnellem Passspiel. Das klingt erstmal wie die alte Red-Bull-Schablone aus der Rangnick-Zeit, und genau das ist es auch, nur konsequenter umgesetzt als in den letzten Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der auffälligste Unterschied für mich als Dauerkartenbesitzer: die Außenverteidiger. Dominik Schmid und Nikolas Veratschnig schieben in der Offensivbewegung so weit auf, dass sie faktisch zu Flügelspielern werden, während im Zentrum eine Doppelsechs oder ein einzelner Sechser die Restverteidigung absichert, je nach Gegner. Beim 4:1 gegen Austria Wien und beim 5:1 gegen Rapid ist genau das aufgegangen: die Breite kam von außen, das Zentrum blieb kompakt, Haris Tabakovic als einzige echte Spitze musste nur noch die Abschlüsse setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die setzt er. Der 32-Jährige, im Sommer aus Wien geholt, hat in seinen ersten Pflichtspielen für Salzburg regelmäßig getroffen und ist mit seinen Torserien der auffälligste Neuzugang. Sein Kopfballtor beim 4:1 gegen Austria Wien fiel schon in der 19. Minute, sein Treffer bei Levski Sofia in der Europa League kurz vor der Pause, immer in Situationen, in denen die Mannschaft den Gegner vorher schon mürbe gemacht hat. Dahinter drehen Bartosz Mazurek, Sota Kitano und Yorbe Vertessen die Partien, Edmund Baidoo und Karim Konate bringen von der Bank frischen Zug, Jesper Lindström ist als Leihgabe aus Neapel eine zusätzliche Option für die offensive Zehnerposition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Startelfwechsel-Statistik der Liga zeigt: Röhl rotiert mehr als jeder andere Trainer der Bundesliga, mit bislang 22 Wechseln in der Startformation nach sechs Runden, deutlich mehr als etwa der SK Sturm Graz mit 20. Das ist gewollt. Wer bei ihm nachlässt, sitzt beim nächsten Mal draußen, und genau diese Konkurrenz hat die Mannschaft in den klaren Spielen sichtbar schärfer gemacht. Gleichzeitig bedeutet so viel Rotation auch, dass sich noch keine eingespielte Stammformation gefunden hat, mit der Röhl jede Partie angeht, das kann in engen Spielen ein Nachteil sein, weil Automatismen fehlen, die sich über viele gemeinsame Einsätze erst entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir dabei auffällt, und da korrigiere ich mich selbst: ich hätte nach dem Trainerwechsel im Sommer mit einer längeren Findungsphase gerechnet. Die ist ausgeblieben. Innerhalb weniger Wochen stand ein Spielprinzip, das erkennbar Röhls Handschrift trägt, nicht die von Beichler oder noch früheren Trainern. Das muss man ihm lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">17 Punkte, null Niederlagen: die Zahlen dahinter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach sieben Runden stehen fünf Siege, zwei Remis, siebzehn Punkte, achtzehn erzielte und nur vier kassierte Tore zu Buche. Salzburg war nach sechs Runden als einziges Team der Liga noch ungeschlagen, mit vier Siegen und zwei Unentschieden bei vierzehn Punkten, so viele wie zuletzt in der Saison 2023/24. Am Wochenende kam mit dem 3:0 gegen Sturm Graz der siebente Sieg dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bewerbsübergreifend, also inklusive Europa-League-Quali, Ligaphase und ÖFB-Cup, ist Salzburg unter Röhl mittlerweile seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Damit hat er zum Start seiner Amtszeit schon mehr Spiele ohne Niederlage aneinandergereiht als Marco Rose und Jesse Marsch, die beide bei zwölf Spielen die erste Pleite kassierten. Ganz oben in dieser Wertung steht weiterhin Matthias Jaissle mit 21 Partien, dahin ist es noch ein Stück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftakt in die Europa-League-Ligaphase passt ins Bild: ein 1:0 auswärts bei Levski Sofia, dem bulgarischen Meister und Tabellenführer, Tabakovic traf in der 39. Minute. Kein Statement-Sieg, aber ein Pflichtsieg gegen einen unangenehmen Gegner in dessen eigenem, gut gefülltem Stadion, genau die Art von Ergebnis, die frühere Salzburg-Mannschaften unter Druck öfter liegen gelassen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Vergleich, wie eng es an der Tabellenspitze zugeht: nach sechs Runden lag Salzburg nur einen Punkt hinter dem punktgleichen Verfolgerfeld, das Restprogramm bis zur Winterpause bringt mit Grazer AK auswärts und SCR Altach zu Hause gleich zwei weitere Gegner, die eher auf Absicherung als auf offenen Schlagabtausch setzen dürften. Genau da wird sich zeigen, ob die Erfahrung aus Wolfsberg und Ried etwas gebracht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem: eine Bilanz ohne Niederlage ist nicht dasselbe wie eine Bilanz ohne Probleme. Schauen wir uns an, wo genau es für Röhl noch hakt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster, das bleibt: WAC und Ried</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. August, im vierten Pflichtspiel unter Röhl, kam beim WAC das erste Nicht-Gewinnen der Saison. 