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	<title>Analyse &#8211; S12.at</title>
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	<description>Fanblog des FC Red Bull Salzburg</description>
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	<title>Analyse &#8211; S12.at</title>
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		<title>Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 05:14:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Salzburg führt in Celje 2:0 und spielt nur 2:2. Wo die Partie gekippt ist, wer gehalten hat und was das für Sonntag beim LASK bedeutet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Neunzigste Minute in Celje, Freistoß für Salzburg in der eigenen Hälfte. Statt den Ball lang nach vorne zu schlagen, spielt ihn die Mannschaft kurz, verliert ihn, und der eingewechselte Armandas Kučys trifft über die Innenstange zum 2:2. Vor dem Spiel hab ich geschrieben, Celje wird die <a href="https://s12.at/altach-war-die-richtige-antwort-celje-wird-die-pruefung-fuer-salzburgs-box/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/altach-war-die-richtige-antwort-celje-wird-die-pruefung-fuer-salzburgs-box/" rel="noreferrer noopener">Prüfung für Salzburgs Box</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zeugnis liegt jetzt am Tisch, und schön ist es nicht. Ich gebe ein Genügend, und auch das nur wegen der ersten Viertelstunde und der Minuten direkt nach der Pause. Nach dem 2:0 hat Salzburg aufgehört, Fußball zu spielen, fast so wie in der vergangenen Saison. Unten steht, wo die Partie gekippt ist, wer gehalten hat und warum dieses Remis am Sonntag in Linz schwerer wiegt als in der Tabelle. Zuerst zu dem, was funktioniert hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die erste Viertelstunde war genau das, was Röhl wollte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl, Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg, hat drei Tage vor dem Auswärtsspiel in Linz rotiert. Tim Drexler spielte in der Innenverteidigung, Umut Tohumcu neben Abubakr Barry im Zentrum, auf den Flügeln Damir Redžić und Yorbe Vertessen. Edmund Baidoo fehlte, er hatte das Abschlusstraining abbrechen müssen. Das macht Sinn. Wer im Herbst in drei Bewerben spielt, kann nicht jede Woche dieselben elf aufstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Plan ging zunächst auf. In der neunten Minute eroberte Leandro Morgalla den Ball, Redžić legte auf, und Sota Kitano schob überlegt zum 1:0 ein. Genau so wollte Röhl die Slowenen haben: früh unter Druck, Ballgewinn, schnelles Umschalten, Tor. Celje, der slowenische Meister unter Trainer Zoran Zeljković, hatte in dieser Ligaphase bis dahin kein einziges Tor erzielt und liegt auch daheim in der Liga außerhalb der ersten fünf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann kamen die ersten Warnsignale. In der 23. Minute bekam Kapitän Haris Tabakovic nach einem Vorstoß von Redžić den Ball aus wenigen Metern und jagte ihn über die Latte. Vier Minuten später verlor Barry in der gegnerischen Hälfte einen Ball, Drexler rückte zu überhastet heraus, Blaž Kramer war plötzlich durch, und sein Querpass fand Veton Tusha, der nur die Innenstange traf. Ab da kam Celje auf. Kurz vor der Pause brachte Kevin Boma an der Strafraumgrenze Benjamin Verbič zu Fall, der Pfiff blieb aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte die erste Halbzeit erst als gute Halbzeit verbuchen. Aber zwischen der 27. Minute und dem Pausenpfiff war Celje die bessere Mannschaft, und dass es mit 1:0 in die Kabine ging, hatte mit einer Stange und einer Szene an der Strafraumlinie zu tun.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo die Partie gekippt ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl reagierte zur Pause mit einem Doppeltausch: Bartosz Mazurek kam für Tohumcu, Jesper Lindström für Vertessen. Der Däne, von Napoli ausgeliehen, brauchte keine halbe Minute. Ballmitnahme, Antritt an der Abwehr vorbei, Abschluss ins lange Eck, wieder nach Vorarbeit von Redžić. Sein zweites Tor in Serie nach dem Freistoß gegen Altach. 2:0 auswärts, gegen einen Gegner ohne Punkt und ohne Tor in diesem Bewerb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Minuten später stand es 1:2. Ein einziger weiter Ball reichte, die Abstimmung in der Kette passte nicht, und Dominik Schmid stand als letzter Mann allein gegen Kramer. Der ließ ihn stehen und schoss wuchtig ein. Röhl sagte nachher sinngemäß, beim 1:2 habe die Abstimmung nicht gestimmt, das könne passieren. Da bin ich bei ihm. Was danach kam, kann nicht passieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in Celje nach dem 2:0 das Spiel nicht mehr gestaltet, sondern auf den Schlusspfiff gewartet. Dieses Remis hat mit Pech wenig zu tun. Es zeigt ein Reifeproblem, das ich aus der vergangenen Saison zu gut kenne: Die Mannschaft führt, und dann weiß sie nicht, wie man eine Partie zumacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partie wurde hektisch, Salzburg gab das Heft aus der Hand. Celje war dem 2:2 näher als Salzburg dem 3:1. Christian Zawieschitzky musste gegen Verbič retten und kurz behandelt werden, spielte aber weiter. Auf der anderen Seite stand Tabakovic in der Schlussphase noch zweimal frei, einmal scheiterte er an Celjes Torhüter Žan-Luk Leban. Und dann diese 90. Minute: kurz gespielter Freistoß, Ballverlust, Konter, die Abseitsfalle greift nicht, Kučys trifft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl war danach deutlicher, als er es sonst ist: „Wie das 2:2 zustande kommt, ist zu einfach.“ Morgalla hat es noch schärfer formuliert: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wir waren in den letzten Minuten teilweise zu kindlich. Wenn du 2:1 führst, musst du nichts mehr beweisen, sondern das Ding über die Bühne bringen.“ </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Drexler meinte sinngemäß, man hätte den Freistoß einfach lang zu Tabakovic schlagen müssen, statt flach herauszuspielen. Zwei Spieler und der Trainer sagen dasselbe. Das ist ehrlich, und es ist genau der Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer gehalten hat und wer nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der beste Mann am Platz war Redžić. Zwei Vorlagen, gewonnene Dribblings, Tempo über rechts, mit dem Celjes Abwehr vor allem in der ersten Hälfte nicht zurechtkam. Lindström hat mit einer Aktion das Spiel verändert, danach aber nicht mehr viel bewegt. Kitano traf und blieb gefährlich, bis er nach gut einer Stunde für Gaoussou Diakité Platz machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinten war es ein Abend mit Licht und viel Schatten. Zawieschitzky, 19 Jahre alt, hat gehalten, was zu halten war, bei beiden Toren war er machtlos. Morgalla leitete das 1:0 ein und zeigte eine couragierte Partie, beim 2:2 hob er aber gemeinsam mit Boma das Abseits auf. Boma war über weite Strecken der stabilste Verteidiger, hatte bei der Szene gegen Verbič aber Glück. Drexler wirkte von Beginn an nervös und war an beiden Gegentoren beteiligt. Schmid sah beim 1:2 schlecht aus und hatte im zweiten Durchgang mit dem eingewechselten Dukuly große Probleme. Das 2:2 fiel über seine Seite, auch wenn er dort nicht der Hauptschuldige war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Tabakovic? Viel Arbeit, wichtige Zweikämpfe nach hinten, aber drei Chancen, von denen er mindestens eine machen muss. Von einem Kapitän, der in dieser Saison die meisten Salzburger Tore schießt, erwarte ich das. Mazurek, zuletzt so stark, hat das Spiel nach der Pause nicht beruhigt. Genau das hätte ich mir von ihm gewünscht. Diakité brachte nach seiner Einwechslung frische Dribblings, die letzte Entscheidung fehlte aber jedes Mal. Frans Krätzig war nur ein paar Minuten am Platz, hat in dieser Zeit aber einen der besten Pässe des Abends gespielt, auf Tabakovic. Dass auch diese Chance nicht im Tor landete, passt zum Abend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist das schon wieder die Mannschaft der vergangenen Saison?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Teilweise. Und ich will fair bleiben, weil einiges gegen meine These spricht. Eine Mannschaft, die wirklich aufgehört hat, Fußball zu spielen, kommt nach dem 1:2 nicht noch zweimal frei vors Tor. Röhl hat rotiert, Tohumcu bestritt seinen ersten Europacup-Einsatz dieser Saison, und der Gegner war daheim mutiger, als ich es erwartet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber das Muster ist das Problem. Das 1:2 fällt vier Minuten nach dem 2:0 aus einem einzigen langen Ball. Das 2:2 fällt in der 90. Minute aus einem eigenen Freistoß. Das sind keine Zufälle, das sind Entscheidungen. Letzte Saison ist Salzburg in der Ligaphase als 31. vorzeitig ausgeschieden, und mir kam gestern genau dieses Gefühl wieder hoch: eine Mannschaft, die das Spiel in der Hand hat und nicht weiß, wie man es zumacht. Ich hab mich ziemlich geärgert, und ich glaube, das ging nicht nur mir so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl hat nachher sinngemäß gesagt, in diesem Bewerb müsse man fehlerfrei spielen, weil jede Mannschaft die Qualität habe, Fehler zu bestrafen, und früher sei seine Elf da schon cleverer gewesen. Er hat recht. Mit vier Punkten nach drei Spielen liegt Salzburg auf Rang 21, die ersten 24 kommen weiter. Am 5. November geht es auswärts gegen Anderlecht. Nach meiner Rechnung braucht es aus den fünf restlichen Partien noch mindestens fünf, eher mehr Punkte. Das ist machbar. Aber nicht so.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der LASK hat Sporting geschlagen, und das heißt was</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Während Salzburg in Celje zwei Punkte liegen ließ, hat der LASK am Mittwoch in Lissabon Geschichte geschrieben. 3:2 bei Sporting, der erste Sieg in der Champions League überhaupt für die Linzer. Und zwar nach Rückstand: Luis Suárez traf in der fünften Minute per Elfmeter, Christoph Lang glich aus, Saša Kalajdžić und Krystof Daněk drehten die Partie, Suárez verkürzte spät. Wer bei Sporting nach einem frühen Elfmeter-Rückstand ruhig bleibt und das Spiel umdreht, der hat etwas, das Salzburg gestern gefehlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sag das ohne Neid. Der LASK unter Didi Kühbauer ist amtierender Meister und Cupsieger, und er spielt so. In der Liga hält er nach neun Runden bei 19 Punkten aus sechs Siegen, Salzburg ist mit sechs Siegen und drei Remis ungeschlagen und hat 21. In der Meistergruppe der vergangenen Saison hat der LASK beide Duelle gewonnen, 3:2 in Wals-Siezenheim und 2:1 in Linz. Wer glaubt, der Meister sei nach einer Champions-League-Nacht müde, verwechselt Müdigkeit mit Selbstvertrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rechnung für Sonntag ist einfach. Gewinnt Salzburg, sind es fünf Punkte Vorsprung auf den LASK. Bei einem Remis bleiben es zwei. Verliert Salzburg, zieht der LASK mit 22 zu 21 vorbei. Dazu kommt der Kalender: Der LASK hat am Mittwoch gespielt, Salzburg erst am Donnerstag um 21 Uhr. Ein Tag weniger Erholung, und dann noch die Heimfahrt aus Slowenien.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was aus Celje mit nach Linz muss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit muss die erste Viertelstunde. Ballgewinne weit vorne, Redžić mit Tempo über rechts, Lindström als Waffe gegen eine Abwehr, die nicht aufpasst. Das hat funktioniert, und das wird auch gegen den LASK funktionieren, wenn die Mannschaft es 90 Minuten durchzieht und nicht nur 45.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daheim bleiben muss der kurze Freistoß in der eigenen Hälfte in der Schlussminute. Konkret heißt das: Wenn Salzburg in Linz führt, dann kommt der Ball lang zu Tabakovic, dann bleibt der Außenverteidiger nicht allein als letzter Mann, dann wird gefoult, bevor der Konter läuft. Morgalla nennt es erwachsen, ich nenne es gscheit. Am Sonntag um 17 Uhr in der Raiffeisen Arena wird sich zeigen, ob die Lektion angekommen ist. Schauen wir mal, ich bin zuversichtlicher, als dieser Text klingt. Die Qualität ist da, das hat man in Celje zweimal gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bleiben die rund 300, die am Donnerstagabend nach Celje gefahren sind. In ein Stadion mit über 13.000 Plätzen, in dem gerade einmal rund 4.000 Menschen saßen, zu einem Anpfiff um 21 Uhr, mit einem Arbeitstag am Freitag. Sie haben zwei Tore bejubelt und in der 90. Minute zugeschaut, wie aus dem Sieg ein Punkt wurde. Daheim waren viele von ihnen wohl erst lange nach Mitternacht. Am Sonntag stehen sie wieder, diesmal in Linz, und die Vorschreier werden wieder versuchen, eine Kurve zu tragen, die gerade wenig Grund zum Jubeln hat. Dass sie es trotzdem tun, ist das Einzige an dieser Woche, das ich mit Sehr gut benote.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von der Mannschaft will ich am Sonntag keine Reaktion sehen. Ich will 90 Minuten sehen. Vollgas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ungeschlagene Zweite fährt am Sonntag um 17 Uhr zum Meister nach Linz, zwischen Salzburg und dem LASK liegen gerade einmal zwei Punkte. Dazu kommt: Die Linzer haben die letzten beiden Duelle gewonnen, und gegen den amtierenden Meister wartet Salzburg seit sechs Partien auf einen Sieg.</p>


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class="s12v-eye">Vorschau · Bundesliga · 10. Spieltag</span><span class="s12v-eye s12v-cd" data-ko="1792944000"></span></div><div class="s12v-board"><div class="s12v-team"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6465.png" alt="6465" width="92" height="92" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 1"><b>LASK</b><span>3. Platz · 19 Pkt</span></div><div class="s12v-vs">VS</div><div class="s12v-team"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6428.png" alt="6428" width="92" height="92" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 2"><b>Salzburg</b><span>2. Platz · 21 Pkt</span></div></div><div class="s12v-meta"><span class="s12v-eye"><b>So. 25. Oktober</b> · 17:00</span><span class="s12v-eye">Raiffeisen Arena</span></div></section><h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Die Ausgangslage</h2><div class="s12v s12v-duel"><div class="s12v-dh"><span><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6465.png" alt="6465" width="28" height="28" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 3">LASK</span><span></span><span>Salzburg<img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6428.png" alt="6428" width="28" height="28" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 4"></span></div><div class="s12v-row"><span class="s12v-l">3.</span><span class="s12v-m s12v-eye">Tabelle</span><span class="s12v-r s12v-win">2.</span></div><div class="s12v-row"><span class="s12v-l">19</span><span class="s12v-m s12v-eye">Punkte</span><span class="s12v-r s12v-win">21</span></div><div class="s12v-row"><span class="s12v-l"><span class="s12v-pills"><i class="s12v-pS">S</i><i class="s12v-pN">N</i><i class="s12v-pU">U</i><i class="s12v-pN">N</i><i class="s12v-pS">S</i></span></span><span class="s12v-m s12v-eye">Form</span><span class="s12v-r"><span class="s12v-pills"><i class="s12v-pS">S</i><i class="s12v-pU">U</i><i class="s12v-pS">S</i><i class="s12v-pU">U</i><i class="s12v-pS">S</i></span></span></div></div>




<div class="wp-block-group s12v-sec is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Wer fehlt</h2>


<div class="s12v s12v-abs"><div class="s12v-abs-c s12v-abs-c--us"><span class="s12v-eye"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6428.png" alt="6428" width="22" height="22" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 5">Salzburg</span><ul><li><b>Anrie Chase</b></li><li><b>Nikolas Veratschnig</b></li><li><b>Enrique Aguilar</b></li><li><b>Justin Omoregie</b></li></ul></div><div class="s12v-abs-c"><span class="s12v-eye"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://s12.at/karli/logos/6465.png" alt="6465" width="22" height="22" loading="lazy" title="Nach dem 2:0 hat Salzburg in Celje aufgehört, Fußball zu spielen 6">LASK</span><ul><li><b>Ramiz Harakaté</b></li><li><b>George Bello</b></li></ul></div></div>

</div>



<div class="wp-block-group s12v-sec is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Worauf es ankommt</h2>



<div class="wp-block-group s12v-key is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h3 class="wp-block-heading">Die Salzburg-Serie</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hält Salzburgs Serie ohne Niederlage auch gegen den einzigen Gegner, der zuletzt zweimal hintereinander ein Rezept gegen die Mozartstädter gefunden hat? Wenn ja, ist die Partie mehr als drei Punkte: Sie zeigt, ob diese Mannschaft auch nach dem glücklosen Unentschieden bei Celje gegen einen Titelkonkurrenten mithalten kann..</p>
</div>




</div>



<div class="wp-block-group s12v-sec is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<h2 class="wp-block-heading s12v-sh">Der Tipp</h2>


<div class="s12v s12v-tips"><div class="s12v-tip"><div class="s12v-who"><span class="s12v-eye">Karli</span><a class="s12v-eye s12v-ai" href="https://s12.at/ki-transparenz/">KI-Prognose</a></div><div class="s12v-sc">1<s>:</s>1</div><div class="s12v-bar"><i style="width:35%"></i><i style="width:30%"></i><i style="width:35%"></i></div><div class="s12v-sub">Sieg 35 · Remis 30 · Niederlage 35</div></div><div class="s12v-tip s12v-tip--me"><div class="s12v-who"><span class="s12v-eye">Mein Tipp</span></div><div class="s12v-sc">1<s>:</s>2</div><div class="s12v-sub">Alex Januschewsky</div></div></div><div class="s12v s12v-quote">„Na servas, des is a gscheids Spiel, wo ma aufpassen muaß! Auswärts in Linz is hoid immer a Hetz, des wiss ma jo. Da LASK spuit grad recht guad auf, des siecht ma an da Form. Mia Soizburger san zwar ungeschlogn, aber auswärts schaut des oft a weng anders aus. I glaub, des wird a enger Kampf, wo&#039;s um jeden Ball geht. Mei Tipp is a Punkteteilung, weil beide Teams wos mitnahman woin.“<span class="s12v-eye">Karli · KI-generiert am 19.10.2026 01:00 · <a href="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/">Karlis Bilanz</a></span></div>


