FC Red Bull Salzburg: Jetzt zählt der nächste Schritt – Cup-Halbfinale und zwei Liga-Endspiele vor der Punkteteilung

Ich nehme den 1:5-Sieg in Linz gern mit, klar. Aber ich will gar nicht zu lange in diesem Spiel hängen bleiben. Für mich ist das Ding vor allem ein Zeichen: Der FC Red Bull Salzburg kann noch immer „anzünden“, wenn’s drauf ankommt. Und genau darum geht’s jetzt – nicht um Rückspiegel-Romantik, sondern um die kommenden Aufgaben, die uns diese Saison definieren werden.

Denn die Wahrheit ist: Die schwierigste Phase beginnt erst. Cup-Halbfinale im März. Davor und danach zwei Bundesliga-Spiele, die den Grunddurchgang abschließen – und dann kommt diese berühmte Punkteteilung, die alles wieder enger macht, egal wie gut du vorher warst. Der Moment, in dem du Momentum entweder in Titelhunger verwandelst – oder es dir wieder zerbröselt.

Ich spüre nach dem Trainerwechsel und diesem Linz-Auftritt eine neue Energie. Daniel Beichler hat vor dem LASK-Spiel von einem „hungrigen, bissigen Gesicht“ gesprochen – und genau dieses Gesicht müssen wir jetzt konservieren. Nicht für ein Wochenende, sondern für Wochen.

Die nächsten Termine: Zwei Liga-Spiele bis zur Punkteteilung – und dazwischen das Cup-Halbfinale

Die Reihenfolge ist brutal logisch: Erst musst du in der Liga sauber durchziehen, dann im Cup eine K.o.-Nacht überleben, dann wieder Liga – und dann wird geteilt.

Bundesliga, Runde 21: FC Red Bull Salzburg – TSV Hartberg, Sonntag, 1. März 2026, 17:00 Uhr
ÖFB-Cup Halbfinale: FC Red Bull Salzburg – SCR Altach, Mittwoch, 4. März 2026, 18:00 Uhr
Bundesliga, Runde 22: SK Rapid – FC Red Bull Salzburg, Sonntag, 8. März 2026, 17:00 Uhr

Das sind keine „normalen“ Spiele. Das sind drei Prüfungen, die zusammenhängen. Und die Frage ist: Spielen wir sie wie ein Team, das wieder an sich glaubt – oder wie ein Team, das nach dem ersten Hype wieder in alte Muster fällt?

Warum diese zwei Bundesliga-Spiele vor der Punkteteilung so gefährlich sind

Viele unterschätzen den Schluss des Grunddurchgangs. Weil man denkt: „Meistergruppe schaffen wir eh.“ Ja, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Du willst als Salzburg nicht irgendwie unter die Top 6 rutschen, du willst die bestmögliche Ausgangslage für die Meistergruppe. Und dann kommt dieser Mechanismus, der alle wieder zusammenzieht.

Nach 22 Runden wird die Tabelle geteilt: Top 6 in die Meistergruppe, die Punkte werden halbiert, halbe Punkte werden abgerundet – und dieser abgerundete halbe Punkt kann später sogar bei Punktegleichstand als Kriterium relevant werden. Genau deshalb fühlt sich jeder Punkt jetzt wie ein Goldstück an.

Ich sage es, wie ich es empfinde: Wenn du jetzt schlampst, bestrafst du dich doppelt. Erst verlierst du Punkte – und dann wird dir ein möglicher Vorsprung trotzdem noch halbiert. Das ist das System. Das ist die Realität. Und Salzburg muss lernen, diese Realität nicht zu jammern, sondern zu nutzen.

Salzburg gegen Hartberg: Das Spiel, das du nicht „überstehen“ darfst – du musst es dominieren

Runde 21 daheim gegen Hartberg ist so ein Klassiker, bei dem du als Fan manchmal mit gemischten Gefühlen reingehst. Nicht, weil Hartberg Angstgegner wäre, sondern weil diese Partien oft im Kopf entschieden werden.