68 Prozent Ballbesitz für Salzburg, zehn zu drei Torschüsse, und am Ende trotzdem nur ein 1:1. Giacomo Vrioni brachte die Wolfsberger in der 67. Minute in Führung, Yorbe Vertessen glich erst in der 79. aus. Röhl war nach dem Spiel unzufrieden mit der eigenen Chancenverwertung und sagte sinngemäß, eine Leistung dieser Qualität hätte die Partie früher entscheiden müssen. Tabakovic sah das ähnlich. Die Wolfsberger, seit zehn Heimspielen in der Liga ungeschlagen, hatten mit Torhüter Nikolas Polster schlicht den besseren Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Wochen später, am 11. September, dasselbe Bild bei der SV Ried. Salzburg drückend überlegen, aber die Führung fällt erst in der 84. Minute durch Konate, praktisch im Gegenzug nach dem eigenen Anstoß gleicht Ried per Eckball und Kopfball durch Pomer aus. Damit war auch die interne Serie von sechs Pflichtspielsiegen in Folge vorbei. Die SV Ried, nach dem Trainerwechsel zu Mario Despotovic selbst noch in der Findungsphase, hat sich mit einer robusten Fünferkette und viel Zweikampfbereitschaft genau so verteidigt, wie es die Medien danach zusammenfassten: Salzburg fiel bei einem Gegner, der sich hinten reinstellt, in alte Muster zurück. Vor 6.041 Zuschauern in der BWT-Oberösterreichischen Arena reichte den Rieder Vorsitzenden Schwab und Steurer, um Tabakovic und Baidoo über weite Strecken aus dem Zentrum fernzuhalten, während die Salzburger genau dort, wo Röhls Prinzip Kompaktheit im Ballbesitz vorsieht, zu selten den letzten Pass fanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich halt mir selbst die Gegenrede vor: Polster hat beim WAC mehrere Glanzparaden gegen Tabakovic und Krätzig gezeigt, Leitner in Ried war im entscheidenden Moment zur Stelle. Zwei einzelne Torhütertage könnten das gewesen sein, nicht zwangsläufig ein System-Problem. Und ehrlich, gegen Austria Wien und gegen Rapid hat dieselbe Offensive in denselben Wochen neun Tore geschossen, das ist eh kein Chancenwucher-Team im Grundsatz. Auffällig bleibt trotzdem: beide Male, gegen WAC und gegen Ried, waren es Gegner, die bewusst auf Kompaktheit und wenig Risiko gesetzt haben, und beide Male ist genau das aufgegangen, zumindest für einen Punkt. Das ist eine Wiederholung, keine Anekdote mehr. Wer im weiteren Saisonverlauf gegen Hartberg, Altach oder einen defensiv eingestellten GAK antritt, wird mit derselben Aufgabe konfrontiert sein: viel Ballbesitz erzeugen reicht nicht, wenn die letzte Reihe der eigenen Chancenverwertung fehlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drumherum: was die Kurve dazu sagt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nordkurve wird der neue Trainer bislang wohlwollend, aber nicht unkritisch aufgenommen. Nach den Kantersiegen gegen Austria Wien und Rapid war die Stimmung im Stadion, wie ich es erlebt hab, spürbar gelöster als in den letzten Röhl-losen Monaten, das Spiel hatte wieder Tempo, die Fans sind mitgegangen, gerade beim Wiener Doppelpack innerhalb weniger Tage hat man den Unterschied zur Vorsaison körperlich gespürt. Nach dem Remis in Ried, das ich mir angeschaut hab, war online in der Fanszene eher Frust zu spüren, weniger über die Leistung als über das wiederkehrende Ergebnis gegen genau solche Gegner. Das find ich nachvollziehbar. Die eigene Anspruchshaltung ist in Salzburg naturgemäß hoch, und wenn dieselbe Schwäche zum dritten Mal in der noch jungen Saison auftaucht, darf man das ansprechen, ohne gleich unfair zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir zusätzlich auffällt: die Auswärtsfahrer, die am Freitagabend ins Innviertel gereist sind, haben die Mannschaft nach dem Ausgleich nicht ausgepfiffen, sondern bis zum Schlusspfiff weitergesungen. Das ist eh keine Selbstverständlichkeit nach einem verspielten Vorsprung in der Nachspielzeit, und es zeigt, dass die Geduld mit diesem Umbruch grundsätzlich vorhanden ist, solange die Richtung stimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich daraus mitnehme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will