<p class="wp-block-paragraph">Ich setz auf ein 1:2, aber <a href="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/" target="_blank" data-type="page" data-id="711" rel="noreferrer noopener">Karlis</a> 1:1 ist wohl die ehrlichere Prognose: Salzburg hat in neun Runden zwar nicht verloren, aber schon dreimal Unentschieden gespielt, und gegen einen LASK, der die letzten zwei Duelle gewonnen hat, wird ein Punkt in Linz eher das realistische Ergebnis sein als der Auswärtssieg.</p>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hätte nur eine Bitte an die Mannschaft: Wenn es in der 90. Minute 1:1 steht, dann bitte keinen kurzen Freistoß in der eigenen Hälfte.</p>
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		<title>Altach war die richtige Antwort, Celje wird die Prüfung für Salzburgs Box</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2026 04:57:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Europa League bei NK Celje: Gegnercheck, die Lehren aus dem 3:0 gegen Altach und die Frage, ob Salzburgs Abwehr nach dem 0:4 gegen Milan hält.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Nach sechs Minuten stand es gegen Altach 1:0, und trotzdem war es Arbeit. So hat Danny Röhl, Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg, den 3:0-Sieg vom Sonntag sinngemäß beschrieben. Ich finde, in diesem Satz steckt alles, was du vor dem Europa-League-Spiel bei NK Celje wissen musst, das am Donnerstag um 21.00 Uhr angepfiffen wird. Der Sieg gegen den Vorletzten war nach dem 0:4 gegen Milan nötig und richtig. Ob Salzburg die Fehler in der eigenen Box abgestellt hat, beweist er aber nicht. Unten steht, was aus Altach nach Slowenien mitfährt und was ich zu Hause lasse. Zuerst zum Gegner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist NK Celje, und warum hat der Meister noch keinen Punkt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Celje liegt in Slowenien, der Klub wurde 1919 gegründet und trägt den Spitznamen Grofje, zu Deutsch die Grafen. Gespielt wird im Stadion Z&#8217;dežele mit 13.059 Plätzen. Die Grafen sind amtierender Meister, den Titel holten sie 2025/26, davor 2023/24 und 2019/20. Celje und Maribor sind die beiden Vereine, die seit der Unabhängigkeit 1991 ununterbrochen in der obersten Liga spielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Europa League ist für Celje Neuland. Im Playoff zur Champions League scheiterte der Klub an Slovan Bratislava und landete so erstmals in der Ligaphase. Dann kam der Bruch: Zwei Tage vor dem ersten Spiel trennte sich Celje von Vitor Campelos, dem Trainer des jüngsten Meistertitels. Sein Nachfolger Zoran Zeljković kam vom Ligakonkurrenten Koper, und ausgerechnet gegen dessen Mannschaft hatte Celje zuletzt 0:1 verloren. Davor war das 1:2 gegen Bravo gekommen, der Meister stand nur auf Rang sieben. Zeljković, ein ehemaliger Mittelfeldspieler und Nationalspieler, hat selbst in Zypern, Ungarn und Österreich gespielt und 2017 und 2018 schon als Assistent in Celje gearbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Debüt unter Zeljković endete in Leverkusen 0:2, Torhüter Žan-Luk Leban fiel dabei mit mehreren Paraden auf. Am 15. Oktober folgte daheim ein 0:3 gegen Omonia Nikosia. Macht null Punkte und 0:5 Tore. Daheim war Celje in der Conference-League-Ligaphase der Vorsaison allerdings ungeschlagen, zwei Siege, ein Remis, auswärts gingen dort alle fünf Spiele verloren. Der Heimplatz ist also die Stärke dieses Klubs, und genau dorthin fährt Salzburg. Im Kader stehen Routiniers wie Mario Kvesić, 34, und Benjamin Verbič, 32. Wie Celje unter dem neuen Trainer spielen will, kann ich nach zwei Niederlagen nicht belastbar sagen. Ich bin mir da nicht sicher, die Datenlage ist dünn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat nach dem 0:4 gegen Milan nur einen Platz in der Startelf getauscht und Altach 3:0 geschlagen. Ich halte das für die richtige Reaktion, aber nicht für den Beweis, dass die Box hält, denn Altach kam kaum gefährlich vors Tor. Celje hat in zwei Europa-League-Partien kein Tor erzielt. Das Risiko am Donnerstag liegt deshalb weniger in Celjes Offensive als in Salzburgs eigenen Fehlern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was gegen Altach wirklich passiert ist</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Erinnerung, warum Altach überhaupt eine Reaktion sein musste: Gegen Milan stand es zur Pause 0:2, Alphadjo Cisse hatte da schon zweimal getroffen und legte nach dem Wechsel noch einmal nach, später machte Gonçalo Ramos das 4:0. Salzburg beendete die Partie in Überzahl, weil Milans eingewechselter Pietro Terracciano nach einem Foul an Dominik Schmid wegen Torraubs Rot sah, ein Ehrentreffer blieb trotzdem aus. Nur viermal hat Salzburg im Europacup höher verloren. Röhl sagte danach sinngemäß, die erste Hälfte sei gut gewesen, aber der Abschluss nicht zielstrebig genug, und beim Verteidigen der eigenen Box sei die Mannschaft vor allem bei den ersten Gegentoren nicht wach genug gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl änderte gegen Altach die Startelf nur an einer Stelle: Gaoussou Diakité spielte für Sota Kitano. Der Pole Mazurek stand wieder drin, obwohl ihm gegen Milan der Ballverlust vor dem 0:4 unterlaufen war. Das macht Sinn. Wer nach einer Niederlage einen Spieler für seinen Fehler aus der Mannschaft nimmt, schickt dem Rest eine Botschaft, die in der Europa League nicht hilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das 1:0 fiel nach dem ersten gefährlichen Angriff. Jesper Lindström zirkelte den Ball mit dem Außenrist in den Strafraum, Kapitän Haris Tabakovic musste nur den Fuß hinhalten. Nach der Pause köpfte Tabakovic ein zweites Mal ein, Schiedsrichter Alain Sadikovski erkannte das Tor wegen Foulspiels ab. Die Vorentscheidung fiel erst in der 73. Minute: Lindström traf einen direkten Freistoß, sein erstes Bundesliga-Tor, der Däne ist von Napoli ausgeliehen. Kurz vor Schluss machte der eingewechselte Damir Redzic nach einem sehenswerten Angriff den Endstand, sein erstes Saisontor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl räumte nachher sinngemäß ein, dass Altach die Räume zugestellt hatte, dass die Entscheidungen nicht immer gut waren und dass Salzburg einige Konter zugelassen hat. Altach selbst blieb im Angriff harmlos und prüfte Torhüter Christian Zawieschitzky kaum. Das Team von Ognjen Zaric hat sechs Punkte und ist Vorletzter, es hatte in der Runde davor den WAC 3:0 geschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg ist damit seit neun Bundesliga-Spielen ungeschlagen, sechs Siege, drei Remis, 21 Punkte, drei weniger als Rapid und zwei mehr als der LASK. Ich wollte das 3:0 erst als Beleg für die Reaktion der Mannschaft feiern. Aber 67 Minuten Ein-Tore-Führung gegen den Vorletzten, der sich kaum Chancen erarbeitet, lassen das nicht zu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was aus Altach nach Celje mitfährt und was nicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Mit fährt die Achse. Röhl vertraut seinen Spielern auch nach dem 0:4, und die Elf, die Altach geschlagen hat, hat Milan schon gekannt. Mit fährt auch der Standard: Lindströms Freistoß ist eine Waffe gegen Gegner, die tief stehen und selten Fehler erzwingen. Celje hat in zwei Spielen fünf Gegentore kassiert, wie viele aus ruhenden Bällen fielen, hab ich nicht gefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Hause bleibt die Gewissheit, dass Salzburg ein Spiel kontrolliert, weil es das gegen Altach getan hat. Ein Heimteam ohne Punkt und ohne Tor wird Risiko gehen müssen, das schauen wir mal an. Das gibt Salzburg Räume, die es am Sonntag nicht hatte. Es gibt Celje aber auch Ballgewinne, und Milan hat in Salzburg genau zwei Dinge bestraft: einen allein gelassenen Stürmer nach einer Flanke und einen Ballverlust vor dem eigenen Strafraum. Röhl nannte Milan nach der Partie mindestens einen Kopf größer als sein Team, und er hat nach meinem Verständnis auch davor gewarnt, in der Europa League von Pflichtsiegen zu reden. Ich schließe mich an. Konkret wünsche ich mir in Celje ein Spiel, in dem Tabakovic und Lindström weiter früh Druck machen, hinten aber niemand allein den Ball vor dem eigenen Sechzehner verteidigt, und in dem die Sechser Mazurek und Barry den Raum vor der Abwehr dichthalten, statt jedem Ball hinterherzulaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann die Rechnung. Salzburg hat drei Punkte aus zwei Spielen, 1:0 in Sofia und 0:4 gegen Milan, und liegt auf Rang 21. Gewinnt die Mannschaft in Celje, hat sie sechs Punkte nach drei Spielen. Sechs Punkte waren im Vorjahr die gesamte Ausbeute aus den acht Spielen der Ligaphase, und die reichten nicht: Salzburg schied aus. Verliert sie, bleiben drei Punkte vor fünf Partien, darunter Anderlecht und Leverkusen auswärts. Die Plätze eins bis acht gehen direkt ins Achtelfinale, die Plätze neun bis 24 in die Playoffs, darunter ist Schluss. Auch eine Zahl, die ich merkwürdig finde: Beide Teams haben in dieser Ligaphase zusammen genau ein Tor geschossen, Salzburg das 1:0 in Sofia, Celje keines.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntag wartet der LASK, der Meister. Daran zu denken, bevor Celje gespielt ist, wäre der erste Fehler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt ein Punkt, den ich in der Aufregung um die Box nicht untergehen lassen will: die Offensive. Salzburg hat in der Europa League bisher ein Tor erzielt, in zwei Spielen. Gegen Altach waren es drei, aber zwei davon fielen aus einer Standardsituation und aus einem Angriff in der Schlussphase, als der Gegner müde war. Wer in Celje auf ein Tor aus dem Spiel heraus hofft, sollte wissen, dass Altach das nicht zuverlässig gezeigt hat. Ein Gegner, der tief steht und kontert, wird auch Celje nicht zwingend sein, aber nach zwei Niederlagen ohne eigenes Tor ist ein früher Treffer für die Slowenen Gold wert. Je länger es 0:0 steht, desto nervöser wird das Stadion, und das kann beiden Seiten helfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Donnerstag in Celje: Anreise, Stadion und die Nordkurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Stadion Z&#8217;dežele wurde ab 1999 in Etappen gebaut, die Osttribüne kam 2003, die Nordtribüne als letzte. Etwa die Hälfte der 13.059 Sitzplätze ist überdacht.  Anstoß ist um 21.00 Uhr, der Schlusspfiff fällt gegen 23.00 Uhr, und am Freitag ist Arbeitstag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Milan waren 22.503 Zuschauer in Wals-Siezenheim und sahen eine Lehrstunde. Wer nach so einem Abend am Donnerstag trotzdem ins Auto steigt, um in einem fremden Stadion zu stehen, zeigt mir, wo Fankultur anfängt. Ein Spiel gegen einen Gegner ohne Punkt und ohne Tor lockt kaum jemanden. Dieser Klub braucht auch in der Ligaphase der Europa League Leute, die laut sind, wenn es schlecht läuft, und die Nordkurve ist dafür die Adresse. Falls die Vorschreier mitfahren, haben sie in Celje die schwierigere Aufgabe als daheim: Sie müssen die Stimmung in Gang bringen, wo ihnen kein Heimvorteil den Raum gibt. Der Nordkurve gebührt dafür ein ehrliches Danke, auch von mir, der dieses Mal nicht dabei ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Tipp ist ein Maßstab. Hält die Box, gewinnt Salzburg in Celje. Hält sie nicht, hilft auch das 3:0 gegen Altach nicht, und dann war es eine gscheite Partie für die Kritiker.</p>
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		<title>Salzburg beim GAK: Ein echter Ausfall und ein offener Tormann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 06:20:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Vier Verletzte vor dem GAK-Spiel: Ich rechne durch, welcher Ausfall bei Salzburg wirklich zählt und wie Danny Röhl reagieren sollte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wer heute früh auf die Tabelle schaut, sieht Salzburg mit 17 Punkten auf Platz zwei, einen Zähler hinter Rapid, bei 18:4 Toren. Diese Bilanz geht mir nicht aus dem Kopf, wenn ich die Verletztenliste vor der Auswärtspartie beim GAK lese. Von den vier Ausfällen schmerzt am Samstag einer wirklich. Im Tor bleibt eine Frage offen, die der Gegner allerdings entschärft. Ich rechne durch, wo Trainer Danny Röhl umbauen muss, wo er einfach nachrücken lassen kann und warum ich beim Tormann gelassen bleibe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer fehlt, und wen spürt man wirklich?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nikolas Veratschnig</strong> hat sich bei seinem Debüt im österreichischen A-Nationalteam gegen den Kosovo nach einem Foul eine Bänderverletzung im rechten Knie zugezogen. Der 23-Jährige fällt mehrere Wochen aus. <strong>Damir Redzic</strong> erwischte es im Nations-League-Spiel Ungarns gegen die Ukraine, Bänderverletzung im rechten Knöchel, ebenfalls mehrere Wochen. <strong>Justin Omoregie</strong> wurde nach einer schweren Knöchelverletzung im Testspiel von Liefering gegen die WSG Tirol bereits operiert, für ihn ist die Herbstmeisterschaft vorbei. Der junge Schweizer <strong>Enrique Aguilar</strong> kam mit einer Oberschenkelblessur von einem U20-Länderspiel gegen Tschechien zurück, weitere Untersuchungen folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in sieben Ligaspielen 18 Tore erzielt und vier kassiert. Dieses Fundament trägt auch ohne vier Spieler. Den einzigen echten Verlust sehe ich in Veratschnig, weil er alle sieben Ligapartien bestritten und zwei Tore erzielt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den anderen drei fällt die Rechnung kleiner aus. Aguilar kommt auf zwei Ligaeinsätze, Omoregie taucht in der Einsatzliste der Liga gar nicht auf, und Redzic hat in sechs Einsätzen noch nicht getroffen. Ich wollte erst schreiben, die Ausfälle seien verkraftbar. Das Wort ist zu glatt: Redzic und Veratschnig fehlen für mehrere Ligaspiele, das merkt auch ein starker Kader.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie gleicht Röhl das aus?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß nicht, wie Röhl aufstellt, und ich tue nicht so. Ich kann nur sagen, was die Zahlen hergeben. Die Statistik führt Veratschnig als Verteidiger, gleichzeitig hat er sieben Schüsse aufs Tor und vier große Chancen, so viele wie sonst nur Sota Kitano. Welche Rolle er im System genau hat, bin ich mir nicht sicher. Mein Eindruck aus den Zahlen ist aber klar: Wer ihn ersetzt, muss Läufe in den Strafraum liefern und darf nicht bloß eine Position besetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorne hat Röhl Auswahl. Karim Konaté hat vier Tore, Haris Tabakovic drei, Yorbe Vertessen zwei, dazu kommen Edmund Baidoo und Camara mit je einem. Redzics Platz lässt sich dadurch gscheit füllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl ist 37, kam im Sommer von den Glasgow Rangers und unterschrieb für drei Jahre. Die erste Verletztenwelle seiner Amtszeit ist das nicht: Schon im August musste er vor dem Pafos-Rückspiel auf mehrere Spieler verzichten und sagte sinngemäß, man wolle nicht jammern. Ob er das diesmal wieder so hält, wird sich in den Aussagen vor dem Spiel zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dagegen spricht die Dichte. Fallen vier Spieler gleichzeitig aus und ist der Tormann angeschlagen, wird die Bank dünn, und Röhl hat bei Wechseln weniger Spielraum als sonst. Das ernst zu nehmen verändert meine Einschätzung für den Oktober. Für Samstag bleibe ich dabei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Rat an Röhl lautet deshalb: nichts Neues erfinden. Eine Mannschaft, die in sieben Partien vier Gegentore bekommen hat und zuletzt Sturm Graz 3:0 schlug, dreht man wegen einer Ausfallmeldung nicht auf links. Ersetzen, wie gelernt, und die Struktur lassen. Wer jetzt das System umbaut, riskiert mehr, als er gewinnt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Tormann und der Gegner</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Zawieschitzky</strong>, 19, stand in allen sieben Ligaspielen von Beginn an im Tor. Er reiste mit einer Adduktorenverletzung vorzeitig von der österreichischen U21 ab. Laut Berichten ist er am Montag mit individuellen Einheiten und ganz leichten Übungen ins Training zurückgekehrt, ein Einsatz am Samstag gilt als möglich. Die Salzburger wollen kein unnötiges Risiko eingehen. Fällt er aus, könnte <strong>Christian Früchtl </strong>in der Liga zu seinem ersten Einsatz im Salzburger Dress kommen. Der 26-Jährige kam im August vom italienischen Klub US Lecce und unterschrieb für drei Jahre. Die Bundesliga kennt er: Von 2022 bis 2024 hat er für die Wiener Austria gespielt, ein Neuling im Land ist er also nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1949" height="876" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356.jpg" alt="Meine KI &quot;Karli&quot; tippt auf einen knappen Auswärtssieg beim GAK in Runde 8" class="wp-image-1579" title="Salzburg beim GAK: Ein echter Ausfall und ein offener Tormann 7" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356.jpg 1949w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-300x135.jpg 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-768x345.jpg 768w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-1024x460.jpg 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-083356-1536x690.jpg 1536w" sizes="(max-width: 1949px) 100vw, 1949px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Meine <a href="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/karli-das-oesterreichischste-fussballorakel-der-welt/" rel="noreferrer noopener">KI &#8222;Karli&#8220;</a> tippt auf einen knappen Auswärtssieg.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt der Gegner: Der GAK steht auf Platz acht, mit 8 Punkten, 6:16 Toren und einer Tordifferenz von minus zehn. Fünf Mannschaften haben je acht Punkte, der GAK hat davon die schwächste Tordifferenz. Er hat in vier von sieben Spielen nicht getroffen, darunter ein 0:8 bei Rapid. Ganz ungefährlich ist der Gegner trotzdem nicht: Zuletzt gewann der GAK 2:1 in Altach und spielte 2:2 gegen die Austria. Ein Tormann, der noch keine Ligapartie in Salzburger Farben hatte, bekommt also eine Offensive, die in sieben Spielen sechs Tore erzielt hat. Das beruhigt mich mehr, als jede Fitnessmeldung es könnte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927.png"><img decoding="async" width="1897" height="945" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927.png" alt="Die aktuelle Tabelle vor Runde 8" class="wp-image-1576" title="Salzburg beim GAK: Ein echter Ausfall und ein offener Tormann 8" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927.png 1897w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-300x149.png 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-767x382.png 767w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-1536x765.png 1536w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/10/Screenshot-2026-10-07-080927-1024x510.png 1024w" sizes="(max-width: 1897px) 100vw, 1897px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die aktuelle Tabelle vor Runde 8</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sieg brächte Salzburg auf 20 Punkte, Rapid steht aktuell bei 18. Im Februar kam Salzburg beim GAK als Tabellenführer nicht über ein 1:1 hinaus, und Karim Konaté scheiterte in der 16. Minute am GAK-Tormann Franz Stolz. Das ist der Prüfstein am Samstag: Ohne Veratschnig muss die Chancenverwertung stimmen, sonst bleibt die Partie zu lange offen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kurve trägt auch die Ersatzleute</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich rechne damit, dass nach dem Abpfiff wieder die Debatte um Kaderbreite losgeht, egal wie es ausgeht. Verständlich, aber sie kommt zu früh. Wer in dieser Woche fährt, fährt zu einer Aufstellung, die niemand kennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau dafür gehört der Nordkurve mein Dank. Die Vorschreier haben in Partien wie dieser die schwierigste Aufgabe, weil sie eine Mannschaft tragen, deren Elf erst kurz vor dem Anpfiff feststeht. Wenn ein junger Ersatzmann seinen ersten Fehlpass macht, braucht er Stimmen im Rücken und keinen Pfiff. Wer nach Graz fährt, obwohl die Elf noch nicht feststeht, macht aus einem Pflichttermin eine Heimpartie auf fremdem Boden.</p>