Wenn Salzburg den Ball laufen lässt, aber nicht mit Tempo in die Tiefe kommt, wird es zäh. Wenn Salzburg hingegen wieder dieses Linz-Gesicht zeigt – direkt, frech, zweikampfstark, mit klaren Abständen – dann wird Hartberg in der Arena schnell merken, dass hier kein „wird schon“-Spiel stattfindet.

Für mich sind in diesem Match drei Dinge zentral:

Erstens: Erster Druckmoment nach Ballverlust. Das ist die Währung im Beichler-Kurzzeitfußball. Wenn der Gegner einmal durchatmen darf, geht Energie verloren. Wenn du ihn sofort wieder packst, bleibt dieses Feuer da.

Zweitens: Flanken- und Standard-Qualität. Gerade gegen Teams, die kompakt stehen, musst du nicht nur schön spielen, du musst auch effektiv sein. Ein frühes Tor verändert die komplette Dynamik.

Drittens: Publikum als Verstärker. Und da sind wir bei dem Punkt, den du dir wünschst: Leute ins Stadion bringen. Ich will, dass die Red Bull Arena gegen Hartberg nicht erst ab Minute 70 wach wird, wenn’s 1:1 steht. Ich will dieses „Wir sind da“-Gefühl von Minute eins. Weil das genau die Energie ist, die du drei Tage später im Cup wieder brauchst.

Cup-Halbfinale gegen Altach: Eine Nacht, die du nicht „kontrollieren“ kannst – du musst sie erzwingen

Mittwoch, 4. März, 18:00 Uhr. Halbfinale. K.o.-Spiel. Da gibt’s keinen „nächste Woche machen wir’s besser“. Das ist die Sorte Abend, an dem du dich als Klub definierst: Wie gehst du mit Druck um? Wie gehst du mit Erwartung um? Wie gehst du mit dem Wissen um, dass du eigentlich „musst“?

Salzburg spielt daheim gegen Altach in der Red Bull Arena, und der Termin ist fix.

Das Cup-Setting ist tückisch: Altach kann tief stehen, auf Umschaltmomente lauern, auf Standards hoffen und auf diese eine Szene, die ein Spiel kippt. Und genau da muss Salzburg „erwachsen“ sein: geduldig, aber nicht langsam. Dominant, aber nicht kopflos. Mit Intensität, aber ohne Nervosität.

Ich erwarte im Cup keine Ballbesitz-Orgie. Ich erwarte eine Mannschaft, die die Arena mitnimmt, die Zweikämpfe sucht, die den Gegner in die Fehler zwingt, die zweite Bälle gewinnt, die nach einer Chance sofort die nächste will. Und ich erwarte eine Red Bull Arena, die das mitträgt.

Weil das ist die Wahrheit: Der Cup ist der schnellste Weg zu einem Titel. Und ein Titel wirkt in Salzburg wie ein Hebel. Er nimmt Druck raus, er gibt Vertrauen, er klebt eine Mannschaft zusammen. Gerade nach einer Phase, in der nicht alles rund war.

Warum dieses Cup-Halbfinale auch psychologisch für die Meistergruppe entscheidend ist

Das klingt vielleicht groß, aber ich meine es so: Der Cup hat eine emotionale Wucht, die die Liga nicht immer hat. Ein Halbfinale bringt eine andere Stimmung. Du gehst ins Stadion, du schaust auf die Uhr, du merkst: Das ist heute ein Abend, den du nicht zurückholen kannst.

Wenn Salzburg dieses Halbfinale gewinnt, nimmst du genau dieses Gefühl mit in die Meistergruppe: „Wir können Druckspiele.“ Und wenn du es verlierst, wird es ungemütlich – nicht nur in der Tabelle, sondern in den Köpfen.

Darum ist für mich das Ziel klar: Hartberg in der Liga als Anlauf nehmen – Altach im Cup als Statement – und dann Rapid als Reifeprüfung.