hier nicht schönreden, aber auch nicht schlechtreden, was Röhl bisher geleistet hat. Ungeschlagen nach sieben Runden, bewerbsübergreifend nach dreizehn Pflichtspielen, das ist eine gscheite Ausbeute für einen Trainer, der erst seit Sommer im Amt ist, und die Art, wie diese Mannschaft mittlerweile über die Außenbahnen spielt, macht mehr Sinn als das, was ich in den letzten Spielzeiten gesehen hab. Aber die Aufgabe, die als nächstes ansteht, ist unbequemer als jede davor: konsequent auch gegen Gegner zu punkten, die sich selbst kaum trauen anzugreifen. Genau daran hat sich Salzburg schon vor Röhl wiederholt die Zähne ausgebissen, und genau daran wird sich zeigen, ob aus dieser guten Saisonphase eine Meisterschaft wird oder wieder nur ein starker Herbst. Die Kaderreduktion, die Röhl im Sommer angekündigt hat, war der erste Schritt zu mehr Verbindlichkeit im Kader, der zweite Schritt muss auf dem Rasen stattfinden, wenn im Oktober die nächsten kompakten Gegner warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich am meisten trägt, ist ehrlich gesagt nicht die Tabelle, sondern was rund ums Stadion passiert. Die Auswärtsfahrer, die trotz Freitagabend-Anstoß den Weg ins Innviertel auf sich genommen haben, die Vorschreier, die auch nach einem enttäuschenden Ausgleich in der Nachspielzeit noch für Stimmung gesorgt haben, das ist die Konstante, auf die ich mich in dieser Saison mehr verlassen kann als auf jede Chancenverwertung. Bevor Röhl im nächsten Auswärtsspiel wieder gegen eine tiefstehende Mannschaft antritt, würde ich mir wünschen, dass genau diese Geduld, die die Kurve schon oft genug aufgebracht hat, auch auf dem Platz ankommt.</p>
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		<title>Neun Tore gegen Wien: Warum ich die Euphorie um den FC Red Bull Salzburg teile und trotzdem vorsichtig bleibe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2026 09:11:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[Sonntag 4:1 gegen die Austria, Mittwoch 5:1 gegen Rapid. Neun Tore in vier Tagen gegen die beiden Wiener Großklubs, und ich hab beide Partien von meinem Sitzplatz aus gesehen. Beim 3:0 nach 21 Minuten gegen Rapid hab ich kurz überlegt, ob ich träume. Nach der Vorsaison, in der wir dreimal hintereinander 0:1 gegen die Hütteldorfer [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Sonntag 4:1 gegen die Austria, Mittwoch 5:1 gegen Rapid. Neun Tore in vier Tagen gegen die beiden Wiener Großklubs, und ich hab beide Partien von meinem Sitzplatz aus gesehen. Beim 3:0 nach 21 Minuten gegen Rapid hab ich kurz überlegt, ob ich träume. Nach der Vorsaison, in der wir dreimal hintereinander 0:1 gegen die Hütteldorfer verloren haben, war das ein Gefühl, das ich fast vergessen hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Salzburg ist unter Danny Röhl zum ersten Mal seit langem wieder eine Mannschaft, die ein Heimspiel ab der ersten Minute bestimmt. Was das für die Tabelle, für den Cup in St. Pölten, für Lewski Sofia und für den 20. September gegen Sturm heißt, schau ich mir jetzt der Reihe nach an. Und ich sag dir auch, wo mich die Zahlen noch nicht überzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in zwei Heimspielen gegen Austria Wien und Rapid neun Tore geschossen und ist nach zehn Pflichtspielen unter Danny Röhl ungeschlagen. Ich halte das für ein System, das greift, und nicht mehr für einen Lauf. Das Risiko sehe ich in der zweiten Halbzeit und im Chancenwucher, die Spielidee selbst stimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Austria 4:1: Das Muster zählt mehr als das Ergebnis</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das 4:1 gegen die Austria am Sonntag vor 10.831 Zuschauern war das Ergebnis, das Muster dahinter interessiert mich mehr. Röhl hat Yorbe Vertessen ungewohnt auf den linken Flügel gestellt, und genau von dort kam die Flanke, die Lee Kang-hee in der 13. Minute ins eigene Tor verlängert hat. Sechs Minuten später der Kopfball von Haris Tabakovic nach Maßflanke von Kapitän Nikolas Veratschnig, sein erstes Bundesligator für Salzburg. Der Jubel fiel wegen seiner Austria-Vergangenheit verhalten aus, ich fand das gscheit. Dann Bartosz Mazurek in der 31. Minute nach Querpass von Abubakr Barry, in den rechten oberen Winkel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Drei Tore, drei verschiedene Wege zum Tor. Flanke von links, Flanke von rechts, Kombination durchs Zentrum. Das neue Duo Barry und Mazurek im Mittelfeld hat den