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		<title>Röhl macht Salzburg schnell, gegen tief stehende Gegner bleibt es zäh</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2026 04:56:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Minute 84 in Ried, Karim Konate schiebt zur Führung ein, ich mach schon den Haken hinter drei Punkte. Minute 86, Ecke, Kopfball, Philipp Pomer gleicht aus. Zwei Minuten, ein ganzer Nachmittag hin. Danny Röhl hat Salzburg in seinen ersten Monaten spürbar schneller und griffiger gemacht, das Team ist bewerbsübergreifend seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Aber das [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Minute 84 in Ried, Karim Konate schiebt zur Führung ein, ich mach schon den Haken hinter drei Punkte. Minute 86, Ecke, Kopfball, Philipp Pomer gleicht aus. Zwei Minuten, ein ganzer Nachmittag hin. Danny Röhl hat Salzburg in seinen ersten Monaten spürbar schneller und griffiger gemacht, das Team ist bewerbsübergreifend seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Aber das Muster, an dem sich Salzburg seit Jahren scheitert, hat auch der neue Trainer noch nicht geknackt: gegen Mannschaften, die sich hinten reinstellen und diszipliniert verteidigen, tut sich diese Elf schwer. Ich zeig dir in diesem Text, woran das liegt, was sich taktisch wirklich verändert hat und warum ich die beiden Unentschieden gegen den WAC und gegen Ried für mehr als Ausrutscher halte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat unter Röhl in der Admiral Bundesliga nach sieben Runden fünf Siege und zwei Remis geholt, kein einziges Spiel verloren. Ich halte das trotzdem nicht für einen Beweis, dass der Umbruch schon abgeschlossen ist. Die Tordifferenz von plus vierzehn stammt zu einem guten Teil aus drei Kantersiegen gegen Mannschaften, die offen mitgespielt haben. Gegen die zwei kompaktesten Gegner der bisherigen Saison gab es nur einen Punkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist der Mann, der Salzburg wieder schnell macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl, geboren am 28. April 1989 in Zwickau, ist Trainer, kein Spieler mit großer Vergangenheit. Seine aktive Karriere bei FSV Zwickau und dem FC Eilenburg war schon mit zwanzig Jahren vorbei, eine Verletzung hat das beendet. Was danach kam, erklärt aber, warum Marcus Mann ihn unbedingt wollte. Röhl war Assistent bei RB Leipzig unter Ralf Rangnick, danach bei Ralph Hasenhüttl in Southampton, später auch bei Hansi Flick, sowohl beim FC Bayern als auch beim DFB-Team. Diese drei Namen erklären mehr über seinen Trainerstil als jedes Vorstellungsinterview.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein erster eigener Job war Sheffield Wednesday, von Oktober 2023 bis 2025, danach übernahm er die Glasgow Rangers und führte den schottischen Traditionsverein zum dritten Platz. Nach nur acht Monaten in Glasgow wechselte er im Sommer 2026 nach Salzburg, Ablöse rund zwei Millionen Euro, Vertrag bis 2029. Er folgte auf Daniel Beichler, der Mitte Mai &#8222;verabschiedet&#8220; wurde. Sportdirektor Marcus Mann sprach von seinem Wunschtrainer, Röhl selbst nannte die Verpflichtung ein perfektes Match. Solche Sätze sagt jeder neue Trainer bei seiner Antrittspressekonferenz, das weiß ich. Bei Röhl deckt sich die Aussage aber tatsächlich mit dem, was er seither auf den Platz bringt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon im Sommer hat er angekündigt, den Kader zu verkleinern und der Mannschaft, wie er es nannte, das Gewinner-Gen zurückzugeben. Drei Jahre ohne Meistertitel haben in Salzburg für Unruhe gesorgt, Röhl sollte das beenden. Nach sieben Runden würde ich sagen: der erste Schritt ist gemacht, der zweite fehlt noch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sich im Spiel tatsächlich geändert hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl setzt auf eine Viererkette, aber die Formation ist ihm erklärtermaßen weniger wichtig als die Prinzipien dahinter. Hohes Pressing, schnelles Umschaltspiel, ein kompaktes Zentrum im Ballbesitz mit kurzem, schnellem Passspiel. Das klingt erstmal wie die alte Red-Bull-Schablone aus der Rangnick-Zeit, und genau das ist es auch, nur konsequenter umgesetzt als in den letzten Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der auffälligste Unterschied für mich als Dauerkartenbesitzer: die Außenverteidiger. Dominik Schmid und Nikolas Veratschnig schieben in der Offensivbewegung so weit auf, dass sie faktisch zu Flügelspielern werden, während im Zentrum eine Doppelsechs oder ein einzelner Sechser die Restverteidigung absichert, je nach Gegner. Beim 4:1 gegen Austria Wien und beim 5:1 gegen Rapid ist genau das aufgegangen: die Breite kam von außen, das Zentrum blieb kompakt, Haris Tabakovic als einzige echte Spitze musste nur noch die Abschlüsse setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die setzt er. Der 32-Jährige, im Sommer aus Wien geholt, hat in seinen ersten Pflichtspielen für Salzburg regelmäßig getroffen und ist mit seinen Torserien der auffälligste Neuzugang. Sein Kopfballtor beim 4:1 gegen Austria Wien fiel schon in der 19. Minute, sein Treffer bei Levski Sofia in der Europa League kurz vor der Pause, immer in Situationen, in denen die Mannschaft den Gegner vorher schon mürbe gemacht hat. Dahinter drehen Bartosz Mazurek, Sota Kitano und Yorbe Vertessen die Partien, Edmund Baidoo und Karim Konate bringen von der Bank frischen Zug, Jesper Lindström ist als Leihgabe aus Neapel eine zusätzliche Option für die offensive Zehnerposition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Startelfwechsel-Statistik der Liga zeigt: Röhl rotiert mehr als jeder andere Trainer der Bundesliga, mit bislang 22 Wechseln in der Startformation nach sechs Runden, deutlich mehr als etwa der SK Sturm Graz mit 20. Das ist gewollt. Wer bei ihm nachlässt, sitzt beim nächsten Mal draußen, und genau diese Konkurrenz hat die Mannschaft in den klaren Spielen sichtbar schärfer gemacht. Gleichzeitig bedeutet so viel Rotation auch, dass sich noch keine eingespielte Stammformation gefunden hat, mit der Röhl jede Partie angeht, das kann in engen Spielen ein Nachteil sein, weil Automatismen fehlen, die sich über viele gemeinsame Einsätze erst entwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir dabei auffällt, und da korrigiere ich mich selbst: ich hätte nach dem Trainerwechsel im Sommer mit einer längeren Findungsphase gerechnet. Die ist ausgeblieben. Innerhalb weniger Wochen stand ein Spielprinzip, das erkennbar Röhls Handschrift trägt, nicht die von Beichler oder noch früheren Trainern. Das muss man ihm lassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">17 Punkte, null Niederlagen: die Zahlen dahinter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach sieben Runden stehen fünf Siege, zwei Remis, siebzehn Punkte, achtzehn erzielte und nur vier kassierte Tore zu Buche. Salzburg war nach sechs Runden als einziges Team der Liga noch ungeschlagen, mit vier Siegen und zwei Unentschieden bei vierzehn Punkten, so viele wie zuletzt in der Saison 2023/24. Am Wochenende kam mit dem 3:0 gegen Sturm Graz der siebente Sieg dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bewerbsübergreifend, also inklusive Europa-League-Quali, Ligaphase und ÖFB-Cup, ist Salzburg unter Röhl mittlerweile seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen. Damit hat er zum Start seiner Amtszeit schon mehr Spiele ohne Niederlage aneinandergereiht als Marco Rose und Jesse Marsch, die beide bei zwölf Spielen die erste Pleite kassierten. Ganz oben in dieser Wertung steht weiterhin Matthias Jaissle mit 21 Partien, dahin ist es noch ein Stück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Auftakt in die Europa-League-Ligaphase passt ins Bild: ein 1:0 auswärts bei Levski Sofia, dem bulgarischen Meister und Tabellenführer, Tabakovic traf in der 39. Minute. Kein Statement-Sieg, aber ein Pflichtsieg gegen einen unangenehmen Gegner in dessen eigenem, gut gefülltem Stadion, genau die Art von Ergebnis, die frühere Salzburg-Mannschaften unter Druck öfter liegen gelassen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Vergleich, wie eng es an der Tabellenspitze zugeht: nach sechs Runden lag Salzburg nur einen Punkt hinter dem punktgleichen Verfolgerfeld, das Restprogramm bis zur Winterpause bringt mit Grazer AK auswärts und SCR Altach zu Hause gleich zwei weitere Gegner, die eher auf Absicherung als auf offenen Schlagabtausch setzen dürften. Genau da wird sich zeigen, ob die Erfahrung aus Wolfsberg und Ried etwas gebracht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem: eine Bilanz ohne Niederlage ist nicht dasselbe wie eine Bilanz ohne Probleme. Schauen wir uns an, wo genau es für Röhl noch hakt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster, das bleibt: WAC und Ried</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 9. August, im vierten Pflichtspiel unter Röhl, kam beim WAC das erste Nicht-Gewinnen der Saison. 68 Prozent Ballbesitz für Salzburg, zehn zu drei Torschüsse, und am Ende trotzdem nur ein 1:1. Giacomo Vrioni brachte die Wolfsberger in der 67. Minute in Führung, Yorbe Vertessen glich erst in der 79. aus. Röhl war nach dem Spiel unzufrieden mit der eigenen Chancenverwertung und sagte sinngemäß, eine Leistung dieser Qualität hätte die Partie früher entscheiden müssen. Tabakovic sah das ähnlich. Die Wolfsberger, seit zehn Heimspielen in der Liga ungeschlagen, hatten mit Torhüter Nikolas Polster schlicht den besseren Tag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Wochen später, am 11. September, dasselbe Bild bei der SV Ried. Salzburg drückend überlegen, aber die Führung fällt erst in der 84. Minute durch Konate, praktisch im Gegenzug nach dem eigenen Anstoß gleicht Ried per Eckball und Kopfball durch Pomer aus. Damit war auch die interne Serie von sechs Pflichtspielsiegen in Folge vorbei. Die SV Ried, nach dem Trainerwechsel zu Mario Despotovic selbst noch in der Findungsphase, hat sich mit einer robusten Fünferkette und viel Zweikampfbereitschaft genau so verteidigt, wie es die Medien danach zusammenfassten: Salzburg fiel bei einem Gegner, der sich hinten reinstellt, in alte Muster zurück. Vor 6.041 Zuschauern in der BWT-Oberösterreichischen Arena reichte den Rieder Vorsitzenden Schwab und Steurer, um Tabakovic und Baidoo über weite Strecken aus dem Zentrum fernzuhalten, während die Salzburger genau dort, wo Röhls Prinzip Kompaktheit im Ballbesitz vorsieht, zu selten den letzten Pass fanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich halt mir selbst die Gegenrede vor: Polster hat beim WAC mehrere Glanzparaden gegen Tabakovic und Krätzig gezeigt, Leitner in Ried war im entscheidenden Moment zur Stelle. Zwei einzelne Torhütertage könnten das gewesen sein, nicht zwangsläufig ein System-Problem. Und ehrlich, gegen Austria Wien und gegen Rapid hat dieselbe Offensive in denselben Wochen neun Tore geschossen, das ist eh kein Chancenwucher-Team im Grundsatz. Auffällig bleibt trotzdem: beide Male, gegen WAC und gegen Ried, waren es Gegner, die bewusst auf Kompaktheit und wenig Risiko gesetzt haben, und beide Male ist genau das aufgegangen, zumindest für einen Punkt. Das ist eine Wiederholung, keine Anekdote mehr. Wer im weiteren Saisonverlauf gegen Hartberg, Altach oder einen defensiv eingestellten GAK antritt, wird mit derselben Aufgabe konfrontiert sein: viel Ballbesitz erzeugen reicht nicht, wenn die letzte Reihe der eigenen Chancenverwertung fehlt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drumherum: was die Kurve dazu sagt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Nordkurve wird der neue Trainer bislang wohlwollend, aber nicht unkritisch aufgenommen. Nach den Kantersiegen gegen Austria Wien und Rapid war die Stimmung im Stadion, wie ich es erlebt hab, spürbar gelöster als in den letzten Röhl-losen Monaten, das Spiel hatte wieder Tempo, die Fans sind mitgegangen, gerade beim Wiener Doppelpack innerhalb weniger Tage hat man den Unterschied zur Vorsaison körperlich gespürt. Nach dem Remis in Ried, das ich mir angeschaut hab, war online in der Fanszene eher Frust zu spüren, weniger über die Leistung als über das wiederkehrende Ergebnis gegen genau solche Gegner. Das find ich nachvollziehbar. Die eigene Anspruchshaltung ist in Salzburg naturgemäß hoch, und wenn dieselbe Schwäche zum dritten Mal in der noch jungen Saison auftaucht, darf man das ansprechen, ohne gleich unfair zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir zusätzlich auffällt: die Auswärtsfahrer, die am Freitagabend ins Innviertel gereist sind, haben die Mannschaft nach dem Ausgleich nicht ausgepfiffen, sondern bis zum Schlusspfiff weitergesungen. Das ist eh keine Selbstverständlichkeit nach einem verspielten Vorsprung in der Nachspielzeit, und es zeigt, dass die Geduld mit diesem Umbruch grundsätzlich vorhanden ist, solange die Richtung stimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich daraus mitnehme</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will hier nicht schönreden, aber auch nicht schlechtreden, was Röhl bisher geleistet hat. Ungeschlagen nach sieben Runden, bewerbsübergreifend nach dreizehn Pflichtspielen, das ist eine gscheite Ausbeute für einen Trainer, der erst seit Sommer im Amt ist, und die Art, wie diese Mannschaft mittlerweile über die Außenbahnen spielt, macht mehr Sinn als das, was ich in den letzten Spielzeiten gesehen hab. Aber die Aufgabe, die als nächstes ansteht, ist unbequemer als jede davor: konsequent auch gegen Gegner zu punkten, die sich selbst kaum trauen anzugreifen. Genau daran hat sich Salzburg schon vor Röhl wiederholt die Zähne ausgebissen, und genau daran wird sich zeigen, ob aus dieser guten Saisonphase eine Meisterschaft wird oder wieder nur ein starker Herbst. Die Kaderreduktion, die Röhl im Sommer angekündigt hat, war der erste Schritt zu mehr Verbindlichkeit im Kader, der zweite Schritt muss auf dem Rasen stattfinden, wenn im Oktober die nächsten kompakten Gegner warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich am meisten trägt, ist ehrlich gesagt nicht die Tabelle, sondern was rund ums Stadion passiert. Die Auswärtsfahrer, die trotz Freitagabend-Anstoß den Weg ins Innviertel auf sich genommen haben, die Vorschreier, die auch nach einem enttäuschenden Ausgleich in der Nachspielzeit noch für Stimmung gesorgt haben, das ist die Konstante, auf die ich mich in dieser Saison mehr verlassen kann als auf jede Chancenverwertung. Bevor Röhl im nächsten Auswärtsspiel wieder gegen eine tiefstehende Mannschaft antritt, würde ich mir wünschen, dass genau diese Geduld, die die Kurve schon oft genug aufgebracht hat, auch auf dem Platz ankommt.</p>
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		<title>Acht Wochen, acht Gegner: Warum der Europa-League-Herbst der Salzburger diesmal wirklich zählt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 05:36:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Acht Gegner, acht Termine: alle Fakten zu Salzburgs Europa-League-Ligaphase 2026/27, plus das neue Matchcenter auf s12.at.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag, 17. September, 18.45 Uhr, Georgi-Asparuhov-Stadion in Sofia. Dort steigt für den FC Salzburg der Auftakt in die Ligaphase der Europa League, gegen Lewski Sofia, den bulgarischen Traditionsverein. Ich sitz seit der Auslosung am vergangenen Freitag über dem Spielplan und merk, wie selten sich das in den letzten Jahren so angefühlt hat: Diese Ziehung riecht nach einer echten Chance, nicht nach einer Pflichtübung zwischen zwei Bundesliga-Runden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Mit vier machbaren und vier richtig schweren Losen haben Trainer Danny Röhl und sein Team ein Tableau bekommen, das die K.-o.-Phase realistisch macht, wenn die individuelle Qualität in den entscheidenden Momenten abgerufen wird. Nach diesem Text kennst du alle acht Gegner, weißt, wann welches Spiel steigt, und findest auf s12.at ab sofort ein neues Werkzeug, mit dem du selbst mitfiebern kannst. Der Reihe nach, denn die Auslosung selbst war schon eine Geschichte für sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Salzburg überhaupt in Topf zwei gelost wurde, ist Ergebnis von zwei Qualifikationsrunden, die man leicht vergisst, sobald die großen Namen der Ligaphase im Kalender stehen. Erst setzte sich die Mannschaft gegen Pafos FC durch, 1:0 daheim, 3:3 auswärts auf Zypern, danach gegen Mjällby AIF aus Schweden, 1:0 auswärts und 3:0 im Rückspiel in der Red Bull Arena. Zwei Duelle, die zeigen, dass diese Truppe im Frühsommer schon Europacup-Härte gezeigt hat, bevor überhaupt ein einziges Punktspiel der Ligaphase angepfiffen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte dieses Tableau für das beste, das Salzburg seit der Umstellung auf die neue Ligaphase bekommen hat. Nicht weil es leicht wird, sondern weil vier der acht Gegner schlagbar sind und die Heimspiele gegen AC Milan und Crystal Palace planbare Highlights sind, keine automatischen Niederlagen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Fahrplan: von Sofia bis zur BayArena</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Terminkalender steht seit der Auslosung fest, offiziell bestätigt über den Spielplan auf redbullsalzburg.at. Acht Runden zwischen 17. September und 28. Jänner, im Wechsel zwischen Donnerstagabend um 18.45 Uhr und um 21 Uhr, je nachdem wie stark der Gegner europäisch unterwegs ist. Auffällig, und das erklär ich dir gleich, weil es beim ersten Lesen der Kaderliste irritiert: International tritt die Mannschaft nicht als FC Red Bull Salzburg an, sondern als FC Salzburg. Die UEFA lässt in ihren Bewerben keine Namenssponsoren im Vereinsnamen zu, das war schon in den Vorjahren so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier das komplette Tableau, damit du es dir eintragen kannst:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Runde, 17.09.2026, 18.45 Uhr: Lewski Sofia vs. FC Salzburg, Georgi-Asparuhov-Stadion, Sofia</li>