Rapid auswärts zum Grunddurchgang-Finale: Das ist die eine Partie, die Punkteteilung hin oder her, immer groß ist

Sonntag, 8. März, 17:00 Uhr: Rapid gegen Salzburg.
Wenn du mich fragst, ist das genau das Spiel, in dem du siehst, ob diese neue Energie stabil ist. Auswärts in Hütteldorf ist es nie „nur Fußball“. Da sind Emotionen drin, Rhythmusbrüche, Phasen, in denen du leiden musst.

Und jetzt kommt das Timing dazu: Es ist das letzte Spiel vor der Punkteteilung. Das heißt, jede Szene bekommt noch mehr Gewicht. Ein Sieg fühlt sich an wie ein Schub in die Meistergruppe. Ein Ausrutscher fühlt sich an wie ein unnötiger Kratzer, der dich Wochen begleiten kann.

Was Salzburg dort braucht:

Du brauchst saubere Restverteidigung, weil Rapid in Umschaltmomenten lebt.
Du brauchst Kaltschnäuzigkeit, weil du in Hütteldorf nicht fünf Großchancen pro Halbzeit bekommst.
Und du brauchst Mentalität, wenn die Partie kippt, wenn das Stadion kommt, wenn es einmal laut wird.

Genau dort entscheidet sich, ob dieses Linz-Gesicht ein kurzes Aufflackern war – oder der Beginn einer Serie.

Punkteteilung: Warum Salzburg jetzt nicht rechnen darf, sondern liefern muss

Ich bin kein Freund davon, im Februar schon Tabellenrechner zu spielen. Aber man muss verstehen, was die Punkteteilung mit einem macht.

Sie nimmt dir Sicherheit. Du kannst dir keinen langen Schlaf erlauben. Ein kleiner Vorsprung wird halbiert. Teams hinter dir wittern wieder Chancen. Und plötzlich sind es wieder zwei, drei Punkte, die über eine Saison entscheiden.

Genau deshalb ist die Phase bis Runde 22 so wichtig. Du willst nicht in die Meistergruppe „reinstolpern“. Du willst da reingehen mit dem Gefühl: Wir sind ready. Wir sind stabil. Wir haben einen Rhythmus. Wir haben Energie.

Und wenn du dieses Gefühl willst, dann brauchst du Heimspiele, die nach Salzburg aussehen. Und genau da kommt mein Werbeblock – ohne Parolen, aber aus voller Überzeugung.

Warum ich jetzt wirklich will, dass die Leute ins Stadion kommen

Ich weiß, viele sind heuer kritischer gewesen. Manche sind müde geworden. Manche haben sich gesagt: „Ich schau’s mir halt an, wenn’s wieder Spaß macht.“

Aber genau das ist der Punkt: Jetzt macht’s wieder Spaß – und jetzt braucht die Mannschaft uns. Nicht als Klatschpublikum, sondern als Faktor. Als Lautstärke. Als Druck nach vorne. Als Geduld, wenn’s einmal hakt. Als kollektives „Weiter!“, wenn der Ball zum fünften Mal quer geht.

Es geht jetzt um Abende, an denen du nach Hause gehst und merkst: Das war nicht nur ein Spiel, das war ein Erlebnis. Cup-Halbfinale ist prädestiniert dafür. Und auch das Hartberg-Spiel, wenn man es ernst nimmt, kann genau so ein Auftakt sein: Das erste Heimspiel einer echten Schlussphase.

Wenn du jemanden hast, der seit Monaten nicht mehr in der Arena war: Nimm ihn mit. Wenn du jemanden hast, der immer sagt „irgendwann wieder“: Mach aus „irgendwann“ den 1. oder 4. März.

Weil ehrlich: Der FC Red Bull Salzburg hat gerade eine Tür aufgestoßen. Jetzt müssen wir durchgehen, bevor sie wieder zufällt.

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Alex Januschewsky

Ich bin Herausgeber von S12 und schreibe leidenschaftlich gerne über Fußball. Dabei geht es mir nicht um Schönfärberei, sondern um konstruktive und auch kritische Analysen. Die Mannschaft der Salzburger steht für mich im Mittelpunkt, weil mir ihr Weg und ihre Entwicklung am Herzen liegen.

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