Ball gehalten und dann verteilt. Genau das hat mir in der Vorsaison gefehlt, als jede Aktion über die Außen lief und im Zentrum niemand Verantwortung übernommen hat. Im <a href="https://s12.at/umbruch-komplett-der-ehrliche-kader-check-vor-dem-pflichtspiel-ernstfall/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kader-Check vor dem Saisonstart</a> war das Zentrum mein größtes Fragezeichen. Nach zwei Spielen ist es mein geringstes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt die Gegenrede, weil sie nötig ist. Die Austria stand drei Tage nach dem Conference-League-Aus gegen Braga mit einer jungen Mannschaft in Wals-Siezenheim und ist nach dieser Niederlage Tabellenletzter mit drei Punkten. Das 3:1 durch Kapitän Manfred Fischer direkt nach der Pause zeigt auch, dass Salzburg nach Wiederanpfiff kurz den Faden verloren hat. Vertessen hat das in der 55. Minute per Kopf repariert. Gegen einen besseren Gegner wird so eine Phase teurer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rapid 5:1: 3:0 nach 21 Minuten und trotzdem ein Haken</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Rapid ist der bessere Gegner gewesen. Vor dem Mittwoch waren die Hütteldorfer in der Liga makellos, und Salzburg war seit elf Monaten gegen sie sieg- und torlos. Dreimal 0:1. Ich hatte nach dem Austria-Spiel gehofft, dass die Mannschaft die Ruhe mitnimmt. Was dann passiert ist, hat meine Hoffnung deutlich übertroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tabakovic in der 4. Minute nach einem Haken im Strafraum, Veratschnig in der 15. nach einem Gewusel im Fünfer, Tabakovic erneut in der 21. nach Ablage von Mazurek. Drei Tore in 21 Minuten gegen den Tabellenführer. Der Schlüssel war das Gegenpressing. Beim 2:0 hat Edmund Baidoo nach links verlagert, Vertessen hat Dominik Schmid mitgenommen, und dessen Querpass in den Fünfer hat das Chaos erzeugt, aus dem Veratschnig getroffen hat. Beim 4:0 direkt nach der Pause hat Barry den Ball im Mittelfeld erobert, Mazurek abgelegt, Baidoo vollendet. Wer Rapid kennt, weiß, dass sie nach frühen Gegentoren nervös werden. Salzburg hat diese Nervosität diesmal gnadenlos genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt wird es unangenehm. Nach dem 4:1 durch Matthias Seidl in der 51. Minute hat Salzburg das Spiel verwaltet und trotzdem drei Großchancen liegen lassen. Sota Kitano an die Latte, Karim Konaté rollt Niklas Hedl den Ball nach einem hohen Ballgewinn in die Arme, Aboubacar Camara schießt freistehend drüber. Das 5:1 durch Konaté kam erst in der 90. Minute. Ich wollte das erst milder formulieren, aber die Zahlen geben es nicht her: Das Thema, das ich Anfang August im <a href="https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kommentar zum Chancenwucher</a> beschrieben hab, ist nicht verschwunden. Es fällt bei fünf Toren nur niemandem auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tabakovic steht nach dem Doppelpack bei acht Pflichtspieltoren, fünf davon in der Europacup-Qualifikation. Das ist die Zahl, die mich im Moment am meisten beruhigt. Und gleichzeitig ist es die Zahl, die mich am meisten beunruhigt, weil ich nicht weiß, was passiert, wenn er drei Wochen ausfällt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jesper Lindström: Die Wette auf einen verlorenen Torriecher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Dienstag hat der Klub die <a href="https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/news/lindstrom-neuzugang" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verpflichtung von Jesper Lindström</a> bekannt gegeben. Der 26-jährige Däne kommt leihweise von der SSC Napoli, 18 Länderspiele, Europa-League-Sieger 2022 mit Eintracht Frankfurt unter Oliver Glasner. Napoli hat 2023 rund 30 Millionen Euro für ihn bezahlt. Laut Sky hat sich Salzburg eine Kaufoption gesichert, die Höhe ist nicht bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl, die mich stutzig macht, steht in fast keiner Klubmeldung: Lindström hat sein letztes Pflichtspieltor im Jänner 2023 erzielt. Seither 29 Einsätze für Napoli, 29 für Everton, 15 für Wolfsburg, kein Tor. Ein Offensivspieler, der seit dreieinhalb Jahren nicht trifft. Marcus Mann, Geschäftsführer Sport, spricht von Tempo, technischer Qualität und Variabilität. Das glaub ich ihm sogar, weil ich Lindström in Frankfurt gesehen hab. Nur ist Frankfurt lange her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin mir da nicht sicher, mein Eindruck von