<li>Runde, 15.10.2026, 18.45 Uhr: FC Salzburg vs. AC Milan, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 22.10.2026, 21.00 Uhr: NK Celje vs. FC Salzburg, Stadion Z&#8217;dežele</li>



<li>Runde, 05.11.2026, 18.45 Uhr: RSC Anderlecht vs. FC Salzburg, Lotto Park, Brüssel</li>



<li>Runde, 26.11.2026, 18.45 Uhr: FC Salzburg vs. Ararat-Armenia, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 10.12.2026, 21.00 Uhr: FC Salzburg vs. Sparta Prag, Red Bull Arena</li>



<li>Runde, 21.01.2027, 21.00 Uhr: Bayer 04 Leverkusen vs. FC Salzburg, BayArena, Leverkusen</li>



<li>Runde, 28.01.2027, 21.00 Uhr: FC Salzburg vs. Crystal Palace, Red Bull Arena</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Heimspiele, vier Auswärtsfahrten, ein Terminplan, der von der bulgarischen Hauptstadt bis ins Rheinland reicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Schwergewichte</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>AC Milan</strong> empfängt Salzburg am 15. Oktober in der Red Bull Arena. Der italienische Rekordmeister ist die prominenteste Nennung im ganzen Tableau, siebenfacher Europacupsieger, aktuell wieder in der Champions-League-Qualifikationszone der Serie A unterwegs. Für Salzburg ist es das erste Ligaphasen-Heimspiel gegen einen Klub dieser Kategorie seit Jahren, und für mich das Spiel, bei dem ich mir schon jetzt den Kalender freihalte, allein wegen der Stimmung, die so ein Name im Stadion auslöst. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bayer 04 Leverkusen</strong> ist das schwierigste Auswärtslos. Am 21. Jänner geht es in die BayArena, zum deutschen Bundesligisten, der in den letzten Jahren konstant Champions-League-Niveau gespielt hat. Eine englische Woche im Jänner, bei der Kälte und Anreise zusammenkommen, das wird läuferisch das anstrengendste Spiel der Ligaphase. Ob und wie sich diese Auswärtsfahrt für die Kurve organisieren lässt, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Crystal Palace</strong> kommt am 28. Jänner zum Abschluss der Ligaphase in die Red Bull Arena. Der englische Klub hat sich zuletzt im europäischen Cupgeschäft etabliert, unter anderem mit Trainer Oliver Glasner, der bei Salzburg-Fans noch aus seiner Zeit im österreichischen Fußball ein Begriff ist. Ein Duell, bei dem ich mir eine gscheite Kulisse wünsche, weil das Restprogramm im Jänner erfahrungsgemäß eher leise Ränge produziert, gerade wenn die K.-o.-Chancen zu diesem Zeitpunkt schon feststehen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sparta Prag</strong> rundet das Quartett ab, am 10. Dezember daheim. Der tschechische Traditionsklub gehört zu den sogenannten offenen Begegnungen der Auslosung, weder Absteiger noch Übermannschaft, aber ein Gegner mit europäischer Erfahrung und einer Fanszene, die auswärts nicht viel anbrennen lässt. Genau solche Spiele sind es erfahrungsgemäß, an denen Ligaphasen kippen, weil die Konzentration nach zwei Kracherspielen gegen Milan und vor der Winterpause leicht nachlässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die vier Lose zum Zugreifen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>RSC Anderlecht</strong> wartet am 5. November im Lotto Park in Brüssel. Der belgische Rekordmeister ist das zweite offene Los der Auslosung, eine Mannschaft im Umbruch, die in der eigenen Liga seit Jahren nicht mehr an die alte Dominanz anschließen konnte. Machbar, aber sicher kein Selbstläufer, denn gerade Klubs im Umbruch entwickeln in solchen Bewerben oft eine Trotzigkeit, die auf dem Papier nicht abzulesen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>NK Celje</strong> aus Slowenien empfängt Salzburg am 22. Oktober, Anstoß erst um 21 Uhr. Der slowenische Meister der Vorsaison ist europäisch eine unbekannte Größe für die meisten, aber genau deshalb ein Spiel, bei dem Unterschätzen teuer werden kann. Für alle, die noch ein neues Auswärtsziel in der Sammlung suchen, dürfte das Stadion Z&#8217;dežele in Celje interessant werden, sobald feststeht, ob dafür eine organisierte Reise angeboten wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ararat-Armenia</strong> kommt am 26. November in die Red Bull Arena, als amtierender armenischer Meister. Der 2017 gegründete Klub aus Jerewan ist internationales Neuland für die meisten Fans, spielt seine Europacup-Auftritte aber inzwischen mit einer gewissen Routine, seit 2019 mehrfach in Gruppen- und Ligaphasen dabei. Ein Heimspiel, bei dem ich mir vor allem wünsche, dass es keine übermütige Pflichtübung wird, wie sie gegen vermeintlich kleinere Gegner schon öfter danebengegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lewski Sofia</strong> eröffnet die Ligaphase am 17. September, wie eingangs erwähnt. Der bulgarische Traditionsverein aus der Hauptstadt ist das erste echte Prüfsteinspiel der Saison, ein Auswärtsspiel unter der Woche in einer Stadt, die für die meisten Auswärtsfahrer komplettes Neuland ist. Genau deshalb find ich diesen Auftakt spannend: kein eingespieltes Reiseziel, keine Routine, sondern echte Entdeckung, sportlich wie logistisch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Vorfreude und Terminstress: die Stimmung in der Kurve</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin seit 1974 <a href="https://s12.at/ueber-mich/" target="_blank" data-type="page" data-id="1483" rel="noreferrer noopener">Fan dieses Vereins</a>, und ich hab selten erlebt, dass eine Auslosung so viel Gesprächsstoff produziert wie diese. Zu den einzelnen Auswärtsfahrten halt ich mich an dieser Stelle bewusst zurück. Ob der Verein selbst wieder Fanbusse und Charterflüge organisiert oder ob <a href="https://www.soizburgfansontour.at/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.soizburgfansontour.at/" rel="noreferrer noopener">SOIZBURG FANS ON TOUR</a> für die eine oder andere Reise ein eigenes Programm aufstellt, ist im September noch offen. Sobald dazu etwas Konkretes feststeht, greif ich das im Matchcenter und in eigenen Artikeln auf, jetzt wäre jede Spekulation verfrüht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an der Diskussion in der Fanszene mehr beschäftigt als die Logistik, ist die Terminverdichtung. Acht Europa-League-Runden zwischen September und Jänner, dazu Bundesliga, dazu der ÖFB-Cup, das ist ein Programm, das die Kaderbreite ernsthaft testet. Ich wollte das eigentlich optimistischer formulieren, aber wenn ich mir die englischen Wochen im Kalender anschau, wird mir schon jetzt mulmig, wie viele Spieler im Jänner an der Belastungsgrenze laufen werden. Das ist keine Kritik an der Kaderplanung im Voraus, aber es ist der Punkt, an dem ich die Euphorie der ersten Tage nach der Auslosung etwas bremsen will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem, und das überwiegt: Ein Heimspiel gegen AC Milan im Oktober ist etwas, das man in der Red Bull Arena selten erlebt. Ich erwarte eine bessere Auslastung als bei den letzten Ligaphasenspielen gegen weniger bekannte Namen, und genau das braucht dieser Verein europäisch auch, volle Ränge statt der Operetten-Kulisse, die ich an manchen Abenden zuletzt beklagt hab. Schauen wir mal, ob sich das auch bei Celje und Ararat-Armenia bestätigt, wo die Anziehungskraft des Gegnernamens fehlt und die eigene Kurve das Stadion tragen muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neu auf s12.at: das Europa-League-Matchcenter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle acht Runden hab ich ein eigenes Matchcenter gebaut, das ab sofort auf der Startseite von s12.at zu finden ist. Dort stehen alle Termine, Anstoßzeiten und Austragungsorte auf einen Blick, dazu die Gruppentabelle, die sich sobald der erste Spieltag gespielt ist, automatisch mitaktualisiert. Kein Rumscrollen durch acht einzelne Artikel, sondern eine Übersicht, die während der ganzen Saison aktuell bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich pfleg das Matchcenter selbst, Spiel für Spiel, und ergänz es um kurze Einordnungen, sobald ein Ergebnis feststeht. Wer die Ligaphase über die Startseite verfolgen will, findet dort ab dem 17. September alles, was er braucht, ohne durch fremde Portale klicken zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebaut hab ich das Ganze im Vibe Coding mit Claude. Wen interessiert, wie so etwas technisch entsteht, der findet mehr dazu auf <a href="https://vibecraft.rocks" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vibecraft.rocks</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was jetzt zählt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Spiele, vier machbare, vier schwere, und ein Terminplan, der bis Ende Jänner keine Verschnaufpause lässt. Ich hab mir das Tableau dreimal angeschaut, und meine Einschätzung bleibt: Wenn Salzburg die vier machbaren Lose konsequent gewinnt und in mindestens zwei der vier Schwergewichte-Spiele punktet, ist die K.-o.-Phase drinnen. Das ist keine Utopie, das ist eine realistische Rechnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich der Nordkurve für diese Saison wünsch, ist genau das, was sie in den letzten Jahren immer wieder geliefert hat: volle Blöcke bei den kleinen Losen, nicht nur bei Milan und Leverkusen. Die Vorschreier haben in der Vorsaison schon bei nüchternen Bundesliga-Abenden für Stimmung gesorgt, wenn sie das auch bei Celje und Ararat-Armenia schaffen, dann hat dieser Verein europäisch eine Heimstärke, die kein Gegner gern sieht. Am 17. September in Sofia geht es los. Ich bin dabei, zumindest vorm Fernseher, und ich freu mich drauf wie schon lang nicht mehr.</p>
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		<title>Warum ein Lucky Punch in Hällevik mehr wert ist als ein Sieg in der Conference League</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 05:39:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[91. Minute in Hällevik, Karim Konaté zieht links an, flache Hereingabe in die Mitte, und Tom Pettersson bugsiert den Ball ins eigene Tor. 0:1 für den FC Red Bull Salzburg, ein Lucky Punch nach einer Partie, in der über weite Strecken der schwedische Meister die gefährlicheren Aktionen hatte. Meine These: Dieses Play-off entscheidet mehr als [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>91. Minute in Hällevik, Karim Konaté zieht links an, flache Hereingabe in die Mitte, und Tom Pettersson bugsiert den Ball ins eigene Tor. 0:1 für den FC Red Bull Salzburg, ein Lucky Punch nach einer Partie, in der über weite Strecken der schwedische Meister die gefährlicheren Aktionen hatte. </em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine These: Dieses Play-off entscheidet mehr als eine bloße Zwischenrunde. Es entscheidet über einen deutlich höheren Anteil an der UEFA-Ausschüttung und über die Qualität der Gegner, denen Salzburg in den nächsten Monaten begegnet. Am Ende dieses Textes weißt du, warum die Differenz zwischen Europa League und Conference League größer ist, als der Name vermuten lässt, und warum die Gegnerwahl direkt in die Red Bull Arena hineinwirkt. Erst mal zum Hinspiel, denn dort hat sich diese Ausgangslage entschieden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich halte fest, was ich für die eigentliche Nachricht dieses Play-offs halte: Ein Sieg im Rückspiel bedeutet den Verbleib in der Europa-League-Ligaphase mit ihren höheren Antrittsgeldern und ihrem höheren sportlichen Gewicht, eine Niederlage bedeutet nicht das Ende Europas, sondern den Umstieg in die Conference League. Das ist kein Beinbruch, aber ein spürbarer Abstieg in der Wertigkeit, und genau deshalb ist morgen mehr los als &#8222;nur&#8220; ein Play-off-Rückspiel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Hinspiel: schwach, glücklich, trotzdem gewonnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gespielt wurde nicht in einem Stadion, wie es der Titel des amtierenden Meisters vermuten lässt, sondern in Hällevik, einem Küstendorf mit rund 1.500 Einwohnern, auf einem Platz neben Freibad und Campingplatz. 3.000 Zuschauer waren da, bis auf den Gästesektor war die Anlage randvoll. Genau diese Kulisse gehört zur Geschichte dieses Duells dazu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Hälfte gehörte optisch Salzburg, ohne dass daraus zwingende Chancen entstanden. Damir Redzic legte in der 26. Minute quer auf Dominik Schmid, dessen Schuss aus zehn Metern parierte Robin Wallinder, kurz darauf war der Tormann bei einem zweiten Versuch des Linksverteidigers erneut zur Stelle. Christian Zawieschitzky im Salzburger Tor erlebte im ersten Abschnitt keine einzige brenzlige Situation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Pause kippte die Partie. Salzburg startete schläfrig, und in der 51. Minute stand die Null nur mit Glück, nach drei dicken Chancen der Schweden. Danny Röhl reagierte in der 60. Minute mit einem Doppelwechsel und brachte Karim Konaté und Maurits Kjærgaard. Prompt fehlte nach einem Corner die Zuordnung: Tom Pettersson köpfelte ohne Gegnerdruck an die Latte, den Abpraller setzte Abdullah Iqbal drüber. Gefährlicher blieben über weite Strecken die Gastgeber, immerhin nur Elfter der schwedischen Liga.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Tor fiel in der 91. Minute und war ein Lucky Punch: Konaté zog links an und fand mit einer flachen Hereingabe in der Mitte ausgerechnet Pettersson, der den Ball unglücklich über die eigene Linie bugsierte. Der Verteidiger, der vorher schon Lattenpech hatte, wurde so zur tragischen Figur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhl selbst hat danach keine Schönfärberei betrieben. Er sprach von einer kritischen Stimmung in der Kabine, davon, dass das Ergebnis passe, die Performance aber verbessert werden müsse, und dass zu viele Konter zugelassen wurden. Kapitän Nikolas Veratschnig ergänzte, man sei glücklich über das Tor, müsse aber über die Leistung noch reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das Rückspiel morgen heißt das: Ein 0:1 ist ein Polster, aber ein dünnes. Eine Auswärtstorregel gibt es seit 2021 nicht mehr, ein 1:0 für Mjällby würde also in die Verlängerung führen, alles darüber hinaus wäre das Aus. Chancenwucher darf sich Salzburg diesmal keinen leisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer ist dieser Doublesieger überhaupt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die Mjällby bislang nur aus der Auslosungskugel kennen: Der Klub von der schwedischen Südküste hat am 20. Oktober 2025 seinen allerersten Meistertitel geholt. Wenige Tage später, am 25. Oktober, stellte die Mannschaft zusätzlich einen neuen Punkterekord auf und übertraf damit die bisherige Bestmarke von AIK und Malmö FF. Im Mai 2026 kam der Svenska Cupen dazu, das erste Double der Vereinsgeschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem wäre es falsch, morgen einen Überflieger zu erwarten. In der laufenden Allsvenskan steht Mjällby aktuell nur auf Rang elf, die Titelverteidigung läuft also alles andere als rund. Genau darin liegt die Tücke: Eine Mannschaft, die in der Liga hinterherhinkt, im Europacup aber gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner antritt, hat nichts zu verlieren. Das war im Hinspiel in der zweiten Hälfte deutlich zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg selbst kommt keineswegs unbeschadet in dieses Play-off. In der vorigen Qualifikationsrunde ging es gegen Pafos FC, mit einem 1:0 daheim und einem 3:3 auswärts, macht in Summe ein knappes 4:3 über zwei Spiele. Auf Zypern hatte Haris Tabakovic mit einem Hattrick die Mannschaft praktisch im Alleingang weitergeschossen. In Hällevik war der Sturmtank dann kein Faktor mehr und wurde in der 74. Minute für Sota Kitano ausgewechselt. Wer also glaubt, Salzburg würde locker durch diese Vorrunden marschieren, verkennt, wie eng auch die eigenen Auftritte zuletzt ausgefallen sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Europa League oder Conference League: der sportliche Unterschied</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt zur Kernfrage, die mich seit der Auslosung beschäftigt. Beide Wettbewerbe heißen &#8222;League&#8220;, beide haben eine Ligaphase, ein Achtelfinale und ein Finale, und trotzdem ist der Abstand größer, als das ähnliche Format glauben macht. Schon in der reinen UEFA-Koeffizientenrechnung zeigt sich das deutlich: Für den ersten Platz in der Ligaphase gibt es in der Europa League sechs Bonuspunkte für den Vereinskoeffizienten, in der Conference League nur vier, und diese Differenz zieht sich durch sämtliche Tabellenplätze der jeweiligen Regularien. Der Koeffizient wiederum entscheidet über Setzlisten in künftigen Saisonen und damit über die Qualität der Gegner, denen ein Klub überhaupt erst begegnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt die Gegnerqualität selbst. Salzburg ist in der vergangenen Europa-League-Ligaphase unter anderem auf Lyon, auf Aston Villa, den späteren Titelträger, und auf Basel getroffen, alles Namen mit europäischer Kaderqualität und internationaler Strahlkraft. Die Conference League zieht traditionell mehr Klubs aus kleineren Ligen und zweiten Reihen großer Ligen an. Das ist keine Abwertung dieser Vereine, aber es ist ein anderes Niveau, und wer sich als Klub mit europäischem Anspruch versteht, will genau in diesem höheren Niveau bestehen, nicht daran vorbeispielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und finanziell? Auch da klafft eine Lücke</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Saison 2025/26 hat die UEFA insgesamt rund 565 Millionen Euro an die Europa-League-Klubs verteilt, an die Conference-League-Klubs dagegen nur rund 285 Millionen Euro, also weniger als die Hälfte. Der Unterschied zieht sich durch die gesamte Wettbewerbssaison, von der fixen Antrittszahlung über die Sieg- und Remisprämien bis zu den Ausschüttungen nach Tabellenplatz. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum die Zuschauerzahl auch vom Gegner abhängt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier wird es persönlich, weil ich das selbst schon oft genug beobachtet hab. Als Basel im Jänner in der Red Bull Arena zu Gast war, ein Klub mit ordentlichem Namen und Schweizer Meistertradition, kamen 6.741 Zuschauer in ein Stadion mit rund 29.500 Plätzen in UEFA-Konfiguration. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster, das sich durch etliche Ligaphase-Partien gegen Klubs ohne große mediale Präsenz in Österreich zieht. Ein Gegner wie Mjällby, der hierzulande bestenfalls Vielfliegern und Statistiknerds ein Begriff ist, wird diese Zurückhaltung eher verstärken als aufbrechen, ganz unabhängig davon, dass der Verein amtierender schwedischer Meister ist. Namen wie Lyon oder Aston Villa ziehen, weil sie auch in der heimischen Fußballberichterstattung präsent sind, ein Klub aus der Blekinge-Region eben nicht in diesem Ausmaß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau das ist für mich die eigentliche Pointe der Diskussion um Europa League gegen Conference League. Wer sportlich und finanziell in der besseren Liga bleiben will, muss sich auch gegen Gegner behaupten, die auf dem Papier weniger Strahlkraft haben, und braucht dafür ein Publikum, das trotzdem kommt. Kleinere Zuschauerzahlen bei kleineren Namen sind menschlich nachvollziehbar, sie verändern aber nichts an der sportlichen Bedeutung des Spiels.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stimmung vor dem Rückspiel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In der Fanszene war die Reaktion auf das Hinspielergebnis erwartungsgemäß gemischt zwischen Erleichterung über den späten Treffer und der nüchternen Feststellung, dass ein knappes 0:1 nach so einer zweiten Hälfte kein Ruhekissen ist. Wer die Nordkurve in den letzten Wochen verfolgt hat, hat gemerkt, dass ein kleiner harter Kern von knapp 20 Auswärtsfahrern es trotzdem nach Hällevik geschafft hat. Für ein Play-off unter der Woche gegen einen Klub, den kaum wer kannte, ist das keine große Zahl, aber die Anreise war entsprechend zäh: kein Flughafen in der Nähe, lange Bus- und Zugstrecken durch Südschweden, und das an einem Wochentag mit Arbeit am nächsten Morgen. Diese Handvoll Leute, die sich das trotzdem angetan hat, sagt für mich mehr über die Fankultur aus als eine große, bequem organisierte Auswärtsfahrt zu einem prominenten Gegner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für das morgige Rückspiel erwarte ich eine Red Bull Arena, die trotz des unbekannten Gegners spürbar voller sein wird als beim Basel-Spiel im Jänner, schlicht weil ein Play-off mit direktem Ligaphasen-Ticket eine andere emotionale Dringlichkeit hat als eine Partie mitten in einer laufenden Ligaphase. Ob das reicht, um die Ränge wirklich zu füllen, wird sich erst morgen Abend zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Egal, ob du auf der Haupttribüne, im Gästeblock woanders oder eben in der Nordkurve stehst: Die Vorschreier haben in den letzten Wochen genug Vorarbeit geleistet, dass sich knapp 20 Leute die zähe Anreise nach Südschweden angetan haben, ohne Flughafen in der Nähe und mitten unter der Woche. Diese Konsequenz verdient morgen ein volles Haus, nicht nur einen Vorentscheid auf dem Papier. Komm hin, egal auf welcher Tribüne, denn ein Team, das seinen Vorsprung gegen einen Doublesieger verteidigen muss, braucht Lautstärke von der ersten Minute an, nicht erst, wenn es eng wird.</p>
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		<title>Es glänzt schon ordentlich, Gold ist es noch keines: Warum am 27. August alles auf zwei Donnerstage zuläuft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 06:13:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Mjällby AIF gegen FC Salzburg im EL-Playoff: Ich hab beide Kader analysiert, den Gegner eingeordnet und erkläre, worauf es am 27. August ankommt.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">37. Minute im Alphamega Stadium, Freistoß, Kopfball, 0:2. Ich hab in dem Moment auf meinem Handy die Hochrechnung durchgespielt, was ein Ausscheiden gegen Pafos für diese Saison bedeutet hätte. Dann hat Haris Tabakovic in 45 Minuten drei Tore gemacht und die Rechnung war hinfällig. Meine These: Was der FC Red Bull Salzburg gerade abliefert, ist noch nicht die Mannschaft, die sie im Frühjahr sein will, aber es ist zum ersten Mal seit langem eine mit erkennbarem Plan. Du weißt nach diesem Text, warum ich das Playoff gegen Mjällby AIF für gewinnbar halte, wo genau die Risiken liegen und wie du beide Spiele auf S12 mitverfolgen kannst. Fangen wir bei den Zahlen an, die seit dem 25. Juli zusammengekommen sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sieben Punkte, ein Gesamtscore und eine Mannschaft, die nicht mehr wegbricht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die nackte Bilanz nach drei Ligarunden liest sich unspektakulär und ist es nicht. Ein 1:0 gegen den TSV Egger Glas Hartberg zum Auftakt, ein 1:1 beim RZ Pellets WAC, ein 3:0 bei der WSG Tirol. Sieben Punkte, ungeschlagen, gleichauf mit Sturm Graz. Interessanter als die Punkte ist, wie sie zustande kamen. Gegen Hartberg fiel der Siegtreffer durch Karim Konaté in der 89. Minute, per Kopf, beim 36. Abschluss der Partie. Vor 7.735 Zuschauern in der Red Bull Arena hat es also 89 Minuten gedauert, bis aus Dominanz ein Tor wurde. Am Tivoli waren es dann 17 Minuten bis zum 2:0, Konaté in der 15., Frans Krätzig in der 17., Sota Kitano in der 70. zum Endstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazwischen liegt die Europa-League-Qualifikation, und dort ist das Muster noch deutlicher. Das 1:0 im Hinspiel gegen Pafos FC fiel spät durch Tabakovic. In Limassol lag Salzburg nach 37 Minuten 0:2 hinten, drehte die Partie durch drei Tore desselben Mannes auf 3:2 und ließ in der 84. Minute noch das 3:3 zu. Gesamtscore 4:3. Vier Tore in zwei Spielen, alle von einem Spieler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hat in fünf Pflichtspielen unter Danny Röhl kein einziges verloren, aber in drei davon erst spät oder gar nicht die Effizienz gefunden, die zur Überlegenheit gepasst hätte. Ich halte das nicht für Pech und auch nicht für eine Krise. Ich halte es für den normalen Zustand einer Mannschaft, die im Sommer fast komplett umgebaut wurde und deren Automatismen im Strafraum schlicht noch fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und weil das gerne untergeht: Salzburg spielt dieses Playoff überhaupt nur, weil der LASK im Mai das Double geholt hat. Als Meister und Cupsieger konnte der LASK den Europa-League-Startplatz des Cupsiegers nicht doppelt besetzen, also ging er an den Tabellendritten weiter. Rang drei mit 29 Punkten und zehn Niederlagen war sportlich das schwächste Abschneiden der Red-Bull-Ära. Das Ticket für die dritte Quali-Runde war ein Geschenk der Umstände, kein Verdienst. Genau deshalb finde ich es bemerkenswert, wie ernst diese Mannschaft die Chance nimmt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kader, den Röhl in acht Wochen zusammengesetzt hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl ist am 17. Juni übernommen worden, 37 Jahre alt, und hat einen Kader vorgefunden, der im Zentrum praktisch leer war. Mamady Diambou und Mads Bidstrup sind weg, Aleksa Terzic hat den Verein Richtung Italien verlassen. Was Röhl aufgebaut hat, sieht in den ersten Wochen so aus: Nikolas Veratschnig als Kapitän, Kevin Boma und Dominik Schmid als Neuzugänge in der Kette, dazu mit Valentin Zabransky ein 19-jähriger Innenverteidiger, der am ersten Spieltag debütiert hat und drei Runden später beim 3:0 in Innsbruck durchgespielt hat. Das ist keine Notlösung mehr, das ist eine Entscheidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Tivoli hat Röhl gezeigt, wie er die Doppelbelastung managen will. Nach der Schlacht auf Zypern rotierte er auf sechs Positionen, brachte Morgalla, Drexler und Krätzig in der Abwehr, Maurits Kjaergaard im Sechserraum, Edmund Baidoo statt Kitano und Konaté statt Tabakovic. Das Ergebnis war ein 3:0 ohne Gegentor gegen eine Mannschaft, die seit Ende März in der Liga ungeschlagen war. Für mich ist das die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Saison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. August kam mit Umut Tohumcu der letzte fehlende Baustein. Der 22-jährige Deutsch-Türke kommt leihweise von der TSG 1899 Hoffenheim, Salzburg hat sich eine Kaufoption gesichert. Tohumcu hat 56 Pflichtspiele für Hoffenheim in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League absolviert und die Rückrunde 2025/26 bei Holstein Kiel verbracht, wo er in 13 Zweitligaspielen ein Tor und zwei Assists beisteuerte. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann hat ihn als Spieler beschrieben, der im Zentrum sowohl den defensiven als auch den offensiven Part übernehmen kann. Genau das braucht diese Mannschaft, weil Kjaergaard gegen die WSG zwar viele Abschlüsse hatte, aber kaum platzierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt wird es kurz unangenehm. Ich wollte den Umbruch zuerst milder beurteilen, aber die Zahlen geben es nicht her: Salzburg hat in fünf Pflichtspielen 36 Schüsse allein gegen Hartberg gebraucht, um ein Tor zu machen, und in Limassol innerhalb einer Halbzeit zweimal nach Standards kassiert. Wenn Tabakovic ausfällt oder einen schlechten Abend hat, ist die Frage offen, wer die Kiste zumacht. Das ist kein Untergangsszenario, aber es ist der Punkt, an dem die Partie in Schweden kippen kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Dorf mit weniger als tausend Einwohnern und einem Meisterteller</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt zum Gegner, den in Österreich fast niemand kennt. Mjällby AIF kommt aus Hällevik, einem Fischerdorf in der Gemeinde Sölvesborg an der schwedischen Südküste, mit weniger als tausend Einwohnern. Der Klub wurde 1939 gegründet und hat im Oktober 2025 zum ersten Mal in seiner Geschichte die Allsvenskan gewonnen, drei Runden vor Schluss und mit einem neuen Punkterekord für die Liga. Im Mai 2026 kam der schwedische Cupsieg dazu. Das ist keine Eintagsfliege, das ist ein Klub, der zwei Titel in sieben Monaten geholt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespielt wird im Strandvallen, einem Stadion mit rund 7.000 Plätzen, Naturrasen, direkt an der Küste. Wer schon einmal in einem solchen Stadion war, weiß, dass die Akustik dort anders funktioniert als in einer Schüssel für 30.000 Leute. Es ist eng, es ist laut, und der Wind von der Ostsee ist kein Detail, sondern ein taktischer Faktor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Bank sitzt seit dieser Saison Karl Marius Aksum, 36, Norweger, vorher Co-Trainer unter Anders Torstensson, der inzwischen technischer Direktor des Klubs ist. Aksum hat einen Doktortitel in visueller Wahrnehmung im Spitzenfußball und forscht seit Jahren darüber, wie oft und wie gut Spieler vor der Ballannahme über die Schulter schauen. Das klingt nach Elfenbeinturm, ist aber genau das Gegenteil: Seine Mannschaft presst hoch, verteidigt mit einer aggressiven letzten Linie und sucht den dritten Mann statt des Querpasses. Ein Trainer, der aus der Wissenschaft kommt und eine Dorfmannschaft zum Meistertitel führt, ist mir persönlich deutlich sympathischer als die zehnte Retortenkarriere. Am Donnerstag ist er trotzdem der Gegner.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo dieses Duell wirklich entschieden wird</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Marktwert des gesamten Mjällby-Kaders liegt laut Fussballdaten bei etwa 9,4 Millionen Euro. Das ist ungefähr das, was Salzburg für einen einzigen Spieler ausgibt, wenn es gut läuft. Trotzdem wäre es ein Fehler, die Schweden über diese Zahl einzuordnen, und zwar aus drei Gründen, die alle in ihrer eigenen Saison stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens: Mjällby ist in der laufenden Allsvenskan nur Zehnter, mit 20 Punkten aus 16 Spielen und einem Torverhältnis von 24:23. Der Meister hat also einen klaren Leistungsabfall. Zweitens: Genau diese Mannschaft hat am 15. August vor 4.478 Zuschauern im Strandvallen den Tabellenführer IK Sirius mit 4:3 geschlagen. Zu Hause, in einem Spiel mit sieben Toren, direkt vor dem Playoff. Drittens: In der Champions-League-Qualifikation hat Mjällby zuerst Lincoln Red Imps ausgeschaltet und ist dann an Slovan Bratislava gescheitert, 1:2 daheim und 0:2 auswärts. Beide Gegentore im Heimspiel fielen nach der 78. Minute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Personell ist der Kader schmal und erstaunlich stabil besetzt. Im Heimspiel gegen Slovan Bratislava begann Mjällby in einem 3-4-2-1 mit Robin Wallinder im Tor, dem erfahrenen Tom Pettersson in der Dreierkette und Abdullah Iqbal davor. Vorne führt Elliot Stroud die Mannschaft an, der gegen Slovan das 1:0 per Elfmeter erzielt hat, dahinter agieren der Däne Jeppe Kjær und der Färinger Áki Samuelsen. Insgesamt stehen 27 Spieler im Kader, Altersschnitt knapp 24 Jahre, zehn davon Legionäre. Das ist eine junge Mannschaft mit wenig internationaler Routine, aber mit einer Achse, die seit dem Meisterjahr zusammensteht. Wer glaubt, das sei einfach zu bespielen, soll sich anschauen, wie IK Sirius am 15. August trotz drei eigener Tore verloren hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist für mich der entscheidende Hinweis. Mjällby verteidigt gut, führt oft, und verliert die Spiele spät. Salzburg hat in dieser Saison bisher das Gegenteil gemacht und die Tore spät erzielt. Wenn diese beiden Muster aufeinandertreffen, entscheidet die letzte halbe Stunde, und dort hat Röhl mit Tabakovic, Konaté, Kitano und Tohumcu die deutlich besseren Karten von der Bank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was das konkret heißt: Ich erwarte im Hinspiel keine Gala. Ich erwarte ein zähes Spiel auf einem engen Platz gegen eine tief stehende Mannschaft, die bei Standards gefährlich wird. Und genau da liegt das Salzburger Problem der letzten Wochen. Ein Unentschieden mit einem Auswärtstor wäre eine gute Ausgangslage, eine knappe Führung eine sehr gute.