der Tribüne ist aber, dass die Offensive gerade keine Verstärkung um jeden Preis braucht, sondern Konstanz. Lindström kann auf dem Flügel und im offensiven Mittelfeld spielen, das sind die Positionen, auf denen gerade Kitano, Damir Redzic und Baidoo spielen. Wenn er im Salzburger Gegenpressing seinen Torriecher wiederfindet, ist die Leihe ein Geniestreich. Wenn nicht, hat der Klub ein halbes Jahr Kaderplatz für einen Namen bezahlt. Schauen wir mal, ich lasse mich gern überraschen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was jetzt kommt: St. Pölten, Ried, Sofia, Sturm und Milan</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Blick auf die nächsten drei Wochen erklärt, warum ich bei aller Freude vorsichtig bleibe. <strong>Sonntag, 6. September, 17 Uhr, ÖFB-Cup</strong>, zweite Runde beim SKN St. Pölten in der NV Arena. Ein Zweitligist, der Ende August mit einem 1:0 gegen Austria Salzburg seinen ersten Saisonsieg geholt hat und jetzt vor dem Favoriten nichts zu verlieren hat. Ich hab zu viele Cupspiele gesehen, in denen Salzburg mit fünf Wechseln in der Startelf ins Stolpern gekommen ist. Röhl wird rotieren müssen, weil die Wien-Woche Kraft gekostet hat. Die Frage ist, wie viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freitag, 11. September, 19:30 Uhr, Bundesliga</strong> bei der SV Ried. <strong>Donnerstag, 17. September, 18:45 Uhr</strong>, erster Spieltag der Europa League bei Lewski Sofia, dem bulgarischen Meister. Und dann kommt der Tag, den du dir jetzt schon im Kalender markierst: <strong>Sonntag, 20. September, 17 Uhr</strong>, Sturm Graz in der Red Bull Arena. Der Vizemeister, gegen den Salzburg in der Vorsaison in vier Duellen keinen Sieg geholt hat, zuletzt das 1:1 im Mai mit dem Grazer Ausgleich in der Nachspielzeit. Am 15. Oktober folgt der AC Milan, ebenfalls daheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tabelle steht nach fünf Runden bei 13 Punkten, zwei hinter dem LASK, der als einziger Klub noch ohne Punktverlust ist. Rapid hält bei zwölf. Das ist eine Ausgangslage, die vor einem Monat niemand für möglich gehalten hat. Was ich dabei nicht vergesse: In der Vorsaison hat Salzburg in der Europa-League-Ligaphase zwei von acht Spielen gewonnen und ist mit sechs Niederlagen ausgeschieden. Die Form gegen Austria und Rapid sagt noch nichts darüber, wie die Mannschaft in Sofia oder Anderlecht auftritt. Genau deshalb ist der Cup am Sonntag für mich der erste echte Test: Hält das System, wenn die zweite Reihe spielt?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum du am 20. September in der Red Bull Arena sein musst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt zum Teil, der mir am wichtigsten ist. 7.654 Zuschauer beim Playoff-Rückspiel gegen Mjällby. 10.831 gegen die Austria. 12.153 gegen Rapid. Die Kurve geht nach oben, aber sie startet von einem Niveau, das ich im Jänner im <a href="https://s12.at/6-741-zuschauer-warum-die-raenge-der-red-bull-arena-immer-leerer-werden/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Artikel über die leeren Ränge</a> beschrieben hab. 6.741 gegen Basel, das war der Tiefpunkt. Wer damals nicht da war, hat jetzt eine Mannschaft, die es wert ist, dass man wiederkommt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was in keiner Statistik steht: Die Nordkurve hat auch in der zweiten Halbzeit gegen Rapid, als die Mannschaft nachgelassen und drei Großchancen liegen gelassen hat, das Tempo gehalten. Die beiden Vorschreier arbeiten in solchen Phasen gegen die Trägheit von 12.000 Leuten an, die sich beim 4:1 schon zurücklehnen. Das ist die Arbeit, für die niemand applaudiert. Valentin Zabransky hat es in den Salzburger Nachrichten so gesagt: Ohne die Fans wären die vielen späten Tore nicht möglich gewesen. Das 5:1 in der 90. Minute gegen Rapid war so ein spätes Tor. Ich glaub ihm das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ehrlich ist auch: 12.153 sind für ein Spitzenspiel gegen den Tabellenführer wenig. Die Kurve hat ihren Teil geliefert, der Rest des Stadions kann nachziehen. Wenn du das nächste Mal überlegst, ob du fährst, dann fang bei der <a href="https://s12.at/die-ppp-wenn-die-party-vor-dem-stadion-startet/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Parkplatzparty</a> am Shuttleparkplatz Ost an. Da triffst du Leute, die seit Jahren vor jedem Heimspiel dort stehen, und du merkst schnell, dass Zugehörigkeit nichts mit Dauerkarte zu tun hat. <a href="https://www.redbullsalzburg.at/de/tickets" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tickets für Sturm</a> gibt es beim Klub, und wenn du dir ein Spiel in diesem Herbst aussuchst, dann dieses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Wiener Klubs in vier Tagen aus der Arena geschossen, ein Neuzugang mit großem Namen, Sturm und Milan vor der Tür. Ich bin seit 1974 Salzburg-Fan und hab seither gelernt, dass die guten Phasen kürzer sind als die schlechten. Umso wichtiger, dass man sie nicht vom Sofa aus erlebt.</p>