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Donnerstage, zwei Bewerbe, ein Abend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Modus ist heuer erfreulich einfach: Wer dieses Playoff gewinnt, spielt Europa League. Wer verliert, rutscht in die Ligaphase der Conference League. Europäisch überwintern wir also so oder so, und das ist nach den letzten beiden Sommern eine Nachricht, die ich gerne aufschreibe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hinspiel steigt am Donnerstag, 20. August, um 18:00 Uhr im Strandvallen. Das Rückspiel am Donnerstag, 27. August, um 19:00 Uhr in der Red Bull Arena. Rechne selbst nach: 45 Minuten, 15 Minuten Pause, 45 Minuten plus Nachspielzeit. Um etwa 20:45 Uhr wissen wir, in welchem Bewerb wir im Herbst spielen. Bei Gleichstand nach Gesamtscore geht es in die Verlängerung und notfalls ins Elfmeterschießen, dann wird es eher 22 Uhr. Nimm dir den Abend also lieber ganz frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wirtschaftlich ist der Unterschied zwischen den beiden Bewerben beträchtlich, sportlich ist er es aus meiner Sicht noch mehr. Die Europa League bringt Gegner, an denen sich ein junger Kader messen kann, die Conference League bringt Reisen, die vor allem Kraft kosten. Für eine Mannschaft, die gerade dabei ist, sich selbst zu finden, ist der Unterschied zwischen diesen beiden Ligaphasen ungefähr der zwischen einem Trainingslager und einer Prüfung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle, die nach Schweden fahren: Hällevik liegt gut zwei Autostunden östlich von Malmö, die nächste größere Anbindung ist Kopenhagen. Das ist kein Wochenendtrip, das ist eine Reise. Wer daheim bleibt, hat am 27. August die schönere Variante, weil das Rückspiel unter Flutlicht in Wals-Siezenheim stattfindet und die Kurve bei solchen Abenden ihre besten Momente hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neu auf S12: Europacup-Termine und Parkplatzpartys auf einen Blick</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In eigener Sache und deswegen ganz zum Schluss: Ich hab die Seite in den letzten Stunden umgebaut. Bisher liefen bei mir nur die Ligaspiele sauber durch, die UEFA-Bewerbe waren vernachlässigt. Das ist erledigt. Ab sofort findest du auf S12 alle Spiele der UEFA-Bewerbe mit Datum, Anstoßzeit und Spielstätte, und darunter die passende Parkplatzparty. Für das Rückspiel gegen Mjällby ist der Eintrag bereits drin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund dafür ist simpel. Ich hab in den letzten Jahren zu oft erlebt, dass Leute erst am Spieltag mitbekommen haben, dass sich vorher was zusammenstellt. Die Parkplatzparty ist für mich kein Beiwerk zum Spiel, sondern die Hälfte davon. Sie ist der Ort, an dem aus einzelnen Fans wieder eine Kurve wird, und sie funktioniert nur, wenn genug Leute rechtzeitig davon wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Womit ich beim eigentlichen Punkt bin. Was diese Mannschaft in Limassol nach dem 0:2 gezeigt hat, war stark. Was die Nordkurve in derselben Phase gemacht hat, war stärker. Die beiden Vorschreier haben nach dem zweiten Gegentor nicht auf den nächsten Torjubel gewartet, sondern die Lautstärke genau dann hochgezogen, als sie sportlich am wenigsten verdient war. Das ist der Unterschied zwischen Publikum und Kurve, und den kann kein Trainer und kein Transfer ersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. August um 19:00 Uhr geht es los. Komm früher, geh auf den Parkplatz, sei um 20:45 heiser. Der Rest ergibt sich.</p>
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		<title>Pafos gegen Salzburg: Ein Rückblick auf ein Spiel, das ich am liebsten vergessen würde, wenn da nicht Tabakovic gewesen wäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 04:34:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Taktischer Rückblick auf Pafos gegen Red Bull Salzburg: schwacher Spielaufbau in Hälfte eins, Tabakovic-Hattrick, 3:3-Zittersieg und Vorschau auf Play-off-Gegner Mjällby AIF.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mir das Rückspiel in Limassol angeschaut und musste zwischenzeitlich zweimal tief durchatmen. Nicht wegen der Hitze, die den Spielern zugesetzt hat, sondern wegen dem, was meine Mannschaft in der ersten Hälfte auf den Rasen gebracht hat. Was folgte, war einer der verrücktesten Fußballabende der letzten Jahre. Am Ende steht ein 3:3, ein Aufstieg ins Play-off der Europa League und ein Spieler, der das Spiel im Alleingang gedreht hat. Der Reihe nach, aber weniger als Nacherzählung, mehr als Frage nach dem Warum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine erste Halbzeit, bei der Tipp-Kick mehr Zug zum Tor hatte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage es, wie es war. Die ersten 45 Minuten von Red Bull Salzburg gegen Pafos waren fußballerisch ein Offenbarungseid. Da war weniger Struktur im Spiel als bei einer Partie Tipp-Kick auf dem Wohnzimmertisch. Bei Tipp-Kick bewegt sich wenigstens die Figur, wenn man draufdrückt. Bei meiner Mannschaft ist in den ersten 45 Minuten fast nichts passiert, außer dass der Ball ständig den Besitzer gewechselt hat, meistens zugunsten der Gastgeber.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick.jpg"><img decoding="async" width="1376" height="768" src="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick.jpg" alt="Pafos gegen &quot;Tipp Kick&quot; Salzburger. So fühlte sich die erste Hälfte an. Dass das Bild KI-generiert ist, muss ich wohl nicht erwähnen :)" class="wp-image-1447" title="Pafos gegen Salzburg: Ein Rückblick auf ein Spiel, das ich am liebsten vergessen würde, wenn da nicht Tabakovic gewesen wäre 9" srcset="https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick.jpg 1376w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick-300x167.jpg 300w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick-1024x572.jpg 1024w, https://s12.at/wp-content/uploads/2026/08/TippKick-768x429.jpg 768w" sizes="(max-width: 1376px) 100vw, 1376px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Pafos gegen &#8222;Tipp Kick&#8220; Salzburger. So fühlte sich die erste Hälfte an. Dass das Bild KI-generiert ist, muss ich wohl nicht erwähnen <img alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" consent-original-src-_="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" consent-required="514" consent-by="services" consent-id="515"/></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Danny Röhl hatte gegenüber dem Hinspiel drei Änderungen vorgenommen. Bartosz Mazurek, Sota Kitano und Haris Tabakovic rückten für die verletzten Soumaila Diabate und Gaoussou Diakite sowie den zuletzt ebenfalls angeschlagenen Edmund Baidoo in die Startelf. Diese Rotation war der Personalnot geschuldet, das nehme ich Röhl nicht übel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach meinem Eindruck war Pafos in Hälfte eins schlicht die giftigere, präsentere Mannschaft im Zweikampf, offizielle Lauf- oder Zweikampfdaten zum Spiel liegen mir nicht vor, das ist meine Einschätzung als Beobachter. Objektiv festhalten lässt sich, dass Salzburg in dieser Phase kaum eigene Torgefahr entwickelte und zwei strukturell unterschiedliche Gegentore kassierte: das 1:0 durch einen Kopfball von Lele nach einem Wechselpass und einer Flanke des früheren LASK-Profis Bruno Felipe (15.), das 2:0 durch einen direkten Freistoß von Biel aus halblinker Position (37.). Zwei Gegentore aus zwei völlig unterschiedlichen Situationen, ruhender Ball und offenes Spiel, das deutet für mich darauf hin, dass es kein einzelner Ausrutscher war, sondern ein grundsätzliches Problem mit der Konzentration über die gesamte erste Halbzeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Bruch nach der Pause: Wie Tabakovic ein totes Spiel wiederbelebte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Direkt nach dem Seitenwechsel ließ Sunjic einen Fehlpass von Barry unbestraft und scheiterte an Torhüter Zawieschitzky, kurz darauf verzog Vertessen nach einer Ablage von Baidoo knapp. Beide Szenen zeigen, dass Salzburg von der ersten Minute der zweiten Hälfte an präsenter im gegnerischen Strafraum war als noch in Halbzeit eins. Dann schlug die Stunde von Haris Tabakovic: 54. Minute vom Fünfmeterraum ins rechte Eck, 58. Minute per Foulelfmeter nach Handspiel von Goldar bei einer Flanke von Kapitän Veratschnig, 70. Minute nach einem abgeblockten Schuss von Baidoo zum Hattrick abgestaubt. Drei Treffer in sechzehn Minuten gegen einen Gegner, der bis dahin über weite Strecken die präsentere Mannschaft war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will an dieser Stelle nicht übertreiben und aus einer Einzelaktion eine ganze Systemänderung herbeireden. Aber was Tabakovic in dieser Phase gezeigt hat, war kaltschnäuziger Instinkt im Strafraum, genau die Chancenverwertung, die diesem Team seit Saisonbeginn gefehlt hat. Wo andere zögern oder den Ball verstolpern, war der Neuzugang zur Stelle. Das ist keine Kleinigkeit, das ist der Unterschied zwischen einem Ausscheiden und dem Aufstieg ins Play-off.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Pafos in der Schlussphase nochmals zum 3:3 durch Mammadov kam, nachdem sich die Salzburger Defensive bei einer kurz gespielten Ecke überraschen ließ, zeigt, dass die Konzentration auch in der besseren zweiten Hälfte nicht durchgängig da war. Aber der Gesamtscore von 4:3 über beide Spiele hat gereicht, und das ist am Ende das, was zählt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pafos verdient Respekt, auch wenn der Name hierzulande wenig sagt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Pafos nur als weitgehend unbekannten Klub aus Zypern abtut, macht es sich zu einfach. Der Verein wurde erst 2014 gegründet, ist aber in den letzten Jahren extrem schnell gewachsen. In der vergangenen Saison hat Pafos als zypriotischer Meister zum ersten Mal überhaupt in der Champions League gespielt, und zwar nicht als Fußballmacht, sondern in der Ligaphase des neuen Formats gegen Namen wie Bayern München, Villarreal, Monaco, Juventus und Chelsea. Gegen Villarreal hat Pafos sogar gewonnen, gegen Bayern gab es zwar eine deutliche Niederlage, aber insgesamt war das für einen Debütanten eine überraschend robuste Vorstellung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kader mit Spielern wie dem ehemaligen Champions-League-Sieger David Luiz in der Innenverteidigung zeigt, dass hier mit Ambition und Geld gearbeitet wird. Dass diese Mannschaft uns in der ersten Halbzeit läuferisch und körperlich vorgeführt hat, ist also keine Blamage im luftleeren Raum, sondern das Resultat eines Gegners, der aktuell mehr investiert als wir in den ersten 45 Minuten abgerufen haben. Genau deshalb wiegt die Aufholjagd am Ende noch schwerer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bleibt von Limassol</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich ehrlich bin, überwiegt bei mir trotz des Aufstiegs ein flaues Gefühl, wenn ich an die erste Hälfte denke. Diese Mannschaft hat <a href="https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/" target="_blank" data-type="link" data-id="https://s12.at/neue-saison-altes-muster-warum-salzburgs-chancenwucher-zum-echten-thema-wird/" rel="noreferrer noopener">in den letzten Wochen ein Muster</a> gezeigt, das sich fortsetzt: viel Ballbesitz, viele Abschlüsse, aber zu selten die nötige Konsequenz im letzten Drittel, dazu Phasen, in denen die Organisation gegen den Ball komplett fehlt. Gegen Hartberg hat es knapp gereicht, beim Remis in Wolfsberg hat es nicht gereicht, und jetzt gegen Pafos hätte es beinahe nicht gereicht, wenn nicht ein einzelner Spieler die Mannschaft getragen hätte. Nach meinem Eindruck reduziert sich dieses Muster nicht auf die Chancenverwertung allein, auch die erste Halbzeit gegen Pafos wirkte über weite Strecken zu passiv gegen den Ball. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das darf so auf Dauer nicht das Erfolgsrezept bleiben, dafür ist die Qualität im Kader eigentlich zu hoch. Karim Konaté, der nach seiner Verletzung noch immer nicht in alte Form gefunden hat, war in Limassol erneut kein Faktor, das muss man an dieser Stelle festhalten, auch wenn es unangenehm ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der nächste Gegner: das schwedische Fußballmärchen Mjällby AIF</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Play-off wartet nun eine der schönsten Geschichten, die der europäische Fußball aktuell zu bieten hat. Mjällby AIF kommt aus Hällevik, einem Fischerort in der südschwedischen Provinz Blekinge mit gerade einmal rund 800 Einwohnern, und hat im Oktober 2025 völlig überraschend den ersten schwedischen Meistertitel der Vereinsgeschichte geholt, mit einem Kader, der größtenteils aus Spielern aus der eigenen Region besteht. In diesem Sommer hat der Klub das Double perfekt gemacht und zusätzlich den schwedischen Landespokal gewonnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer diese Geschichte verfolgt hat, weiß, dass es sich hier nicht um irgendeinen x-beliebigen Aufsteiger handelt, sondern um eines der bemerkenswertesten Underdog-Märchen der letzten Jahre im europäischen Fußball. In der Champions-League-Qualifikation ist Mjällby als schwedischer Meister direkt in die zweite Qualifikationsrunde eingestiegen und hat dort gegen Lincoln Red Imps aus Gibraltar mit einem 3:0-Heimsieg und einem 0:0-Remis im Rückspiel den Sprung in die dritte Runde geschafft. Dort war jedoch gegen Slovan Bratislava Endstation. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel in Schweden hat sich der slowakische Meister im Rückspiel mit einem 2:0 durchgesetzt, macht in Summe ein 1:4 aus schwedischer Sicht. Damit ist Mjällby aus der Champions-League-Qualifikation in die Play-off-Runde der Europa League durchgereicht worden, wo nun wir als Gegner warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sportlich sollte man diese Aufgabe nicht unterschätzen, auch wenn Mjällby auf dem Papier der krasse Außenseiter ist. Ein Team, das eine ganze nationale Liga dominiert und zusätzlich den Pokal gewinnt, hat eine funktionierende Idee und Selbstvertrauen im Übermaß, unabhängig vom individuellen Renommee der Spieler. Unter dem neuen Trainer Karl Marius Aksum, der nach dem Titelgewinn die Nachfolge von Anders Torstensson angetreten hat, bleibt der eingespielte Kern der Meistermannschaft zusammen. Ich erwarte ein sehr diszipliniertes, kollektives Team ohne große Namen, aber mit viel Laufbereitschaft, das ist eine Einschätzung basierend auf dem bisherigen Auftreten, keine belegte Spielanalyse. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Zuordnung und Zweikampfbereitschaft im Kollektiv hat uns in der ersten Halbzeit gegen Pafos gefehlt. Für Salzburg bedeutet das: Der Spielaufbau muss von der ersten Minute an sauberer stehen, die Halbräume müssen konsequent besetzt werden, und im Gegenpressing braucht es die Aggressivität, die zuletzt erst nach dem Seitenwechsel kam. Die Hinspiele im Play-off werden am 20. August ausgetragen, die Rückspiele eine Woche später am 27. August. Wenn Red Bull Salzburg diese Aufgabe seriös angeht und die strukturellen Fehler aus Zypern nicht wiederholt, sollte der Einzug in die Ligaphase der Europa League machbar sein. Aber seriös angehen heißt, von Anfang an präsent zu sein, und nicht erst nach einem Rückstand aufzuwachen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort zum Schluss</h2>



<p class="wp-block-paragraph">So kritisch ich die erste Halbzeit auf Zypern sehe, so sehr überwiegt am Ende die Freude über den Aufstieg. Ein Team, das nach einem 0:2-Rückstand gegen einen Champions-League-erprobten Gegner nicht den Kopf verliert, sondern durch bessere Struktur und einen überragenden Tabakovic zurückkommt, zeigt trotz allem eine mentale Stärke, die man nicht kleinreden sollte. Die Nordkurve wird diesen Aufstieg zu schätzen wissen, so wie sie es immer tut, egal wie holprig der Weg dorthin war. Jetzt heißt es Kräfte sammeln für Mjällby, und hoffentlich eine erste Halbzeit sehen, die diesen Namen auch verdient.</p>
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		<title>Zwischen Super Cup und Limassol: Was das Pafos-Duell über den FC Red Bull Salzburg wirklich verrät</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 10:19:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Europacup]]></category>
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					<description><![CDATA[Der FC Red Bull Salzburg empfängt Pafos FC in der Europa-League-Quali. Analyse zu Röhls Kaderumbau, dem Hartberg-Auftakt und einem unterschätzten Gegner.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 12. August um 21 Uhr spielen Paris Saint-Germain und Aston Villa in der Red Bull Arena um den UEFA Super Cup. In der Stadt läuft seit Ende Juli die Trophy Experience, am Residenzplatz baut die UEFA zwei Tage lang ein Fan Festival auf, jede der beiden Mannschaften bekommt 7.500 Karten. Es ist das größte Fußballspiel, das in Wals-Siezenheim jemals angepfiffen wurde. Und mein Verein ist dabei Gastgeberin, Zuschauerin, Kulisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Tag später, am 13. August um 19 Uhr, steht der FC Red Bull Salzburg im Limassol Stadium und spielt um den Einzug ins Play-off der Europa League. Nicht um die Champions League. Um das Play-off zur zweithöchsten europäischen Klubbewerbung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Fallhöhe ist der eigentliche Kontext für morgen Donnerstag, 19 Uhr, wenn Pafos FC in der Red Bull Arena antritt. Wer nur auf das Hinspiel schaut, sieht ein Qualifikationsspiel. Wer zwei Wochen weiter schaut, sieht die ehrliche Standortbestimmung eines Klubs, der Europas Elite bewirtet und sich gleichzeitig selbst hocharbeiten muss.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo dieser Klub gerade wirklich steht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Platz drei in der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Daniel Beichler musste Mitte Mai nach drei Monaten gehen. Seit Mitte Juni sitzt Danny Röhl auf der Bank, 37 Jahre alt, Vertrag bis 2029, geholt von den Glasgow Rangers für eine kolportierte Ablöse von rund zwei Millionen Euro. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann nannte ihn den Wunschtrainer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhls Weg passt zum Klub, das muss man anerkennen. Videoanalyst bei RB Leipzig, Co-Trainer unter Ralph Hasenhüttl in Southampton, Assistent beim FC Bayern und bei der deutschen Nationalmannschaft unter Hansi Flick, danach zwei Jahre Chefcoach bei Sheffield Wednesday und acht Monate bei den Rangers. Er kennt den Kosmos, aus dem er kommt, und er kennt den Druck, der auf einem Traditionsklub liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was er in Salzburg übernommen hat, ist trotzdem ein Baustellenkader. Die dritte Etage der europäischen Klublandschaft war für diesen Verein zwanzig Jahre lang unvorstellbar. Jetzt ist sie die Ausgangslage. Wer das schönredet, tut dem Klub keinen Gefallen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Kaderumbau, den Röhl geerbt hat</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Die Abgänge finanzieren weiterhin alles</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Joane Gadou ging für 19,5 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Jannik Schuster wechselte für 18 Millionen zum FC Brentford. Mads Bidstrup brachte 10,5 Millionen von Olympique Lyon, Kerim-Sam Alajbegović 8 Millionen von Bayer Leverkusen. Alexander Schlager ging zu Werder Bremen, Adam Daghim inzwischen zur TSG Hoffenheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Modell funktioniert also weiterhin tadellos. Die Transferbilanz für diesen Sommer liegt deutlich im Plus. Nur wird eben jedes Jahr die Achse verkauft, die im Jahr davor mühsam zusammengespielt wurde, und irgendwann fehlt jemand, der einem 19-Jährigen in der 70. Minute eines Rückspiels erklärt, wie man ein Ergebnis über die Zeit bringt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Zugänge brechen mit einem Muster</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kévin Boma kam für 7 Millionen von Estoril Praia, Bartosz Mazurek für 6 Millionen aus Bialystok, Filip Matijašević für 4 Millionen von Čukarički, Nikolas Veratschnig für 3,5 Millionen aus Mainz, Dominik Schmid für 3 Millionen vom FC Basel und Abubakr Barry für 3 Millionen von der Austria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der interessanteste Zugang ist Haris Tabaković. 32 Jahre alt, 5 Millionen Euro Ablöse, aus Hoffenheim. Nach klassischer Salzburger Logik hätte es diesen Transfer nie gegeben. Er zeigt, dass im Klub jemand verstanden hat, dass ein Kader aus lauter 19-Jährigen keine Qualifikationsspiele gewinnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kehrseite steht daneben und ist unangenehm. Lucas Gourna-Douath, Aleksa Terzić, Zétény Jánó und Mamady Diambou trainieren nach Informationen der Salzburger Nachrichten nicht mehr mit der Kampfmannschaft. Maurits Kjaergaard und Hendry Blank gelten als Verkaufskandidaten. Edmund Baidoo flog vor dem Hartberg-Spiel aus dem Kader, weil er sich während des Interesses von Club Brügge nicht angemessen verhalten und Trainings ferngeblieben sein soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs bis sieben Profis, die Gehalt beziehen und sportlich keine Rolle spielen, während das Transferfenster noch bis Anfang September offen ist. Röhl geht mit einem unfertigen Kader in das wichtigste Spiel seiner bisherigen Amtszeit. Das ist keine Entschuldigung, aber es gehört zur Wahrheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was der Hartberg-Auftakt wirklich gezeigt hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">1:0 gegen den TSV Hartberg. Karim Konaté per Kopf in der 89. Minute, nach einer Flanke von Dominik Schmid. Vorher: 36 Torschüsse, rund 75 Prozent Ballbesitz vor der Pause, elf Ecken allein in Halbzeit eins. Röhl schickte den 19-jährigen Valentin Zabransky überraschend in die Innenverteidigung, dazu debütierten Boma, Schmid und Gaoussou Diakité.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war der zweite Pflichtspielsieg in Serie. Eine Woche davor hatte die Mannschaft die erste Cup-Runde beim SV Oberwart mit 7:1 abgeräumt, was über die Verfassung des Kaders wenig aussagt, über die Torgefahr gegen einen unterklassigen Gegner aber immerhin etwas. Dazu die Statistik, die in Salzburg gerne zitiert wird: Seit 2016 wurde kein erstes Ligaspiel einer Saison verloren, zu Hause gab es bei einem Saisonauftakt seit dem Jahr 2000 keine Niederlage mehr. Nebenbei war das 1:0 die Revanche für das 1:3 gegen dieselben Steirer in der letzten Runde der Vorsaison.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: Die Struktur stimmt. Diese Mannschaft kommt in den letzten Drittel, sie erzeugt Abschlüsse, sie verliert nach Ballverlusten nicht die Ordnung. Zabransky spielte nach Einschätzung seines Trainers nahezu fehlerfrei und lief viel. Für ein erstes Pflichtspiel unter einem neuen Coach ist das mehr, als man erwarten durfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schlechte Nachricht ist die gleiche wie in der letzten Saison. 36 Abschlüsse für ein Tor sind kein Pech, das ist ein Muster. Gegen einen tiefen Block fehlt der Mannschaft der Moment, in dem jemand die Verantwortung übernimmt und den Ball einfach reinmacht. Es fehlte auch ein zweiter Plan. Viele Hereingaben fanden keinen Abnehmer, weil im Strafraum niemand stand, der Flanken zu Toren macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau darum wird es Donnerstag gehen. Ricardo Sá Pinto wird seine Elf tief stellen, das Zentrum verdichten und auf Konter warten. Wenn Salzburg dann wieder 36 Mal schießt und einmal trifft, fährt man mit einem 1:0 nach Limassol. Und ein 1:0 ist gegen diese Mannschaft zu wenig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bitter dazu: Gegen Pafos fehlen laut Klubangaben Hendry Blank, Anrie Chase, Stefan Lainer, Johannes Moser und Justin Omoregie. Die Abwehr bleibt also jung, neu zusammengesetzt und dünn besetzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Pafos FC ist kein Losglück</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Klub, den es vor zwölf Jahren noch nicht gab</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Pafos entstand 2014 aus der Fusion von AEP Paphos und AEK Kouklia. Seit 2017 steht Total Sports Investments rund um Roman Dubov dahinter, seither wurde in Trainingszentrum, Akademie und Kader investiert. Die internationalen Heimspiele trägt der Klub in Limassol aus, weil das eigene Stelios-Kyriakides-Stadion mit seinen 9.300 Plätzen die UEFA-Kriterien nicht erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer über einen zyprischen Cupsieger schmunzelt, hat die letzten beiden Jahre nicht verfolgt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Neun Punkte in der Champions League</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der Saison 2025/26 spielte Pafos in der Ligaphase der Champions League. Neun Punkte, zwei Siege, drei Unentschieden. Villarreal wurde mit 1:0 geschlagen, Slavia Prag ebenfalls bezwungen, gegen Monaco gab es ein 2:2. Für die K.-o.-Phase reichte es am Ende nicht, das entschied das Torverhältnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der heimischen Liga wurde Pafos danach nur Vierter, holte aber Ende Mai zum zweiten Mal den Cup. Deshalb steht der Klub jetzt in der Europa-League-Qualifikation und nicht in der Königsklasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie diese Mannschaft tickt, hat sie vor zwei Wochen gezeigt. Nach der 0:2-Hinspielniederlage bei Hajduk Split lag Pafos im Rückspiel bis kurz vor Schluss auf der Verliererstraße. Guga traf in der 40. Minute, Kapitän David Goldar in der 90.+1 zum Ausgleich im Gesamtscore. In der Verlängerung machten Biel und João Correia daraus ein 4:0 und einen Gesamtscore von 4:2.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist die Sorte Comeback, die man nicht mit Taktik erklärt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sá Pinto und seine Routiniers</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ricardo Sá Pinto übernahm Ende April und verlängerte im Juni um ein weiteres Jahr. Der 53-jährige Portugiese hat Sporting Lissabon, Roter Stern Belgrad, Standard Lüttich, Legia Warschau, Braga und Vasco da Gama trainiert und führte APOEL zum zyprischen Meistertitel. Er kennt das Land, er kennt die Liga, und er hat den Ruf, seine Teams über Intensität und Bissigkeit zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kader besteht aus Legionären mit Kilometern in den Beinen. Der 39-jährige David Luiz ist der prominenteste Name, dazu kommen Goldar, Ivan Šunjić, Derrick Luckassen, Vlad Dragomir, Anderson Silva, Ken Sema, Mislav Oršić, Domingos Quina und João Correia, der in der Vorsaison zehn Ligatore erzielte. Röhl beziffert das Durchschnittsalter auf etwa 28 bis 29 Jahre und hat sein Team zu beiden Hajduk-Spielen vor Ort beobachten lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburgs Startelf gegen Hartberg war im Schnitt fast ein Jahrzehnt jünger. In einem Hinspiel unter Druck ist das keine Kleinigkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wo dieses Duell kippen kann</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Dinge entscheiden aus meiner Sicht das Hinspiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstens die Chancenverwertung. Wenn Salzburg wieder dreißig Abschlüsse für ein Tor braucht, ist die Qualifikation nach 180 Minuten offen. Konaté hat gegen Hartberg gezeigt, dass er den Moment findet. Tabaković kann als Anspielstation im Strafraum genau das lösen, was gegen den tiefen Block gefehlt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zweitens die Standards. Elf Ecken in einer Halbzeit sind eine Ressource, wenn jemand im Sechzehner die Räume attackiert. Schmids Flanke zum Siegtreffer war kein Zufallsprodukt, sondern die beste Aktion eines Spielers, der vorne sonst wenig beitrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drittens die Umschaltmomente gegen die eigene Restverteidigung. Zabransky ist 19, Boma hat 90 Bundesliga-Minuten in Österreich, und Pafos hat gegen Villarreal bewiesen, dass ein einziger sauberer Konter reicht. Wenn Salzburg mit vier Offensivspielern gleichzeitig anläuft und den Ball verliert, wird es gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommt ein Punkt, der in Vorschauen selten auftaucht: der Rhythmus. Pafos hat gegen Hajduk 120 Minuten in den Beinen und zwei enge Europacup-Abende hinter sich, während die zyprische Liga noch nicht gestartet ist. Salzburg hat gegen Oberwart und Hartberg zwei Spiele bestritten, die mit einem Qualifikationsabend unter Flutlicht wenig gemeinsam haben. Wer im internationalen Bewerb schon einmal zurücklag und zurückgekommen ist, geht anders in die Schlussphase.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Röhls Wechsel haben am Samstag funktioniert. Er wird sie am Donnerstag wieder brauchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was am Donnerstag tatsächlich auf dem Spiel steht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satz, dass es um alles geht, klingt gut und stimmt nicht. Wer diese Runde verliert, fällt ins Play-off der Conference League. Europa bleibt also, aber eine Etage tiefer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Worum es tatsächlich geht: um Prämiengeld, das im Budget eines Klubs mit dieser Kostenstruktur spürbar ist. Um Gegner, gegen die sich Spieler zeigen können, was direkt auf den Marktwert durchschlägt. Um Argumente in einem Transferfenster, das noch vier Wochen offen ist und in dem sechs Profis auf Angebote warten. Und um die Frage, ob der Umbruch unter Röhl als Neuanfang oder als weiterer Schritt nach unten erzählt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gewinner trifft im Play-off übrigens auf den Verlierer aus Mjällby AIF gegen Slovan Bratislava. Das ist machbar. Deshalb ist dieses Hinspiel so wichtig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kurve trägt das ohnehin</h2>