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		<title>Acht Wochen, acht Gegner: Warum der Europa-League-Herbst der Salzburger diesmal wirklich zählt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 05:36:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Acht Gegner, acht Termine: alle Fakten zu Salzburgs Europa-League-Ligaphase 2026/27, plus das neue Matchcenter auf s12.at.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag, 17. September, 18.45 Uhr, Georgi-Asparuhov-Stadion in Sofia. Dort steigt für den FC Salzburg der Auftakt in die Ligaphase der Europa League, gegen Lewski Sofia, den bulgarischen Traditionsverein. Ich sitz seit der Auslosung am vergangenen Freitag über dem Spielplan und merk, wie selten sich das in den letzten Jahren so angefühlt hat: Diese Ziehung riecht nach einer echten Chance, nicht nach einer Pflichtübung zwischen zwei Bundesliga-Runden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Mit vier machbaren und vier richtig schweren Losen haben Trainer Danny Röhl und sein Team ein Tableau bekommen, das die K.-o.-Phase realistisch macht, wenn die individuelle Qualität in den entscheidenden Momenten abgerufen wird. Nach diesem Text kennst du alle acht Gegner, weißt, wann welches Spiel steigt, und findest auf s12.at ab sofort ein neues Werkzeug, mit dem du selbst mitfiebern kannst. Der Reihe nach, denn die Auslosung selbst war schon eine Geschichte für sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Salzburg überhaupt in Topf zwei gelost wurde, ist Ergebnis von zwei Qualifikationsrunden, die man leicht vergisst, sobald die großen Namen der Ligaphase im Kalender stehen. Erst setzte sich die Mannschaft gegen Pafos FC durch, 1:0 daheim, 3:3 auswärts auf Zypern, danach gegen Mjällby AIF aus Schweden, 1:0 auswärts und 3:0 im Rückspiel in der Red Bull Arena. Zwei Duelle, die zeigen, dass diese Truppe im Frühsommer schon Europacup-Härte gezeigt hat, bevor überhaupt ein einziges Punktspiel der Ligaphase angepfiffen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte dieses Tableau für das beste, das Salzburg seit der Umstellung auf die neue Ligaphase bekommen hat. Nicht weil es leicht wird, sondern weil vier der acht Gegner schlagbar sind und die Heimspiele gegen AC Milan und Crystal Palace planbare Highlights sind, keine automatischen Niederlagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fahrplan: von Sofia bis zur BayArena</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Terminkalender steht seit der Auslosung fest, offiziell bestätigt über den Spielplan auf redbullsalzburg.at. Acht Runden zwischen 17. September und 28. Jänner, im Wechsel zwischen Donnerstagabend um 18.45 Uhr und um 21 Uhr, je nachdem wie stark der Gegner europäisch unterwegs ist. Auffällig, und das erklär ich dir gleich, weil es beim ersten Lesen der Kaderliste irritiert: International tritt die Mannschaft nicht als FC Red Bull Salzburg an, sondern als FC Salzburg. Die UEFA lässt in ihren Bewerben keine Namenssponsoren im Vereinsnamen zu, das war schon in den Vorjahren so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier das komplette Tableau, damit du es dir eintragen kannst:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Runde, 17.09.2026, 18.45 Uhr: Lewski Sofia vs. FC Salzburg, Georgi-Asparuhov-Stadion, Sofia</li>



<li>Runde, 15.10.2026, 18.45 Uhr: FC Salzburg vs. AC Milan, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 22.10.2026, 21.00 Uhr: NK Celje vs. FC Salzburg, Stadion Z&#8217;dežele</li>



<li>Runde, 05.11.2026, 18.45 Uhr: RSC Anderlecht vs. FC Salzburg, Lotto Park, Brüssel</li>



<li>Runde, 26.11.2026, 18.45 Uhr: FC Salzburg vs. Ararat-Armenia, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 10.12.2026, 21.00 Uhr: FC Salzburg vs. Sparta Prag, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 21.01.2027, 21.00 Uhr: Bayer 04 Leverkusen vs. FC Salzburg, BayArena, Leverkusen</li>



<li>Runde, 28.01.2027, 21.00 Uhr: FC Salzburg vs. Crystal Palace, Red Bull Arena</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Heimspiele, vier Auswärtsfahrten, ein Terminplan, der von der bulgarischen Hauptstadt bis ins Rheinland reicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Schwergewichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>AC Milan</strong> empfängt Salzburg am 15. Oktober in der Red Bull Arena. Der italienische Rekordmeister ist die prominenteste Nennung im ganzen Tableau, siebenfacher Europacupsieger, aktuell wieder in der Champions-League-Qualifikationszone der Serie A unterwegs. Für Salzburg ist es das erste Ligaphasen-Heimspiel gegen einen Klub dieser Kategorie seit Jahren, und für mich das Spiel, bei dem ich mir schon jetzt den Kalender freihalte, allein wegen der Stimmung, die so ein Name im Stadion auslöst. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bayer 04 Leverkusen</strong> ist das schwierigste Auswärtslos. Am 21. Jänner geht es in die BayArena, zum deutschen Bundesligisten, der in den letzten Jahren konstant Champions-League-Niveau gespielt hat. Eine englische Woche im Jänner, bei der Kälte und Anreise zusammenkommen, das wird läuferisch das anstrengendste Spiel der Ligaphase. Ob und wie sich diese Auswärtsfahrt für die Kurve organisieren lässt, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Crystal Palace</strong> kommt am 28. Jänner zum Abschluss der Ligaphase in die Red Bull Arena. Der englische Klub hat sich zuletzt im europäischen Cupgeschäft etabliert, unter anderem mit Trainer Oliver Glasner, der bei Salzburg-Fans noch aus seiner Zeit im österreichischen Fußball ein Begriff ist. Ein Duell, bei dem ich mir eine gscheite Kulisse wünsche, weil das Restprogramm im Jänner erfahrungsgemäß eher leise Ränge produziert, gerade wenn die K.-o.-Chancen zu diesem Zeitpunkt schon feststehen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sparta Prag</strong> rundet das Quartett ab, am 10. Dezember daheim. Der tschechische Traditionsklub gehört zu den sogenannten offenen Begegnungen der Auslosung, weder Absteiger noch Übermannschaft, aber ein Gegner mit europäischer Erfahrung und einer Fanszene, die auswärts nicht viel anbrennen lässt. Genau solche Spiele sind es erfahrungsgemäß, an denen Ligaphasen kippen, weil die Konzentration nach zwei Kracherspielen gegen Milan und vor der Winterpause leicht nachlässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Lose zum Zugreifen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RSC Anderlecht</strong> wartet am 5. November im Lotto Park in Brüssel. Der belgische Rekordmeister ist das zweite offene Los der Auslosung, eine Mannschaft im Umbruch, die in der eigenen Liga seit Jahren nicht mehr an die alte Dominanz anschließen konnte. Machbar, aber sicher kein Selbstläufer, denn gerade Klubs im Umbruch entwickeln in solchen Bewerben oft eine Trotzigkeit, die auf dem Papier nicht abzulesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NK Celje</strong> aus Slowenien empfängt Salzburg am 22. Oktober, Anstoß erst um 21 Uhr. Der slowenische Meister der Vorsaison ist europäisch eine unbekannte Größe für die meisten, aber genau deshalb ein Spiel, bei dem Unterschätzen teuer werden kann. Für alle, die noch ein neues Auswärtsziel in der Sammlung suchen, dürfte das Stadion Z&#8217;dežele in Celje interessant werden, sobald feststeht, ob dafür eine organisierte Reise angeboten wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ararat-Armenia</strong> kommt am 26. November in die Red Bull Arena, als amtierender armenischer Meister. Der 2017 gegründete Klub aus Jerewan ist internationales Neuland für die meisten Fans, spielt seine Europacup-Auftritte aber inzwischen mit einer gewissen Routine, seit 2019 mehrfach in Gruppen- und Ligaphasen dabei. Ein Heimspiel, bei dem ich mir vor allem wünsche, dass es keine übermütige Pflichtübung wird, wie sie gegen vermeintlich kleinere Gegner schon öfter danebengegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lewski Sofia</strong> eröffnet die Ligaphase am 17. September, wie eingangs erwähnt. Der bulgarische Traditionsverein aus der Hauptstadt ist das erste echte Prüfsteinspiel der Saison, ein Auswärtsspiel unter der Woche in einer Stadt, die für die meisten Auswärtsfahrer komplettes Neuland ist. Genau deshalb find ich diesen Auftakt spannend: kein eingespieltes Reiseziel, keine Routine, sondern echte Entdeckung, sportlich wie logistisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Vorfreude