<p class="wp-block-paragraph">7.735 Zuschauer beim Saisonauftakt gegen Hartberg. Das ist eine Zahl, die weh tut, und sie hat viele Gründe: die Weltmeisterschaft im Sommer, die Ferienzeit, ein Gegner ohne Zugkraft, ein Klub, der viele Menschen in dieser Stadt nach wie vor auf Distanz hält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an solchen Abenden trotzdem trägt, ist die Nordkurve. Die Vorschreier stehen dort am selben Fleck und geben Takt vor, wenn auf dem Rasen der Rhythmus fehlt. Sie haben Meistertitel begleitet, Trainerwechsel überstanden und jeden Sommer erlebt, in dem die halbe Mannschaft verkauft wurde. Sie fragen nicht nach Transferbilanzen. Sie sind einfach da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zabransky hat nach seinem Debüt gesagt, dass die Unterstützung bis zur letzten Sekunde spürbar war. Ein 19-Jähriger, der in seinem ersten Pflichtspiel zuerst über die Fans spricht, sagt einiges darüber, was diese Kurve leistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstag muss lauter werden als Samstag. Eine junge Innenverteidigung braucht in der 80. Minute genau diese Art von Rückhalt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ich am Donnerstag trotzdem hoffnungsvoll in die Arena gehe</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mannschaft ist jung, unfertig und im Abschluss unzuverlässig. Sie hat gegen Hartberg trotzdem bis zur 89. Minute weitergespielt, statt nervös zu werden. Das ist ein Anfang, mehr nicht, aber immerhin ein Anfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. August wird in unserem Stadion europäischer Spitzenfußball gespielt, während wir zuschauen. Am 13. August entscheidet sich in Limassol, ob wir in dieser Saison selbst auf dieser Bühne stattfinden. Zwischen diesen beiden Terminen liegt das Hinspiel am Donnerstag. Anpfiff 19 Uhr, Schiedsrichter Damian Sylwestrzak aus Polen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tore Vorsprung wären das Minimum, mit dem man beruhigt(er) nach Zypern fahren würde.</p>
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		<title>Platz 3 war noch nie so beschämend: Die ehrliche Abrechnung nach der schlechtesten Saison der Red-Bull-Ära</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alex Januschewsky]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 05:55:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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					<description><![CDATA[Die schlechteste Saison der Red-Bull-Ära endet mit einer 1:3-Blamage gegen Hartberg. Ich rechne ab, nenne Schuldige und sage, was Geschäftsführer Stephan Reiter jetzt tun muss.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Platz 3 war noch nie so beschämend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst mich direkt beginnen. Dieser Artikel wird keine sanfte Nachbetrachtung einer schwierigen Saison. Er wird keine diplomatische Einordnung, bei der am Ende alle irgendwie ihr Gesicht wahren können. Was in dieser Spielzeit passiert ist, verdient keine Samthandschuhe. Was jetzt passieren muss, wird ohne sie gesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 1:3-Heimniederlage gegen den TSV Hartberg war ein Sinnbild der gesamten Spielzeit, mit hängenden Köpfen, Ratlosigkeit und Enttäuschung. Das ist nicht meine Formulierung, das ist die offizielle Pressesprache nach dem Spiel. Und sie trifft es besser als alles, was ich selbst hätte schreiben können. Weil sie zeigt, dass auch intern niemand mehr so tut, als wäre irgendetwas in Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist die dritte titellose Spielzeit, und erstmals in der Red-Bull-Ära sind die Mozartstädter nicht unter den Top-2 der Bundesliga. Ich war dabei, als Salzburg gegen Real Madrid gespielt hat. Ich war dabei, als die Championsleague-Hymne über dem Stadion in Wals-Siezenheim gedröhnt hat, und ich habe mitgebrüllt. Heute erkläre ich, warum ein Abstieg aus dem Meisterrennen nicht Pech ist, sondern Konsequenz einer Philosophie, die sich selbst überlebt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Hartberg-Spiel in einem Satz</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im 22. Ligaduell gewann Hartberg erstmals gegen den FC Red Bull Salzburg, mit 3:1, zu Hause, in Wals-Siezenheim, vor den eigenen Fans. Das war kein Ausrutscher. Das war die logische Schlussszene einer Saison, in der diese Mannschaft zu oft zu wenig Bereitschaft gezeigt hat, Spiele wirklich gewinnen zu wollen. Mehr dazu brauche ich nicht zu sagen. Weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Krankheit heißt Kaderphilosophie, nicht Formtief</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier beginnt der Teil, den viele nicht hören wollen, weil er an die Struktur geht und nicht an einzelne Spieler. Und genau deshalb fange ich damit an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Red Bull Salzburg hat über Jahre hinweg ein Transfermodell perfektioniert, das wirtschaftlich brillant und sportlich immer problematischer wird. Mit Jannik Schuster zu Brentford und Joane Gadou zu Borussia Dortmund verlassen zwei Youngsters den Verein, die zusammen rund 40 Millionen Euro einbringen. Kerim Alajbegovic kehrt zu Bayer 04 Leverkusen zurück. Alajbegovic war in dieser Saison einer der wenigen, der wenigstens ab und an einen Blitz der alten Salzburger Qualität gezeigt hat. Jetzt ist er weg. Gadou und Schuster waren Zukunftshoffnungen, die nie lange genug da waren, um echte Säulen zu werden. Und trotzdem sind diese drei der Kern der sportlichen Nachrichten rund um den Verein zum Saisonende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das beschreibt das Problem präziser als jede Analyse. Salzburg produziert Rohdiamanten, schleift sie halb und verkauft sie weiter, bevor sie zu Brillanten werden. Die Meisterschaften machen dann andere.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Abwehr: Das Fundament, das keines ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich fange mit der Defensive an, weil dort die meisten Fehler dieser Saison ihren Ursprung hatten. Eine Mannschaft, die österreichischer Meister werden will, braucht in der Innenverteidigung zwei Spieler, die in entscheidenden Momenten Ruhe ausstrahlen. Spieler, die einen Stürmer im Strafraum körperlich dominieren können und die nicht erst nach dem dritten eigenen Fehler verstehen, wie ihr Gegner denkt. Diesen Standard hat diese Mannschaft zu selten erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hartberg kam zur Führung, weil die Salzburger Defensive einen Querpass vollkommen unbedrängt durchließ. Das war kein Zufall und kein Einzelfall. Es war symptomatisch für eine Abwehrkette, die strukturell nicht auf dem Niveau agiert, das ein Verein mit dem Budget und dem Anspruch von Salzburg erwarten darf. Jugendliche Innenverteidiger entwickeln sich im Trainingsalltag. Punkte holt man mit reifen Abwehrspielern, die schon verloren haben und trotzdem weitergespielt haben. Davon hatte dieser Kader zu wenig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kreativmittelfeld: Der Raum, der nicht besetzt wird</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist der Punkt, der mich diese Saison am meisten geärgert hat. Weil er so offensichtlich war und weil niemand in der Vereinsführung ernsthaft darauf reagiert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg hatte über weite Strecken der Saison kein kreatives Zentrum, das Spiele lenken kann. Kein Spieler im Mittelfeld, der unter Druck einen scharfen Vertikalpass findet. Keiner, der das Tempo eines Spiels bewusst verlangsamt, wenn Hektik entsteht, um dann mit dem richtigen Moment wieder zu beschleunigen. Dieser Spielertyp, nennen wir ihn ruhig so wie er ist, ein echter kreativer Achter oder Zehner mit Bundesliga-Reife, war nicht vorhanden. Was es gab, waren fleißige, schnelle Spieler, die horizontal viel Weg machen und vertikal zu selten den entscheidenden Unterschied erzeugen. Das reicht auf europäischer Ebene nicht. Das reicht mittlerweile nicht einmal mehr in Österreich, wenn Sturm und der LASK ihre beste Form abrufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Spielmacher dieser Kategorie kostet Geld. Er ist nicht 18 Jahre alt und kommt nicht aus der Akademie. Er kommt von einem anderen Klub, er hat einen Marktpreis, und er verlangt, dass jemand in der Vereinsführung die Hand aufmacht. Dazu komme ich gleich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sturm: Das drängendste Problem hat einen historischen Vergleich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier werde ich direkt, weil die Sache direkt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jonatan Soriano erzielte in 33 Bundesligaspielen der Saison 2012/13 allein 26 Treffer und legte sieben weitere vor. In 202 Partien für Salzburg schoss er 172 Tore und gab 72 weitere Torvorlagen. Er ist bis heute der Rekordtorschütze dieses Vereins, und seine Trikotnummer 26 wurde nach seinem Abgang nicht mehr vergeben. Neben ihm spielte Alan, der in 129 Spielen 93 Tore erzielte und drei Saisonen lang konstant unter den drei treffsichersten Spielern der Liga war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage das nicht aus Nostalgie. Ich sage es, weil ich in dieser Saison im Stadion gesessen bin und gedacht habe: Wann schießt eigentlich mal jemand einfach aufs Tor? Wann entscheidet ein Angreifer eine Situation aus reiner Kaltblütigkeit, statt die eine klare Chance im Strafraum zu vergeben? Soriano und Alan haben das getan. Woche für Woche. Mit einer Effizienz, die Meisterschaften baut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Petar Ratkov (und der ist schon viele Wochen nicht mehr da) war in dieser Saison mit neun Bundesligtreffern neben Kerim Alajbegovic der treffsicherste Salzburger. Das ist akzeptabel. Für eine Mannschaft im Abstiegskampf. Für einen Verein, der Titel will, ist es schlicht zu wenig. Salzburg braucht einen Stürmer, der 20 Tore in der Liga schießt und das als selbstverständlichen Anspruch an sich selbst betrachtet. Einen, der im Strafraum eiskalte Entscheidungen trifft, weil er es schon hundertmal gemacht hat. Der europäische Markt hat solche Spieler. Sie kosten zwischen acht und fünfzehn Millionen Euro. Das ist für Red Bull Salzburg kein unüberwindbares Budget.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beichler hatte keine Chance, aber er hat sie auch verspielt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich versuche fair zu sein. Daniel Beichler hat diesen Kader nicht gebaut. Er hat ihn Mitte Februar übernommen, als die Stimmung bereits zerstört war und die Tabellenführung bereits weg war. Er übernahm direkt von Liefering aus und erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Diese Entscheidung, intern zu promovieren statt extern zu suchen, ist inzwischen schwer zu rechtfertigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Punkteschnitt von nur 1,15 reiht sich Daniel Beichler mit deutlichem Abstand ans Ende aller bisherigen Bullen-Trainer ein. Nicht knapp darunter. Mit deutlichem Abstand. Das heißt, dass in der gesamten Geschichte des Red-Bull-Fußballs in Salzburg noch kein Trainer so ineffizient gearbeitet hat wie Beichler in seiner Zeit als Chefcoach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kommt die unangenehme Wahrheit: Thomas Letsch hinterließ bei seiner Entlassung einen Punkteschnitt von 1,55, der damals der schlechteste aller Salzburger Trainer in der Red-Bull-Ära war. Er wurde deshalb gefeuert. Die Antwort des Vereins auf diesen schwächsten Schnitt in der Klubgeschichte war eine interne Lösung aus dem Farmteam. Das Ergebnis ist ein noch schwächerer Schnitt. Das ist keine Kritik an Beichler als Person. Das ist eine Kritik an der Entscheidungsfindung des Vereins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beichler dürfte trotz laufendem Vertrag bis 2028 seinen Abschied im Sommer bekommen. Das ist richtig. Aber es reicht nicht, nur den Trainer zu wechseln, wenn die strukturellen Ursachen bleiben.</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph" style="background-color:#ffe18d;padding-top:10px;padding-right:10px;padding-bottom:10px;padding-left:10px"><strong>Update:</strong> Wie der Verein vor wenigen Minuten <a href="https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/news/18052026" target="_blank" data-type="link" data-id="https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/news/18052026" rel="noreferrer noopener">bekannt gab</a>, wurde die Zuisammenarbeit mit Daniel Beichler beendet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stephan Reiter muss jetzt die Bankkonten öffnen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage das ohne Umschweife: Geschäftsführer Stephan Reiter trägt die Gesamtverantwortung für den FC Red Bull Salzburg. Diese Gesamtverantwortung schließt eine Entscheidung ein, die in den vergangenen Jahren nicht getroffen wurde und die jetzt nicht länger aufgeschoben werden darf. Die Transferpolitik muss sich fundamental ändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entscheidung für die kommende Saison muss lauten: Wir geben Geld aus. Echtes Geld. Für Spieler, die sofort liefern können. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verstehe die Logik hinter dem bisherigen Modell. Talente kaufen, entwickeln, mit Gewinn verkaufen. Wirtschaftlich ist das brilliant. Jonatan Soriano kam für 500.000 Euro von Barcelona B und wurde für 15 Millionen Euro nach China verkauft. Alan kostete 3,5 Millionen und brachte elf Millionen ein. Die Zahlen stimmen. Das Modell funktioniert als Geschäftsmodell. Nur eben nicht mehr als Titelmodell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt kommt das Argument, das ich wirklich ernst meine, weil es ein strukturelles Risiko beschreibt und keine kurzfristige Enttäuschung. Ohne sportlichen Erfolg kommen keine Top-Talente mehr nach Salzburg. Das klingt simpel, aber die Konsequenz ist ernst. Ein 20-jähriger Stürmer aus Südamerika oder Afrika, der drei Angebote vergleicht, wird Salzburg weniger attraktiv finden, wenn der Verein Europa League Qualifikation spielt statt Champions League. Wenn Sturm Graz Meister ist und medial präsenter. Wenn die Bullenhymne nicht mehr mit dem Gefühl von Erfolg verbunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohne diese Top-Talente bricht das Transfermodell zusammen. Hohe Transfererlöse entstehen nur, wenn Spieler in Salzburg unter Druck, vor europäischem Publikum und in einem erfolgreichen Team performen können. Fehlt der Erfolg, sinkt die Bühne. Sinkt die Bühne, sinken die Ablösesummen. Sinken die Ablösesummen, fehlt das Geld für neue Verpflichtungen. Das ist keine Theorie. Das ist der Kreislauf, in den Salzburg gerade hineingleitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausweg aus diesem Kreislauf ist nicht kompliziert, er ist nur teuer. Investitionen in vier bis fünf erfahrene Spieler, die sofort liefern, die die jungen Talente führen und die Spiele entscheiden, wenn es darauf ankommt. Ein Innenverteidiger mit internationaler Erfahrung. Ein kreativer Achter oder Zehner, der Bundesliga und Europacup kennt. Und ein Mittelstürmer, der eiskalte Tore schießt. Nicht einer von ihnen, alle drei. Gleichzeitig, diesen Sommer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was der neue Trainer können muss und was er nicht sein darf</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich werde diesen Punkt kurz halten, weil er im Grunde selbstverständlich sein sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Cheftrainer des FC Red Bull Salzburg darf nicht aus dem internen Ökosystem kommen. Nicht aus der Akademie, nicht aus Liefering, nicht aus dem eigenen Systemdenken heraus. Dieser Verein braucht einen Trainer, der eine Erstligamannschaft über eine vollständige Saison geführt hat und dabei Titel gewonnen hat. Einen, der weiß, wie man eine Meisterschaft verteidigt, weil er es selbst erlebt hat. Einen, der eine Kabine mit 25 Spielern unterschiedlicher Mentalitäten und Kulturen führen kann, weil er das schon gemacht hat, bevor er nach Salzburg kam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gibt es auf dem Markt. Es kostet mehr als eine interne Beförderung. Und es ist die einzige vernünftige Entscheidung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Europa League Qualifikation als Botschaft an den Markt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Salzburg wird sich in der UEFA-Europa-League-Qualifikation beweisen müssen. Das ist kein Selbstläufer. Qualifikation bedeutet, dass erst Playoff-Spiele gewonnen werden müssen, bevor man überhaupt in der Gruppenphase steht. Einem Verein, der noch vor zwei Jahren in der Champions League gespielt hat, erkläre ich das als Fan mit einem gewissen Widerwillen, weil es so klar zeigt, wie weit der Abstieg gegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gleichzeitig ist diese Europa-League-Qualifikation jetzt der einzige Hebel, den der Verein noch hat, um sich für die Transferperiode relevant zu halten. Wer dort scheitert, verliert nicht nur Punkte und Preisgeld. Wer dort scheitert, verliert Sichtbarkeit. Und ohne Sichtbarkeit kommen keine Spieler, die wählen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das macht den Sommer nicht weniger dringend, sondern dringender. Wer zu spät investiert, riskiert, schon in der Qualifikation mit einem halbfertigen Kader anzutreten. Das würde die selbsterfüllende Prophezeiung des Niedergangs nur beschleunigen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Für euch, die ihr nie aufgehört habt zu glauben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt kommt der Teil, dem ich seit Wochen entgegenfiebere, weil er das Einzige ist, das ich in dieser Saison ohne Einschränkung sagen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nordkurve des FC Red Bull Salzburg hat diese Saison mehr geleistet als dieser Verein ihr verdient hat. Das sage ich nicht als freundliche Geste am Ende eines langen Artikels. Das sage ich, weil ich es gesehen habe, weil ich es gehört habe und weil ich manchmal, wenn die Mannschaft auf dem Platz wieder nicht das ablieferte, was das Ticket rechtfertigt, in die Kurve geschaut habe und dachte: Wie machen die das?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich war in Spielen dabei, in denen 60 Minuten lang nichts nach vorne funktioniert hat, in denen die Mannschaft ratlos wirkte und die Stimmung auf den Sitzen der übrigen Tribüne längst in Gleichgültigkeit umgeschlagen war. Und die Nordkurve hat weitergesungen. Nicht weil das Ergebnis es verlangt hat. Nicht weil die Leistung es rechtfertigt hat. Sondern weil aufhören für sie keine Option ist. Weil Fansein kein Vertrag mit Erfolgsklausel ist, sondern eine Entscheidung, die man in guten wie in schlechten Zeiten trägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist echte Fankultur. Nicht das Jubeln, wenn es leicht ist, sondern das Singen, wenn es wehtut. Fahnen schwingen, wenn die Mannschaft auf dem Platz das Gegenteil von dem zeigt, wofür die Fahnen stehen. Diesen Aufwand betreiben, Heimspiel für Heimspiel, Auswärtsfahrt für Auswärtsfahrt, ohne Rücksicht auf Ergebnisse oder Tabellenstände. Die Nordkurve hat das getan. Und sie verdient es, dass das ausgesprochen wird, ohne Wenn und Aber und ohne das obligatorische &#8222;aber die Mannschaft hat es euch nicht leicht gemacht&#8220;. Nein. Sie hat ihnen diese Saison nicht leicht gemacht. Und die Kurve hat trotzdem alles gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann sind da noch unsere zwei Vorschreier, die dieser Nordkurve Woche für Woche ihren Rhythmus, ihre Energie und ihre Stimme geben. Was die beiden in dieser Saison geleistet haben, taucht in keiner Statistik auf, in keinem Spielbericht und in keiner Vereinspräsentation. Aber wer einmal live erlebt hat, wie ein Stadion aus dem Nichts heraus anfängt zu leben, weil einer von ihnen den richtigen Moment gefunden hat, den richtigen Gesang gestartet hat und die Kurve mitgezogen hat, der weiß, dass das kein Zufall ist. Das ist Können. Das ist wochenlange Vorbereitung, Leidenschaft und die Fähigkeit, eine Menschenmenge zu führen, ohne &#8222;Marketingplan&#8220; und ohne Manuskript.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich sage danke. Nicht stellvertretend für irgendjemanden, sondern aus echter Überzeugung. Ihr beide habt dieser Saison so etwas wie Würde gegeben, die sie sportlich nicht verdient hat. Die Mannschaft muss besser werden. Ihr müsst es nicht. Bleibt, wie ihr seid. Und kommt im Sommer wieder. Die Nordkurve wird gebraucht, gerade dann, wenn der Verein gerade dabei ist, sich neu zu finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was ich jetzt erwarte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Keine langen Ankündigungen. Keine Pressekonferenzen mit nachdenklichen Gesichtern und Phrasen über &#8222;tiefgreifende Analyse&#8220; und &#8222;notwendige Schritte&#8220;. Handlungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Cheftrainer mit Referenzen, die diesen Namen verdienen. Investitionen in einen Innenverteidiger, einen kreativen Mittelfeldspieler und einen echten Mittelstürmer, der in entscheidenden Momenten das Tor trifft, weil er es schon hundertmal getan hat. Und die klare Botschaft von Stephan Reiter oder wer auch immer diesen Verein ab Sommer führt, dass die Titelambition keine Marketingformulierung ist, sondern die Grundlage jeder sportlichen Entscheidung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beichler hat nach dem Hartberg-Spiel gesagt: &#8222;Wir müssen in eine brutale Analyse gehen.&#8220; Diese Analyse ist jetzt fertig. Zumindest die Punkte, die jeder sehen konnte, der in dieser Saison hingeschaut hat. Jetzt brauchen wir keine Analyse mehr. Wir brauchen Entscheidungen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin bereit, mich eines Besseren belehren zu lassen. Ich bin bereit, im Juli mit Begeisterung über neue Transfermeldungen zu schreiben. Ich bin bereit, mich in einem Jahr zu blamieren, weil ich zu pessimistisch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich bin nicht bereit, so zu tun, als wäre das alles irgendwie in Ordnung. Das ist es nicht. Es war eine der schlechtesten Saisonen in der Geschichte dieses Vereins. Und das verdient Klarheit, keine Zurückhaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><code>PS: Ja, das Titelbild dieses Blogs ist mit KI erstellt. Solche "Stimmungsbilder" findet man nämlich in keiner Bilddatenbank.</code></p>
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