und Terminstress: die Stimmung in der Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin seit 1974 <a href="https://s12.at/ueber-mich/" target="_blank" data-type="page" data-id="1483" rel="noreferrer noopener">Fan dieses Vereins</a>, und ich hab selten erlebt, dass eine Auslosung so viel Gesprächsstoff produziert wie diese. Zu den einzelnen Auswärtsfahrten halt ich mich an dieser Stelle bewusst zurück. Ob der Verein selbst wieder Fanbusse und Charterflüge organisiert oder ob <a href="https://www.soizburgfansontour.at/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.soizburgfansontour.at/" rel="noreferrer noopener">SOIZBURG FANS ON TOUR</a> für die eine oder andere Reise ein eigenes Programm aufstellt, ist im September noch offen. Sobald dazu etwas Konkretes feststeht, greif ich das im Matchcenter und in eigenen Artikeln auf, jetzt wäre jede Spekulation verfrüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an der Diskussion in der Fanszene mehr beschäftigt als die Logistik, ist die Terminverdichtung. Acht Europa-League-Runden zwischen September und Jänner, dazu Bundesliga, dazu der ÖFB-Cup, das ist ein Programm, das die Kaderbreite ernsthaft testet. Ich wollte das eigentlich optimistischer formulieren, aber wenn ich mir die englischen Wochen im Kalender anschau, wird mir schon jetzt mulmig, wie viele Spieler im Jänner an der Belastungsgrenze laufen werden. Das ist keine Kritik an der Kaderplanung im Voraus, aber es ist der Punkt, an dem ich die Euphorie der ersten Tage nach der Auslosung etwas bremsen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem, und das überwiegt: Ein Heimspiel gegen AC Milan im Oktober ist etwas, das man in der Red Bull Arena selten erlebt. Ich erwarte eine bessere Auslastung als bei den letzten Ligaphasenspielen gegen weniger bekannte Namen, und genau das braucht dieser Verein europäisch auch, volle Ränge statt der Operetten-Kulisse, die ich an manchen Abenden zuletzt beklagt hab. Schauen wir mal, ob sich das auch bei Celje und Ararat-Armenia bestätigt, wo die Anziehungskraft des Gegnernamens fehlt und die eigene Kurve das Stadion tragen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neu auf s12.at: das Europa-League-Matchcenter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle acht Runden hab ich ein eigenes Matchcenter gebaut, das ab sofort auf der Startseite von s12.at zu finden ist. Dort stehen alle Termine, Anstoßzeiten und Austragungsorte auf einen Blick, dazu die Gruppentabelle, die sich sobald der erste Spieltag gespielt ist, automatisch mitaktualisiert. Kein Rumscrollen durch acht einzelne Artikel, sondern eine Übersicht, die während der ganzen Saison aktuell bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich pfleg das Matchcenter selbst, Spiel für Spiel, und ergänz es um kurze Einordnungen, sobald ein Ergebnis feststeht. Wer die Ligaphase über die Startseite verfolgen will, findet dort ab dem 17. September alles, was er braucht, ohne durch fremde Portale klicken zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebaut hab ich das Ganze im Vibe Coding mit Claude. Wen interessiert, wie so etwas technisch entsteht, der findet mehr dazu auf <a href="https://vibecraft.rocks" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vibecraft.rocks</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was jetzt zählt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Spiele, vier machbare, vier schwere, und ein Terminplan, der bis Ende Jänner keine Verschnaufpause lässt. Ich hab mir das Tableau dreimal angeschaut, und meine Einschätzung bleibt: Wenn Salzburg die vier machbaren Lose konsequent gewinnt und in mindestens zwei der vier Schwergewichte-Spiele punktet, ist die K.-o.-Phase drinnen. Das ist keine Utopie, das ist eine realistische Rechnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich der Nordkurve für diese Saison wünsch, ist genau das, was sie in den letzten Jahren immer wieder geliefert hat: volle Blöcke bei den kleinen Losen, nicht nur bei Milan und Leverkusen. Die Vorschreier haben in der Vorsaison schon bei nüchternen Bundesliga-Abenden für Stimmung gesorgt, wenn sie das auch bei Celje und Ararat-Armenia schaffen, dann hat dieser Verein europäisch eine Heimstärke, die kein Gegner gern sieht. Am 17. September in Sofia geht es los. Ich bin dabei, zumindest vorm Fernseher, und ich freu mich drauf wie schon lang nicht mehr.</p>
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